Beiträge von Anirac

    momentan läuft es bei uns richtig gut.

    Hatten die letzte Zeit 4 Situationen.

    Die erste an der 20-meter. Theo sieht was im Wald, bleibt aber an der Böschung stehen. Ich rufe ihm zu er soll sich setzen, er setzt sich, schreit ein bisschen vor sich hin, ich hör noch was wegrennen. Kein Zug auf der schlepp.

    Theo ist frei, einige Meter vor mir. Er zeigt an, dasa da was ist, es muss ein Eichhörnchen gewesen sein, er geht aber nicht kopflos hinterher. Ich habe Zeit fürs sitz-kommando, er setzt sich, guckt nach oben zum baum, schreit ein kleines bisschen.

    Theo wieder frei. Er sieht was, läuft Richtung Böschung, glotzt. Ich rufe er soll sich setzen. Er sitzt, bellt noch 3 mal empört in den Wald und orientiert sich dann von alleine zu mir.

    Heute nochmal im freilauf. Beim Vorlaufen wird er plötzlich schneller, Körpersprache sagt da ist was, ich pfeife, er dreht auf der stelle ab und kommt zu mir.

    Das ganze Training scheint sich doch auszuzahlen 😃

    Gut, war jetzt kein Reh, das vor seiner Nase weggesprungen ist, aber trotzdem.

    Also Picasso war schon immer super süß mit Tendenz zum arschloch 😄

    Immer schon mit einem riesigen Selbstbewusstsein gesegnet... Er war gerade ein paar Tage alt, da wollte er meinen Hufpföeger verprügeln, weil der an die Hufe seiner Mama wollte 😅

    Hatte man den futterimer in der Hand, kam er mit angelegten Ohren auf einen zugerannt, egal, wie weit man noch weg war :woozy_face: ein großer spaß xD

    anderen tut dann eine Pause gut. Deswegen schaut sich ja am besten ein Trainer das alles mal an. Was für den einen Hund super funktioniert, funktioniert für den anderen gar nicht.

    Ich sagte auch nicht, dass man mit RO den Hund nicht frustrieren kann, nur dass es vom Grunde her ja erstmal keine körperlich dynamische Sportart ist wie THS oder Agilität

    Für manche Probleme arbeite ich auch mit Futter. Z.b. hatte Picasso vor ein paar Monaten ne Phase, wo er Fuß auf Bock stellen zum bearbeiten unnötig fand. Boah war das anstrengend. Also haben wir das nochmal neu über Futter aufgebaut. Das hat super funktioniert statt ständig zu streiten 😅

    Genauso bei Situationen wie z.b. Hänger. Den hab ich ihm ja auch "schöngefüttert". Damit er da einfach eine positive Verknüpfung hat. Hat funktioniert. Gekoppelt an ganz viel Ruhe und Zeit. Nein, reinprügeln hätte der sich nicht lassen, auch wenn das außer meiner Trainerin jeder gesagt hat. Da wurde ich auch schwer belächelt. Mir egal. Picasso und ich waren zufrieden und och das Ergebnis, das ich wollte. Ohne streiten, negative Stimmungen, gezerre oder geschlage, was bei ihm eh nichts bringt, wenn er wirklich eine tiefe innere "abneigung" hat.

    RO ist ja nun keine sport, bei dem der hund total hochgefahren wird, eher im Gegenteil. Es ist ja- finde ich- eine sehr ruhige Sportart, bei der es viel um Konzentration geht und die einzelnen Aufgaben sind ja wenig dynamisch. Zumindest bei den unteren Klassen. Wie es ab Klasse 3 aussieht, weiß ich nicht, aber bei Anfänger bis 2 passiert da dynamisch ja nicht wirklich viel. Es sei denn es ist ein ganz anderes RO als ich es kenne 😅 Also man sollte eigentlich meinen ne sehr gute Sportart für einen Hund, der dazu neigt, hochzufahren.

    Bei meinem hilft vor dem Training eine Mischung aus ruhiger strenge, ignorieren und Ruhe belohnen.

    Wenn er während dem Training so hochfährt, gibt es eine Pause. Aber wenn er sich richtig reinsteigert braucht er ne Ansage habe ich gemerkt. Dann neigt er auch dazu, mich als frustableiter zu nehmen (. Wenn er schon im geruch ist, ihn aber nicht genau lokalisieren kann, das frustet ihn noch öfter sehr) und das geht eben nicht. Nicht schreien oder sonstiges, aber ein klares und deutliches "es reicht jetzt". Da fährt er dann tatsächlich wieder runter und man kann weiterarbeiten. Das ist aber auch ein ganz anderes laut-sein als das "ich will jetzt los-geheule".

    Ich darf bei der Arbeit (spürhundearbeit) z.b. auch kein Kommando für genau diese Arbeit nehmen, das pusht ihn direkt ins unermessliche. Andere muss man für die Arbeit motivieren, ihn nicht 😅 dafür arbeitet er geil, wenn er es schafft, mit seinem Frust anders umzugehen, was immer besser wird.

    Das sollen keine Ratschläge sein, jeder Hund ist da ja anders.

    Aber wenn mein Hund z.b. schon im auto anfängt aufgeregt zu sein, weil er sieht, dass das andere Halsband kommt, passiert eben nix. Es wird ruhig ausgestiegen. Das Problem haben wir schon gelöst, es gibt kein gefiepe mehr im auto. Das haben wir rein über Ruhe, warten und belohnen gelöst. Fängt er schon am Auto an zu quietschen, gehn wir nicht weiter, bis er sich beruhigt hat. Auch hier geht es über Ruhe und belohnen.

    Es ist ein langer Prozess und es gibt tolle Tage, an denen er keinen Mieps mehr macht und es gibt zwischendrin nochmal Tage, da ist das wieder Thema. Aber es wird auf lange Sicht besser. Er wird auch älter, erfahrener und routinierter.

    Ich hoffe ihr findet da euren Weg, aber da bin ich sicher. Und ich hoffe du hältst uns ein bisschen auf dem laufenden 😊

    Bei Picasso arbeite ich gar nicht mit Leckerchen.

    Bei seiner Mutter habe ich das gemacht, die hab ich auch geclickert, das war voll ihr Ding.

    So unterschiedlich können sie sein. Ich dachte toll, wenn ich schon ein fohlen hab, wird das von Anfang an geclickert und dann wird das super. Tjoa. Das führen stehenbleiben als ganz kleines fohlen hab ich so noch aufgebaut, aber beim späteren Training war klar, dass er da gar keinen Bock drauf hat.

    Baby-picasso beim ersten Führtraining

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    Die "dem musste nur mal eine geben, dann tut er schon" ist leider immer noch in vielen Köpfen. Da wird man auch gerne belächelt, wenn man einen anderen Weg geht.

    Und immer ganz schnell "der hat doch bestimmt einfach keinen bock". Lösung: draufhauen.

    Für mein Pferd zählt tatsächlich ein freudiges Lob mehr als ein Leckerli. Bei seiner Mutter war das anders 😎

    Aber bei dem merkt man richtig, wie er wächst, wenn man ihn lobt.

    Aber durchgreifen musste ich auch schon. Z.b. als Fohlen, als er meinte nah mir treten zu müssen, weil ich eine rausgefallene Karotte wieder in den Eimer werfen wollte, aus dem er gerade fraß. Das gab ohne groß zu überlegen einmal den zusammengehalten strick auf den arsch. Hat er nir wieder gemacht.

    Das gleiche, als er mal bei der freiarbeit rückwärts austretend in meine Richtung ist, als er 4 war. Hat er auch nie wieder gemacht. Das waren so die 2 einschneidenden Erlebnisse, wo ich wirklich aversiv abgebrochen habe/abbrechen musste.