Ich glaube ich habe Ähnliches vor Augen wie du noda_flake Da gibt es gewisse Blasen auf Social Media, in denen immerzu „Raumverwaltung“, „Ressourcenverwaltung“ und „Orientierung“ erklärt werden, ohne die Beziehung zum Partner Hund an sich zum Thema zu machen und ich eigentlich (in den kleinen gezeigten Ausschnitten) ziemlich ideenlose Hunde sehe.
Hunde, die kein Spiel mit dem Menschen selbst vorschlagen dürfen, weil der Mensch sich als Ressource komplett verkopft selbst „verwalten“ soll, Hunde, die aus Prinzip nicht mitentscheiden dürfen, wann es zum Spaziergang rausgeht oder die auch wieder aus Prinzip ohne ersichtlichen Grund dahinter nur auf Decke A, B oder C liegen dürfen.
Ich finde das auch sehr schade. Ich möchte mit meinem Hund so leben, dass er Vorschläge machen darf. Er ist ja eh schon völlig von mir abhängig. Da will ich ihm gerne zugestehen, im sicheren Rahmen mitzugestalten. Er hat auch einfach oft so witzige Ideen. Die würde ich alle verpassen, wenn ich klein klein durchmanage.
Trotzdem sehe ich da keinen ausschließlichen Zusammenhang mit Strafe. Oder eher anders: vieles davon fällt für mich unter sinnlose Gängelei und Konfliktvermeidung/-verlagerung. Da wird so ein enges Netz gestrickt und so viele Nebenschauplätze aufgezogen, in denen der Hund ständig mit Verboten konfrontiert wird, ohne dass man sich auf Beziehungsebene mit dem Tier auseinandersetzt, sich abgrenzt, wenn es sein muss, eine Grenze strafend setzt, um das Thema im nächsten Schritt ad acta zu legen und wieder weiterzublödeln.
Als theo zu mir kam, hat er sich ja quasi gar nicht wie ein Hund verhalten. Der wurde vorher definitiv extrem gedeckelt und gestraft. Der hat ja nichtmal geschnuppert. Weder an mir, noch in meiner Wohnung. Erst nach vielen Stunden hat er sich getraut, mal die Küche abzuschnuppern. Als er merkte, dass ich ihn sehe, hat er es direkt wieder gelassen.
Als er das erste mal draußen einen fröhlichen Hüpfer neben mir an der Leine machte ( ich bin einfach mal etwas mit ihm ander Leine gelaufen), hat er sich direkt erschreckt und ist erstarrt und hat offensichtlich Strafe erwartet und mich angstvoll angeschaut. Er konnte es kaum glauben, als er bemerkte, dass er darf. Ich fand das extrem erschreckend und hatte das vorher noch nie so gesehen. So ein eigentlich gewitzter, lustiger Hund, der sich gar nicht traute, er selbst zu sein. Ich fand es faszinierend, was da dann für ein Hundecharakter rausbekommen ist, als er nah und nach merkte, dass er er selbst sein darf.
Natürlich in einem gewissen Rahmen 😅 sonst hätte ich hier wohl auch einen völlig überdrehten Hüti, der einem gerne in alles reinhackt beim interagieren und sich durch blödelei gerne entzieht, wenn es mal etwas anstrengender wird.
Und draußen wild durch den Wald rennen würde, weil das viel mehr Spaß macht als auf dem Weg zu bleiben.
Aber ist mir 100 mal lieber so als ein Tier mit kadavergehorsam, das "scheintot" neben mir herschlurft. Habe ich kennengelernt. Macht auch alles brav mit, aber ohne einen funken Leidenschaft oder gezeigte Lebensfreude.
Aber ich lerne auch immer noch dazu, wann es auch mal okay ist, 5e mal grade sein zu lassen, weil ich da auch eher zu zu viel Kontrolle neige, damit der Hund bloß nicht "stört".
Mir wurde auch schon gesagt man darf niiiiiiemals drauf eingehen, wenn der Hund einen bspw. Zum spielen auffordert. Find ich völlig übertrieben. Wenn ich auch grad Lust drauf habe, wird dann gerne gespielt, wenn nicht, dann nicht. Man muss ja nicht aus allem ein erziehungsding machen, sondern einfach mal miteinander leben und jeder darf mal einen Vorschlag machen, der dann eben aufgegriffen wird oder eben auch nicht.