Beiträge von Donna63

    Ich hatte über ein Jahrzehnt lang 2 Hunde : eine BC -Mix Hündin und dazu einen Kleinpudelrüden, die 2 Jahre Altersunterschied hatten. Dazu hab ich noch mehrerer Hunde in meiner Wohnung betreut und hatte einen kleinen Gassiservice.

    Diese Zeit war wunderschön, einzigartig und ich habe es geliebt. Für mich war es so etwas Besonderes mit meinen Beiden, dass ich mir nach dem Tod der Hündin nicht vorstellen konnte, noch einmal ein Hundeduo haben zu können.

    Der Kleinpudel hat nach dem Tod der Hündin noch 4 Jahre gelebt und hat niemals erkennen lassen, dass er nochmal einen Gesellschaftshund haben wollte. Schlimm war die Zeit völlig ohne Hund, ein Jahr bin ich haltlos durch die Gegend geirrt mit einer Riesenlücke in meinem Leben.

    Jetzt habe ich einen Einzel- Hund. Da Donna sehr eifersüchtig und Ressourcen-orientiert ist, 2 Hunde doch erheblich teurer sind als einer, ich auch nicht mehr die Allerjüngste bin und nicht mehr so kraftvoll, und weil mein LG es auf keinen Fall möchte, zieht hier auch kein zweiter Hund ein.

    Danke für deinen Erfahrungsbericht und die Tipps. Die Idee mit der fehlenden körperlichen Auslastung hatte ich auch schon. Allerdings meinte die Trainerin, dass langes draußen sein momemtan noch zu viel input sei. Aber vielleicht versuchen wir es einfach mal. Vielleicht dann eher im Garten? Der ist groß und umzäunt. Oder würdest du wirklich raus gehen, dass er den unterschied zuhause und draußen (=arbeit) versteht?

    Mit den körperlichen Abbruch Signalen habe ich auch schon versucht. Das klappt tatsächlich dann kurz, aber er fängt dann sehr schnell wieder an...

    Ich würde da abwechseln: oft den Garten nutzen, und wenn du das Gefühl hast, jetzt kann ruhig ein bisschen mehr Input her, dann fahr doch vielleicht ist dem Auto irgendwo in einen ruhige Wald oder eine Landschaft, die passen würde. Vielleicht einen langen Waldweg oder so? Im Garten kann er nicht so Strecken laufen, als wenn ihr an der Schleppleine einen längeren Weg geht. Einfach ruhig gehen, er kann schnuffeln und hat durch die Schleppleine einen freieren Radius.

    Wenn du das Gefühl hast, dass es passt, dann suchst du mit ihm zusammen Leckerchen. Oder lässt ihn zusammen mit dir Fleischwurst Stückchen aus einem Baumstamm pulen. Er lernt: mit dir zusammen ist es supertoll, es lohnt sich, mit dir zusammen zu arbeiten und auf dich aufzupassen. Aber alles spielerisch und ohne Stress!

    Ich habe bei Donna gemerkt, dass sie quasi nach Bewegung ausgehungert war und dass sie das Laufen unbedingt gebraucht hat.

    Deshalb bin ich dann zb extrem früh morgens um 5 Uhr eine Runde gegangen, da waren wir komplett ungestört. (Das ging im Sommer natürlich etwas besser).

    Wenn er deine Körpersprache noch nicht versteht, bist du nicht deutlich genug. Üb das doch mal vor dem Spiegel. Oder mit deinem Partner als Spiegel.

    Erstmal großes Lob!

    Das, was man lesen kann, klingt sehr reflektiert und liebevoll. Du machst den Eindruck, das du nicht schnell aufgibst und ich bin fest davon überzeugt, dass du deinen kleinen Wildfang noch super hin bekommen wirst.

    Bei uns war es ähnlich wie bei euch: meine Bordercollie Hündin Donna kam im Alter von ca 8 Monaten zu uns aus Slowenien an, frisch und zu früh kastriert, traumatisiert und völlig durch geknallt.

    Um dir einen Zeitrahmen zu nennen zum Vergleich: die ersten 4 bis 5 Monate waren richtig schlimm :dizzy_face: , danach wurde es nach und nach besser, nach einem Jahr war sie richtig bei uns angekommen und jetzt ist sie 2,5 Jahre da und ein großer Schatz.💓

    Ich finde deine Trainingsrichtung prinzipiell gut.

    Bei uns war es sogar so, dass Donna in typische BC- Verhaltens- Stereotypen verfallen ist, ständig Lichtpunkte gejagt hat und nur schlafen konnte, wenn es komplett ruhig war. Die ersten Wochen sind wir dann tatsächlich alle Mann um 20.00 Uhr im Bett gewesen - ohne Fernsehen und ohne Licht an, damit es wirklich ruhig war.

    Für meinen Mann eine sehr schwere Zeit, weil es war gerade Fussball EM und er hat einige Spiel verpasst weil wir so früh ins Bett mussten. :woozy_face:

    Was ich an deiner Stelle ein klein bisschen anders machen würde:

    ich finde die Gassi-Zeiten zu kurz für einen Junghund in dem Alter.

    Ich habe es so gemacht, dass ich eine ruhige Wiese gesucht habe, den Hund an die Schleppleine und dann aber auch mal eine Dreiviertel- oder Stunde dort hab spielen, mäuseln und laufen hab lassen. Meiner Meinung nach braucht er mehr körperliche Auslastung - aber ohne komplettes Ausrasten oder Überforderung natürlich. Also kein Leinentraining an der Strasse oder Stadtausflug natürlich, aber die Beine strecken und sich müde machen.

    Wirf ihm zb eine Handvoll Futter ins Gras und lass ihn das suchen, dann ist der Kopf ein bisschen beschäftigt.

    Er muss langsam lernen: draussen ist Arbeit, drinnen ist Ruhe.

    Wenn er dann von draussen müde ist und alle Geschäfte erledigt sind, dann gibst du ihm zu Hause seine Mahlzeit und gibst ihn an seinen Ruheort. Mit vollem Bauch und ausgelaufen wird er sicherlich schlafen können. Das ritualisierst du dann, dag dann zb "Geh schlafen" oder "Pause". Später weiss er bei diesem Wort, dass er schlafen gehen kann.

    Ich versuche das Verhalten mit ignorieren zu erwiedern, was nur mäßig funktioniert

    Das reine Ignorieren hätte bei Donna auch nicht funktioniert. In solchen Situationen hab ich sie deutlich abgebrochen..ZB laut in die Hände geklatscht, einen kleinen Schritt vorgebeugt auf sie zu, drohend in die Augen geschaut, mich steif gemacht und "Nein!" gesagt.

    Du musst bedenken, dass dein Hund die menschliche Sprache noch nicht kennt, er kennt kein "Nein". Also brauchst du Körpersprache, die er verstehen kann.

    Ich will aber auch nicht nachgeben und raus gehen, wenn er nur genug Terror macht.

    Das find ich gut!👍