Erstmal großes Lob!
Das, was man lesen kann, klingt sehr reflektiert und liebevoll. Du machst den Eindruck, das du nicht schnell aufgibst und ich bin fest davon überzeugt, dass du deinen kleinen Wildfang noch super hin bekommen wirst.
Bei uns war es ähnlich wie bei euch: meine Bordercollie Hündin Donna kam im Alter von ca 8 Monaten zu uns aus Slowenien an, frisch und zu früh kastriert, traumatisiert und völlig durch geknallt.
Um dir einen Zeitrahmen zu nennen zum Vergleich: die ersten 4 bis 5 Monate waren richtig schlimm
, danach wurde es nach und nach besser, nach einem Jahr war sie richtig bei uns angekommen und jetzt ist sie 2,5 Jahre da und ein großer Schatz.💓
Ich finde deine Trainingsrichtung prinzipiell gut.
Bei uns war es sogar so, dass Donna in typische BC- Verhaltens- Stereotypen verfallen ist, ständig Lichtpunkte gejagt hat und nur schlafen konnte, wenn es komplett ruhig war. Die ersten Wochen sind wir dann tatsächlich alle Mann um 20.00 Uhr im Bett gewesen - ohne Fernsehen und ohne Licht an, damit es wirklich ruhig war.
Für meinen Mann eine sehr schwere Zeit, weil es war gerade Fussball EM und er hat einige Spiel verpasst weil wir so früh ins Bett mussten. 
Was ich an deiner Stelle ein klein bisschen anders machen würde:
ich finde die Gassi-Zeiten zu kurz für einen Junghund in dem Alter.
Ich habe es so gemacht, dass ich eine ruhige Wiese gesucht habe, den Hund an die Schleppleine und dann aber auch mal eine Dreiviertel- oder Stunde dort hab spielen, mäuseln und laufen hab lassen. Meiner Meinung nach braucht er mehr körperliche Auslastung - aber ohne komplettes Ausrasten oder Überforderung natürlich. Also kein Leinentraining an der Strasse oder Stadtausflug natürlich, aber die Beine strecken und sich müde machen.
Wirf ihm zb eine Handvoll Futter ins Gras und lass ihn das suchen, dann ist der Kopf ein bisschen beschäftigt.
Er muss langsam lernen: draussen ist Arbeit, drinnen ist Ruhe.
Wenn er dann von draussen müde ist und alle Geschäfte erledigt sind, dann gibst du ihm zu Hause seine Mahlzeit und gibst ihn an seinen Ruheort. Mit vollem Bauch und ausgelaufen wird er sicherlich schlafen können. Das ritualisierst du dann, dag dann zb "Geh schlafen" oder "Pause". Später weiss er bei diesem Wort, dass er schlafen gehen kann.
Ich versuche das Verhalten mit ignorieren zu erwiedern, was nur mäßig funktioniert
Das reine Ignorieren hätte bei Donna auch nicht funktioniert. In solchen Situationen hab ich sie deutlich abgebrochen..ZB laut in die Hände geklatscht, einen kleinen Schritt vorgebeugt auf sie zu, drohend in die Augen geschaut, mich steif gemacht und "Nein!" gesagt.
Du musst bedenken, dass dein Hund die menschliche Sprache noch nicht kennt, er kennt kein "Nein". Also brauchst du Körpersprache, die er verstehen kann.
Ich will aber auch nicht nachgeben und raus gehen, wenn er nur genug Terror macht.
Das find ich gut!👍