Beiträge von Agamo

    Das haben hier jetzt ja auch schon andere geschrieben, wenn ihre Hunde in der Woche mal richtig arbeiten dürfen (Mantrailing, Rettungshundearbeit) dass die dann auf den Spaziergängen deutlich entspannter sind.

    Ich kann das für meine Border nur unterschreiben.

    Das ist hier auch so, obwohl (oder gerade weil) der Hund wild "im Gebüsch" stöbern darf, wird Wild nicht spannender. Auf Gassigängen nach der Arbeit lascht er relativ entspannt durch die Gegend, hat kaum Interesse (also für seine Verhältnisse) an den Sachen die rechts und links des Weges passieren, ausser an Pipistellen anderer Hunde wird dann echt wenig (für ihn) geschnüffelt. Einige Tage ohne Arbeit sind da nicht so wild und das Verhalten ändert sich kaum, aber wenn die Saison rum ist und er wenig bis kaum arbeitet merke ich deutlich dass sein Interesse an Wildspuren zunimmt. Der Hund wirkt irgendwie viel ausgeglichener in der Saison (oder wenn ich regelmäßig trainiere mit ihm).

    Doch klar, aber wirklich einsichtig klingt das doch immernoch nicht. Hund war jetzt mal ne Nacht ruhig, aber irgendwie klingt das ganze immernoch sehr nach mir geht's so schlecht, ich will das schaffen (sehr löblich) aber wo bleibt bei der ganzen Sache der Hund?

    Es ist einfach ein riesen Mist, dass jeder Hinz und Kunz losgehen kann und sich völlig uniformiert ein Lebewesen zulegen kann, wie man an dem Beispiel schön sieht, helfen da leider auch Hundeführerschein und Sachkundenachweisregelungen nichts.

    Dann halt ein Tee und ein Buch. Jedem das seine. Ich denke die Message ist angekommen.

    außerdem war das keine Aufforderung zum Komasaufen. Ich dachte eher an ein Gläschen.

    ich weiß schon das manche Dinge im Hundehirn bleiben. Aber noch ist sie so jung, dass sie auch wieder verlernen kann.

    Deine Message ist angekommen, wird aber auch mit Tee, nem Joint oder weiss der Geier was für Entspannungskram für die HH nicht besser. Leider kann man Einsicht einer Person nicht in den Schädel hämmern, aber Einsicht, was da gerade schief läuft mit dem Welpen ist dringend nötig um die ganze Situation noch irgendwie zu Gunsten des Hundes umzubiegen.

    Mir kann niemand erzählen, dass Amigo den Hasen nicht auch wahrgenommen hat. Er war aber so fokussiert auf die Beute, auf die er spezialisiert war, dass der Hase ihn einfach nicht getriggert hat, er war uninteressant.

    Das frage ich mich tatsächlich, ob ein Hund soetwas dann tatsächlich wahrnimmt wenn er sehr fokussiert ist. Gerochen hat er den Hasen wohl schon, aber "kam das im Bewusstsein" an? Stelle mir das immer so vor wie wenn ich ganz vertieft in ein spannendes Buch bin und dann von jemandem angesprochen werde, das kriege ich auch ganz oft nicht mit. Ich krieg das dann erst mit, wenn es nicht mehr ganz so spannend ist oder ich z. B. angestupst werde. Weiss allerdings nicht ob Hunde da auch so ticken.

    Also hier der Vizslamischling war auch nur sehr sehr kleinschrittig ans Alleinebleiben zu gewöhnen. Allerdings war das trotzdem (relativ) gut möglich. Dummerweise kam dann irgendwann Corona und danach mussten wir vieles nochmal aufbauen, was vorher schon problemlos möglich war. Vor allem am Abend alleine bleiben war dann wieder relativ schwierig. Wenn er länger (über eine Stunde ca) alleine bleiben muss, schaue ich, dass er aber auch wirklich müde ist und jetzt wo er mit ca 3 Jahren wirklich deutlich reifer geworden ist, scheint er mit dem alleine sein auch besser umgehen zu können. Der Appenzeller in meiner Kindheit hatte irgendwie nie Probleme mit dem alleine bleiben. Der lag schon als wirklich junger Hund mit wenigen Monaten vormittags 3 oder 4h entspannt draussen auf dem Hof alleine in der Sonne, der war aber auch so ein sehr eigenständiger Hund (obwohl er ziemlich an meinem Vater hing, gerne bei uns im Bett geschlafen hat usw. war das dennoch eine ganz andere Hund - Mensch Beziehung wie jetzt mit dem Vizslamischling).

    Aber gibt ja auch verschiedene Gründe warum das alleine bleiben für einen Hund besonders schwierig sein kann. Entweder wirklich Verlustangst/Trennungsangst oder weil der Hund jetzt die Kontrolle über die Menschen verliert.

    Wie schon gesagt wurde, auch ein arbeitender Hund macht das ja nicht 5 Tage die Woche, 8h am Tag. Oft gibt's Phasen in denen arbeitstechnisch gar nichts gemacht wird oder sehr sehr wenig.

    Das mit den Inseln mag je nach Hund funktionieren, denke es ist auf jeden Fall besser, wie wenn der Hund permanent eine Erwartungshaltung hat beim Gassi, wenn sich das auf wenige Stellen beschränkt. Aber hätte ich einen Hund der nicht arbeitet oder Hundesport macht, würde ich wohl trotzdem nicht anfangen auf den Spaziergängen Beschäftigung einzubauen, sondern dafür ganz gezielt wo hinfahren und dann nur "trainieren" und nicht spazieren gehen und trainieren vermischen (ausser natürlich die Sachen die man halt beim Gassi braucht, wie auf dem Weg bleiben usw).

    Bestimmt gibt es Hundetypen die mit Bespassung während dem Gassi klar kommen, habe aber genug Hunde erlebt die dann einfach nur hochdrehen und das will ich für meine Hunde nicht, egal ob Arbeitshund oder nicht.

    Hier mit einem tatsächlich arbeitenden Hund ist es auch so, hier gibt es Tage da findet nichtmal richtiges Gassi statt. In Ermangelung eines Gartens direkt vor der Haustür (also zumindest keinen, den der Hund als Löseplatz akzeptiert) gibt es natürlich entsprechende Löserunden. Aber wenn ich weiss wir gehen auf die Plantage (oder früher als gezieltes Training anstand) geht es morgens auf die kurze Pipirunde, die aber tatsächlich nur wenige Minuten (10-20)dauert. Dann bin ich früher dorthin gefahren wo ich mit ihm trainiert habe (auch dort hat er tatsächlich nur wenige Minuten Zeit um sich vorher nochmal zu lösen). An Tagen an denen keine Arbeit ansteht gibt es auch ausgedehnte Runden, auf denen wird aber tatsächlich nicht bespasst, sondern nur die Sachen trainiert, die ich für einen Spaziergang brauche, also auf dem Weg bleiben, Leinenführigkeit usw. Wenn ich der Meinung bin der Hund hat im Moment wenig richtige Arbeit (ausserhalb der Saison) und auch sonst relativ wenig Input (kommt mit zu Freunden, Übernachtung im Hotel, Stadtbummel in unbekannter Stadt usw), dann gehe ich auch mal gezielt auf eine Wiese usw um ihn dort "zu bespassen", aber meistens arbeiten wir daran, dass er seinen Job immer besser macht. Er ist jetzt 3 und so ganz langsam bin ich mit der Ausbildung für den Job ganz zufrieden und es ist etwas mehr Zeit /Kapazität beim Hund um auch an anderen Dingen zu arbeiten (also grundsätzliche Erziehung fand schon von Anfang an statt, aber gerade auf das Jagdthema hier bezogen sind wir jetzt dran, dass er in immer mehr Situationen ableinbar ist und damit ohne Leine spazieren gehen kann). Die Zeiten an der Schleppleine nehmen inzwischen deutlich ab.

    Wenn ein Hund eigentlich eine richtige Aufgabe hat bzw ernsthaft Hundesport betrieben wird sind Gassirunden eher nötig damit der Hund auch mal für sich "rumbummeln" kann und Hundedinge machen kann. Dauerbeschäftigung wäre zumindest hier eine Garantie, dass der Hund mir irgendwann um die Ohren fliegen würde.

    Das ist doch bei vielen Medikamenten so, dass sie je nach Land unterschiedliche Handelsnamen haben. Unsere tägliche Zecke habe ich heute schon krabbelnd am Hund abgesammelt. Aktuell finde ich das hohe Gras auch echt gruselig, seit ich von der Gefahr durch Grannen weiss. Und der Hund darf nicht in Wiesen und vom Weg runter, aber das hohe Gras steht halt je nach Weg direkt drauf oder daneben. Der Hund hat gerade echt Probleme (je nach Runde) um noch eine "schöne" Lösestelle zu finden (in hohes Gras geht er nicht rein). Aber für Zecken reichen hier auch ganz vereinzelt stehende Grashalme aus, das muss keine Wiese sein sein.

    Wichtig beim Vorwärtsaufbau wäre, dass man von Anfang an kein unerwünschtes Verhalten belohnt, was der Hund da halt schnell mal anbieten wird. Auch nicht, wenn es als Kette gezeigt wird.

    Das finde ich so bei ziemlich jedem Hundetraining immer ganz entscheidend, dass man sich ganz genau klar darüber ist, wie das Ergebnis aussehen soll und man sich überlegt wie man das erreicht mit möglichst wenig "falschen Schritten". Je weniger Fehler überhaupt erst entstehen können umso einfacher ist es halt (wenn auch vielleicht etwas zeitaufwendiger), im Nachhinein falsch aufgebaute Sachen wieder aus dem Hund rauskriegen ist einfach um vieles schwieriger, wie das ganze erst nie aufkommen zu lassen.