Also hier war anfangs bei jagdlichen Reizen überhaupt nicht an fressen zu denken. Der Hund hing zwar tatsächlich nie wie von Sinnen bellend in der Leine, aber vor allem bei rennendem Wild (auf sonstige Bewegungsreize wie Radfahrer, Jogger usw reagiert er nie) war er einfach komplett nicht ansprechbar, da hätte ich wohl nur mit massivster Gewalt seine Aufmerksam bekommen. Er stand (später auch sass) einfach extrem zitternd vor Erregung rum und hat das Tier angestarrt. Allerdings kam er recht schnell wieder runter, sobald das Wild ausser Sicht gelaufen war. Um den Stress dann abzubauen wollte er immer irgendwo reinbeissen und weil ich Leine beissen, Stöcke oder gar Steine echt blöd fand dafür, hatte ich eine zeitlang immer ein Stofftier, eine Beisswurst oder ähnliches dabei, da konnte er dann kurz den Stress abbauen (10-20 Sekunden drauf rumkauen, schütteln, damit rumrennen) und war danach erstaunlich ruhig.
Besser wurde das ganzen als ich gezielt auf wildreichen Wegen geübt habe wo oft Rehe rumstehen und nicht nur vorbeiflitzen und ich auch recht gut erstmal genügend Anstand halten konnte. Dort war er dann immer besser ansprechbar, so dass irgendwann sogar bei fliehendem Wild ein Kommando wie Sitz funktioniert hat. Aber selbst dann war er noch so aufgeregt, dass selbst Wurst noch nicht angenommen wurde in der Situation. Wie hab ich mich gefreut, als er das erste Mal trotz rennender Rehe ein Stück Wurst genommen hat (und auch gefressen), weil es mir gezeigt hat er nimmt das ganze tatsächlich inzwischen deutlich lockerer. Allerdings ist auch in anderen Situationen die sehr aufregend sind bei ihm nicht an fressen zu denken, egal wie hochwertig das Futter ist.