Beiträge von Agamo

    Die Einstellung, dass der Wald den Tieren gehört und die Kulturlandschaft den Menschen, ist hier in dieser Region also unrealistisch, weil es nicht mehr genug Waldflächen und unberührte Landschaft gibt.

    Wald ist in Deutschland Kulturlandschaft, die erwähnten 3 % echter Urwald ausgenommen. Klar es ist meist eine relativ artenreiche Landschaft im Vergleich zu einem Maisfeld, aber dennoch eine wirtschaftlich genutze Kulturlandschaft. Ich war schon mit einem Forsthistoriker im Wald, das ist echt unglaublich spannend, was man da sehen kann, wie sich die Nutzung der Landschaft im Laufe der Jahrhunderte geändert hat. Und dennoch muss man sich ja nicht ohne Rücksicht auf Verluste auf Kosten anderer ausleben, egal wo man sich gerade befindet.

    Ich kannte diese ganzen Regelungen tatsächlich, da ich mich aus beruflichen Gründen schon sehr viel mit Wald und Recht beschäftigt habe. Ich halte das ganze recht pragmatisch, überall wo ich im Wald langgehe, ist dann auch der Hund dabei, ich treibe mich aber eh nicht in Dickungen usw rum. Je nachdem wo und was wir so machen ist er frei, an der Schleppleine oder kurzen Leine. Ob er dabei einfach nur in der Gegend rumschaut oder auf einer Wildspur ist, wäre mir aus rechtlicher/"wildschutz" Sicht egal (wie gesagt, solange er auf Wegen ist, die ich auch so eh entlang gehen würde und ich sicherstellen kann, dass er eben nicht abzischt bei Wild), spurlaut ist er zum Glück nicht, das wäre für meine Nerven auch nix. Allerdings darf er das trotzdem so gut wie nie, aber das hat eher erzieherische, bzw arbeitstechnische Gründe.

    Und ich muss auch sagen, die weitaus meisten Wildbegegnungen haben wir nicht im Wald sondern tatsächlich auf den Wiesen und Feldern (hier ist es aber so waldreich, dass ein Wald eigentlich eh immer in der Nähe ist) und beim normalen Gassi wird auf den Wegen geblieben, das hat der Hund auch gut verinnerlicht und darf ohne Erlaubnis den Weg nicht verlassen, das ist mit Jagdhund eindeutig die entspanntere Variante für wohl alle (Mensch, Hund und Tier).

    Kann mit dem Mantel nicht helfen, aber meinst du, du kriegst da Vespa echt ins Wasser?

    Ich habe keine Ahnung! Aber wenn nicht, wars das mit Entenjagd für sie. Ich dachte, ich geh jetzt einfach immer Wasserapport üben und hör einfach nicht auf wenns Herbst wird. Vielleicht merkt sie es ja nicht?!

    Ja, guter Plan und ich hoffe für euch Vespa ist tatsächlich blöder wie ich vermute :rolling_on_the_floor_laughing:

    Wobei letzte Woche tatsächlich ein Wunder passiert ist bei uns. Es war so warm und als ich Lurko ganz vorsichtig am Rücken nass gemacht habe, fand er es wider erwarten nicht blöde, durfte dann sogar etwas Wasser über ihn schütten und er hat sich nur kurz geschüttelt und fand das ganze wohl sogar gut :rolling_on_the_floor_laughing:

    Ich suche den wärmsten Bademantel der Welt für einen langen schmalen Hund ohne Unterwolle der genötigt werden wird, im Nov/Dez zu schwimmen. Irgendwelche Ideen? Muss also nicht extrem saugfähig sein, aber sehr warm. Gibts das? Oder muss ich vielleicht an Schichten denken?

    Bisher haben wir einen leichten Siccaro, der ist aber nur im Übergang gut wenns noch nicht so kalt ist.

    Kann mit dem Mantel nicht helfen, aber meinst du, du kriegst da Vespa echt ins Wasser?

    Also ich hätte dieses Verhalten hier bei meinem Hund so gedeutet, dass er bei Unsicherheit oder Angst auf "Angriff ist die beste Verteidigung" umgeschaltet hat und halt nicht lautstark pöbelnd in der Leine hing, sondern diese Jagdsequenz gezeigt hat. Allerdings ist er damals tatsächlich nie losgestürmt, da er zu der Zeit viel an der Schlepp war bzw bei Hundesichtung an die Leine kam, soviel Zeit anzuleinen hatte ich immer, da er nicht unbedingt zu fremden Hunden hin wollte.

    Ich konnte sehr schön den Unterschied zwischen "ich scanne jagdlich alles ab" und "ich schaue halt nur neugierig so in der Gegend rum" bei meinem Hund lernen, als er mal an einer Stelle sehr nah am Weg Rehe entdeckt hat, die dann weggerannt sind. Er war an der Leine, ist nicht hinterher gehetzt. Allerdings wurde eine zeitlang immer sehr aufgeregt, wenn wir da lang kamen und hat dann wirklich sehr genau die Gegend gescannt, das war eindeutig schon der Anfang der Jagdsequenz und wurde von mir dann auch nicht zugelassen.

    Wobei mein Hund eigentlich sowieso eher auf Geruch/Spuren reagiert, da musste ich auch erstmal lernen zu unterscheiden was macht er da. Wird einfach ruhig "Zeitung gelesen" oder steigert er sich gerade rein beim schnüffeln (wg läufiger Hündin oder Wild). Reinsteigern ins schnüffeln ist hier ausschließlich beim Trüffel suchen erlaubt. Bei läufigen Hündinnen kriege ich ihn relativ einfach dazu weiter zu gehen (mit dem Kommando "weiter"), bei Wildspuren kommt es drauf an von welchem Tier und wie frisch sie sind, wie einfach oder schwierig es ist ihn da dann von abzuhalten.

    Als hier der Hund irgendwann in der Pubertät angefangen hat genau dieses Verhalten bei manchen Hundebegegnungen zu zeigen habe ich das strikt unterbunden, eben weil ich nicht wollte, dass er bei anderen Hunden Jagdverhalten zeigt. Interessanterweise hat er es längst nicht bei jedem Hund gemacht, eher bei Hunden die er wohl blöd findet und bei denen wir auch heute noch bei Begegnung besser mehr wie 1m zwischen uns haben wenn wir uns begegnen. Dann kann er recht ruhig und anständig dran vorbei laufen.

    Ich hab ihn damals dann einfach durch einen Griff ins Geschirr daran gehindert sich nach unten zu begeben und bin im Bogen mit ihm um den Hund rum und hab mit meinem Körper seine Sicht/das Fixieren versucht zu unterbrechen. Irgendwann konnten wir dann im Bogen drumrum, ohne dass ich noch eingreifen musste und der Bogen konnte auch deutlich kleiner werden.

    Bei einer Hundefreundin, die er heiss und innig liebt, wird aber mit diesem Anschleichen tatsächlich manchmal ein Spiel gestartet. Wenn wir dort z. B. zu Besuch sind und alle im Garten sitzen, kann es vorkommen, dass er sich plötzlich genau so dem anderen Hund nähert und dann endet das in wildem rumrennen, der "Jäger" wechselt dabei immer ab, mein Hund ist der Schnellere, wartet dann aber immer, dass er auch mal eingeholt wird usw. Die beiden kugeln sich auch gerne durch den Garten, lecken sich gegenseitig die Ohren, also das ist wirklich sehr nett und der andere Hund (auch ein Jagdhund) hat mit diesem Verhalten wohl keine Probleme. Aber irgendwie ist bei diesem anschleichen vorm Spielen etwas weniger Spannung im Hund, unterwegs bei den Gassibegegnungen war die ganze Situation immer sehr viel angespannter.

    Hmm, deutlicher kann ein Hund wohl kaum zeigen, dass er da gerade echt keinen Bock drauf hat.