Phonhaus wo bekommst du denn eigentlich Trüffel her? Ich bin im Sommer in Stockholm irgendeiner getrüffelten Pasta verfallen, traue ich aber selbst noch nicht so ran.. ist es sinnvoller erst mal Öl zu kaufen?
Hier gibt's heute erst Mal ein großes Frühstück mit Scrambled Tofu und später noch mal Lasagne :)
Ich finde das meiste Trüffelöl widerlich, da wird mit Aromen nachgeholfen und dann wirds penetrant im Geschmack. Genauso Trüffelbutter. Bei Letzterer gibts auch gute Sorten, aber die muss man erstmal finden.
Schwarzen Wintertrüffel bestelle ich bei trüffelshop.de. Oder kaufe ihn in der Kleinmarkthalle, wenn ich hinkomme. Das ist aber auch ein echt teures Vergnügen. Ich nehme den aus Spanien (da gibts keinen qualitativen Unterschied zum Perigord) und meistens ein größeres Stück, vom Rest mache ich dann Trüffelbutter selbst, die eingefroren wird. Den gibts nur zu besonderen Anlässen wie Silvester oder als „Nachtrag“ zu unserem Jahrestag.
Im Sommer und Herbst bekommen wir gelegentlich was von einem Kumpel, der hat einen Suchhund und fährt öfter auf Suchen, wo es erlaubt ist. Dafür bekommt er von uns Krause Glucken, die findet er nämlich nicht.
Was Du für frischen Trüffel unbedingt brauchst ist ein Trüffelhobel. Normale Küchenhobel tun es nicht, Trüffel ist nur dünn gehobelt wirklich gut.
Wir waren heute Wandern und Einkehren, für mich gabs Brot mit Knobitunke und dann Wildkräutersalat mit gratiniertem Ziegenkäse. Der Mann hatte als Vorspeise eine kleine Portion Pasta mit Meeresfrüchten und Kalbskotelett mit Gemüse und Pommes. War lecker.
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Wenn du in Stockholm schwedische Trüffel hattest, kommen die von Gotland (dort wachsen die Trüffel, die beim grossen Nobelpreisverleihungsbankett gegessen werden.
Bei Trüffeln gibt es nicht nur die Unterscheidung in weisse und schwarze Trüffel, sondern (gerade bei schwarzen Trüffeln) auch viele verschiedene Arten die tatsächlich ziemlich unterschiedlich schmecken. In Deutschland kriegt man bei schwarzen Trüffeln im Handel fast nur Tuber aestivum (wird dann meist als Sommertrüffel bezeichnet) oder Tuber melanosporum. Tuber melanosporum hat den Handelsnamen Perigord Trüffel oder eben auch Wintertrüffel. Allerdings gibt es auch andere Trüffel in Deutschland die eigentlich als Wintertrüffel bezeichnet werden (die sind hier aber quasi nicht im Handel zu bekommen). Auch wenn die Trüffel nicht aus dem Perigord sind (selbst in Frankreich stammen die meisten Tuber melanosporum/Perigordtrüffel aus der Provence) werden sie so genannt, da gibt es auch keine geschützte Herkunftsbezeichnung für. Geschmacklich gibt es da tatsächlich auch keine Unterschiede (ob aus Spanien, Frankreich, Australien usw ist dafür egal), am wichtigsten für den Geschmack ist tatsächlich wie frisch die Trüffel sind, die ersten Tage gehen sehr viele Geschmacksnuancen verloren bei der Lagerung.
Die meisten Weissen Trüffel (Tuber magnatum, Handelsname Albatrüffel) kommen längst nicht mehr aus der Region um Alba in Italien, sondern Kroatien, Ungarn oder Serbien (werden dort gesammelt, mehrmals die Woche dann nach Italien gefahren und dort liegen dann in Alba die Albatrüffel in den Läden). Allerdings ist auch dies kein geschmackliches Problem, die schmecken genauso wie die Trüffel aus Alba/Italien.
Die ganzen Trüffelprodukte die man so im deutschen Supermarkt oder auch Discounter kaufen kann arbeiten mit künstlichen Aromen und haben, wie ich finde, einen absolut widerlichen Nachgeschmack. Ich habe noch kein gutes Trüffelöl im Handel gefunden, weil die immer synthetisches Trüffelaroma für den Geschmack verwenden (also die Bezeichnungen nicht "fachlich" sehen, das ist ja bei Aromen etwas speziell, was natürlich, synthetisch usw heissen darf, gemeint ist halt, dass das ein Pulver aus der Aromafabrik ist und me Trüffel nichtmal in der Nähe lag). Gutes Trüffelöl müsste man mit frischen Trüffeln selbst herstellen (aber das macht man nicht, indem man wie bei der Knoblauchölherstellung kleine Stückchen ins Öl wirft) und ist dann sehr sehr ergiebig und unglaublich lecker.
Zum Trüffelhobel: ein normaler Gemüsehobel ist für feine Scheiben zu dick, da bräuchte man in der Tat einen Trüffelhobel. Allerdings sind die Scheiben aber vor allem für die Optik schön, geschmacklich mindestens genauso gut wird es wenn man die Trüffel mit einer Microblade reibt, da hat man noch viel mehr Oberfläche und holt am meisten Geschmack raus.
Ich kenne aber historische deutsche Rezepte, da wird nix gehobelt oder geraspelt. Das Rezept lautet: man nehme ein Duzent Trüffel, wickle sie in Speck und brate sie an.... Ist dann schon ziemlich extravagant 
Übrigens (frei nach "Täglich grüsst das Murmeltier"): Wolltet ihr überhaupt über Trüffel reden oder wolltet ihr nur ein Schwätzchen machen?"