Beiträge von Agamo

    Ich würde bei sowas erstmal von Zufall ausgehen. Aber dass es das gibt würde ich nicht ausschließen, aber bei so Erfahrungen mit einem Hund finde ich es immer schwierig da gleich was von abzuleiten.

    Mir erscheint da territoriales Verhalten einfach mit einer geringen Gewichtung. Die paar Leute die kommen können, können auch beäugt werden…

    Territorialverhalten muss längst nicht nur auf die eigenen 4 Wände beschränkt sein, da kann das Treppenhaus und der Fahrstuhl dazugehören oder auch eine regelmäßig gegangene Gassistrecke, aber auch ein Ort an dem man sich länger wie 3 Minuten aufhält kann vom Hund als eigenes Territorium beansprucht werden. Was davon beim RR am wahrscheinlichsten ist kann ich dir aber nicht sagen. Ich würde aber in einem Haus mit Fahrstuhl (auf den ich ja mit grossem Hund in der 6. Etage angewiesen bin) Wert darauf legen, dass mein Hund da problemlos mitfahren kann, auch wenn da mal Besuch meiner Nachbarn einsteigt, die der Hund nicht kennt.

    Also ich kenne wirklich einige Vizsla (allerdings mehr aus Ungarn und nicht soviele aus Deutschland) und reserviert fremden Menschen gegenüber würde ich die Mehrheit jetzt nicht wirklich nennen.

    Also ein Weimaraner kann dir bei den selben Dingen (andere Menschen blöd finden, gewisse Ernsthaftigkeit usw) Probleme machen wie ein Ridgeback plus knackigerer Jagdtrieb. Ein Vizsla würde da besser passen, allerdings gehört da für mich auch zwingend eine passende Beschäftigung für den Hund dazu, damit er auch in Alltag ein glücklicher ausgeglichener Hund sein kann. Aber ich hab halt den Eindruck dass du dir deine Hunderassen bisher nur nach optischen Kriterien suchst.

    Dem Ausschlussverfahren ist ja auch ein Malinois, ein Wolfhybride etc. pp. "zum Opfer" gefallen. Ich seh mich aber halt absolut nicht bei den Apportierern und Hütern. Auch das Thema Geruch ist mir zumindest insoweit wichtig, als dass ich eigentlich immer Hundegeruch (im Vergleich zur Katze) eher ungern auf mich genommen hätte. Hab auch selten engen Kontakt gehabt. Aber letztens war ich bei meiner Kollegin mit den Aussies zu besuch und hab einfach mal die beiden Damen durchgestreichelt - und sie rochen sooooo dezent hundig, dass ich da zum ersten Mal den Geruch als super Neutral empfunden habe. Der Spanischmix von Schwimu ist ein paar Oktaven höher, geht auch noch. Und die Kollegin sagte dann natürlich, dass Retriever und Labbies halt so ölig und haarig im Fell sind. Das wär mir dann vermutlich nix.


    Mir gefielen nach Kennenlernen im Stall auch mal Italienische Windspiele und allgemein Windhunde (kurzhaar)- wird mit Katzen aber grenzwertig?, ich mag athletische Körper, mittel bis zu größeren Rassen ohne Plump und langes Fell. Was gar nicht geht sind zu massige Hunde, zu viel Pelz und zu intensiver Hundgeruch. Da sollen ja RR auch angenehm sein, zumindest roch der Nachbarshund auch neutral, hab an meiner Hand nach dem Streicheln gerochen ;-)

    Das sind jetzt aber alles Äußerlichkeiten, auf die kann man schon auch achten, wenn man sich einen Hund zulegt, sollten aber nicht an erster Stelle stehen wenn man sich einen Hund für hoffentlich viele gemeinsame Jahre ins Haus holt. Charakterliche Eigenschaften sind da viel wichtiger. Klar kann es immer auch (Rasse)hunde geben die sich nicht so verhalten wie man es von diesem Typ Hund erwarten würde, es ist aber nicht unbedingt hilfreich wenn man damit pokert, dass das Exemplar das bei einem einzieht ein eher untypischer Rassevertreter wird. Und egal wie gut man sich vorbereitet, gerade beim ersten Hund wird man immer Fehler in der Erziehung machen, das ist einfach menschlich und auch wenn man in der Theorie wirklich super informiert ist läuft halt die Praxis mit einem Lebewesen nicht nach Lehrbuch ab. Und dann gibt es halt Fehler in der Erziehung die nicht wirklich tragisch sind, vielleicht nur nerven aber manche Fehler können halt fatal sein und durch sie sehr gefährliche Situationen entstehen (und für den Hund kann es bedeuten, dass er halt doch kein so schönes Leben führt). Beim RR würde ich z. B. von ausgehen, dass er ordentlich Jagdtrieb haben kann, fremde Menschen und Hunde eher überflüssig findet, d.h. nicht, dass er alles und jeden anpöbelt und bei Begegnungen bellend in der Leine hängt, aber selbst mit ordentlicher Erziehung wird man dann da immer besonderes Augenmerk drauf legen müssen und den Hund entsprechend führen müssen usw. Klar kannst du auch "Glück" (zumindest liest sich das bei dir so, dass du viele Eigenschaften eines RR nicht so richtig gebrauchen kannst in deinem Lebensumfeld und es für dich Glück wäre wenn dein RR seine Rassebeschreibung nicht gelesen hat) haben und du erwischt einen Hund der nicht wirklich rassetypisch ist, aber warum schaust du dann nicht gleich nach einem Hund, bei dem du nicht soviel Glück brauchst, dass sich schon alles gut entwickeln wird?