Wenn jetzt bspw ein Huhn in einen fremden Garten ausbüxt und da gekillt wird isses genauso scheiße wie wenn ein Reh sterben muss.
Allerdings liegt hier ein Stück weit Verantwortung am Halter des Huhns, und zusätzlich isses im Zweifel einfach schneller vorbei.
Nun hat das Reh keinen Halter (in dem Sinne). Und obwohl ich Deine Ansicht bzgl. der Verantwortung des Hühnerhalters teile, sehe ich keinen Unterschied zwischen Huhn und Reh.
Bei mir war es ein Kaninchen vom Nachbarn, dass auf mein Grundstück rübergekommen ist und hier von meinem Hunden erwischt wurde. Ich hatte sie bellen gehört und bin rausgestürmt, aber zu spät. Eigentlich hätten da meine Hunde eingezogen werden müssen - analog zu dem heutigen Reh-Vorfall.
Der Unterschied ist aber nun tatsächlich, wir 3 waren auf unserem Grundstück, nicht auf einem fremden. Aber reicht das aus, um den Einzug zu rechtfertigen?
Insgesamt ist es definitiv ein schwieriges Thema. Wo zieht man die Grenze? Was darf ein Hund? Was darf er nicht? Wie viel Wert hat die Verantwortung eines Halters? Sowohl dem des Hundes als auch dessen ob das andere Tier einen hatte oder nicht?
Ich kenne bspw HH die ihre Hunde Mäuse jagen lassen. Ist das in Ordnung oder nicht?
Dann gibt's bspw noch Jagdhunde - in Ordnung oder nicht?
Ich sehe die Verhältnismäßigkeit eher darin ob es eine Zuständigkeit für das Tier gibt, wie lange es leiden musste und wie man damit umgeht dass/ob der eigene Hunde diese Tiere jagd.
Für Hühner oder Kaninchen liegt die Zuständigkeit mMn in den Händen des Halters dieser Tiere. Da gibt es einfach dieses Risiko dass diese Tiere bei mangelnder Sicherung durch fremde Haustiere oder aber auch durch Wildtiere getötet werden können.
Zum anderen habe ich als HH die Pflicht darüber zu sorgen dass nichts passieren kann. Wenn nun also bspw ich mit meinem Hund in den Garten bin und ein Huhn/Kaninchen bricht darin aus, oder ich habe vorher den Garten kontrolliert und es schlicht nicht gesehen, und trotzdem dass ich meinen Hund versucht habe davon abzuhalten/es zu spät mitbekommen habe um da entgegen wirken zu können, dann Werte ich das als tragischen Unfall.
Wenn mein Hund bspw aus Angst weg läuft ( nicht weil vorher bekannt war dass es ein Angsthund ist, sondern weil tatsächlich irgendwas doofes, unvorhersehbares passiert ist), und dieser Hund, während er weg ist, ein Wildtier reißt, werte ich dies ebenfalls als tragischen Unfall.
Wenn ich allerdings nachlässig bin, wenn es mir egal ist dass mein Hund jagd, wenn es mir egal ist dass er nicht zuverlässig abrufbar ist, und/oder wenn ich das sogar befeuere, dann ist es kein Unfall mehr. Dann nehme ich es in Kauf dass ein Tier zu Schaden kommt, dass ein Tier verletzt wird, dass es leidet, dass es stirbt ( möglicherweise sogar qualvoll).
Das ist eine gänzlich andere Sache, denn dafür trage ICH die Verantwortung. Nicht der Halter des Tieres, nicht der Jäger, nicht mein Hund, sondern ich.
Und genau das ist eben der Punkt..
Und zusätzlich macht es eben noch nen Unterschied ob das jeweilige Tier rasch/sofort tot ist ( bspw weil so zierlich dass einmalig gezielt schütteln ausreicht), sondern wirklich leidet und langsam und qualvoll dahin siecht...
Dann stehe ich als Halter in der Verantwortung wenn es schon kein Unfall ist, und wenn ich es schon nicht hin bekomme rechtzeitig meinen Hund da weg zu bekommen, mich wenigstens drum zu kümmern dass dem Tier geholfen wird.
Zusätzlich gibt's im rechtlichen Sinne einfach auch drei Dinge :
1. Hab ich meinen Hund so zu führen dass kein Tier oder Mensch zu Schaden kommt.
2. Trage ich die Verantwortung für meinen Hund.
3. Zählt das jagen lassen von Wild Tieren zur Wilderei.