Prinzipiell sollte ein Hund in Ruhe schlafen, dazu gehört der Hund wie gesagt, nicht auf den Schoß.
Nach einem Friseurtermin sind die meisten Hunde erstmal geplättet. Das ist für viele Hunde relativ stressig, und das still stehen bleiben und frisiert werden auch einfach anstrengend, vor allem wenn der Hund viel lieber bei Frauchen/Herrchen wäre oder rum flitzen würde. Also die meisten Hunde wollen sich danach erstmal von den Strapazen erholen und ihre Ruhe haben.
Vergleichen könnte man die Situation dann quasi damit dass man einen stressigen Arbeitstag hatte, einfach schlafen will, und dann wird man in irgendeiner Form dabei gestört, da kann man durchaus gereizt reagieren.
Aus Perspektive eines Terriers : In der Regel sind das Hunde die sehr auf ihre Bedürfnisse beharren, angemessen behandelt werden möchten und sich im Zweifel sehr gut, oftmals auch sehr schnell mit den Zähnen, durchsetzen können. Dass das so ist, ist angesichts der Tatsache wofür die mal gezüchtet wurden und wo gegen die sich stellen können mussten, nicht verwunderlich.
Und unterschiedliche Hunde reagieren auch einfach unterschiedlich, wie bspw Wenn sie nicht in Ruhe schlafen können.
Unsere Terrier Hündin damals hat es bspw echt gehasst wenn die beim Ruhen gestört wurde. Die ist dann durchaus auch verschlafen aufgeschreckt und hat erstmal um sich geschnappt ( jedoch passierte das bei ihr schon bei teilweise minimalen Dingen, is also nicht wirklich vergleichbar mit der hier genannten Situation).
Sie hat Allgemein bei allem möglichen was ihr nicht passte schnell mit abschnappen und lautem Theater reagiert. Bspw wenn man die falsche Stelle gestreichelt hat, wenn sie etwas nicht wollte ( bspw Geschirr anziehen ), wenn man ihr Fell gepflegt hat ( fand sie kacke ), wenn sie der Ansicht war man geht grad über ihre persönlichen Grenzen. Insgesamt war sie an sich ein gut verträglicher, netter Hund, aber sie zögerte nicht sich insbesondere ggü ihren eigenen Menschen zur Wehr zu setzen wenn man irgendwas tat was sie doof fand.
Meine Schnauzer Hündin zB ist da das komplette Gegenteil. Es ist vollkommen egal wie unangenehm das ist was man tut. Sie hat sich bspw mal die Pfote gebrochen, und obwohl das ihr wirklich scheiße weh getan hat, hat sie nicht im Traum dran gedacht irgendwie die Zähne ggü uns einzusetzen. Auch beim Tierarzt bspw hat sie noch nie auch nur einmal versucht zu schnappen, aber dafür würde sie bspw zubeißen wenn sie jemand Fremdes zu stark bedrängt.
Und mein jetziger Rüde bspw ist da wieder so ein Mittelding. Der lässt sich viel gefallen, aber er möchte dass man seine Grenzen akzeptiert und dass man ihn nicht überfordert, sonst würde auch er schnappen. Etwas anschauen das weh tut bspw ? Besser nicht ohne Maulkorb. Dinge tun die er unangenehm findet aber nötig sind ? Nur in einem Bereich und auf eine Art und Weise die für ihn ok ist
Aber vollkommen unabhängig wie der Hund diesbezüglich drauf ist :
Wichtig ist erstmal ganz allgemein dass man dem Hund immer mit Respekt begegnet.
Dazu gehört zB dass man ihn in Ruhe schlafen lässt. Will ein Hund seine Ruhe, dann wird der auch in Ruhe gelassen.
Ebenso wird kein Hund einfach angetatscht wenn er grad keine Lust drauf hat, und es wird auch keiner andauernd oder ohne Vorwarnung auf den Arm genommen.
Ebenso spielt es mit rein wie man sich selbst verhält. Dazu hilft es sich intensiv mit der Körpersprache zu befassen. So erkennt man einerseits wann Konflikte beginnen, und andererseits wie man sich selbst höflich verhalten kann.
Ganz oft schleichen sich unbewusst einige Grobheiten im den Alltag mit ein, weil man diese Punkte eben nicht berücksichtigt oder es schlicht nicht besser weiß da nicht ausreichend informiert. Da passiert es tatsächlich oft dass man Dinge für den Hund zu grob, zu bedrohlich, zu unvorhergesehen tut, dass man Grenzen überschreitet weil man die Beschwichtigungssignale nicht erkennt, dass man sich selbst dem Hund ggü bedrohlich verhält weil man sich dessen nicht bewusst ist.
Und die meisten Hunde nehmen dann früher oder später schlicht wahr : ,,Ey, der Mensch rafft nicht was er da tut/dass ich das nicht will/dass er nervt !"
Joa und dann... Muss das ein Hund eben deutlicher zeigen, und dieses deutlicher werden beinhaltet leider oft dass der Hund erst knurren, Zähne fletschen, abschnappen oder gar zu beißen muss weil der Mensch es aus Hundesicht sonst anders nicht versteht. Und wie gesagt- grad Terrier nehmen sowas häufig sehr ernst. Das sind meinungsstarke, wehrhafte Dinger die auf sowas einfach in der Regel sehr viel Wert legen. Manch andere Rassen, oder auch durchaus einfach ein anderes Indiviuum der Rasse, würde stattdessen bspw viel länger mit weiter beschwichtigen, fiddeln, Flucht oder erstarren reagieren bevor ein solcher sich zur Wehr setzt.
Sprich - JEDER Hund kann irgendwann zu dem Schluss kommen dass er sich jetzt wehren muss. Die einen eben früher, die anderen später. An sich für den Lerneffekt ist es leider am effektivsten wenn der Hund mit Fight reagiert, weil leider erst da bei den meisten Menschen erst richtig der Groschen fällt dass da was nicht richtig läuft. Nur wirds eben unterschiedlich wahr genommen- entweder kommt man selbst drauf, oder glaubt der Hund hat ne Macke ( je nach Mensch *hust* )..
Und genau deswegen ist ein Trainer anzuraten. Denn der kann euch beobachten und erklären was falsch läuft und verbesserungswürdig ist.
Es kann bspw sein dass eure Tochter einfach nen anderen Umgang mit dem Hund hat. Es kann aber bspw auch sein dass er jetzt anfängt das ganz allgemein mal auszutesten und aufzuzeigen ( Pubertät ist die Zeit in der Hunde ernster werden, ausprobieren, das sind dann keine kleinen Kinder mehr die noch nicht wissen wie sie sich wehren können).