Irgendwie kann man sich das auch bissl so vorstellen:
Menschliche Geschwister die zusammen aufwachsen mögen sich ja auch nicht immer nur weil sie zusammen aufwachsen und vielleicht im Kleinkindalter noch ein Herz und eine Seele waren. Davon auszugehen dass sich zwei Lebewesen immer mögen werden nur weil sie Geschwister sind ist also schonmal sehr rosig gedacht.
Bei Hunden isses so dass die ja am anfang erstmal nur Welpen sind. Da ist vom individuellen Charakter bspw noch nicht viel zu sehen. Nimmt man zwei Geschwister durchlaufen beide Hunde zur selben/ähnlichen Zeit die selben Phasen bis sie erwachsen werden. Sie stellen fest wer sie sind, was sie blöd finden, was ihnen wichtig ist, kommen in die Pubertät ( was ja schon für Hormonchaos sorgt ) und kommen beide in ein sexuell reifes Alter ( im Falle von Hündinnen kommen da noch Läufigkeit, Scheinträchtigkeit, Scheinmutterschaft hinzu). Das zusammen ist also schonmal ne schwierige Mischung, und ein gleichaltiger Hund eben schnell Konkurrenz.
Dazu tendieren viele Hunde dazu irgendwann das eigene Geschlecht doof zu finden. Nicht alle, ist zum großen Teil auch Rasseabhängig und gibt auch viele Hunde bei denen das nicht der Fall ist, aber es kann eben vorkommen, weil es Hunde sind.
Wenn bspw eine Hündin läufig wird, kann es sein dass sie erstmal kein Bock auf andere Hunde haben, dass sie andere Hündinnen als Konkurrenten für die Rüden sehen, dass einfach die Hormone mal schlechte Laune bereiten. Gibt auch Hündinnen da merkt man nicht viel von, außer dass sie eben bluten und die Rüden sie interessant finden. Kommt vor, kann aber wie gesagt auch anders sein.
Während der Scheinträchtigkeit hat eine Hündin das Bedürfnis sich auf eine evtl Geburt einzustellen, da sucht man nach nem guten Platz, fängt evtl schonmal an hier und da was zu bemuttern, hat vielleicht auch körperlich Probleme ( bspw wenn das Gesäuge mal Zicken macht weil Milchbildung oä ), ist vielleicht auch so nochmal komisch drauf. Während der Scheinmutterschaft dann ähnlich.
Auch das kann von Hündin zu Hündin variieren. Den einen merkt man nicht viel davon an, die anderen haben damit vielleicht richtig Probleme und sind wie ausgewechselt.
Bei einer jungen Hündin die erst noch erwachsen wird, birgt jeder Zyklus nochmal nen Schub an Veränderung. Ganz normal, gehört zum erwachsen werden dazu.
Bedeutet aber eben dass diese Zeiten einfach Konfliktbehafteter sein können, vor allem wenn man das dann auch noch doppelt hat.
Die Frage aller Fragen ist erstmal: Lässt sich da was machen mit entsprechenden Management, weil es vorrangig nur um Ressourcendinge geht und die beiden ansonsten kein wirkliches Problem miteinander haben ?
Oder stellen die grade fest dass sie auf die Andere gänzlich gut verzichten können?
Die bisherigen Vorfälle inklusive Verletzungen die TA-Besuche zur Folge haben pushen das immer weiter Richtung letzteres. Deshalb sollte man tunlichst verhindern dass es wieder zu so einem Vorfall kommt, einen vernünftigen Trainer ins Boot holen und sich wirklich schonmal die Frage stellen wen von beiden man abgibt, sollte es nicht mehr funktionieren.
Zumal bei Hündinnen die Sache oft schneller ins Ernsthafte kippt und da dann auch, wenn sie sich einmal hassen, der Ofen meistens echt aus ist.
Kann so auch bei Rüden vorkommen natürlich ( kenne bspw nen Dackel, der zog als Abgabehund ein weil zwei Wurfgeschwister beiden Geschlechts geholt und es dann irgendwann so zwischen den beiden Brüdern geknallt hat dass der eben nicht mehr dort bleiben konnte ), ich zumindest kenne da aber irgendwie mehr Fälle von Hündinnen bei denen das so ist dass da echt nix mehr zu machen ist.
Bis es überhaupt dazu kommt dass TA-reif gebissen wird, ist schon einiges vorher passiert. Da hat man mal angefangen das durch subtile Signale zu klären, wurde nix. Also gab's irgendwann die ersten Attacken, hat auch nicht funktioniert. Nächste Stufe ist verletzen, dazu kam es schon. Und man sollte sich da eben vor Augen halten dass das nicht die letzte Eskalationsstufe ist, das kann sich auch weiter entwickeln zu ,,Die mach ich jetzt endgültig weg.", und so kann man ja nicht zusammen leben oder ?
Ist ein Risiko dass da bei sowas eben immer besteht, je weiter sowas läuft und je ernster das wird.
Die Geschwisterliebe aus dem Welpenalter bei Mutti und "Züchterin" jedenfalls, die is fort. Und es ist wie gesagt total fahrlässig einfach zwei Wurfgeschwister ( insbesondere gleichen Geschlechts ) zusammen aufzudrängen.