Beiträge von Malou95

    Also könnte ich, im Rückschluss, mein Pony ja von Bratwurst ernähren - ich mein, artgerecht muss ja nicht tiergerecht sein. Sorry falls das jetzt etwas polemisch rüberkommt, aber was du sagst, ist halt einfach "Chabis", wie man bei uns sagt.

    Katzen, egal ob Gross - oder Kleinkatzen, ernähren sich von Fleisch, schon bevor der Mensch das Gefühl hatte, sich einzumischen.

    Ja, Eiweissüberschuss ist genau wie Taurinmangel ein Problem. Und zwar ein Problem unsere Futtermittelindustrie. Lese dich mal ein, was da in herkömmlichem Futter alles für Müll drin ist - furchtbar. Eine Katze, die wild lebt und sich von Mäusen und Vögeln ernährt, wird keine Probleme mit haben.

    Übrigens ist bei Katzen der häufigste Grund für Nierenprobleme die Fütterung nur über (qualitativ schlechtes) Trockenfutter, da Katzen tendenziell wenig trinken und daher optimalerweise Nassfutter bekommen - ansonsten führt die ständige Dehydration zum von dir genannten Nierenversagen.

    Ist übrigens auch beim Mensch so, gerade beim Muskelaufbau, wenn viel Protein supplementiert wird, ist es sehr wichtig, genug Wasser zu trinken aus eben jenem Grund.

    Katzenernährung ist ja jetzt auch nicht das Thema. Ich weiss aber das es Leute gibt, die auch Katzen vegan / vegetarisch ernähren.

    Das Katzen allerdings ihren eigenen kopf haben und nicht alles fressen was man ihnen vorsetzt gehört auch zur wahrheit.

    Da Katzen, anders als Hunde, keine Omnivoren, sondern Karnivoren sind, ist eine vegetarische/vegane Ernährung nicht artgerecht. Das hat überhaupt gar nichts mit "Katzen haben ihren eigenen Kopf" zu tun - im herkömmlichen Katzenfutter (Whiskas, Felix und wie sie alle heissen) ist überall ein sehr niedriger Fleisch(erzeugnis) Anteil drin. Genau deshalb sollte man das nicht füttern. Die natürliche Nahrung von Katzen sind kleine Nager - ergo ist alles "Gemüse", dass in den Katzenmagen kommt, das, welches im Magen der Beute noch übrig ist. Wer damit nicht klar kommt, soll keine Katzen halten.

    Wir beziehen unser Fleisch ausschliesslich vom Dorfmetzger, das Schlachtvieh kommt von den Bauernhöfen der Umgebung umd die Metzgerei ist im Nachbarsdorf. Wir essen aber auch sehr selten Fleisch - höchstens 3-4x im Monat.

    Die Miezen bekommen hochwertiges Nassfutter mit 98% Fleisch- bzw. Fischanteil. Ausserdem ad lib TroFu, ebenfalls mit sehr hohem Fleischanteil. Die Marken setzen sich für artgerechte Haltung ein und hat diverse Siegel - wie weit dem zu Vertrauen ist, nunja. Diesen Kompromiss gehe ich ein, da zwei unserer vier Katzen spezielle Bedürfnisse haben und wir so gut fahren.

    Beim zukünftigen Hund lass ich es mir noch offen - ich informiere mich und schaue dann, was zum Hund passt. Der Hund meiner Mutter kriegt Selbstgekochtes und verträgt Dosenfutter nicht, der Hund meines Vaters hat diverse Unverträglichkeiten und bekommt hauptsächlich Pferdefleisch (haben wir aus Weidenhaltung, hier in der Schweiz ist das doch recht verbreitet).

    Ich finde es wichtig, sich Gedanken zu machen. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir als Halter die Verantwortung zur artgerechten Haltung, ergo auch Fütterung, unserer Haustiere mit ihrem Einzug übernommen haben. Wer damit nicht klar kommt, soll keine (fleischfressenden*) Tiere halten.


    * sind ja nicht nur die Omni-/Karnivoren. Pferde zB haben auch einen eher grossen ökologischen Fussabdruck, meine ich mal gelesen zu haben.

    Zum Thema Katzenhaltung, im Spoiler weil OT:

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    Kitten sollten immer mindestens zu zweit in gleichgeschlechtlichen Paaren (aufgrund der unterschiedlichen Spielverhalten) geholt werden. Sind die Katzen älter, kommt es nicht mehr so darauf an, solange sie raus können - Wohnungskatzen, gerade sehr verspielte, würde ich persönlich aber gleichgeschlechtlich halten.

    Katzen sind nicht per se Einzelgänger, auch in der "Wildnis" leben sie in (Zweck-)verbänden. Daher würde ich auch bei Freigängern (ausser natürlich, wenn eine Vergesellschaftung nicht möglich ist aufgrund Unverträglichkeit) immer auf Mehrtuerhaltung setzen. Die Kommunikation und Interaktion zwischen Katzen im Verband ist so viel anders als "draussen".

    Übrigens empfiehlt sich, Katzen gleicher oder ähnlicher Rassen zusammen zu halten - auch wenn man's nicht glaubt, aber auch bei Katzen gibt es teils extreme Unterscheide in den rassetypischen Charaktereigenschaften. Das kann zu Spannungen führen, gerade bei Wohnungskatzen mit begrenzen Ausweichmöglichkeiten.

    So, OT Ende. Sorry, aber das Thema finde ich einfach wichtig - in der Katzenhaltung läuft nämlich teilweise genau so viel schief wie in der Hundehaltung 🙈

    Ich wünsche mir auch bei vielen Fällen, dass es sich nur um aufmerksamkeitsheischende Personen mit zu viel Freizeit handelt - wenn ich aber so bei mir im Dorf/Bekanntenkreis schaue, zweifle ich nicht an der Echtheit mancher Threads.

    So viele Leute schaffen sich einfach unüberlegt Tiere an, weil "ich will halt" oder "aaaw, süüüüüss" oder "zur Familie gehört halt ein Hund/eine Katze".

    Ich bin in der Hunde-, Katzen- und Pferdeszene unterwegs und es ist einfach überall das selbe. Was ich privat schon beraten und aufgeklärt habe und dann wurde trotzdem das einzelne Babybüsi mit Katzenschnupfen vom Bauernhof für CHF 700.- oder der Mini-Mini-Teacup-Pom aus der liebevollen Familienzucht geholt - es ist frustrierend und es macht mich einfach unsagbar traurig.

    Möchte nur noch kurz erwähnen, dass "seriöse Zucht" bedeutet, dem VDH angeschlossen. Die "liebevolle Familienzucht" ist genau wie "süsse Welpis vom Bauernhof" keine seriöse Bezugsquelle für Welpen.

    Für Neulinge in der Hundewelt ist der Begriff "seriös" manchmal etwas verwirrend. Merke ich des Öfteren bei Gesprächen mit Bekannten, die ihre Hunde total seriös bei einer ganz, ganz netten Familie geholt haben - die haben sogar (selbsgedruckte) Stammbäume :woozy_face:

    Das soll gar nicht despektierlich sein, für Ersthundehalter kann das einfach schwer durchschaubar sein.

    Du willst jetzt halt diesen Hund, da muss er halt jetzt mit leben, was? Es "gut haben" bedeutet für einen Hund, rassegerecht ausgelastet zu werden. Dem Hund ist es wurscht, dass du keinen Bock hast, der sieht nur seine Situation, die nicht ideal ist. Wenn man seine Hund liebt, dann hat man entweder seinen Hintern hoch zu bekommen und das beste für ihn zu tun oder ihn abzugeben.

    Scootern ist nicht "einfach mal 'n bisschen chilln" und sich ziehen lassen, das ist anstrengend und nur weil irgendwo steht, Huskys können XY kg ziehen, heisst das nicht, dass sie das sollen. Auslastung heisst nicht, am Wochenende mal für 30min auf den Scooter sitzen, ein Husky will jeden Tag ausgelastet werden.

    Und selbstverständlich kann man abnehmen oder sich entsprechend aufraffend. Ich bin Reiterin und eine Bekannte aus dem alten Stall ist von 140kg auf 90kg runter - sie ist seit etwa 3jahren nicht auf dem Pferd gesessen, sondern gymnastiziert es vom Boden. Übrigens gilt ihr Pferd als "Gewichtträger", trotzdem mutet sie ihm ihr Gewicht nicht zu.

    Du wolltest diesen Hund, hast dich 0 imformiert über Huskys und Hunde im allgemeinen - jetzt hast du ihn, und damit die Verantwortung. Wir kaufen Hunde, sie können sich nicht auswählen, bei wem sie leben. Dann haben wir zumindest die Verantwortung, ihnen das bestmögliche (= so art-/rassegerecht wie möglich) Leben zu bieten.

    Klingt vlt alles etwas hart und die Wahrheit kann unschön sein. Trotzdem, denk an Snow, denk daran, dass sie absolut auf dich angewiesen ist.

    Ach, und bitte leine diesen Hund draussen nie ab und passe auch in eingezäunten Gelände auf. Der Sitter-Husky meiner ehem. Nachbarin hat zwei Katzen auf dem Gewissen - eine davon hat sie bei ihr im gesicherten Garten an der langen Leine getötet. Unterschätze das nicht.

    Ich sitze gemütlich auf dem Sitzplatz bei uns im Garten und beobachte meine Katzen, die dekorativ im hohen Gras herumliegen/-hüpfen/-rollen.

    Plötzlich tönt es vom obersten Balkon: "Ach, diese Wiese sieht ja hässlich aus. Und überhaupt, für was hat man so viele Katzen"

    🤷🏻‍♀️

    Ich habe mich dann genötigt gefühlt, mit einem "weil Katzen höflicher sind als Menschen" zu antworten.

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    Unsere Wiese ist nicht "hässlich", sondern halt einfach naturbelassen mit einheimischen Blumen. Zum einen für die Insekten, zum anderen für die Katzen und auch weil's uns so gefällt. Und so viele Katzen sind es gar nicht - vier sind ja praktisch keine 😇

    Die Dame ist zum Glück nur zu Besuch 😂 jedes Mal, wenn sie da ist, hört man sie herumkritisieren (der Blickschutz auf dem Balkon vom 1. Stock links ist hässlich, die Kinder vom 2. Stock rechts sind zu laut, überall sind Katzen und warum liegen hier Fahrräder.... 🙄)

    Früher konnte man das auch eher noch machen. Ich zB bin in einem 250-Seelen-Kaff aufgewachsen, da hatte jeder Hof seinen Hofhund und ein paar Haushunde gabs natürlich auch. Alle kannten sich, man kannte die "schwierigen" Hunde und deren Halter wichen halt aus. War eine schöne Zeit, es ist nie etwas passiert, aber ganz ehrlich - ich würde NIEMALS ein Kind einfach losziehen lassen so wie ich... teilweise mit drei mittelgrossen bis grossen Hunden unterwegs, manchmal sogar noch mit Pony :see_no_evil_monkey:

    Um beim Thema zu bleiben: vor lauter "Früher" - wir hatten im Dorf jemanden, der einen DSH und einen - ja, das ist mein ernst - Leopard hatte :face_screaming_in_fear: die beiden lebten in Zwingern und wir hatten das strickte Verbot, uns diesem Grundstück zu nähern. Der Besitzer ging auch regelmässig mit den beiden Gassi. Irgendwann musste er ihn abgeben, an einen Zoo soweit ich weiss - ich war noch recht jung damals.

    Stellt euch vor, uhr geht mit eurem Hund Gassi und plötzlich kommt ein Leopard um die Ecke :flushed_face:

    Ich finds an sich ja nicht schlimm wenn Kinder mal fragen ob die das dürfen. Aber so dreist sein und alle Türen ablaufen find ich schon krass und die hatten anscheinend paar Mal Glück das denen Hunde mal mitgegeben wurden. Das die Leute dafür aber haftbar gemacht werden könnten wenn was passiert das hat wohl keinem geguckt.

    Nein, find ich auch nicht - ich finde es toll, wenn Kinder sich für Tiere intressieren. Ich mag es nur nicht, wenn es als Selbstverständlichkeit angesehen wird oder, wie im von mir beschriebenen Fall, die Eltern ihre Kids einfach à la "Streichelzoo" bei uns Nachbarn abladen, weil unsere Tiere kennen ja Kinder.

    Ich hab als Kind sämtliche Hunde aus der Nachbarschaft und auf dem Campingplatz ausgeführt. War in den 90ern noch entspannter.

    Bei uns im Kaff auch in den frühen 00er Jahren :smiling_face: war regelmässig mit unserem Dalmi-BC-Mix, der Cane Corso Hündin einer Freundin und den Hunden vom privaten Tierheim bei uns im Dorf unterwegs. Wir haben den Tieren aber Sorge getragen und hatten von Zuhause die nötige Erziehung.

    Mich hat gerade ernsthaft ein mir unbekannter Typ über ein soziales Netzwerk angeschrieben und gefragt, ob ich meinen Hund für Spaziergänge verleihe.

    Ich hab ihn gefragt, ob er Lack gesoffen hat.

    Wie bitte kommt man auf so eine Idee?

    Ach, wenig tier-affine Personen haben öfters so Einfälle. Ich wurde schon mehrmals gefragt, ob man denn meine Reitbeteiligung mal ausleihen könne, man wolle gerne mal reiten ausprobieren oder - auch sehr nett - der Freundin, die als Kind mal in den Reiterferien war, reiten zum Geburtstag schenken :dizzy_face:

    Früher, als unser Familienhund noch lebte, wurden die Nachbarkinder einer gewissen Familie von den Eltern (!!!) zu uns geschickt zum Gassi gehen. Weil der lebt ja mit Kindern, ergo ist er Lassi-haft erzogen und hört auf jeden dahergelaufenen Dulli.

    Wenn wir Kitten hatten, standen manchmal sogar Kinder aus dem Nachbarskaff bei uns vor der Türe, man wolle Baby-Büsi anschauen.

    Und ich habe auch öfters sowohl Kinder als auch erwachsene Personen von Weiden verscheuchen müssen, die dort Pony-Führen und - Reiten wollten.

    Man merke: Tiere sind Allgemeingut :face_with_rolling_eyes: