Ich bin ja großer Fan von der "Meldung wahrnehmen, sichtbar nachgucken, für ungefährlich erklären" Methode. Mit Reika habe ich das genauso trainiert und sie wurde von einem tendenziell kläffigen Welpen und Junghund zu einem inzwischen erwachsenen Hund, der sehr sinnvoll wacht. Also, ungewöhnliche Dinge werden an mich gemeldet (und nach "ok" ist dann auch ok). Dinge, die regelmäßig auftreten, werden nur die ersten paar Male gemeldet, dann nicht mehr. Zum Beispiel unsere neuen Nachbarn, die letztes Jahr eingezogen sind. Nach zwei Wochen war klar, die dürfen hier sein, direkt vor unserem Gartenzaun langgehen mit schreiendem Kind etc. Und sie werden seitdem nicht mehr angebellt, Reika macht jetzt vielleicht ein halbes Auge auf, wenn sie kommen.
Aber der letzte Schritt fehlt hier ja irgendwie. Zum sinnvollen Wachen gehört für mich eben dazu, dass gewisse Geräusche irgendwann als ungefährlich erkannt werden und nicht mehr permanent angezeigt werden. Türen öffnen/schließen, zur typischen Zeit zur Arbeit gehen, Möbel rücken... Das würde für mich alles dazugehören. Leises vor sich hin grummeln, meinetwegen. Aber alles, was darüber hinausgeht, würde ich tatsächlich verbieten. Es ist ein Jahr um, lautes Melden von alltäglichen Dingen wäre für mich an diesem Punkt sinnlose Pöbelei. Da würde ich das Abbruch-Wort durchaus mal nutzen.
Natürlich nicht als einzige Maßnahme. Aktives nachschauen und ok geben würde ich gerade bei ungewöhnlichen Geräuschen machen. Und vielleicht für eine Übergangsphase auch bei den bekannten Geräuschen. Und gucken, dass sonst alles stimmt (Stresslevel, Auslastung...) gehört sicher auch immer dazu. Aber wenn sonst alles ok ist und man einige Male signalisiert hat, dass Geräusch x ok ist, dann kann man Bellen mMn auch einfach mal abbrechen.