Beiträge von Chien_de_coeur

    Den Anspruch, den dieser Hund im Bereich dieser speziellen Therapie erfüllen müsste, finde ich schon verdammt hoch:emoticons_look: Generell finde ich es immer schwierig wenn ein Hund, vor allem ein Welpe, angeschafft wird, um Therapiehund zu werden - man kann sicherlich die besten Voraussetzungen wählen, aber eben doch niemals sichergehen, dass der Hund sich mit dieser Arbeit wohlfühlt. Da finde ich es sinnvoller das Pferd von hinten aufzusatteln: Sich einen Hund zu holen, mit dem man selbst glücklich wird und sich einfach zusätzlich freuen, wenn es dann für die gewünschte Arbeit passt.

    Die Aussies, die ich kenne, sehe ich da ehrlich gesagt nicht:ka: Mit fremden Menschen, die auch grob werden können, würde sich da keiner wohlfühlen. Da sehe ich mit dem Labbi wesentlich höhere Erfolgschancen.

    Leider erlebe ich Ressourcenprobleme immer wieder bei Hunden, mit denen von Anfang an besonders intensiv trainiert wurde. Tatsächlich verschlimmert man die Problematik oft, wenn man so viel an dem Thema rumtrainieren will weil das (egal wie toll man tauscht) immer auch Stress rund um die Ressource bedeutet. Hinzu kommt dann oft suboptimales Timing und das wars dann... Ich würde erst mal alles sein lassen, auch die ganzen Futternapfspielchen.

    Arbeite doch stattdessen erst mal intensiv am Rückruf, oft reichts ja schon den Hund draußen von etwas Ungewolltem abzurufen und drinnen hilft tatsächlich konsequent aufräumen und hundesicher machen um Konflikte zu vermeiden. Lass den Hund fressen was du ihm gibst, lass ihm genug Zeug zum draufrumkauen und sorge dafür, dass er anderes erst gar nicht bekommen kann.

    Und dann (nach einer Pause in der das Ressourcenthema mal ruhen durfte) würde ich ein ordentliches Aus trainieren - aber mit Trainer im Einzeltraining, damit da nicht wieder was schief geht.

    Ich habe einmal einen älteren Hund und einmal einen kranken Hund aufgenommen - davon bereue ich nichts, aber nach meiner Seniorin brauche ich eine Pause. Zu ihr dazu habe ich bewusst einen Hund adoptiert, der damals knapp 3 Jahre alt war um nicht wieder sehenden Auges die nächste gesundheitliche Baustelle aufzunehmen.

    Aus zwei egoistischen Gründen:sweet:

    Ich möchte verreisen können, in den letzten Jahren waren 2 Wochenendurlaube alles, was ich übers Herz gebracht habe. Vor 5 oder 6 Jahren war ich einmal eine Woche weg (auch damals war sie ja schon alt:pfeif:). Mein Rüde ist nicht nur fit sondern auch herrlich unkompliziert, den kann ich guten Gewissens meinen Eltern oder Freunden andrehen:tropf:

    Dann möchte ich finanziell auch einfach mal für was anderes als für das Tierarztkonto zurücklegen könnenxD Wenn man 500€ pro Monat für Tierarzt/Physio für EINEN Hund einplanen muss, dann muss man an anderen Punkten einfach deutlich zurückstecken.

    Klar, jeder andere Hund kann mir auch krank & kostspielig werden, dann ist es so. Aber ich mags gerade nicht sehenden Auges haben. In ein paar Jahren könnte ich mir aber wieder einen netten Pflegefall vorstellen|)

    So, das Rumlaufen hat sich wieder erledigt, die Maus ist wieder ruhig und ausgeglichen - wer hätte gedacht, dass EIN Tag ohne Karsivan solche Unruhe erzeugt?

    Und sonst... Ich fürchte (bzw hoffe, denn das wäre behandelbar), sie hat eine Blasenentzündung. Sie hat mehr Blut im Urin und muss schrecklich häufig pinkeln, das hat spontan gestern eingesetzt. Natürlich kann der Krebs auch seit dem Check-up vor gut einer Woche nochmal sprunghaft gewachsen sein, wirklich feststellen ließe sich das aber nicht:ka: Also AB auf gut Glück in den Hund rein.


    Augenscheinlich gehts ihr abgesehen davon, dass sie alle 3-4h raus muss (außer nachts, da gehts länger) ganz gut. Wir waren gestern eine Stunde am Stück Gassi, das finde ich für 16,5 Jahre recht ordentlich.

    Aber sie ist seit 2-3 Wochen anhänglich wie nie:streichel:

    Eine Freundin hat für ihre Angsthündin auch ein Lastenfahrrad um mit ihr rausfahren zu können :) Die dürfte ca. 20kg wiegen und die zweite, kleinere Hündin hat sie auch in der Stadt immer dabei.

    Und ja, es kann nach dem Umzug auch auftreten... Da hilft nur so viel wie möglich dagegen zu arbeiten und manchmal tatsächlich auch eine medikamentöse Unterstützung vom Spezialisten für Tage wie Silvester (auf keinen Fall vom Haustierarzt, der evtl Medikamente verschreibt, die nur ruhigstellen).

    Ich kann dir noch das Buch "Geräuschangst meistern" von Celina del Amo empfehlen.

    Geräuschangst ist sehr ernstzunehmen und leider gibt es da keine einfache Lösung:sweet:


    Ich habe/hatte leider selbst 2 Hunde mit Geräuschangst und oft hat man tatsächlich das Problem, dass man gar nicht wirklich gezielt trainieren kann. Keiner meiner Hunde reagierte auf "nachgestellte" Geräusche (das ist üblich) und auf das echte Geräusch reagierten beide direkt so stark, dass absolut nichts mehr geholfen hätte, sie aus dieser Angst zu holen.

    Im Endeffekt ist es sehr ratsam (aber auch nicht leicht) sich spezialisierte, professionelle Hilfe zu suchen. Abgesehen davon, dass euer Zustand jetzt schon nicht schön ist: Eine Geräuschangst weitet sich leider leicht aus, sprich die Hunde reagieren irgendwann auf immer mehr Geräusche, wenn man Pech hat.

    Ein paar wenige Sachen kann ich dir raten:

    1) Alles was Angst macht erst mal so kategorisch wie möglich meiden. Geh auf keinen Fall raus wenn du dort Geräusche erwartest, die ihm Angst machen könnten. Wenn z.B. ein Gewitter ansteht oder wieder Sylvester, dann bleibt drinnen, Rolläden runter, Musik an, am besten im Badezimmer mit geschlossener Tür bleiben.

    2) Sorge generell für Entspannung, man kann sowas wie Adaptil oder Zylkene testen, außerdem Thunder Shirts, Massagen... Erwarte keine Wunder, aber es kann unterstützen.

    3) Ihr braucht tolle Erlebnisse draußen. Pack den Hund ins Auto, fahr in ne ruhige Gegend und sorge für so viel Spaß wie möglich, Spiele, Leckerlis, was auch immer zieht...

    Einer meiner Hunde hat auf diese Art auch bei mir plötzlich eine Geräuschangst entwickelt, bei uns waren es mehrere Überschallflüge in kurzer Abfolge. Da ich bereits einen anderen Hund hatte, der mit gefestigter Geräuschangst zu mir kam und wusste, wie dramatisch das sein kann, habe ich direkt alles daran gesetzt um dagegen zu arbeiten... Auch er wollte bei mir ums Haus nicht mehr Gassigehen.

    Zum Glück half es bei ihm schon 1km weiter zu fahren:pfeif: Nachdem er etwas zur Ruhe gekommen war, gab es auf Anweisung der Hundetrainerin so viel Party wie möglich auf den Spaziergängen. Ich habe wirklich pausenlos richtig tolle Leckerlis geworfen - und mein sonst so verfressener, begeisterter Hund hat sie die ersten Male tatsächlich nur dann aufgenommen, wenn sie direkt vor seine Nase fielen, er hatte einfach richtig Angst:no: Natürlich gab es solche Übungsspaziergänge nur sehr dosiert.

    Aber auf Dauer hat es sehr geholfen, irgendwann ginge richtige Suchspiele und dann auch wieder balancieren auf natürlichen Hindernissen (macht ihm riesig Spaß). Heute friert er nur noch manchmal auf dem Weg, auf dem es passiert ist, kurz ein - lässt sich aber abrufen.


    Im Endeffekt: Geräuschangst ist einfach sch.... Ich wünsche euch, dass ihr da rauskommt. Bei meinem 1. Hund mit Geräuschangst brachte leider erst die Schwerhörigkeit Erlösung.

    Oh und zuletzt: Eine Geräuschangst manifestiert sich oft bei Hunden mit Schmerzen. Das gilt es abzuklären.

    Das ist die Crux an Onlinequellen, Social Media und selbst Büchern: Man muss filtern können. Und das kann man erst, wenn man sich ein solides Niveau an Grundwissen angeeignet hat.

    Wer z.B. durchs Studium mit der Arbeit mit wissenschaftlichen Quellen vertraut ist, bekommt das vielleicht auch recht schnell zu einem neuen Thema hin, wer das noch nicht kann, wird da doch Zeit und Mühe investieren müssen.