Beiträge von Chien_de_coeur

    Lustig, gerade gestern las ich von einer Hundetrainerin in den USA, dass ihr Nummer 1 Kundenstamm aktuell Doodlebesitzer sind, deren Hunde zu nervös, zu energiegeladen sind. Solche Hunde sehe ich wirklich gar nicht, wenn es um einen ruhigen Begleiter geht, abgesehen davon, dass es eben keine Rasse ist und es somit keine seriöse Zucht gibt.

    Ein Golden Retriever aus der Showlinie könnte gut passen. Sonst ein erwachsener Hund aus dem Tierschutz, den man sich vor Ort anschauen kann.

    Du hast nichts falsch gemacht!

    Dieser Hund hätte nie an dich vermittelt werden dürfen. Du hast versucht alles richtig zu machen und das hast du letzten Endes auch, durch die Einsicht, dass dieser Hund einen anderen Platz braucht.

    Und natürlich kannst du einen anderen, passenden Hund haben. Der lässt sich vielleicht nicht von jetzt auf gleich auftreiben und sicher solltest du zunächst dein finanzielles Polster wieder etwas aufbauen, aber bis dahin kannst du vielleicht TH-Gassigeher werden oder HH unterstützen, die eine Betreuungsmöglichkeit brauchen? (Beachte nur, dass man dafür ohne entsprechende Erlaubnis vom Vet-Amt kein Geld nehmen darf)

    Es dürfte nicht zu kalt und nass sein, aber auch nicht zu heiß - sonst sucht sich der Straßenköter ne Erdkuhle für seine Siestashushing-dog-face

    Aber sonst... Er mag Wälder, Strände, Wiesen... Er ist aber sogar wirklich gerne in der Stadt unterwegs und findet Stadtparks mit ihren ganzen Eindrücken schrecklich spannend:ka: Nur Frauchen mag die Gassi in Stadtparks nicht:pfeif:

    Er kennt Hotel, Ferienwohnung, Unterkunft bei Freunden und findet alles ok.

    Er würde aber gerne auf sowas wie Restaurantbesuche verzichten, brav unterm Tisch liegen während alle anderen Essen findet er scheiße:D Also Zuhause kein Problem, an fremden, belebten Orten schon.

    Nett wäre es, wenn die Anfahrt nicht kurvig ist, das hatte uns den Urlaub in der Eifel verleidet, 1h Serpentinen - da brauchte der Hund gefühlt die Hälfte des 3 Tages Trips um sich zu erholen. Autobahn ist ok, auch wenns viele Stunden sind.

    Dass junge Hunde ängstliche Phasen durchleben ist nicht unüblich. Zudem zählen Schäferhunde zu den Rassen, die am häufigsten Probleme mit Ängsten haben und die weißen sind ja nochmal extra für ihre Sensibilität bekannt.

    Ich würde einen genauen Blick auf das Tagesprogramm werfen, das liest sich schon schwer nach Überforderung bzw einfach zu vielen Reizen. Außerdem ab zum TA und schauen lassen, ob da eine Blasenentzündung vorliegt. Natürlich kann es aber auch daran liegen, dass sie gerade verknüpft hat: Draußen sein -> doofe Erlebnisse.

    Und sonst: Positive Erlebnisse schaffen, negative Erlebnisse vermeiden. Geh in ruhigen Gebieten Gassi, und wenn du dafür rausfahren muss. Mein erster Versuch wäre ein Gebiet ohne Verkehr und andere Menschen, Schleppleine dran und schauen, ob Seele baumeln lassen möglich ist.

    Euch ist schon klar, dass der Hund jetzt vielleicht dermaßen negative Emotionen zur Box aufgebaut hat, dass ihr ihre spätere Verwendung vielleicht sogar unmöglich gemacht habt? Es jetzt aber auf jeden Fall sehr viel länger dauern wird, diese als entspannten Rückzugsort zu trainieren?

    Ja, ein Hund bedeutet Verantwortung und Einschränkung, da muss man sein Leben um den Hund organisieren und sich anpassen.

    Nochmal: Es kann gut sein, dass Jerry NIE entspannt mit Besuch sein wird, NIE entspannt draußen an belebten Orten sein kann. Dann müsst ihr euer Leben für seine Lebensdauer dementsprechend anpassen. Wollt/könnt ihr das?

    Es gibt einige TS Hunde, die sich nicht an das Leben in der Stadt anpassen können, das hat recht wenig mit Erziehung zu tun. Und auch einen Hund so früh wie möglich rüberholen bringt da keine Garantie, die sozial sensible Phase ist rum und dann spielt ja auch die Genetik eine große Rolle.

    Ich persönlich würde z.B. Hunde, die im TH geboren wurden oder als Welpe ins TH kamen (im Ausland, wo nicht die Ressourcen zur Sozialisierung zur Verfügung stehen) explizit nicht adoptieren sondern lieber Hunde Ü2 oder Ü3 bei denen ich sehen kann, wo die Reise verhaltenstechnisch hingegangen ist. Sonst gibts in der Pubertät vielleicht noch das böse Erwachen, wenn der fröhliche Welpe genetisch verankerte Eigenschaften auspackt. Genetik spielt so eine unfassbar große Rolle, packt man dann noch die Erlebnisse (oder auch oft: mangelnden Erlebnisse) in der sozial sensiblen Phase dazu, dann wird einfach deutlich, dass viele dieser Hunde nicht beliebig anpassungsfähig sein können.

    Klar gibts so manchen Hund aus dem Auslandstierschutz, der das Stadtleben mitmacht aber andere eben nicht. Dass man die nicht sieht, liegt daran, dass die Halter sie abgeben, umziehen, Gassigehen wenn niemand unterwegs ist oder immer rausfahren zum Gassigehen:ka:

    Und natürlich gibt es eine Menge verhaltensauffälliger Rassehunde, sortiert man dann aber alle raus, die vom Vermehrer kommen oder bei denen die Menschen die falsche Rasse für ihre Lebensumstände gewählt haben, bleiben in den meisten Fällen tatsächlich nur noch menschengemachte Probleme übrig.

    Leider ruiniert es den Ruf des Auslandstierschutzes. Ich habe jetzt seit 10 Jahren nur Auslandshunde und finde es tottraurig. Die Strategie kann und darf nicht "alle nach Deutschland" sein.

    Auf der anderen Seite gibt es in D auch unabhängig von Corona einen Mangel an "netten" Hunden aus seriöser Quelle. Ich verfolge nun auch schon seit 10 Jahren die beiden TH hier vor Ort und ganz ehrlich, ich könnte da keinen Hund adoptieren, weil alles was da sitzt wirklich riesige Probleme hat. Und ich rede da nicht von "schnappt in doofen Situationen mal zu". Klar, es kommt auch mal ein einfacherer Hund rein aber die gehen weg wie warme Semmeln.

    Im Auslandstierschutz gibt es einige wirklich angenehme, gut vermittelbare Hunde, für mich hapert es leider in den letzten Jahren massivst an der menschlichen Seite. Es fehlt an kompetenten, seriös und freundlich arbeitenden Vereinen.

    Gestern habe ich erst ein Video einer Tierschützerin gesehen, die unheimlich abgelästert und sich aufgeregt hat, weil ein von ihr vermittelter Hund nach einem Biss zurückgebracht wurde. Da kam der pure Menschenhass und die pure Arroganz raus. Da ist es dann auch egal, dass dieser Verein wahrscheinlich wirklich kompetent und immer für seine Schützlinge da ist, für mich ist er unten durch.

    Vielen Tierschützern fehlt es an einem stabilen Netzwerk, klarer Kommunikation, der Fähigkeit Hunde einzuschätzen usw... Und nicht zuletzt sind viele ausgebrannt und hasserfüllt. Letzteres meine ich nicht böse, neben Tierschutz sind auch Tierrechte ein großes Thema in meinem Leben, viele Menschen, die ich persönlich mag, sind durch ihr persönliches Engagement Menschenhasser geworden. Was ich einfach nur traurig und nicht hilfreich finde... Tierschutz hat immer genauso viel mit Menschen wie Tieren zu tun, wer mit Menschen nicht (mehr) kann, dürfte keine Tiervermittlung betreiben.

    Ich sags mal ganz klar: Du stehst dir selbst im Weg weil du auf ein Idealbild fixiert bist.


    Entweder du gehst doch den Weg mit dem Husky und informierst dich intensiv über alles was dazu gehört: Massiver Jagdtrieb, Zughundesport, häufig Probleme mit dem Alleinebleiben...

    Ich halte einen Husky zwar für speziell, aber wenn man ihre Art (und ich meiner wirklich Art! nicht Optik) mag und ihnen bieten kann, was sie brauchen - warum nicht?

    Oder du schaust dich bei den unkomplizierteren Rassen um, öffnest dein Herz gegenüber dem, was passen könnte und lernst Individuen kennen. Alternativ könntest du dir Hunde auf Pflegestellen anschauen.


    Wichtig wäre, dass du dir darüber im Klaren bist, was du von einem Zusammenleben mit Hund erwartest (in realistischen Ausmaßen) und was du bereit bist zu geben.