Beiträge von Märchen

    Mein wundervoller süßer kleiner Hund ist soeben nach dem Abendpipi im Garten an der Haustür vorbei zur Straße gerannt, um sich außer Sicht auf dem Bürgersteig mit einem Dobermann anzulegen. Ich hatte den Schock meines Lebens, dachte schon der rennt über die Straße in den Wald :omg: Ich will es wirklich nicht ausprobieren, aber ein Satz heiße Ohren von einem stärkeren Hund würde dem Zwerg vielleicht mal gewisse körperliche Grenzen aufzeigen. Ich hätte ihn gerne direkt zur Sau gemacht (weil Rückruf und Urschrei komplett missachtet), aber an der Straße wollte ich natürlich nichts riskieren und so blieb es bei strengem zurück ins Haus befördern. Er fand es dann wohl auch doch halbwegs beeindruckend, dass der Dobermann Konter gegeben hat, und hat sich mir wieder angeschlossen.

    Ratet mal, wer hier nicht mehr ohne Leine aus dem Haus geht.

    Aber Ole hat doch alles super gemeistert? Mit ärgern meinst du über die anderen? Sollte man echt lassen. Aber ich verstehe dich, ich ärger mich auch gern mal. Sieh es als Übungssituation. Dann wurmt es einen nicht ganz so.

    Ja, das mit dem Malteser hat er super gemacht. Mich nervt grad einfach vieles sehr schnell. Mich hat aufgeregt, dass ich ihn so weiterzerren musste, obwohl die Stituation durch einmal Stopp-Knopf drücken komplett neutral hätte ablaufen können. Und dass er mir dann noch ins Ohr geschrien hat und ich da gar nichts machen konnte, war das i-Tüpfelchen für meine Nerven. Wahrscheinlich auch für seine :pfeif:

    Unsere Joggingrunde war heute eine einzige Achterbahn der Gefühle. Dabei soll die ja eigentlich beim Stressabbau helfen :motzen:Ist eigentlich nicht so spektakulär, aber vielleicht möchte sich jemand mit mir ärgern:

    Ich markiere und belohne inspiriert durch einen anderen Thread gerade viel ruhig beobachten, runterfahren. Das hab ich vor der Haustür an der Straße gemacht und Ole so sogar ins Platz gefüttert. Darüber hab ich mich also erstmal extrem gefreut. Dann in den Wald, Joggingtrail. Die ersten zwei, drei Kilometer waren ein Traum. Er ist schön gleichmäßig vorweg getrabt, hatte keine Aussetzer in Sachen "Momentchen, kurz markieren". Dann kam da ein Malteser an der Flexi zur Wegkreuzung, sodass wir genau gleichzeitig da gewesen wären. Ich also langsamer. Ole guckt, Hund guckt zurück (und darf uns natürlich frontal anstarren). Ole ist nicht mehr ansprechbar. Ich dreh ihn am Geschirr um und gehe in die andere Richtung, klappt auch. Nach ein paar Sekunden drehen wir wieder um - wir wollen ja weiter laufen. Da ist die gute Frau einfach auf den Joggingpfad abgebogen :wallbash: Parallel dazu ist der normale Weg. (Jaa, vielleicht hätte ich einfach da laufen und so den anderen ausweichen sollen.)
    Wir dackeln also erstmal langsam mit Abstand hinter denen her, in der Hoffnung, dass sie bei der nächsten Kreuzung dann abbiegen. Pustekuchen. Ich beschließe, mich einfach an denen vorbeizuquetschen. Nehme Ole kurz und abgewandt, rufe "Achtung" (zugegebenermaßen etwas spät), sie geht mit einem "oh" ein paar cm zur Seite und wir überholen. Ok, alles gut gelaufen, kein Gepöbel oder Gezerre von Oles Seite. Nach etwa einem Meter hängt mein Hund dann plötzlich im Geschirr und während ich stur weiter laufe. Stehen bleiben ist keine Option. Ich schaue zurück und sehe - natürlich, was hab ich anderes erwartet - einen neugierigen Malteser an ausgefahrener Flexi, der Ole wohl kurz vorher noch am Hintern hing. Die Halterin kichert. Ich rufe ihr im Laufen zu: "Ja, Hunde an der Flexi von hinten an andere dran lassen ist immer RICHTIG lustig." Das Grinsen fällt ihr aus dem Gesicht. Ole war die ganze Zeit still. Vorbildlich.

    Beim nächsten Hund auf dem Trail (dieser Besitzer wollte wohl tatsächlich laufen) haben wir uns dann doch für die Option Umweg entschieden. An der Straße nochmal runterbelohnt, mich ganz doll gefreut, dass das so gut funktioniert und dann den Rest getragen. Plötzlich fängt Ole an, wie blöde in Richtung Wald zu fiepen. Ich stehe mit dem Hund auf dem Arm an der Ampel, will nach Hause und der schreit mir herzhaft ins Ohr :headbash:

    Wir brauchen dann wohl den Rest des Tages, um wieder runterzukommen. Bin zurzeit auch im Unistress und vielleicht etwas reizbarer als sonst :hust:

    Hier ist es eben ganz wichtig, dass du NIEMALS belohnst, wenn der Hund nach Leckerlies geierst, wenn du eigentlich gerade dabei bist entspanntes Verhalten zu trainieren. Hier wird gezielt nur "Langeweile" belohnt, aber niemals das abspulen von Tricks oder wenn der Hund dich anstarrt und bettelt. Dafür würde ich eben auch schnödes TroFu nehmen, oder vielleicht Gemüsestückchen, irgendwas, was an sich nicht schon zu hoch pusht. Aber auch ein futtergeiler Hund kann mit dem richtigen Timing Entspannung mit Futterbelohnung lernen.

    Danke für diese gute, wenn auch banale Erklärung! Wir haben auch ein Problem mit "ahh alles ist soo spannend" und ich hab bisher irgendwie gar nicht gerafft, dass man auch Passivität und Entspannung gut belohnen und verstärken kann. WENN das richtige Timing da ist natürlich. Ich habe inspiriert durch deinen Beitrag mal ein bisschen rumprobiert und das war mal wieder ein totales Aha-Erlebnis. Das hilft hier auf Anhieb viiel mehr als Umorientierung zu mir zu belohnen.

    Da weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll ...

    Ich war sprachlos...

    dass mein Hund ruhig neben mir saß als ich ihn gerufen hab fand sie auch nicht „normal“.

    Aber er fällt wohl schon unangenehm im Dorf auf....

    Warum holt man sich überhaupt einen Hund, wenn man will, dass sich das Haustier ohne jegliche Regeln ganz ungestört entfalten darf? Ist das nicht eher ein Argument für Katzen? :mute: