Beiträge von Märchen

    Mir scheint das inzwischen irgendwie doch deutlich ins OT abgedriftet zu sein.

    Ich hatte ja auch noch etwas allgemeiner erläutert, wie mein Mix so tickt… da wolltet ihr lieber weiter diskutieren, wer nun wann genau imponiert, provoziert oder bedroht.

    Ich denke, dass viele Asiaten (insbesondere Akita, Shiba, Chow) eben nicht nur eine gewisse Körperspannung mitbringen, sondern auch einfach zum Glotzen/Fixieren neigen. Und dass das ganz richtig gedeutet wird, wenn das Gegenüber sich damit unwohl fühlt. Und mir persönlich fällt es viel leichter, meinem Hund das Glotzen zu verbieten, als ihm zu verbieten, sich provozieren zu lassen. Von daher würde ich mir wünschen, dass alle Menschen bei ihren Hunden das Glotzen einfach unterbinden, damit sich niemand provoziert fühlen muss und mein Leben einfacher wird. :zany_face: Ich finde das vom Gesamtkonzept aber auch sinnvoller als “alle dürfen provozieren, wer sich das nicht gefallen lassen möchte ist asozial”.


    Nochmal zu den Japanern: ich nehme stark an, dass Akita und Shiba nicht nur im Ernstfall schnell und gerne draufhauen, sondern auch oft mit der “glaub mir, ich fackel nicht lang”-Attitüde in Begegnungen reingehen. Und dass da bei vielen Hunden schon auf zwanzig Meter direkt die Düse geht und damit die Situation noch schneller eskaliert, ist dann wenig verwunderlich.


    OT: Ich durfte heute mal wieder hoch und heilig versprechen, dass mein Hund nicht nur Leinenaggressiv ist und es nicht zwangsläufig gegen seine schlechte Laune helfen wird, wenn ich ableine. Dabei ist er doch soo ein Süßer. Das ist echt der absolute Fluch der Asiaten.

    Naja, andere Hunde vermöbeln wollen, mobben und sich provozieren lassen, hat doch nix mit Imponierverhalten zu tun? :???:

    Wenn sich das gegenseitig bedingt eben schon. Bei manchen Hunden muss man die Vorboten von „Ich mach hier was ich will und wie ich das will“ einfach stärker regulieren als bei anderen. Ich habe auch nur so weit ausgeholt um ein Gesamtbild zu geben, natürlich ist das nicht alles das Gleiche.

    Es sagt doch keiner, dass es nicht Hunde gibt, bei denen aus „wir stolzieren hier mal ein bisschen rum“ keine eigene Aggression hervorgeht.

    Aber es gibt auch Hunde, bei denen das zu erlauben bedeutet, denen einen Freifahrtschein für offene Hose zu geben. Und so interpretiert meiner das auch bei anderen: „Die dürfen sich hier wohl alles erlauben, die muss mal jemand zurechtweisen“ und dann hat man eben doch wieder Aggression im Raum stehen. Ich finds einfach unnötig, besonders bei Fremdhundekontakten.

    Ich finde Imponierverhalten hier auch eigentlich nur negativ.

    Wobei wir da vielleicht doch von unterschiedlichen Dingen sprechen, weil es je nach Hund einfach anders ausgeprägt ist. Das klassische Stolzieren kenne ich von Ole eigentlich nicht (oder erkenne es nicht), wer wie lange wohin schaut nehme ich sowohl bei Ole als auch bei anderen Hunden als wichtiger war.

    Ich hab mich schon gefreut :frowning_face:

    Ich finde Imponierverhalten hier auch eigentlich nur negativ. Mein Hund kommuniziert das auch ganz ähnlich, dem fällt es schwer, sich zu beherrschen, wenn ein anderer schon nur dumm glotzt. Und auch meiner ist einer, der sich das Ego an Schwachen polieren und sich zumindest teilweise durch die Gegend prügeln würde. Mit etwa zehn Monaten fing es an, dass er völlig unvorhersehbar zu Fremdhunden außer Sicht abgezischt ist, um die zu verprügeln. Wobei Fremdhundekontakt teilweise schon noch „witzig“ aussähe, er mobbt nämlich auch ganz charmant und sieht dabei ganz nett und verspielt aus.

    Wenn er das Verhalten, was ich ihm unterwegs verbiete, zuhause mit bekannten Hunden zeigt, dann hat er grundsätzlich keine freundlichen Absichten. Dazu gehört länger als eine Sekunde gucken, fixieren, schleichen, anjagen (wobei die letzten Dinge durchaus „freundliche“ Konfliktlösung für ihn sind). Mit Fremdhunden haben wir selten Kontakt. Früher hab ich das noch öfter laufen lassen, führte mir aber deutlich zu oft und zu unvorhersehbar zu unangenehmen Szenarien. Es gab immer auch Kontakte, die neutral abliefen, aber der Stressfaktor war mir insgesamt deutlich zu hoch.

    Ole trägt je nach Situation übrigens auch mit bekannten Hunden im Haus Maulkorb, weil er sich irgendwelche brisanten Regeln einfallen lässt, an die sich das gemeine Volk zu halten hat, und ihm dann die Hutschnur platzt, wenn man (ich) nicht in der ersten Sekunde reagiert.

    Ich bin, vor allem als Ersthundehalterin, auf jeden Fall oft froh (gewesen vor allem), dass dieser Hund kein Akita-Format hat. Und ich bin froh, dass Ole bisher noch keine Löcher gemacht hat. Ich würde diesen (wundervollen) Hund aber auch nicht mal eben ungesichert mit „unserem“ Chi-Mix alleine lassen.

    Wo wird denn bei einer normalen Rüdenkastra überhaupt der Schnitt gesetzt? Bei der Kastra von Oles Leistenhoden haben sie den Schnitt am Penis gesetzt, also mehrere Zentimeter entfernt. Da wäre ich vorher nicht drauf gekommen.

    Ich weiß ja nicht. Ich denke eigentlich schon, dass es „universal höfliches“ Hundeverhalten gibt. Nur weil manche Rassen eher zu gewissen Unhöflichkeiten neigen (u. A., weil sie andere Hunde zur Triebbefriedigung nutzen) ist das keine „Entschuldigung“. Anschleichen ist doch vom BC nicht netter als vom Labbi oder Beagle und ist eben nicht „ach die BCs kommunizieren halt so, andere verstehen das nur nicht“. Auch der BC kann das sein lassen. Mir persönlich ist schon daran gelegen, dass mein Hund wirklich kommuniziert und nicht seinem Prollbedürfnis nachkommt. Egal, wie rassetypisch das sein mag und egal, ob vielleicht manche Hunde darüber hinwegsehen würden.

    Zahnschmerzen wären auch gut möglich, wenn generell hartes nicht gefressen wird.


    Gibt es denn im offenen Bereich genug Platz, um einen Teil per Gitter abzutrennen? Das wäre vielleicht noch eine Option.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es Halter von Japanern gibt, die in die „die Rasse ist eben so“-Falle tappen und sich dann wundern, wenn andere Hunde sich vom Geprolle provoziert fühlen.

    Ich dachte auch anfangs, unser Podencomix kuscht und meidet unnötig viel, weil sie Ole falsch versteht. Heute weiß ich, dass sie ihn von Anfang an absolut richtig eingeschätzt hat und er sich einfach wie ein Arsch aufführt, wenn man das nicht genau im Blick hat.

    Die Fehlinterpretation, von der ich gesprochen hatte, war ja explizit die Gegenteilige. Also nicht: Hund prollt still vor sich hin, der andere Hund macht daraufhin Theater. Sondern: Hund sagt still und leise „einen Schritt näher und es setzt was“, Hund und Halter reagieren mit „oh da ist aber einer neugierig, hin da“.