Beiträge von Märchen

    "Jetzt sagen sie doch mal was, Frau Märchen!"

    Sagt die TA-Helferin zu mir, während sie und der TA Ole reichlich unkoordiniert auf den Behandlungstisch gedrückt halten, um seine Zähne (Wackelzahn) anzugucken und Ole deutlich macht, dass er sich das so nicht gefallen lassen wird - was ich auch angekündigt hatte. Ohne Kennenlernen, ohne Vorwarnung, ohne dass mir die Möglichkeiten gegeben wurde, dem Hund einfach selbst mal eben die Lefzen hochzuziehen, war das Ergebnis absolut vorhersehbar.

    Reaktion auf Oles erstes Drohen: Ein lautes NEEIN! NEEEIN! der TA-Helferin (sowas bringt Ole so richtig in Gegenwehrstimmung). Und da hat sie dann erwartet, dass ich darauf einsteige. Na klar, (vor allem selbstständige) Hunde mit Schmerzen schreit man einfach an und dann sind sie plötzlich brav. Hab's dann selbst gemacht (das Halten und Lefzen Hochziehen). Werde ich in Zukunft auch drauf bestehen, sollte sowas nochmal nötig sein. Ich habe aber wirklich nicht geahnt, dass die sich da dermaßen ungeschickt anstellen und dann die Stimmung noch so negativ aufheizen, statt wenigstens so zu tun, als wäre man von 6 Kilo Hund unbeeindruckt.

    "Das müssen Sie aber üben!" fiel ihr dann auch noch ein.

    Tja, bei unserem alten Haus-TA fand Ole es toll und zum speziell an diese neue Praxis Gewöhnen hatte ich noch keine Zeit. Bin vor zwei Tagen umgezogen.

    Hätte der TA sich nicht hinterher noch etwas Zeit für uns genommen und sich mit Ole (und mir) versöhnt und wäre es nicht wirklich dringend, dass an den Zähnen was passiert, hätten die mich das letzte Mal gesehen. Mittwoch ist die Narkose, da bin ich bei allem im Wachzustand dabei und bin hoffentlich dann geistesgegenwärtig genug, sowas zu verhindern.

    Ist all den Usern hier, die Hunde von vornherein für so unfähig bzgl. hündischen Angelegenheiten halten, so dass alles der Mensch regeln muss, weil er eh der bessere Hund ist

    Wo kommt das denn jetzt her? :???:


    züchterische Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit

    Was fällt denn nun für dich darunter? Schlappohren nicht, nehme ich mal an? Wo ist die Grenze?

    Edit: Oder redest du jetzt von den angezüchteten Wesenseigenschaften?

    Ich habe keine Lust mich hier ständig für Dinge außerhalb des Themas rechtfertigen zu müssen

    Niemand hat verlangt, dass du dich rechtfertigst. Eigentlich verlangt hier niemand irgendwas außer respektvollen Umgang miteinander. Warum das alles nicht "außerhalb des Themas" ist, wurde ja auf diverse Weisen erläutert.

    und mir keiner glaubt, dass ich das schon selbst beurteilen kann, bin ja nur Ersthundbesitzer...

    Im Sinne von "du hast doch keine Ahnung und kennst deinen Hund nicht, weil es dein erster ist" meinte ich das übrigens nicht. Und natürlich sollst du dich nicht komplett von jeglichem Bauchgefühl verabschieden, weil irgendjemand, der weder deinen Hund noch dich kennt, irgendwas in einem Forum schreibt. Aber als kleinen Denkanstoß kann man es schon mal nutzen, wenn einem jemand mit viel Erfahrung (faktisch mehr, als man mit seinem ersten Hund haben kann) einen Tipp gibt. Einfach mal den Horizont erweitern lassen, statt direkt in den Verteidigungsmodus zu schalten. Niemand hier möchte dich angreifen oder dein Leben irgendwie verschlechtern, im Gegenteil.

    Ich finde deine Antwort ziemlich pampig. Du kannst ja finden was du willst, aber als Ersthalter findet man so einiges und hat nicht unbedingt die realistischsten Vorstellungen (ich nehme mich da nicht raus). Freu dich doch über Gedankenanstöße von erfahrenen Haltern/Trainern, dafür bist du ja vermutlich hier.

    Es gibt nun mal auch einen Zusammenhang zwischen Hormonen und Stress. Deine Hündin ist dein erster Hund, noch sehr jung und aus dem Tierschutz - da ist es naheliegend, dass du etwas zu hohe Erwartungen an sie hast. Kann man auch in deinen alten Threads erkennen.

    Und dass hier nach anderen Lösungen als Kastration gesucht wird, ist doch schön. Die Entfernung intakter Organe sollte mMn das letzte und nicht das erste sein, woran man denkt, wenn der Hund nicht ganz rundläuft.

    Also ich bin ja definitv kein Kupier-Fan, finde das sehr unnötig, aber genauso könnte man bei Schlappohr-Hunden argumentieren oder bei Hunden mit langem Fell - Da ist die Kommunikation (Ohrstellungen, Bürste stellen, etc. ) auch stark eingeschränkt/nicht vorhanden.

    Seh ich auch so. Genauso bei Hunden mit Kringelruten. Da direkt von einer Behinderung zu sprechen, finde ich etwas übertrieben. Die Frage ist auch, wieviel von anderen Hunden wirklich bewusst wahrgenommen wird. Ich glaube eher nicht, dass die sich denken "oh okay, jetzt bewegt sich die Rute so und so, damit will er dies und jenes ausdrücken." (Und denke auch nicht, dass der Hund das bewusst einsetzt.) Das kann ich mir höchstens bei Hunden vorstellen, die allgemein größere Probleme haben, andere Hunde zu verstehen. Ansonsten wird das genauso intuitiv übers Gesamtbild laufen, wie bei Menschen auch.

    Aber ist natürlich nur geraten. Gibt es Studien zu sowas?

    Ole stinkt in letzter Zeit ziemlich aus dem Maul. Eigentlich hatten wir schon einen Termin für Röntgen+Zahnreinigung (und was sonst so anfällt), den hatte ich aber wieder abgesagt, weil mein Umzug zu nah daran war.

    Heute wäre er in Narkose gewesen, am Samstag ziehe ich um.

    Jetzt hab ich eben einen Zahn von ihm angefasst, der verdächtig aussah - der wackelt stark. Der muss garantiert raus. Was mach ich jetzt? Ein Notfall ist sowas nicht, oder? Schonmal für Montag einen Termin machen?

    Nur ist es als Halter*in nahezu unmöglich diesen Moment abzupassen. Bestraft man jedoch zu früh oder zu spät, dann kann der Hund die Strafe nicht mehr mit dem Verhalten, das eigentlich bestraft werden sollte, in Verbindung bringen.

    Nö, das ist überhaupt nicht unmöglich, wenn man den Hund gut kennt. Mal abgesehen davon, dass es hier nicht darum ging, den Hund 3 Minuten nach dem Angriff zu strafen, sondern währenddessen und es da wenig Spielraum gibt, einen gänzlich falschen Moment zu erwischen. So früh wie möglich ist sicher besser, aber nicht zwangsläufig nötig. Blöd wird es, wenn die Strafe nicht reicht und den Hund nur anstachelt oder aber man den Hund nicht im richtigen Moment auffängt und er nicht versteht, dass sein Meideverhalten die bessere Option und erwünscht ist.

    Aber die meisten hier hätten sicher so oder so keine plötzliche Strafe mit Wasser empfohlen, sondern eben den Abbruch zu festigen. Erstmal außerhalb der Situation und ja, über Strafe, aber dazu braucht man kein Wasser. Und auch für den Abbruch ist gutes Timing sinnvoll. Genauso wie für Markern und Belohnen, sonst belohnt man nämlich genau das, was man nicht sehen möchte.

    Der “rein positive” Weg ist in diesem Fall eben (unter anderem) weiter (evtl für immer) über Schleppleine zu sichern. Möglich ist das natürlich, aber mMn weder für Halter noch für den Hund die über lange Sicht stressfreiere Option. Aber kann ja zum Glück jeder machen, wie er möchte und wenn man hier nicht über Strafe arbeiten will, dann ist das auch ok. Nur dass man Strafe unmöglich einsetzen kann, ohne dass der Hund einen Knacks fürs Leben bekommt, ist mMn Quatsch.