Was ist unbeaufsichtigt und was minutenlang?
Stand im Artikel. Hat ihn aufgrund der Dunkelheit ein paar Minuten nicht gesehen/aus den Augen verloren (verstehe ich im Sinne von "wusste nicht, wo er ist"), bis er gebellt hat. Mag sein, dass ich das zu negativ interpretiere - genau so ist es aber möglich, dass "ihr" es zu positiv interpretiert. Es ist und bleibt Interpretationssache.
dir würde sowas ja nie niemals nicht passieren.......
Wie gesagt: Ich sage nicht, dass uns niemals ein Wolf angreifen würde, weil ich mich mit meinem Hund soo toll wolfsfreundlich verhalte und die alle so nette Kuscheltiere sind, wenn man es nur richtig macht. Aber "sowas" in der Form von "Hund verschwindet in der Dunkelheit" würde mir tatsächlich nicht passieren (mal ausgenommen Dinge wie kaputter Karabiner, aber auch dann - nicht die gleiche Situation). Also definitiv nicht mit dem aktuellen Hund unter den aktuellen Umständen, der zwingt mich nämlich dazu, schön auf ihn Acht zu geben, sonst macht er sich selbstständig. Ich verstehe ja, dass einem dieser "Zwang" sauer aufstößt, wenn man ihn ohne Wolf nicht für nötig hält, aber es ist nicht so, als wäre es ein Ding der Unmöglichkeit.
Tatsächlich? Ich staune..........es gibt tatsächlich Lebensweisen, Lebensstile und Umgebungen, da braucht, will und denkt man weder an Leine noch an Leuchtie.
Ja, ist doch ok so. Trotzdem geht man halt ein Risiko ein. Genau wie der Städter, der seinen Hund auf dem Bürgersteig nicht anleint, weil der ja (tatsächlich) gut hört. Der ist halt schon auch (mit) schuld, wenn sein Hund dann angefahren wird. Selbst, wenn da jemand mit 50 durch die 30er Zone gegurkt ist und gleichzeitig jemand meinte, er muss auf der anderen Straßenseite mit Brathähnchen und einem lebenden Eichhörnchen wedeln.
Ich will doch hier niemandem seine Lebensweise schlecht reden oder sagen, dass man nie irgendwo ein Risiko eingehen darf und deswegen "pah, selbst schuld, wen juckts"... so bin ich nicht. Aber jeder geht in seinem Leben irgendwo irgendwelche Risiken ein und ja, wenn dann in diesen Momenten was passiert, dann hat man schon auch ein bisschen Mitschuld. Egal, wie oft das vorher alles geklappt hat und doch nie was passiert ist.
Wenn mein Hund beim fremdverschuldeten Autounfall stirbt, weil der auf dem Beifahrersitz mitfährt, dann sagen hier auch nicht alle "oh nein, das hätte ja mein Hund sein können". Weil einige dieses Risiko vernünftigerweise nicht eingehen.
Das heißt wie gesagt nicht, dass ich kein Mitleid habe. Und ich habe vollstes Verständnis für alle, die sich mulmig fühlen, wenn sie in Wolfsgegenden mit dem Hund unterwegs sind, ob beleuchtet, angeleint oder nichts davon. Und ja, es ist verdammter Mist, dass sich die Wolfsthematik an manchen/(vielen?) Orten in blöde, unzumutbare Richtungen entwickelt und dass die Politik und die Kommunikation oft so unglaublich dämlich stattfinden, steht für mich außer Frage.
Aber "das hätte genau so jedem passieren können" - nein, das stimmt einfach nicht. Auf jeden Fall nicht genau so.