Mir tun die Hunde und die Menschen in der Situation Leid. Die Hunde, wenn sie in ihrem seelischen Käfig alleingelassen werden. Die Menschen, die mit Angst konfrontiert sind (was viele Menschen nicht gut aushalten), sich ggf. nicht gut damit auskennen, teils alleine auf weiter Flur sind, weil für dieses Thema kompetente Trainer und Verhaltenstierärzte nicht gerade auf Bäumen wachsen. Die irgendwoher ein Gespür dafür kriegen müssen, was ihr individueller Hund braucht. Und dabei eingeschränkt werden. Und dann halt nicht nur von Menschen, die vehement ihren Teil dazu beisteuern, weil es beim Hund von der Freundin vom Sohn eines Kollegen so und so war, sondern eben auch mit Verweis auf solche verallgemeinernden Aussagen. Und das ist Mist, denn ein verunsicherter Halter zu einem Hund mit generalisierter Angststörung ist einfach ungünstig.
Andererseits verstehe ich es auch irgendwo, dass man nicht empfiehlt, Zwang anzuwenden. Gerade dreimal nicht, wenn man weder Hund noch Halter sieht, nicht weiß, wie er den Ratschlag anwendet und was er dabei ausstrahlt, wie empathisch, geduldig oder grob und ungeduldig er ist, nicht weiß, wie der Hund ist und wie er was annimmt. Und wissend, dass der Halter mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht weiß, was er tut. Kann man eigentlich nur konkret im Einzelfall beurteilen. Jetzt wurden durch das Format und ganz explizit durch die Interviewerin bedingt aber verallgemeinerte Äußerungen gefordert.
Bin da etwas hin- und hergerissen. Ich würde nicht wollen, dass ein Mensch ohne Hundeverstand und Wissen um Ängste Zwang bei einem ängstlichen Hund anwendet. Aber die Platzierung unter No Gos, noch verstärkt durch die Abschlusssätze, die hat ein Gewicht, das man mMn dieser Empfehlung nicht verleihen sollte.
Die Hunde, die ohne freundlichen, aber deutlichen Anstupser keinen Schritt in die Welt hinaus tun, die sind selten. Aber es gibt sie.
Noch seltener sind hoffentlich die Hunde, bei denen durch zu viel oder heftigen „Stupser“ jeder künftige Fortschritt unmöglich gemacht wird. Aber es dürfte sie auch geben. Und auch dem muss man irgendwie Rechnung tragen. Ist kompliziert 
BettiFromDaBlock
Hier ist es das genaue Gegenteil. Lilly ist mindestens 10 und die Ängste nehmen immer noch kontinuierlich ab. Aber sie ist körperlich halt auch fit wie ein Turnschuh.