Beiträge von Phonhaus

    Das war aber auch nicht als „Nachtreten“ oder Generalisierung gemeint. Und ja, manche der Reaktionen hier sind schroff. Da gehts aber nicht darum, Dich zu „hauen“, sondern da gibts Frust mit dem Thema an sich (hast Du ja schon gemerkt, haben ja auch Einige geschrieben), gepaart mit dem Gefühl, dass die Einwände nicht wirklich ankommen. Das Gefühl habe ich übrigens nicht, ich gehe davon aus, dass Du sehr wohl überlegst. Aber Du bleibst so stringent dabei, zu erklären, warum Deine Risikoabwägung gestern so ausgefallen ist, wie sie nun einmal war - was vermutlich Deine Reaktion auf den Rechtfertigungsdruck ist, dem Du Dich ausgesetzt fühlst - dass da ein Eindruck von Beharrlichkeit entsteht. Das jetzt einfach nur zur Erklärung, kein Vorwurf.

    Risikoabwägungen, die zum schnellen Handeln befähigen und den Mut dazu geben, was Anderes auszuprobieren, sind prinzipiell eine tolle Sache. Je besser und umfangreicher die Basis an Vorerfahrungen und Kenntnissen ist, die man im Vorfeld erworben hat, desto besser das Fundament für die Risikoabwägung.

    Wenn man bisher Erfahrungen in der Hauptsache mit gut geprägten Hunden aus hiesigen Verhältnissen hat, dann ist die Erfahrungsbasis - so hervorragend sie in dem speziellen Bereich auch sein mag - begrenzt. Und das verzerrt die Wahrnehmung. Wie auch umgekehrt die Wahrnehmung verzerrt ist, wenn man es fast nur mit schwierigen Hunden aus ungeklärten Verhältnissen zu tun hat. Und die Brille des Tierschutzaktiven ist nochmal eine Andere und liefert natürlich auch ein verzerrtes Bild. Soweit alles ganz klar und menschlich.

    Und genau deshalb haben hier Leute, die mehr oder wenig intensiv Berührung mit Tierschutz „von der anderen Seite her“ haben, sich über Deine Anfrage gefreut und sind auf das Thema eingegangen. Gerade auf die Frage des „Entlaufens“ und auch auf die Möglichkeit, einen woanders sozialisierten Hund ggf. schneller misszuverstehen, als man es bei einem hier sozialisierten Hund täte, gabs hier ja Einiges zu lesen.

    Hinter einer ganzen Reihe von Abgabegründen, Beißvorfällen oder eben auch der Situation mit entlaufenen Hunden steckt dieses „das habe ich so und so eingeschätzt.“ Deshalb gehen hier viele - auch ich - genau auf die Stolperfallen solcher Einschätzungen ein.

    Keiner unterstellt Dir, dass Du es für möglich gehalten hast, dass ein Hund entläuft und ihn trotzdem hast frei laufen lassen. Hier stellt auch niemand Dein Gespür für den Hund in Frage. Zur Diskussion steht, ob Du sicher am dritten Tag nach Ankunft genügend Fakten beisammen haben konntest, um das sicher beurteilen zu können. Und da ist der Tenor - auch meiner - Nein. Weil es nicht geht. Ja, das ist eine Generalisierung, aber für die gibts viele Gründe.

    Auch ein nervenstarker , gelassener Junghund kann sich mal erschrecken. Und i. d R. löst er das so, dass er entweder gleich oder nach einer kurzen Flucht Orientierung beim Halter sucht. Doch genau von dieser Regel kannst Du bei einem Hund mit unklaren Vorerfahrungen, der nur kurz bei Dir ist, nicht ausgehen. Darum geht es mir.

    Es muss nicht mal Schreck sein, der ein Entlaufen auslöst, auch wenn das vermutlich der häufigste Grund ist. Es kann jagdlicher Impuls, Frust oder schlichte Unkonzentriertheit sein. Alles schon mitbekommen.

    Ich hoffe ja sehr, dass Ihr Euch gut zusammenfindet und Dein Gespür für die Kleine richtig ist. Nimms mir nicht übel, wenn ich trotzdem wünsche, dass Du Dir etwas mehr Zeit dabei lässt, Dir dessen sicher zu sein :smile:

    Ich hab mir nach dem Angsthundevortrag, den ich mit etwas gemischten Gefühlen verlassen habe, heute noch dem Vortrag über das Mikrobiom gegeben.

    War sehr gut und unterhaltsam vorgetragen. Inhaltlich leider nicht viel Neues für uns, da mein Mann sich krankheitsbedingt schon seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigen muss, aber so lebhaft und begeisternd zusammengefasst, dass man richtig Lust bekommt, „Häufchenstudien“ zu betreiben.

    Ich frag mich allerdings, was meine Hunde für ein Gesicht ziehen würden, wenn hier Chicorée in den Speiseplan wandert :lol:

    Rübstiel - das gabs bei meiner Oma öfter. Hier gibts den nicht.

    Wir hatten heute am Mittag Grießbrei mit Zwetschgenkompott, am Abend mit Ei und Zwiebel überbackenen Kloß. Damit sind die Reste von Freitag aufgebraucht :smile:

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    Ich bin verwirrt! Wieso stimmt mein Beitrag nicht, wenn Schäferterrier genau das gleiche schreibt nur in längerer Form?

    dragonwog  @Somfei

    „Auslandshunde“ sind keine komplett anderen Hunde als „Inlandshunde“.

    Hunde haben ein riesiges Spektrum an möglichem Verhalten. Z. B. Eigenständigkeit, Misstrauen und Wachsamkeit, große Individualdistanz … sind als Möglichkeit in jedem Hund angelegt. Es sind von der Herkunft her höchst anpassungsfähige Beutegreifer mit allem, was dazu gehört. Aber als Gattungsunterart aus der engen Kooperation mit dem Menschen hervorgegangen - und auch die daraus resultierenden Fähigkeiten sind in Hunden angelegt.

    Welche Eigenschaften dann beim individuellem Hund im Vordergrund stehen, das hängt dann wiederum von genetischen Faktoren bzw. Selektionskriterien, ggf. epigenetischen Faktoren, Sozialisation und gesammelten Erfahrungen und der gegenwärtigen Umgebung mit ihren Strukturen und Einflussfaktoren ab. Und da gibts eben Unterschiede, je nach Funktion und erfahrungsprägendem Umfeld, aus dem der Hund stammt.

    Aber natürlich kann man vergleichen, das tut man doch schon in dem Moment, in dem man auf die Unterschiede eingeht. Es ist halt wichtig zu reflektieren, welche eigenen Erwartungen an einen Hund dadurch geprägt sind, dass man vorwiegend Hunde kennt, die dem Kontext hier entstammen.

    Davon abgesehen sind 3 Tage einfach zu kurz für genaue Beurteilung eines Individuums.

    Hallo zusammen,

    Mich beschäftigt das Thema jetzt schon ne Weile und in meinem Bekanntenkreis kommen sehr spannende Antworten, denen ich nur bedingt zustimmen würde.

    Also hier meine Fragen an euch: Wie viel Gehorsam setzt ihr voraus, bevor der Hund frei laufen darf? Wie viel Risiko, dass er doch mal weg läuft, nehmt ihr in Kauf? Wie oft müssen Trigger Situation an der Leine geklappt haben, bevor ihr euch sicher seid, dass ihr entspannt spazieren gehen könnt?

    1. Wenn ich voraussetze, dass der Hund mit pi mal Daumen 98% Sicherheit nicht jagt und keine fremden Hunde oder Menschen belästigt. 100% Sicherheit kenne ich nicht :smile: Welpen haben bei mir einen Vertrauensbonus, bei erwachsenen Hunden schaue ich mir das genau an.

    2. Wenn ich mit 98% Sicherheit voraussetze, dass der Hund nicht weg ist, wenn ein unvermuteter Schreckreiz auftritt. Dazu will ich das Verhalten in verschiedenen möglichen Schrecksituationen gesehen haben.

    Dass Auslandshunde insgesamt nochmal eine andere Nummer sind, sehe ich ein. Aber welche schlechten bzw. traumatischen Erfahrungen sollte Mulan im Shelter gemacht haben, die sie sich grundsätzlich so anders verhalten lassen sollten als andere Hunde? Oder meint ihr, sie ist genetisch so völlig anders aufgestellt? (Ich meine die Frage ernst).

    Ich hatte es hier ja schon zweimal geschrieben, dass so etwas, wenn auch seltener, mit einem Hund vom hiesigen Züchter passieren kann.

    Ob Auslandshunde genetisch anders aufgestellt sind, dazu gibts mWn keine belastbaren Studien. Und die Forschung zu Epigenetik steckt noch sehr am Anfang. Aber von dem her, was man dazu weiß, kann man zumindest vermuten, dass Vorfahren teilweise überlebensbegünstigte Verhaltensweisen, die durch ihre Umgebung entstanden sind, an kurzfristig Nachfolgegenerationen vererben können, ohne dass eine lange Selektion dafür erforderlich ist. Also als direkte Antwort: Man weiß es nicht. Aber die Vermutung, dass umweltgeprägte Verhaltensweisen epigenetisch weiter gegeben werden, ist nicht unvernünftig.

    Und andererseits muss man sich halt auch vergegenwärtigen, dass wir durch die Bank weg Hunde aus einer sehr vermenschlichenden Brille betrachten. Ist normal, Hunde erfüllen in unserer Gesellschaft größtenteils die Funktion als geliebte Sozialpartner, wir spiegeln uns und unsere Bedürfnisse in ihnen und sie spiegeln uns, das ist mit ein Grund für die Erfolgsgeschichte des canis familiaris. Und das prägt unsere Betrachtungsweise :smile: Läuft im Schnitt super. Und manchmal muss man eine andere Brille aufsetzen.

    Hunde haben halt auch noch ganz andere - viel mehr - Anlagen als die zum geliebten Sozialpartner. Und deshalb besteht immer die Möglichkeit, dass ein individueller Hund sich anders verhält als die Hunde, die man bisher gekannt hat. Bei jedem Hund. Wenn man nun aber einen Hund neu hat, der aus völlig anderen Lebensumständen kommt als denen, in die er jetzt hineingesetzt wurde, sehr wahrscheinlich mit Vorfahren, die aus anderen Lebensumständen kommen, dann ist die Möglichkeit ungleich höher. Deshalb sollte man das nicht nur als vage Möglichkeit im Kopf haben, man sollte damit rechnen. Und seine individuelle Risikoabwägung entsprechend anpassen.

    Bei Dir sind Vorannahmen drinnen, die man jetzt meiner Erfahrung nach auf Tierschutzhunde einfach nicht pauschal anwenden kann:

    1. Junghund bleibt im Spiel mit anderem Junghund bei der Sache: Passt größtenteils. Gerade bei hiesigen Junghunden, die gut mit Geschwistern sozialisiert wurden, dann ggf. noch in Welpen- und Junghundegruppe und bei Begegnungen.

    Bei einem Hund aus dem Shelter gabs natürlich auch Interaktion mit anderen Hunde. Aber die Chance ist hoch, dass die anders ausgesehen hat als unbefangenes Spiel in gesicherten Umständen. Also dass der Hund z. B. schon früh gelernt hat, beim Spiel auf der Hut zu bleiben, eine ins Spiel kommende Ressource ernsthaft zu ergattern, eine panische Flucht hinzulegen … Und das in Millisekunden, das kriegt man als Mensch nicht mit, wie schnell das umschlägt. Zumal die Körpersprache eines Hunds, der nicht so eng mit Menschen sozialisiert wurde, auch nicht so auf den Menschen ausgerichtet ist, wie es bei hiesigen Hunden der Fall ist.

    Meine Lilly hatte z. B. immer schon eine sehr ausgeprägte Körpersprache, sie schreit schon fast :smile: . Aber sie hat auch erst lernen müssen, mir Signale so zu setzen, dass ich sie sicher verstehe. Den Änderungen konnte man förmlich zugucken. Obwohl ich an sich nicht unerfahren bin, was Körperrsprache von Hunden angeht.

    2. Hunde mit Anschluss laufen nicht weg. Da bin ich ein bisschen ratlos. Hier haben viele Leute geschildert, dass diese Annahme einfach nicht stimmt. Glaubst Du das nicht? Ich kann Dir versichern: Ich hab es mehr als einmal erlebt. Auch Hunde, die sich sehr an ihre Besitzer angeschlossen haben, die das Leben hier genießen und toll finden, können im Fluchtmodus nicht mehr auf diese Erfahrungen zurückgreifen. Was auch immer genau da biologisch passiert: Die sind in dem Moment nicht in der Lage, die Stimme oder den Geruch ihrer Halter als vertraut und beruhigend wahrzunehmen. Genau zu checken und folgerichtig danach zu handeln, dass sie gerade nur 50 Meter von eigenen vertrauten Zufluchtsort sind und sich dorthin zurückziehen können.

    Deshalb hat Lilly einen Tracker. Unsere Wohnung, ihre Höhle und ich sind für diesen Hund seine Welt, sein Anker und die Quelle alles Guten. Sie liebt es hier, hängt an uns und ist in den gut 8 Jahren, die wir sie haben, auch nie weggelaufen. Und trotzdem ist sie mit einem Tracker abgesichert. Und würde sie entlaufen, ich würde natürlich selbst suchen, aber trotzdem sofort einen professionellen Hundefänger engagieren. Weil ich mit der Möglichkeit rechne, dass sie mich im Fluchtmodus nicht erkennt. Und sich allen Menschen entzieht.

    Hier weiter bei der Resteverwertung: in Brokkolirahm gebratene Klöße, dazu Spiegelei.

    Morgen sind nochmal Klöße zu verwerten, dann ist die Resteverwertung aber auch abgeschlossen. Bis auf das Gänseschmalz, keine Ahnung, was ich damit machen werde. Vielleicht hacke ich die restlichen Klöße morgen auch den Hunden und nehme dafür Gänseschmalz :smile:

    Zum Nachtisch gabs Heidelbeerquark.

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