Beiträge von katzenpfote
-
-
Nein, da kommen wir wohl nicht zusammen, wenn du meinst, dass so überspitzt formulieren zu müssen. Mehr als zu sagen "bewusste Übertreibungen sehe ich als unnötig" kann ich halt auch nicht machen.
Ich hab das ‚nicht Zusammenkommen‘ ja auf was anderes bezogen, aber gut.
Was die Überspitzung angeht… vielleicht hätte ich etwas umgangssprachlicher formulieren können, aber wenn ich nicht die Bedingung erklären will, sondern auch Grund, Hintergrund und Ausnahmen, naja, dann sieht das für mich so aus. Deswegen find ich simple Richtlinien einfacher und frage dann nach. Menschen sind verschieden, Episode 147.
Und es ist, wie @Langstrumpf sagt - die Hundekenner sind nicht der Punkt, sondern eben die vielen Anfänger oder „hatte schon immer Hunde, versteh aber nix davon“-Typen.
-
Du schreibst doch selbst ‚man kann ehrlich formulieren‘ - heißt doch automatisch, die andere Formulierung ist unehrlich.
Ich fände das einfach umständlich, exakt zu beschreiben was warum. Das artet aus und wird meines Erachtens albern, aber nur mal versucht, so einen Satz gründlich zu erklären.
„der Hund ist im Umgang sehr körperlich, und wir vermitteln ihn - weil wir aus Erfahrung die Sorge haben, dass Eltern ihre Fähigkeiten zur Regulierung von Kind und Hund überschätzen - nur in kinderlose Settings bzw an Eltern mit Teenagern, die in der Regel intellektuell eher in der Lage sind, bestimmte Handlungsanweisungen umzusetzen, und außerdem aufgrund ihres körperlichen Entwicklungsstandes ein geringeres Verletzungsrisiko haben, wenn der Hund sie z.B. anspringt.
Sollten Interessenten mit kleineren Kindern aufgrund von Vorerfahrung/-bildung im Bereich der Hundehaltung wirklich die Fähigkeiten haben, dem Hund das angemessene Verhalten zu vermitteln und gleichzeitig ihre Kinder so zu regulieren, dass es nicht zu Zwischenfällen kommt, bzw. glaubhaft vermitteln können, dass sie im Falle eines Zwischenfalls den Hund nicht drei Tage später zurückgeben, sind auch solche Interessenten gerne gesehen..“
Und diese Kinder-Formulierung ist ja nur eine von vielen.
„X muss Einzelhund sein.“ ist ja z.B. auf jeden Fall Quatsch. Man kann ja - wird hier in Mehrhunde-Problem-Settings oft vorgeschlagen - Hunde nur auf Gassi an der Leine mit Maulkorb zusammenlassen und im Haus konsequent trennen. So gesehen, muss auch der artgenossenunverträglichste Hund nicht in Einzelhaltung. Viel kann man ja auch noch über Gehorsam regeln.
„Kleintiere sollte es nicht geben“, auch so‘n häufiger Satz. Dabei ist es den meisten Hunden vermutlich egal, wenn im Souterrain Ratten und Degus wohnen, weil der Hund da nie hinkommt.
Dann wär wirklich egal, was in der Beschreibung steht. Aber ich kann doch als Verein nicht jedes mögliche Szenario durchdenken, was da bei den Leuten zuhause läuft - das muss mir halt der Interessent sagen, dafür ja „Gespräch auf Augenhöhe“.
Ich bleib dabei - und da kommen wir vielleicht auch einfach nicht zusammen - wenn ich einen Hund finde, bei dem bis auf einen oder zwei Aspekte alles passt, dann muss ich auch den Willen haben, da einmal anzurufen und nachzufragen, wie sehr das in Stein gemeißelt ist. Und wenn mich dann jemand anpampt, kann ich mich immer noch über den TS aufregen und zum Züchter gehen.
-
Ich sehe einen Unterschied zwischen Standardsätzen (standfeste Kinder, die schon etwas größer sind) und unehrlichen Beschreibungen.
Manche THs nutzen halt Abhaklisten (kann x, y und z / braucht x, y und z) und andere schreiben Texte. Manche neigen zu Klartext (x hatte Beißvorfälle) andere verklausulieren (x ist kein Freund von Artgenossen), dritte schreiben in der Ich-Form.
Es gibt für jede Variante ein Zielpublikum. Ich find Abhaklisten gut und krieg bei Ich-Formen das Grauen. Andere finden dieses Aus-Pseudo-Hundesicht-Schreiben total süß und sympathisch und Abhaklisten herzlos. Ich wiederhole mich, aber: Es gibt nicht den guten Vermittlungstext. Was Interessenten anlockt oder abschreckt, hängt am Individuum.
-
-
Mann…. Ich brauche Nachbarn mit Collie. Andererseits scheinen sie ja tolle Zweithunde zu sein…
Nein, alles nur Spinnerei. Und wenn‘s zu schlimm wird, komm ich einfach immer her und bitte um mehr Nasenfotos…
-
Es ist echt vertrackt, wir wollen ja vermitteln. Passend. Endgültig. Zufriedenstellend für Hund und Käufer.
Aber beinah jedes Tier, das bei uns landet, isr nur dort, weil sich Menschen in Bezug auf ihre Tiere zu wenige, die falschen oder keine Gedanken gemacht haben. Hunderte jedes Jahr. Auch ohne böse Absichten, Beißvorfälle und Quälerei, einfach so - Aufwand unterschätzt, Kosten unterschätzt, Fähigkeiten unterschätzt, und, nicht zuletzt, Interesse überschätzt.
Das macht eben übervorsichtig. Oder, wenn sich das besser anfühlt, nenne man es misstrauisch.
-
Weil die Leute nicht genau lesen. In Köpfen von Leuten, deren Leben sich nicht um Hunde dreht, unterstützt von ‚will haben‘, liest sich alles nur halb so schlimm bzw die Folgen einer Beschreibung sind den Leuten nicht klar.
Selbst ohne TSV-Erfahrung, nur aus dem Forum, sieht man das. „Ein Mali ist auch nur ein Hund“ - „ich gehe joggen, also brauch ich einen Husky, die sind sportlich“ - „ich muss immer an komischen Leuten vorbei, also brauch nen Dobermann, die sind mutig“.
Wir schreiben außerdem Beschreibungen für Leute, die nicht bis zum Hals in Hundethemen drinstecken. Und ich sehe ‚eine Rückfrage stellen‘ nicht als ‚um die Ecke denken‘. Ich stell sogar Online-Klamottenhändlern Fragen zu ihren Sachen - kann das passen, ich bin nicht sicher? - das kostet ja nichts.
-
-
Versteh ich. Aber wir haben es ja hier im Thread schon gesehen: Selbst wenn du in den Text schreibst ‚bissig, niemals nicht ohne Maulkorb‘ wird kommt sinngemäß als Reaktion „der sieht auf den Bildern viel zu niedlich aus, das ist schwer ernstzunehmen.“ und schreibt man „Pluto gebraucht im Konfliktfall seine Zähne“ ist es wieder Schönfärberei.
Nehmen wir mal an, du suchst einen Hund, siehst so einen und ‚verliebst dich‘, hast aber zufällig ein Kind von elf - würdest du da nicht trotzdem mal anrufen und fragen wieso (falls es nicht eh im Text steht)?
Je nach den Umständen würden unsere Mitarbeiter dich dann trotzdem ranholen, um das zu besprechen.
Ich persönlich mach‘s lieber ein bisschen schlimmer, als es auch nur ein bisschen zu positiv darzustellen. Die Zahl derer, die ihre Fähigkeiten beim Management eher überschätzen ist nämlich naturgemäß höher als die Zahl derer, die das nicht tun.