Beiträge von Wiesenpippau

    Da wird noch viel passieren. Vielleicht könnte es Dir auch helfen, den Änderungen so eine gewisse Grundgelassenheit entgegen zu bringen?

    Jup das taucht ja gerade in allen Beiträgen dazu auf- Annahme der Situation und des Hundes, so wie er ist.
    Etwas Druck übe ich auch darüber auf mich aus, dass ich in einer WG bin und manches eben auch Auswirkungen auf die Mitbewohner hat (zB wenn gebellt wird, weil die sich durchs Haus bewegen). Das Gros der Leute ist damit entspannt, aber ein Mitbewohner lässt immer mal wieder durchblicken, dass er davon genervt ist+kein Verständnis für ihre Unsicherheit+daraus resultierendes Verhalten+dass alles seine Zeit braucht hat. Eigentlich sollte mir das egal sein. Ich hoffe ich lerne es noch, mehr darauf zu schei*en und guten Gewissens meines Weges zu gehen. Ich gehe ihn ja sowieso und bin auch davon überzeugt, dass es der richtige ist. Da greift dann wieder dein erster Satz, wenn auch auf Zwischenmenschliches bezogen: ;)

    Ich bin auch ein eher überemphatischer Mensch mit Abgrenzungsschwierigkeiten. Nicht immer gut für mich, deshalb habe ich mir einen „Logikmodus“ eingebaut, bei dem ich strikt nach Logik funktioniere (bzw. das zumindest versuche).


    Ich persönlich habe da eine ganz andere Herangehensweise, nämlich genau null Erwartungen an sie zu haben. Sie muss mit fremden Menschen nicht klar kommen. Sie soll sie natürlich nicht anbellen o.ä. (macht sie auch nicht), aber ich schütze sie grundsätzlich. Wenn sie Kontakt möchte, gern, ansonsten weise ich drauf hin, dass sie eher ängstlich ist und bitte in Ruhe gelassen wird.


    Da hab ich mich auch schon entwickelt würde ich sagen. Anfangs hatte ich immer im Kopf "Jetzt ist sie schon x Wochen/x Monate da und dies und jenes klappt noch nicht/hab ich noch nicht aktiv trainiert" Aber eher mit dem Hintergedanken, dass ich irgendwas falsch mache oder nicht genug forciere. Vielleicht ein typischer Anfängerfehler ;-) Ich sehe noch, in welche Richtung es gehen soll, aber wie lange das dauert und wann und ob wir "da" sind, darüber denke ich nicht mehr nach. Das hat mich auch schon mega entspannt.
    Jetzt gerade ist es einfach eine Phase, in der ich selbst nicht so stresstolerant bin, daher mit ihrem Stress nicht so gut umgehen kann und insgesamt einfach grübelig drauf bin.
    Bzgl. fremde Menschen: Ich brauche es auch nicht, dass sie ein Hund wird, der sich von allen immer und überall antatschen +belabern lässt+ gebe die gleiche Info wie du (unsicher, erstmal in Ruhe lassen und nicht räumlich bedrängen) auch an neue Leute weiter (bzw gehe auf der Straße einfach weiter, wenn irgendjemand Anstalten macht mit ihr duzu-duzi machen zu wollen), aber ich möchte ihr schon dabei helfen, entspannter zu werden, wenn wir Menschen begegnen. Weil man Menschen nun mal immer irgendwo begegnen wird. Das geht ja zB durch Abschirmen, Bogen machen etc, aber zusätzlich indirekt eben auch durch positive Gegenkonditionierung, s.u.


    Abgesehen davon wohne ich halt in einer WG und wenn ich nicht 24/7 in meinem Zimmer verbringen will und gerade auch ein Zeitpunkt im Tagesablauf ist, an dem sie schlecht alleinbleiben kann, "muss" ich sie auch mit in die Gemeinschaftsräume nehmen und da bin ich froh, dazu beizutragen, dass sie mit solchen Situationen (Menschenbegegnungen) entspannter wird. Momentan versuche ich es schon so zu managen, sie wenn es geht in meinem Zimmer zu lassen, aber immer immer geht das halt nicht.


    aber ich persönlich würde jetzt nicht auf Teufel komm raus alles schön füttern, sondern den Ist- Zustand einfach akzeptieren wie er ist und jede Verbesserung als Bonus sehen.

    Ich denke, es geht auch beides. Den Ist-Zustand annnehmen und auf entspannte Weise eine für den Hund positive Entwicklung beeinflussen. zB das Markern von Gruselreizen geht ja ganz nebenbei und die Leute auf der Straße begegnen uns eh. Warum dann nicht im Gehen das Markerwort sagen und ihr ein Leckerli zustecken. Aufmerksam auf meine Umgebung bin ich (sind wir alle hier) ja eh, um den Hund eben nicht in bedrängende Situationen zu bringen, ggf. nen Bogen um jemanden zu machen etc.

    Hi, tröste Dich: Sowas kannst Du nicht zu 100% vermeiden. Weiß auch nur, weil einem Menschen in naher Umgebung ein Topf runtergefallen ist oder so. Pack sie jetzt nicht in Watte und mach weiter wie bisher.


    4 Monate ist einfach auch noch keine Zeit, sie lernt ja durch dauernde Wiederholung. Also bleib ruhig und gelassen, damit tust Du ihr den größten Gefallen

    Jap stimmt. Du hast es denke ich in wenigen Worten gut auf den Punkt gebracht ;-) Danke.

    Ruhe+Gelassenheit ist zur Zeit nicht meine größte Stärke.. Die Situation (dass sie momentan zu Hause unentspannter ist und Alleinleiben ist auch noch ein großes Thema) belastet mich gerade schon sehr. Ich bin auch gar nicht sauer auf den Hund bzw hege ihr gegenüber zum Glück gar keine negativen Gefühle deswegen, merke halt nur, dass ich insgesamt viel drüber nachgrübel und mich für sie stressige Situationen auch schneller stressen. Bin halt auch ein eher emphatischer/sensibler Mensch, den negative Stimmungen bei anderen Wesen meist nicht ganz kalt lässt und wer weiß, vllt führt das auch zu unerwünschten Wechselwirkungen. Aber es gab auch schon andere Phasen. Da lief sie wie selbstverständlich nebenher und ich war ganz unbekümmert ;-) Und in die Richtung wird es ja auch wieder gehen. Ist denke ich auch viel Kopfsache.

    Bin aber froh, dass ich eine kompetente, einfühlsame Trainerin an meiner Seite habe und bei Spaziergängen etc könnt ich sie mir nicht toller wünschen.. Aufmerksam auf mich, Rückruf/Korrekturen im Freilauf wunderbar. Wartet sogar auf meine Freigabe zum Hinlaufen, wenn uns ein anderer Hund im Freilauf begegnet. Allgemein ist sie immer so motiviert mitzumachen. Also ich bin schon ein großer Fan von ihr :-) Man muss sich denke ich auch immer wieder vor Augen halten, was alles gut läuft und welche Fortschritte man schon gemacht hat.



    Hi ihr Lieben!
    Ich reihe mich hier auch mal ein..
    Würde nicht sagen, dass Dunja ein Angsthund ist, aber ein unsicherer+schreckhafter schon und wie wahrscheinlich viele von euch auch aus dem Tierschutz. Sie ist seit knapp 4 Monaten bei mir.

    Mit Hunden, Fahrzeugen und lauten Geräuschen hat sie kein großes Problem. Wenn plötzlich ein lauter Knall ertönt oder ein unangeleinter aggressiv bellender Hund um die Ecke stürmt (leider schon passiert.), dann erschreckt sie sich kurz (mE verständlicherweise), aber der Schreck ist dann eigentlich schnell wieder vorbei und sie wieder entspannt. Wenn ich da manches von euch lese (zB bzgl Wind und Hundebegegnungen) bin ich dafür nochmal dankbarer. Mit manchen Hunden (größere und/oder sehr aufdringliche Hunde) will sie lieber nix zu tun haben (unsicher), aber das kann sie auch immer besser kommunizieren/wird selbstbewusster und legt dabei in meinen Augen überhaupt kein unangemesses Verhalten an den Tag.


    Ihre Hauptunsicherheit liegt bei Menschen. Auf der Straße wird sie unsicher+ alarmiert, wenn uns Menschen entgegenkommen oder direkt hinter uns herlaufen. Sie läuft dann immer noch locker an der Leine, guckt aber immer wieder mit angespannter Körperhaltung+Stirnrunzeln hin. Größere Menschenansammlungen (Innenstadt,Bahnhof) bringen sie schnell in die Reizüberflutung+Schreckhaftigkeit, wenn ich sie nur nebenherlaufen lassen würde. Wenn plötzlich jemand relativ nah aus einer Auffahrt kommt oder so kann es auch durchaus vorkommen, dass sie einen Satz zur Seite macht und sich doll erschreckt. Daher fahre ich mit ihr Fahrrad auch nur an wenig belebten Abschnitten, die gut einsehbar sind.
    Drinnen ist sie fremden Menschen ggü nochmal viel unsicherer und oft auch überfordert, wenn zB jemand ins Wohnzimmer kommt oder sie hört, dass fremde Menschen (Besuch von Mitbewohnern) im Haus sind. Dann neigt sie stark zum Bellen.

    Die Trainerin hat uns in erster Linie ihre Unsicherheit ggü Menschen diagnostiziert und ein "Maßnahmenpaket" dafür geschnürt:
    1. Positive Gegenkonditionierung mit Markerwort/Clicker
    (alles, was sie verunsichert, wird gemarkert+Leckerli)
    2. Alternativverhalten
    (zB in Menschenansammlungen oder Begegnungen mit Menschen Handtouch+Sitz abfragen, um ihre Aufmerksamkeit umzulenken und ihr etwas anzubieten, was sie gut kann und gern macht)
    3. Selbstbewusstsein steigern
    (durch Tricks etc., also zB Handtouch etc auch in Situationen, in denen sie schon verunsichert ist)

    4. Viel Ruhe


    Vor zwei Wochen hatte ich auch eine Einzelstunde bei einer Hundetrainerin, wie ich mich am besten verhalten soll, bei Hundebegegnungen. Uska reagiert da unterschiedlich, mal ist hier Schwanz bis zur Nasenspitze eingezogen , ein ander Mal geht sie auf Angriff, knurrt und bellt. Die Trainerin sagte, ich soll fremde Hunde positiv aufbauen, indem ich ihr ein Leckerchen gebe, solange sie ruhig ist und sobald sie einen Hund anschaut. Außerdem versuche ich ihre Wohlfühldistanz zu anderen Hunden einzuhalten, in dem wir einen Bogen machen.

    Bei Dunja kann es bei Unsicherheit ggü Menschen auch nach vorne oder in den Rückzug gehen. Kannst du es bei euch denn einschätzen, wann sie eher auf Angriff oder wann auf Rückzug geht?

    Wohlfühldistanz versuche ich auch einzuhalten in potentiell gruseligen Begegnungen und wenn das nicht geht, gibts Leckerliflut aus der Jackentasche.


    Ich muss hier einfach mal meinen Hund feiern. Betti hat heute die Welt gerockt. :party:

    Oh man da freu ich mich so für dich! Es ist einfach ein mega schönes Gefühl, die Früchte der harten Arbeit zu sehen und die Resultate dann so sehr schätzen zu können!


    Mir kommts (Vermenschlichung, ich weiß) so vor, als würde sie Schlafmangel aus ihrer Zeit auf der Straße nachholen. Kennt Ihr das von Euren ängstlichen Kandidaten so auch?

    Bei uns war es eher umgekehrt. Am Anfang ist sie eingeschlafen, sobald ich mit ihr in mein Zimmer gegangen bin und mich selbst gesetzt habe. Sie hat nur nicht geschlafen, wenn ich mit ihr draußen war. Aber ich hab auch stark drauf geachtet, dass es viel Zeit ohne Inputs einfach nur in meinem Zimmer gibt (wo ich auch nicht viel gemacht hab, weil mich die erste Zeit nerven- und energietechnisch arg mitgenommen hat :D )
    Momentan braucht sie schon ne gute Stunde, bis sie nach nem Spaziergang wirklich tief schläft. Aber immerhin gehts! Dann reagiert sie auch nicht mehr auf potentielle Gruselreize (zB Poltern im Haus, Haustürzufallen etc), sondern pennt einfach weiter.


    Wir haben dafür andere Angst-Baustellen, die uns gerade wieder heftiger begleiten inklusive Biss in den Oberarm. crying-dog-face

    Aber Jogger, Paddler und Radfahrer, Dinge die vorher das schlimmste auf Erden waren, werden jetzt auf 200m angezeigt, belohnt und ignoriert. Gerade kam ein Jogger um die Häuserecke im Dunkeln. Mittlerweile sage ich unser Markerwort sobald ich mich erschrecke. Hat funktioniert, keiner wurde gefressen.

    Mega schön! Wie bist du da hingekommen, dass nach dem Anzeigen+Belohnen ignoriert wird? Wird auch ignoriert, wenn der Reiz näherkommt? Und wie wird bei euch angezeigt?
    Bei uns hat es auch nur ein paar Tage Training gebraucht, bis Dunja automatisch vom Gruselreiz (zB entgegenkommender Mensch auf dem Bürgersteig) erwartungsvoll zu mir schaut.
    Bei Vögeln (ok das ist ein positiver Reiz, dem man potentiell nachjagen kann) hat sie auch gelernt, dass es sich lohnt, mich anzugucken. Wenn plötzlich ein Rabe aufflattert oder so schaut sie ganz hektisch zwischen mir und dem Vogel hin und her als würde sie mir sagen wollen (Vermenschlichung) "Schau schau schau ich hab den Vogel gesehen!!!":D Schön, wie schnell die Hunde lernen.



    Ich glaube, wenn man schon soviel geschafft hat, sind die Tiefen dann manchmal ziemlich heftig. Andererseits kommt nach solchen Sachen auch oft ein Entwicklungsschub. Bei uns führen ihre Hormone noch zu extra Chaos. Aber es wird.

    Ja auf jeden Fall! Bei uns lief es zu Hause auch schon mal viel besser. Sie war viel entspannter, wenn sie meine Mitbewohner durchs Haus rumpeln hörte. Jetzt reagiert sie auf die meisten Lebenszeichen im Haus mindestens mit einem angespannten Blick, manchmal auch mit Knurren oder Aufheulen/Bellen und schaut angespannt auf die Zimmertür. Es sei denn sie schläft tief, dann schläft sie.


    Ich bin gerade aber auch einfach so sauer und könnte irgendwo auch heulen, weil ich vor ein paar Tagen erfahren hab, dass mein Mitbewohner in meiner Abwesenheit aus dem Nachbarraum einen Stift auf sie gepfeffert und sie lautstark angemotzt hat, weil sie länger am Stück gebellt hat (das Bellen wahrscheinlich wegen meiner Abwesenheit). Das hat mich so schockiert und ich kann mir gut vorstellen, dass es damit zusammenhängt, dass sie jetzt wieder viel mehr auf menschliche Geräusche im Haus reagiert. Oh man ich arbeite die ganze Zeit daran, dass sie ggü Menschen sicherer+ entspannter wird und dann verursacht jemand absichtlich so ein überflüssiges Negativerlebnis :doh:weary-dog-face Naja, ich hab mit ihm ein ernstes Gespräch geführt und werde sie nicht mehr bei ihm lassen.
    Sie hat in ihrem Leben wahrscheinlich wenig schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht (ist als Welpe von der Straße in den Tierschutz gekommen), aber halt auch wenig positive. Es ist einfach ein miserables Gefühl zu wissen, dass sie jetzt eine weitere negative Erfahrung gemacht hat, wo die positiven doch so wichtig sind. Und ich die vielleicht durch deutlichere Ansprachen vorher oder dadurch, sie nicht bei ihm zu lassen auch hätte verhindern können.

    Ich glaube aber, dass sie nicht weiß, dass ich da bin, wenn zwei geschlossene Türen zwischen uns sind. Jedenfalls gab's da ja am Anfang auch schon dieses "omg ich bin alleine"-Gejaule, wobei es zu dieser Zeit schon kein Problem mehr war, wenn ich in einem anderen Raum war und sie mich gehört hat.

    Schön, dann kann man kurze Übungssequenzen ja auch nebenbei in den Alltag integrieren.
    Wir haben den Schritt ja zum Glück auch geschafft, dass jetzt allein in einem Zimmer bleiben kein großes Problem mehr ist, wenn ich noch irgendwo im Haus bin.



    Ich bin fürs Wochenende mit Hund ausgeflogen in die Wohnung einer Freundin, da bei uns WG-Party war (das wollte ich uns nicht zumuten..).
    Hier reize ich das nicht aus, aber für mich überraschenderweise klappt es ziemlich gut, sie allein im Hauptraum zu lassen, während ich zwei Türen weiter (auf der anderen Seite eines großen Flures) im Bad bin. Sie steht nicht mal auf in der Zwischenzeit! Da das hier ne ungewohnte Umgebung ist finde ich das für unsere Verhältnisse schon gut. Wäre vor ein paar Wochen glaube ich unentspannter abgelaufen.

    Im Moment frage ich mich, ob die Probleme mit dem Alleinbleiben nicht auch mit meiner Lebenssituation zusammenhängen.. Mein Stundenplan ist jetzt ziemlich ausgedünnt, aber ich bringe sie zu Freunden oder lasse sie bei Mitbewohnern, wenn ich zur Vorlesung gehe (4x die Woche, meistens gehe ich seltener). Außerdem wohnen wir ja in einer WG, in der es zwar relativ ruhig und ordentlich zugeht, aber in der meine Mitbewohner natürlich auch ab und zu Besuch haben und jeder einen anderen Tagesablauf hat (momentan sind es 3 Mitbewohner neben mir, zwei davon Studenten also auch mit unregelmäßigem Tagesablauf). Außerdem habe ich momentan noch eine Reitbeteiligung, zu der ich sie mangels Alternative auch mitnehme.
    Zu Hause kann ich so gar nicht alles so regeln, wie es ideal wäre (zB dass Besuch immer nach der gleichen Routine von mir empfangen wird und die "Zusammenführung" geregelt abläuft. Wenn ich zB nach Hause komme und in der Zwischenzeit jmd anders Besuch bekommen hat). Oder wenn sie eigentlich gerade Ruhe bräuchte, aber jmd anders Besuch bekommt. Das ist für sie noch stressig, vor allem wenn es ungeregelt abläuft. Ich schmeiße sie dann zwar nicht in die Situationen und ziehe mich mit ihr eher in mein Zimmer zurück, aber sie hört+riecht es ja trotzdem, wenn jmd Fremdes im Haus ist. Und an Alleinbleiben Üben ist nicht zu denken, wenn Besuch da ist, der sie stark verunsichert (das ist von Person zu Person unterschiedlich, manche Leute sind gar kein Problem für sie, andere hingegen schon). "Mein" Besuch ist eigentlich kein Problem für sie, weil das Leute sind, die sie kennt und mag. Aber alles darüber hinaus tendenziell halt schon.

    Unterm Strich denke ich also, dass sie sich zu Hause vielleicht (noch) nicht wirklich sicher genug fühlt. Dazu orientiert sie sich viel an mir und lässt mich vieles regeln (zB, aufs Klingeln oder "Beunruhigende Situationen" regeln), was natürlich nicht geht, wenn ich nicht da bin. Meine Reitbeteiligung werde ich jetzt erstmal pausieren, weil das für sie ein momentan noch eher stressiger Programmpunkt ist (und damit auch für mich).
    Ich kann mir vorstellen, dass es bei uns gerade insgesamt deutlich einfacher wäre, wenn ich allein wohnen würde. Das ist aber gerade weder finanziell noch praktisch möglich und andererseits sollte sie perspektivisch auch gut mit einer solchen Wohnsituation klarkommen können, da ich perspektivisch auch eher nicht allein leben werde. Vielleicht sehe ich aber auch nur gerade so schwarz, weil sie (möglicherweise wegen der Scheinträchtigkeit) gerade sowieso viel empfindlicher und leichter "drüber" ist als es schon mal war.

    Am 13. Dez habe ich nochmal einen Einzeltermin mit meiner Trainerin, da wird es vor allem ums Alleinbleiben gehen und vllt können wir analysieren, warum es noch nicht gut klappt und was sich ändern muss, damit es besser wird.





    Ich wollte nur kurz einwerfen, dass Nicht-Alleinebleiben unterschiedliche Gründe und auch 'Motivationen' hat. Daher machen unterschiedliche Trainingsmethode je nach Motivation Sinn. Ich schreib später/Morgen nochmal mehr dazu.

    U und M, bin gespannt auf deinen Beitrag dazu. Ich habe bei uns ja auch irgendwie das Gefühl, dass der Grund nicht klassische Trennungsangst ist.

    Mir scheint es immer mehr so als wäre Ignoranz (so traurig es klingt und so schwer es mit fällt) vorm alleine bleiben der Schlüssel zum Erfolg. Da reichen zwei, drei Minuten vorher. Cara schläft seit über einer Std alleine im WZ hinter geschlossenen Türen. Ich lieg wieder im SZ.

    Schön!
    Kannst du das Haus auch schon "richtig" verlassen?
    Das allein in einem anderen Zimmer Bleiben klappt bei uns auch schon ganz gut :-) und ich achte jetzt auch wieder mehr drauf, sie zwischendurch nicht in den "On-Modus" zu bringen durch Streicheln, nettes Gesäusel und häufigen Blickkontakt *hust*. Ich habe sie jetzt nicht ständig beachtet, aber schon immer mal wieder ein paar nette Worte fallen lassen oder sie gekrault. Hilft ihr glaube ich tätsächlich auch generell, weil sie einfach viel Ruhe braucht und dann mehr abschalten kann.
    Aber komisch ist das Gefühl schon, den Hund einfach stundenlang links liegen zu lassen.

    Und ich habe bei meiner Trainerin jetzt nochmal nach einem Termin mit Fokus Alleinbleiben Lernen gefragt. Hoffentlich hat sie dieses Jahr noch Zeit dafür!

    Nachtrag: Mir fällt gerade noch auf, was das mit dem vollständigen Ignorieren etwas erschwert bei uns..

    Dunja ist unbekannten und weniger bekannten Menschen gegenüber noch unsicher und gerade in der Scheinträchtigkeit, daher wahrscheinlich auch wachsamer/reagiert empfindlicher auf Geräusche etc und bellt dann auch öfter. Die Trainerin hat dazu u.A. positive Gegenkonditionierung "verordnet", sodass ich sooft wie möglich potentielle Auslöser mit Markerwort marker (Clickertraining mit Markerwort), wenn sie (noch) ruhig ist. Das lässt sich natürlich schlecht mit Ignorieren kombinieren, da ich sie dazu ja irgendwo im Blick behalten muss. Das Markern kann und soll man ja emotionsarm machen und ich muss ihr nachdem Click+ Leckerli werfen nicht weitere Aufmerksamkeit schenken.
    Alles Weitere (zwischendurch mal kraulen, ansprechen etc) kann ich ja dennoch weglassen.

    An Deiner Stelle würde ich damit anfangen, einen bestimmten Platz (z.B. den Korb) als Entspannungsort zu etablieren und dann ein Auszeit- Signal aufbauen, das in der Anfangsphase ausschließlich genutzt wird, wenn Du anwesend bist. Sobald sie verstanden hat, dass es keine Ansprache und nicht Spannendes gibt, sobald Du eine Auszeit ankündigst, und zuverlässig auf ihrem Platz entspannt, würde ich damit anfangen, das Alleinsein auf das Verlassen der Wohnung auszuweiten.

    Hallo Juno2013!
    Klingt interessant. Soll der Hund dafür auf seinen Platz geschickt werden oder einfach nur mit einem Signalwort/Tuch o.Ä. angekündigt werden, dass jetzt vollständiges Ignorieren+ nichts Spannendes angesagt ist? Wenn sie entspannt, legt sie sich ja eh hin. Nur hat sie mehrere Schlafplätze (2 in meinem Zimmer und einen im Wohnzimmer). Dann könnte sie (wenn nicht durch Kindergitter aufgehalten) immer noch mit mir den Raum wechseln.
    Momentan sage ich beim Gehen im immer gleichen Tonfall "Waarte hier" mit der immer gleichen Geste. Aber das was du beschreibst klingt finde ich noch besser, weil der Hund damit verknüpft lernt, was er in der Situation machen kann.
    Kannst du das Entspannungsort Etablieren und Auszeit-Signal aufbauen nochmal etwas genauer erklären?

    Ich merke, dass Blickkontakt für die Terrierine ein totaler EIN-Schalter ist.

    Wenn ich durch die Bude laufe und sie nicht einmal anschaue, entspannt sie auf'm Sofa.

    Ja das ist hier glaube ich ähnlich. Ich glaube sie denkt bei jedem Blickkontakt, dass gleich was kommt. Wenn ich gehe, sage ich auch das "Warte hier" ohne Blickkontakt nur mit Handzeig.

    Ich denke aber, dass dieses über den "Jaul-und Ausrastpunkt" hinauszugehen nicht so gut ist.

    Ich hab's mal erzwungen und Cara hat 1,5 Std durchgeheult, aufs Sofa gekackt, in die Bude gepullert und die Türen bearbeitet. Also unendlicher Stress .. und ich glaube nicht, dass sie allein aus der Erregung wieder rausgekommen wäre.

    Ohje... Ja aus der Erregung allein wieder rauskommen ist denke ich das Schwierige dann und so wie das klingt, probiere ich das lieber nicht aus :emoticons_look: Hätte mich denke ich eh nicht getraut.:D

    Ich bin jetzt immer noch bei morgens für 5-12min das Haus verlassen. Seit zwei Tagen erwartet mich auf dem Rückweg eine katzenähnliche, hundegroße Gestalt im Fensterrahmen. Sieht elegant aus und ich frag mich, was die Leute denken, wenn so ein großer Hund auf dem Fensterbrett sitzt und rausschaut :headbash: Naja sie sitzt da immerhin noch nicht beim Weggehen und scheint auch nicht zu bellen und macht sonst auch keinen nervösen Eindruck, soweit ich es durch die Scheibe beurteilen kann. Entspannt ist natürlich was Anderes, aber naja..

    @Tina711 I feel you! Bei uns waren auch alle "Erfolge" (30min halbwegs entspanntes allein im Zimmer bleiben) mit der Läufigkeit dahin. Kaum war die Tür zu, hat sie angefangen zu bellen und auch nicht mehr aufgehört. Dunja( 1,25 Jahre alt) ist jetzt 3,5 Monate bei mir, davor war sie im Tierschutz.

    Ich hab den Tipp von einem Forumsmitglied befolgt und angefangen, sie auch mal ne halbe Stunde allein in meinem+ihrem Schlafzimmer zu lassen (Tür auf, Kindergitter zu), während ich außer Sicht- aber in Hörweite woanders im Haus bin. Damit war sie anfangs gar nicht einverstanden (Jaulen, Grummeln, Bellen), aber mittlerweile klappt das ziemlich gut. (auch 2h oder länger) Je länger sie da drin ist, desto ruhiger wird sie. Anfangs beschwert sie sich manchmal noch mit Grummeln oder Wuffen, aber das tritt eigentlich maximal in der ersten halben Stunde auf und auch eher, wenn es ein paar Tage Pause im "Training" gab.

    Bei uns hab ich den Eindruck, dass Dunja einfach absolut nicht einverstanden ist, nicht mitzukommen und nichts mit sich anzufangen weiß, wenn ich in Aufbruchsstimmung plötzlich weg bin. Weniger "richtige" Trennungsangst. Außerdem orientiert sie sich im Alltag sehr an mir. Normalerweise wird sie auch aktiv, wenn ich aktiv werde und legt sich hin, wenn ich mich hinsetze. Daher denke ich, dass sie vor allem lernen muss, was sie tun kann, wenn sie mich nicht sieht+hört.
    Mittlerweile kann sie ziemlich gut (wenn sie vorher Zeit zum Runterkommen hatte) allein in meinem Zimmer bleiben, wenn ich noch woanders im Haus bin, auch bei geschlossener Tür. Ich fange gerade an, auch minutenweise das Haus zu verlassen (klappt am besten morgens BEVOR sie draußen war und ihr Frühstück bekommen hat :D ). So gehe ich jetzt schon mal zum Bäcker max. 15min oder für eine Zigarette vor die Tür. Davor und danach wurschtel ich noch ein paar Min so im Haus rum (das ist für sie ja entspannt), damit es ein "sanfterer" Übergang ist.

    Wenn ich sie bei Sittern lasse, wird sie auch mit fortschreitender Zeit immer entspannter anstatt angespannter (also kurz nachdem ich gehe ist sie noch recht unruhig und aufgeregt, aber mit fortschreitender Zeit wird sie entspannter). Im Auto ähnlich- anfangs bellt sie mir manchmal noch hinterher, aber wenn ich zurückkomme (auch bevor sie mich sieht) ist es ruhig im Auto.
    Daher frag ich mich, ob ich vllt die Zeit beim Alleinbleiben so sehr ausdehnen muss, dass ich über die unzufriedene nicht einverstandene Anfangsstimmung mit (Frust)Bellen+Grummeln hinauskomme an den Zeitpunkt, wo sie es akzeptiert und runterkommen kann?

    Beim Allein im Zimmer lassen während ich noch im Haus bin hat es auf dem Weg ja geklappt- mittlerweile bleibt sie dabei meist ziemlich entspannt.
    Gleichzeitig habe ich Schiss, dass ich unsere bisherigen Erfolge dann mit ner fetten Trennungsangst zunichte mache frowning-dog-face Sie erkennt ja denke ich sehr wohl den Unterschied zwischen richtig Alleinbleiben müssen und "nur" nicht dabeisein dürfen.
    Im Zweifel heißt es weiter minutenweise ausdehnen.

    Hallo ihr Lieben!

    Ich hab da ganz spontan mal ne Frage zur Scheinträchtigkeit..
    Und zwar ob eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen etc. an der Scheinträchtigkeit liegen kann.

    Dunjas Läufigkeit ging vom 9.09. bis Ende des Monats. Also sind es jetzt 8 Wochen nach der Läufigkeit.
    Ich hab seit ner Weile das Gefühl, dass sie viel empfindlicher auf gruselige Reize (zu Hause, möglichweise auch unterwegs) reagiert. Sie ist ja noch nicht soo lange bei mir und bellt daher ohnehin hin und wieder, wenn sie was "Komisches" hört, aber seit 2,3 Tagen hab ich das Gefühl, sie sieht und reagiert auf Gespenster thinking-dog-face IdR konnte ich den Auslöser für ihr Bellen/Aufheulen/Knurren immer zuordnen, aber seit ein paar Tagen reagiert sie scheinbar auf winzige, kurze Geräusche, die ich überhaupt nicht mehr wahrnehmen kann.. Auch auf Geräusche aus dem Lautsprecher, was nach der ersten Woche nie ein Problem für sie war. Auch wenn meine Mitbewohner nach Hause kommen kommentiert sie das wieder viel mehr, nachdem das eigentlich schon mal quasi erledigt war. Könnte das an der Scheinträchtigkeit liegen?!

    Außerdem "klaut" sie sich seit ein paar Wochen ab und zu Dinge, an denen sie vorher nie Interesse hatte (Taschentücher, leere Taschentuchpackungen, ein kleiner Hasenförmiger Anhänger, Socken, ihr eigenes Halsband, Holzstücke aus der Werkstatt). Zweiteres nicht ständig, aber doch immer wieder mal nimmt sie etwas mit auf ihre Decke, was teilweise schon immer rumlag und sie vorher nie interessiert hat. Sie scheint es nicht zu bemuttern (zumindest hab ich gar kein Problem, ihr den Kram wieder wegzunehmen) und was sich zerkleinern lässt, zerkleinert sie auch (das wäre ja unlogisch hinsichtlich bemuttern, oder?).
    Ihr Gesäuge war quasi direkt nach der Läufigkeit schon ein bisschen angeschwollen und ist es auch immer noch etwas.

    Ich denke das können beides auch einfach "normale" Phasen von erwachsenwerdenden Hunden oder ankommenden Tierschutzhunden sein, dennoch wundert mich gerade ihre veränderte Empfindlichkeit ggü Geräuschen etc. Würde mich mal interessieren was es bei euch an "ungewöhnlicheren" Verhaltensweisen+Stimmungslagen bei euren Hündinnnen in der Scheinträchtigkeit gab.

    NACHTRAG: Achja und ihre Decke gräbt sie in letzter Zeit auch immer mal wieder wild um.. Passt ja denke ich auch als Scheinträchtigkeitssymptom.