Beiträge von Leertaste

    Nach einer miesen Nacht und einem Wochenende fast ohne Essen war nun heute mein erster Arbeitstag.Ich arbeite in einer therapeutischen Wohngemeinschaft.

    Für den kleinen Fido muss das sehr viel gewesen sein. Viele große Männer. Den einen mochte er mehr, den anderen weniger. Hat viel geknurrt und gebellt aber sich irgendwie immer beruhigt. Die Sbahnfahrt dorthin lief auf ohne Probleme. Wir haben eine Bahn ausfallen lassen weil sie zu voll war und ich noch nicht abschätzen kann, wie er bei zu viel ungewollter Nähe reagiert. Mir ist es nur manchmal etwas unangenehm, wenn er pupst. Das hört man nicht aber riecht man.

    Der absoute Kracher war aber in der Mittagspause. Wir sind eine Runde gelaufen und auf einmal meinte eine ältere Dame zu mir. Was macht denn der Hund da hinten ohne Leine? Ich dreh mich um. Kam ein Boxer auf uns im schnellen Tempo zugelaufen. Fido leise am knurren, ich komplett überfordert und wusste nicht was ich machen sollte. Hab ich Fido einfach auf dem Arm genommen. Vermutlich nicht gut. Aber war eine Kurzschlussreaktion. Die Dame hat dann den Hundehalter angemeckert, er solle sein Hund an die Leine nehmen, sie habe Angst. Lange Rede kurzer Sinn. Der Mann kam und meinte ich soll sie mal schnüffeln lassen, sie sei sehr lieb und es wird nichts passieren. Naja dann haben sie geschnüffelt und sie war wirklich sehr lieb und hat sich von Fidos Machogehabe (er wetzt dann die Pfoten so) nicht beeindrucken lassen. Das hat ihn auch entspannt.

    Nichts desto trotz war ich den ganzen Tag komplett auf Alarmbereitschaft. Mich hat vorhin ein Freund gefragt, ob ich Fido lieb habe und ich konnte es ihm aufgrund der ständigen Anspannung weder verneinen, noch bejahen. Jetzt haben wir ein bisschen gekuschelt und jetzt schläft er neben mir auf dem Sofa. Jetzt kann ich es bejahen. Mir geht es nur einfach nicht gut dabei.

    Ich habe am Mittwoch ein Gespräch mit der Dame von der Vorkontrolle. Sie meinte ich könne mich immer melden, wenn es was zu bereden gäbe und parallel stand ich heute in Kontakt mit ein paar Trainern, die ihr mir empfohlen habt.


    Das mit der Liste ist wirklich fabelhaft. (hehe "nur gucken")

    Das kann zum Beispiel Fido schon:

    - läuft gut an der Leine

    - in der Wohnung auf "sitz" hören

    - steigt bereitwillig in Straßenbahn, Sbahn und Auto ein --> Fido in der Sbahn

    - versucht es nicht mal ins Bett, geht sofort ins Körbchen

    - Hat nur einmal ausversehen in die Wohnung gemacht und das am 1. Tag und direkt neben die Kloschüssel :)

    Der Smartphonevergleich hätte jetzt nicht sein müssen,

    mir ging es auch weniger und die Funktionalität des Hundes sondern eher um das Gefühl was diese Veränderung in mir auslöst. Manchmal unterscheidet sich eben die Theorie von der Praxis.

    Wenn Du deine erste Eingewöhnungsphase easy und glatt vertragen hast, herzlichen Glückwunsch.

    Ich bin bedeutend sensibler :lol:

    Ich kam eben von meinem Abenspaziergang wieder und habe eine Frau aus meinem Haus getroffen, die ebenfalls eine schöne ältere Hundedame hat. Wir sind dann eine gemeinsame Runde gelaufen und sie hat mich mit Fido beobachtet und Tipps gegeben und gleich gesehen, dass die Rollen noch nicht so klar sind.

    Das war ein sehr schönes Erlebnis und gibt mir ca. 12 % mehr Mut für den heutigen Tag :p

    Wir werden Nummern tauschen und bestimmt nochmal ein paar Runden laufen.

    Ich danke Euch sehr für Eure hilfreichen Worte und nehme mir gleich vor, zu Beginn kleinere gleichbleibende Spaziergänge zu wählen.


    Er ist wirklich ein Schatz und ich verstehe meine Reaktions selbst nicht ganz.

    Am liebsten würde ich mich oder den Hund gerade wegbeamen und schäme mich sehr für diese Gedanken.

    Auch der Anfängerkurs in der Hundeschule ist ein guter Hinweis. Ich hoffe ich finde eine geeignete.

    Vor ein paar Tagen ist ein kleiner Pinscher-Mix bei mir eingezogen. 1,5 Jahre. Er war zuvor ca. 3-4 Wochen bei einer Pflegefamilie untergekommen. Ursprünglich ist er aus Spanien.

    Ich selber habe ca. 1,5 Jahre darüber nachgedacht, einen Hund bei mir einziehen zu lassen. Es war gut geplant. Die Umstände passen. Kann ihn mit auf Arbeit nehmen usw. usf.


    An sich ist der kleine Racker EIGENTLICH wirklich sehr lieb. Manchmal bellt er, wenn jemand fremdes die Wohnung oder den Garten betritt aber im Großen und Ganzen beruhigt er sich nach einer Weile wieder. Gestern abend hat er sich vor einer alten Statue erschreckt und losgebellt ;) Ich weiß nicht wie er auf bestimmte Sachen oder Menschen reagiert und warum er so reagiert und wie ich ihm das nehmen kann. Besonders beim Gassigehen scheinen es ihm manche Hunde nicht besonders angetan zu haben. Und das setzt mich unter permanenten Stress :( Ich weiß auch gar nicht warum ich so reagiere, ich hab mich so gefreut :(


    In der Pflegefamilie waren drei weitere Hunde. Er war sehr ruhig. Die Anderen dafür laut. Er konnte sich also vielleicht zurücklehnen und hat jetzt vermutlich das Gefühl sich unterwegs oder in der Wohnung verteidigen zu müssen.


    Jetzt zu meinem Problem: Vieles worauf ich mich gefreut habe, scheinen mich nun selber ängstlich zu machen und mich zu überfordern. Die langen Spaziergänge und die Geräusche in der Wohnung, das tippeln und ständig hinterherrennen scheinen mich jetzt (ich muss es leider zugeben) unter ständige Anspannung zu setzen und zu nerven :(

    Mir schlägt das alles auf dem Magen und ich weiß nicht, ob ich das schaffe und ob es sich einpegelt. Habe große Bauchschmerzen, wenn ich an morgen und den ersten Tag auf Arbeit denke.

    Natürlich will ich mir und ihm Zeit geben aber wie ich gerade auf die Situation reagiere, macht es etwas schwer.

    Ich würde irgendwie auch gerne mit den Pflegeeltern und der Tierschutzorganisation reden aber ich trau mich irgendwie nicht, denen das mitzuteilen, die haben sich selber so gefreut, dass scheinbar erstmal alles gepasst hat.


    Ging es vielleicht jemanden ähnlich und kann etwas berichten, wie er damit umgegangen ist.?