Tierbesitzer, die sich über übliche Preise für eine sinnvolle Behandlung beschweren oder auf Kosten der Sicherheit ihrer Tiere sparen wollen, eine gute Behandlung nicht zu schätzen wissen, etc. sind sicherlich die Pest, aber wahrscheinlich nicht die Mehrheit.
Auf der anderen Seite sind viele sehr unkritisch und gerade im Haustiersektor gibt es besonders viel Potenzial, die Leute emotional zu beeinflussen, vor allem für Tierärzte, aber auch sonst. So funktionieren ja viele Geschäfte mit Tierbesitzern. Vom Futter bis zu teilweise völlig sinnlosem und maßlos überteuertem Zubehör. Es wird suggeriert: "Das ist etwas ganz besonders Tolles/Wichtiges für dein Tier und wenn du das nicht willst, ist es dir dein Tier anscheinend nicht wert und du solltest ein schlechtes Gewissen haben."
Analog zu der dämlichen Loreal-Werbung ("Weil ich es mir wert bin"). Ich bin mir alles mögliche wert, das gilt aber nicht unbedingt für das Produkt, das ich da kaufen soll. Und das sind schließlich immernoch zwei paar Schuhe, die man nicht verwechseln sollte.
Beim TA kommt die Schwierigkeit obendrauf, dass man als Laie nur begrenzt überblicken kann, welche Behandlung richtig ist und welche nicht. Ganz zu schweigen von der Menge Vertrauen, die es braucht, seinen Hund z.B. zu einer OP zu bringen. Und es soll auch unter den TÄ nicht nur Engel geben, habe ich gehört.
So hatte als Beispiel ein Kölner Hundetrainer einen Hund, von dem die Ärzte wussten/hätten wissen müssen, dass ihm nicht mehr zu helfen war. Trotzdem haben sie ihm noch Kosten im oberen vierstelligen oder sogar fünfstelligen Bereich aus der Tasche gezogen und den Hund unnötig leiden lassen. Ich weiß jetzt keine Einzelheiten mehr, aber es deutet in der Geschichte alles darauf hin, dass sie einfach nur noch möglichst viel Geld aus dem Tier rausholen wollten.
Der Mann will nicht klagen, obwohl es mMn auch wichtig für andere wäre, die betreffende Klinik damit nicht so einfach durchkommen zu lassen, vorausgesetzt, die Geschichte stimmt so, wie er berichtet hat. Aber er ist wohl auch von diesem Gefühl motiviert: "Die Hoffnung, dem Hund noch helfen zu können, war es mir ja wert. Ich will jetzt nicht auch noch um Geld streiten müssen. Es war ja so schon schlimm genug. Der Verlust des Geldes ist ja der geringere Verlust, etc. pp." Alles sehr ehrenwert, aber diese Haltung spielt den schwarzen Schafen unter den TÄ leider in die Karten. Und wer im Notfall dann doch an einen solchen gerät, der ist nicht zu beneiden.
Was will ich damit sagen? Man sollte nicht unfair sein und nicht am falschen Ende sparen. Aber man sollte trotzdem auch kritisch bleiben und sich nicht emotional unter Druck setzen lassen.