Beiträge von Shrewd

    Die Probleme kamen also nach der Anwendung des Spot On und ihr seid euch nicht sicher, ob das Spot On ursächlich ist? Wieso macht ihr da mit einem ohnehin angeschlagenen Hund noch Futterumstellungen usw. anstatt das Spot On sein zu lassen? Es gibt im Englischen den schönen Spruch, dass man Pferde vermuten sollte, wenn man Hufgetrappel hört, keine Zebras. Mir scheint, ihr hört sehr viele Zebras.

    Was ist denn das erwünschte Ergebnis bzw. Hundeverhalten? Die Box funktioniert scheinbar perfekt und wird mit Ruhe, Chillen, Schlafen verknüpft. Soll das entwöhnt werden? Oder soll der Hund auch noch im restlichen Haus/Wohnung (exklusive Bett) so einfach zur Ruhe kommen - und wenn ja, warum?

    Ich persönlich finde es sehr hilfreich, Probleme nicht als Hund-Probleme, sondern als Ich-Probleme anzugehen. Wenn der Hund etwas falsch macht, dann macht nicht der Hund etwas falsch, sondern dann habe ich etwas falsch gemacht. Klingt nach Semantik, ist m.E. aber tatsächlich ein konstruktives Mindset, weil es viel leichter ist, an mir zu arbeiten, meine Methoden zu hinterfragen, mich schlau zu lesen, als den Hund verantwortlich zu machen. Mit dem kann ich nämlich nur sehr eingeschränkt kommunizieren, der kann kein Buch lesen, der kann mir nicht sagen, was gerade gut funktioniert und was vielleicht weniger gut. Frust entsteht oft dadurch, dass der Mensch denkt, der Hund wolle nicht. Oder kapiere nicht. Dabei ist die banale Erklärung meist, dass er nicht kann, weil er es nicht/schlecht/unzureichend gelernt hat. Und das ist meine Schuld.


    Und ja, Eigenarten zu akzeptieren, hilft auch. Wenn Hundebegnungen ausnahmslos Stress für alle Beteiligten sind, dann geht's auch ohne. Zumindest während man an anderen Baustellen arbeitet. Arbeite an einer Baustelle und manage die anderen. Und erst wenn die erste Baustelle geschlossen ist (immer dran denken: jede Baustelle dauert länger und wird teurer als geplant), gehst du zur nächsten.

    Nach dem, was hier zu lesen ist, ist das erstmal ein Hund, der "zitternd in einer Hecke saß" und glücklicherweise keine 30+kg hat.

    Ich denke zwar, dass da ganz dringend ein Trainer hinmuss, weil der Hund sich von Ange13 offenbar nicht ausreichend gesichert fühlt (das muss man als Mensch halt lernen, dauert auch wsa). Aber die Diagnose "mit hohem Aggressionspotenzial" etc. kann man aufgrund der Beschreibung erstmal für diesen speziellen Hund nicht stellen.


    Den Teil mit den ganzen Leuten, die verbellt und angeknurrt werden, bloß weil sie zufällig vorbeilaufen, ignorieren wir also gepflegt?


    Du darfst natürlich gerne der Meinung sein, der Hund sei bloß unsicher. Und ich darf gerne der Meinung sein, dass diese Annahme ein gefährlicher Fehler wäre. Agree to disagree.

    Der "typische" Rumäne ist halt wachsam und misstrauisch.


    Es gibt einen gehörigen Unterschied zwischen einem wachsamen und misstrauischen Hund aus Rumänien und einem echten HSH bzw. HSH-Mix. Wenn man letzteren erwischt hat und vielleicht noch mit 30kg+, dann hat man was an der Leine, das mit einem "typischen" misstrauischen Hund nur sehr bedingt vergleichbar ist. Die sind schon im perfekten Zustand keine Hunde, die man ohne viel Erfahrung halten sollte, wenn dann noch die klassische Nummer mit Shelter, Welpenhändler, zu früh von der Mutter entfernt usw. usw. dazu kommen, wird's extrem haarig. Nicht umsonst sind die Tierheime voll davon, viele mit Beißvorfällen. Das ist kein Fall von "so sind sie halt, die ollen Rumänen", sondern ein extrem anspruchsvoller Hund mit hohem Aggressionspotenzial, wenn nicht richtig geführt.

    oh sorry, ich entschuldige mich für den Vorstoß!

    Soll ja nix schlimmer machen, als es ist.


    (wobei ich schon dachte, dass die Richtung, in die man blickt, die ist, in die man blockt und nicht das, was im Rücken ist?)


    Wegen mir musst du dich nicht entschuldigen, alles gut! Das ist bei vielen Hunden und Rassen ja ein sehr guter Tipp. Ich weiß halt nur zufällig aus eigener Erfahrung mit exakt diesem Verhalten (bis hin dazu, dass draußen keine Leckerli angenommen werden) und des von mir vermuteten Rassemixes, dass die meisten der Standardmaßnahmen für diese Hunde nicht funktionieren oder schlimmstenfalls gefährlich sind. Blocken würde ich die nach Möglichkeit gar nicht bzw. nur unter guter, fachgerechter Anleitung. Wenn der Herdi richtig hochfährt, dann kriegt man im worst case selber ne Zahnreihe ab.

    Danke für den Tipp, werde das dann mal mit ihr ausprobieren.

    Leider nimmt sie auch draußen ihr absolutes Lieblingsleckerlie nicht an und wenn kaut sie kurz drauf rum und spukt es wieder aus und geht weiter..... (auch wenn sie gerade entspannt ist).


    Bitte nicht. Der Ratschlag ist bestimmt gut gemeint, aber bevor du nicht weißt, was du da eigentlich an der Leine hast, würde ich dringend raten, draußen nichts am Verhalten rumzudoktoren. Gerade das sich zwischen den Hund und den Reiz stellen bzw. mit Körperlichkeit arbeiten (ich steh im Weg, ich blocke dich) kann bei einem Herdi - gerade einem, der bislang nicht wie einer geführt wurde - übel nach hinten losgehen.

    Klingt sehr danach, als hättest du dir einen Herdenschutzmix angelacht, der jetzt erwachsen wird. Ist ziemlich typisch für rumänische Welpenhändler, die HSH-Mixe als Labbi/Border-Mischlinge anzubieten. Ich hab auch so eine. Und das Verhalten passt wie Faust auf Auge (bei euch noch mit der ganzen unglücklichen Krankheitsgeschichte on top).


    Ich würde mir a) einen guten Trainer holen, der sich explizit mit Herdenschutzhunden auskennt und b) den Hund so annehmen, wie er womöglich ganz einfach ist. Top und liebevoll zu allen, die er kennt, und misstrauisch bis hin zu latent aggressiv zu allem, was er nicht kennt. Wenn es ein HSH-Mix ist, dann sind die genetisch selektiert, um alleine und selbstständig über Tage hinweg Herden zu bewachen, vor Wölfen, Bären. Die hältst du davon nicht mit einem Kommando oder einem Leckerli ab, die treffen selbstständig Schutz- und Wachentscheidungen. Und wenn sie - so wie deiner - erwachsen werden, dann kommt dieses Verhalten voll raus.


    Bei mir hat's auch ne ganze Weile gedauert, bis ich wirklich kapiert habe, was ich mir da ins Haus holte. Sie ist eine tolle Hündin, loyal, liebevoll und verschmust zu mir und bekannten Gästen, quasi perfekt im Freilauf und mit sehr viel Freude bei der Arbeit auf dem Hundeplatz. Aber Hundebegegnungen, fremde Menschen im Haus, mal mit in die Kneipe nehmen, das wird voraussichtlich einfach nie klappen. Oder immer mit ganz viel Stress für uns beide verbunden sein. Das sind keine immer dabei-Hunde, sondern so ziemlich das Gegenteil davon. Und wenn meine Vermutung stimmt, dann wird das noch viel schlimmer, wenn ihr nicht sehr schnell auf die ganz spezifischen Bedürnifnisse dieser Hunde eingeht. Deiner ist nicht unsicher, fürchte ich. Der ist einfach ein Herdi und macht seinen Job.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Holt euch so schnell wie möglich einen einschlägig erfahrenen Trainer ins Haus, der abklären kann, was ihr da tatsächlich habt. Denn wenn's wirklich ein Herdi ist, dann helfen euch keine gut gemeinten Ratschläge in Foren, sondern nur ganz spezifisches Training und SEHR viel Geduld.

    Deshalb glaube ich auch nicht, dass wir (weder hier im Forum noch wir als Hundebesitzer) daran sonderlich viel ändern können. Wenn mir Hunde emotional egal sind und bestenfalls negativ auffallen als Bordsteinkacker, dann liegt es einfach nahe, zu sagen, verbieten diese Kampf- oder Listenhunde. Mir bringen sie nichts außer Gefahr. Da hat man dann nicht mehr viele Argumente. Zumal rechtlich die körperliche Unversehrtheit des Menschen und auch sein Sicherheitsbedürfnis einfach schwerer wiegen als mein Wunsch, einen AmStaff zu halten.

    Ähm, näja...

    Das war einfach das erstbeste Beispiel für einen sogenannten Kampfhund, das mir in den Sinn kam, um die Position der Gegenseite zu paraphrasieren. Hätte auch einen Cane Corso, einen Pitbull oder einen Rottweiler nehmen können. Ging nicht um die Rasse an sich.