Beiträge von san94

    Ich kann total nachvollziehen, dass diese Sportarten eine schwierige Außenwirkung haben. Die Frage ist doch aber, in wie fern das alleine irgendeine Regulierung begründet. Viele Sportarten haben auf Außenstehende nicht die Wirkung, die Sportler erwarten. Ich kann zum Beispiel auch null verstehen, wie man Mountainbike oder Ski fahren toll finden kann, ich sehe da auch nur was theoretisch alles passieren kann. Aber das rechtfertigt nun mal nicht pauschal, dass ich mich da einmischen darf. und ehrlich gesagt möchte ich das auch überhaupt nicht. Also, ich kann auch das Interesse daran so etwas regulieren zu wollen nur bedingt nachvollziehen.

    SophieCat Ich glaube, es ist auch schwierig die Rassen untereinander zu vergleichen. Manche Rassen sind ja wirkliche Spätentwickler, dazu soll wohl auch der DSH gehören und mir wurden Geschichten erzählt (keine Ahnung ob das so stimmt ;-) ) da haben sich Rüden erst im zweiten Lebensjahr als ernsthaft gezeigt. Ich kenne leider nicht wirklich Boxer. Der Mali empfinde ich eher als früh, der wirkt jetzt auch schon älter und erwachsener als diverse DSH Junghunde die ich kenne und die teils doch deutlich älter sind als er.


    Der Lütte hat das erste Mal mit 6 Monaten gezeigt, dass er "aufpasst", vor allem in der Dunkelheit bei komischen Geräuschen zeigt sich das. Er ist dabei aber nicht pöbelnd-hysterisch, sondern ruhig und konzentriert. Unfair korrigieren lässt er sich auch nicht, bei meiner Hündin hält er dagegen aber er stänkert nicht von sich aus rum. Das ist perfekt, genauso wollte ich das. Eine Unsicherheitsphase hatten wir auch nicht wirklich. Letztens hatte er mal so einen Tag, da war ein Motorrad gruselig (war aber auch pink! :D ), aber das würde ich jetzt nicht als Phase bezeichnen.


    Gemessen haben wir ihn die Tage mit 62cm. Er dürfte aktuell 25,5 kg wiegen.

    Mein Beitrag war auch gar nicht wertend, eher eine Bestandsaufnahme, von den Varianten, die mir bisher begegnet sind.

    Es sind im Grunde zwei Extreme die du beschreibst.


    Ansatz 2 kann mit Sicherheit auch bei gewissen Hundetypen funktionieren, wenn man das passende Umfeld hat (auch hier nochmal: den Hund hetzen lassen ist verboten). Genauso wie Ansatz 1 funktionieren kann. Nach meinem Verständnis, kann man Jagdverhalten aber nicht isoliert betrachten, wenn es darum geht, das Ganze zu lenken. Man muss ganzheitlich denken und den gesamten Umgang betrachten. Wie läuft der Hund an der Leine, lässt er sich im Freilauf lenken und begrenzen, wie verhält er sich daheim (bekommt er genug Ruhe? Kontrolletti?)

    Genauso den Wachtrieb. Ich habe Schäferhunde mit Wachtrieb. Wenn die auf die Idee kommen, am Gartenzaun Radau zu machen, dann setzt es einen ordentlichen Abbruch. Kein "ist ok", kein Keks, kein Kommando. Dieses Pöbeln am Zaun (für mich ist das kein Wachverhalten, sondern in erster Linie Ego-Boost) ist selbstbelohnend und verselbstständig sich rasant. Genauso wie Jagdverhalten.

    Meine Hunde dürfen nicht jagen. Das hat vor allem auch praktische Gründe. Ich mag nicht permanent um die Hunde kreisen müssen und spätestens wenn man mit mehreren Hunden unterwegs ist wird es auch schwierig deinen 2. Ansatz zu fahren. Außerdem ist jagen schlicht verboten, also, gesetzlich. Das kann echt ärger geben, wenn man seinen Hund andere Tiere hetzen lässt. Bis hin zur Einstufung zum gefährlichen Hund. Dem sollte man sich bewusst sein. In gebuddelten Löchern können sich Menschen oder Tiere verletzen. Und für die Wildtiere ist das natürlich auch absoluter Mist!


    So, wie setzt man "dürfen nicht jagen" nun um? Meine Hunde lernen dem Umgang mit Außenreizen: stehen bleiben - ruhig gucken - zu mir kommen, sie lernen sich zu kontrollieren (Leinenführigkeit zum Beispiel) ohne einen Reiz ausblenden zu müssen, es gibt einfach Regeln wie, dass die Wege nicht verlassen werden dürfen und dann natürlich auch Gehorsam. Ja, ich unterbinde Jagdverhalten auch. Das ist aber nur ein Baustein von vielen. Außerdem halte ich Hunde, die in mein Leben passen und einer Aufgabe nachgehen dürfen. Hier wird natürlich auch der Jagdtrieb benötigt.

    Warum zählt das für dich nicht? Es gibt sie.

    Überall, wo der Mensch involviert ist, gibt es auch die "schwarzen Schafe." Die Verkehrsregeln halten Leute nicht davon ab zu rasen. Die strengen Drogengesetze halten Leute nicht davon ab, zu konsumieren. Der Arbeitsvertrag hält die Leute nicht davon ab, nebenbei selbstständig als Konkurrent tätig zu sein oder Daten von der Firma zu klauen und nun, ganz aktuell das Thema Qualzucht, auch diese Reglemente werden Menschen nicht davon abhalten weiterhin solche Hunde im Hinterhof zu züchten.

    In manchen Debatten findet ja sogar ein Umdenken statt, dass Verbieten eben nicht der Weg zu sein scheint. Die Drogendebatte ist da ja das beste Beispiel für.

    Und bzgl. Reglementieren und Kontrollieren tut sich doch eh immer mehr. Organisierter Welpenhandel, Qualzuchtdebatte, Tierschutzgesetze. Da ist aktuell doch sowieso massiv was im Umbruch.