Beiträge von Schnappschildkroete

    Ehrlich gesagt empfinde ich es als Armutszeugnis, wenn ein Hundetrainer mir empfiehlt das Verhalten, das ich sehen will grundsätzlich nicht zu belohnen.


    Natürlich kann man mit Belohnung im falschen Moment oder mit der Auswahl der Belohnung eine Erwartungshaltung erzeugen, die der Entspannung (= dem Ziel in der beschrieben Situation) entgegen steht. Aber deshalb gänzlich darauf zu verzichten erschließt sich mir nicht.

    Mir geht es aber auch darum, dass sie möglichst ausreichend Kontakt zu anderen Hunden hat. Eine Balance eben.

    Was macht dich eher zufrieden? Regelmäßig mit einem Haufen Menschen, die du nur sehr oberflächlich kennst Smalltalk übers Wetter zu machen und dann weiter zu gehen? Oder gute Freunde, die du einschätzen kannst, die dich gern haben und die vielleicht auch ähnliche Interessen wie du haben?


    Auf die Situation auf der Hundewiese übertragen hat dein Hund aktuell eher lose Bekanntschaften. Wie wäre es, wenn du stattdessen auf „Freundschaften“ setzt? Hunde, die sich gut kennen, können abgesehen vom direkten Kontakt oft viel besser nebeneinander her laufen, sich die Schnüffelstellen teilen, gemeinsam markieren und hin und wieder mal ein vertrautes Spiel starten.

    Aufgrund meiner größer werdenden Verwunderung habe ich jetzt einfach mal nach Züchtern geschaut die nicht im LCD oder DRC sind, viele davon züchten Foxred. und erstaunlicherweise sehen DIE für mich genau so aus wie ich Labbis eigentlich kenne/kannte.

    Genau das hat eine Freundin auch gedacht, bei ihr zog dann ein sehr schickes Tierchen in Foxred vom Bauernhof ein. Angeblich ein Unfallwurf mit rundum gesunden Eltern.

    Jetzt ist die Hündin nicht ein Jahr alt, hat aber bereits einen sehr sichtbaren Hüftschaden. Also auch aus meiner Sicht: Finger weg.

    Ich bin da ehrlich gesagt sehr schmerzbefreit, solange ich innerhalb der Ruhezeiten übe. Allerdings trainiere ich weder in Parks, noch direkt im Wohngebiet.


    Wir halten uns an alle Regeln, der Hund belästigt keine fremden Menschen oder Hunde und hängt überall dort an der Leine, wo Leinenpflicht ist. Dann möchte ich bitte dort, wo ich darf, ohne große Einschränkungen trainieren. Auch wenn ich vielleicht gerade einen Suchenpfiff aufbaue und dabei viel Krach mache.

    Ehrlich gesagt finde ich dich überhaupt nicht bescheuert. Ich lese aus deinen Zeilen sehr viel Liebe für deinen Hund heraus, du kümmerst dich gerne um sie und ihr Wohlbefinden. Das ist ja erstmal nichts schlechtes. Ich würde an zwei Punkten ansetzen.


    Einerseits meiner Fähigkeit mich abzugrenzen, also dafür zu sorgen, dass ich nicht wie ein Helikopterhalter um meinen Hund kreise, ganz ohne dabei dessen Bedürfnisse außer acht zu lassen. Mir persönlich hilft es meinen Sorgen eine bestimmte Zeit in meinem Alltag einzuräumen, dann stelle ich mir einen Timer von 10-15min und schaue nach, was gerade so hochkommt. Das schreibe ich mir auf und überlege schon, ob ich dafür Lösungen finde. Bei dir könnte es zum Beispiel sein, dass du nochmal eine andere Physio probierst, möglichen Magenproblemen auf den Grund gehst, oder aber dass ihr gemeinsam Entspannung genießt. Nach dieser Zeit packe ich meine Sorgen so gut es geht wieder weg, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass ewig drauf rum denken nichts bringt. Kommt mir doch etwas in den Kopf, das nicht akut ist, schreibe ich das auf und beschäftige mich später ordentlich damit.

    Außerdem würde ich schauen, was ich mit Gutes tun kann, ganz unabhängig vom Hund. Du schreibst ja, dass du dir aktuell viele Sorgen machst, dafür brauchst du soweit es geht einen Ausgleich. Gibt es ein kleines Ritual, das du im Alltag einführen kannst, das dich entspannt und dir ein gutes Gefühl gibt? Vielleicht kannst du das nutzen, wenn du merkst, dass du wieder Gedankenkreiseln hast und dich fragst, ob es deinem Hund zu warm ist, sie wirklich zufrieden ist, oder eigentlich lieber anderswo wäre. Und um es mal ganz direkt zu sagen: Du kümmerst dich um deinen Hund, du siehst ihre Bedürfnisse, DU bist genug.

    Wenn du trotzdem in eine Situation kommst, wo das Gedankenkreiseln anfängt und die Negativspirale sich dreht, könnte dir vielleicht etwas in Richtung Achtsamkeitsübung helfen um dich nicht in deinen Gedanken zu verlieren, sondern quasi im Jetzt zu bleiben? Spontan denke ich da an sowas wie die 5-4-3-2-1-Übung, die hilft vielen Menschen sehr gut um sich wieder auf die Umwelt, statt ihre Sorgen zu konzentrieren. Sowas funktioniert meiner Erfahrung nach deutlich besser als „nur“ durchzuatmen.


    Andererseits würde ich schauen, wie ich mehr unbeschwerte Zeit mit meinem Hund verbringen kann. Einfach um die Relation von Sorgen zu Entspannung zu verschieben. Da wäre für mich die Frage: Habt ihr diese kleinen Inseln im Alltag vielleicht schon? Kuschelt ihr gerne gemeinsam auf dem Sofa? Handy weg, Fernseher aus, ein paar Minuten gemeinsames rumliegen ohne Ablenkung bleibt dem Menschenhirn deutlich nachhaltiger in Erinnerung als es so „nebenbei“ zu tun. Oder genießt ihr es beide einfach im Garten zu liegen und in die Gegend zu schauen? Ganz ohne nötige Beschäftigung oder den Gedanken, dass im Garten ja noch xyz gemacht werden müsste? Oder genießt ihr es vielleicht beim Gassi einfach auf einer Wiese zu sitzen, während du deinem Hund zuschaust, wie sie jeden Grashalm einzeln abschnüffelt? Diese positiven Momente würde ich mir aufschreiben, das können ganz kleine Sachen sein und es ist auch nicht schlimm, wenn es jeden Tag das gleiche ist. Hauptsache du kannst, wenn du das Gefühl hast deinem Hund ginge es nicht gut (bei dir) da rein schauen und dein Eindruck von dir als Halterin wieder gerade rücken.

    Gibt es Dinge, die du mit deinem Hund tust, bei denen du dir keine Sorgen machst? Dann würde ich mal hinterfragen, warum das so ist und ob du entweder die Umstände oder dein Verhalten währenddessen auch auf andere Situationen übertragen kannst.

    Wie sieht es mit deiner Entspannung im Alltag aus? Kann es sein, dass du oft gestresst bist, dir Dinge an deinem Hund auffallen, die dich dann weiter stressen und deinen Blick auf das Problem sozusagen schärfen? Falls ja, würde ich überlegen, was mir helfen kann besser mit meinem Stress umzugehen.

    Achten die Züchter nicht mehr auf ein gutes Nervenkostüm und mehr auf die Optik?

    Andersrum wird ein Schuh draus: Für manche Jobs brauchen Hunde eine gewisse Reizoffenheit, die Selektion lag früher ausschließlich auf dem Job.

    Der Anspruch, dass ein Hund nicht wie die Generationen vor ihm im Zwinger wohnt, sondern Teil der Familie ist, ist dagegen noch relativ jung. Das war/ist bei einigen Rassen nie ein Selektionskriterium.

    Uff, das Update ist länger geworden als ich eigentlich dachte. Und beim Blick auf meine Leseliste von 2022 stellte ich fest, dass ich offenbar mehr rumsitze und lese als ich dachte. Der Plan mehr feministische Literatur zu lesen ist bis jetzt aufgegangen.


    1. Lies ein Buch einer/eines Autorin dessen Name genau vier Buchstaben hat

    Carrie - Stephen King

    Nachdem ich irgendwann den Film gesehen habe, habe ich eine uralt Ausgabe im örtlichen Bücherschrank gefunden und es nochmal mit King versucht. Hat mir genauso wenig gefallen wie der Film, ich bin aber auch schlicht kein King Fan. Der Roman beschreibt in zwei Zeitebenen (Carries Leben vs spätere Berichte) die Geschichte Carries, eines 16-jährigen Mädchens, das weder in der Schule, noch im Elternhaus Halt oder Zuwendung erfährt. Stattdessen ist sie mit Ablehnung und Demütigung konfrontiert. Die Handlung eskaliert, als Carrie diese nicht mehr ertragen kann und mit Hilfe ihrer telekinetischen Kräfte ein Inferno verursacht.


    21. Lies ein Buch, bei dem ein Wort im Titel zwei aufeinanderfolgende gleiche Buchstaben hat (aa, ff, tt, etc.)

    (K)eine Mutter - Jeanne Diesteldorf

    Habe ich ins eins durchgelesen, große Empfehlung für alle, die es nervt, dass nur über Frauen gesprochen wird, die eine Schwangerschaft unterbrochen haben, aber nicht mit ihnen. Porträtiert werden zwölf Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben, sie erhalten Raum ihre Geschichte und Beweggründe zu erzählen, ohne dass der Eindruck erweckt wird sie müssten sich rechtfertigen.


    22. Lies ein Buch, das mindestens ein offenes Auge auf dem Cover hat

    Entmenschlicht - Huschke Mau

    Große Empfehlung für alle, die sich mit einer Gegenstimme zur „sexwork is work“ Bubble beschäftigen möchten. Die Autorin skizziert ihr eigenes Leben, spricht an welche Faktoren dazu beigetragen haben, dass sie jahrelang als Prostituierte gearbeitet hat, spricht über ihre Erfahrungen, psychische und physische Belastungen, Gewalt durch Freier und was der legale Kauf „sexueller Dienstleistungen“ mit einer Gesellschaft macht.


    27. Lies ein Buch einer AutorIN, die nicht aus D, A, CH, USA oder Skandinavien kommt

    Der Weg der Töchter - Yejide Kilanko

    Leichter Schreibstil, aber keine leichte Kost. Ich musste beim Lesen regelmäßig Pausen machen um die Erzählung zu verdauen. Der Roman thematisiert das Aufwachsen und Leben von Frauen in Nigeria, im Zentrum steht Morayo, die einerseits seitens ihrer Familie stark behütet wird und privilegiert aufwächst, andererseits aber mit der patriarchalen Struktur ihrer Gesellschaft, sexualisierter Gewalt und dem damit verbunden gesellschaftlichen Tabu/Stigma lebt.


    29. Lies ein Buch, das in einer (post-)apokalyptischen/dystopischen Welt spielt oder einen (drohenden) Weltuntergang/den Zusammenbruch der Gesellschaft thematisiert

    Der Report der Magd - Margaret Atwood

    Die Buchhändlerin meines Vertrauens hat mir gleich den zweiten Teil dazu bestellt und sagte, ich würde das Buch verschlingen. Sie hatte Recht. Der Roman thematisiert eine Zukunft in der die meisten Menschen durch die Verseuchung der Erde steril sind. In den ehemaligen USA hat eine christlich-fundamentalistische Gruppierung eine Diktatur errichtet. Diese ist stark patriarchalisch strukturiert, Frauen haben nahezu keine Rechte. Einige wenige fruchtbare Frauen werden als sogenannte „Mägde“ dazu genötigt Kinder für die Elite des Regimes auszutragen. Wir begleiten den Alltag und die Fluchtpläne der Magd Dresfred in einer dystopischen und doch real anmutenden Welt.


    30. Lies ein Buch, in dessen Titel ein oder mehrere Wörter einer anderen Sprache vorkommen

    Miroloi - Karen Köhler

    Große Empfehlung von mir, habe ich an einem Tag durchgelesen und war ziemlich unzufrieden, als ich damit fertig war. Ein aus meiner Sicht immer aktueller Roman, der die Rolle von Frauen in fundamentalistisch-religiösen Gesellschaften hinterfragt.

    Die Ich-Erzählerin nimmt uns mit in eine abgeschirmte Gesellschaft auf einer Insel im Mittelmeerraum und lässt die Welt, in der sie lebt, für den Leser erstaunlich real werden. Wir verfolgen das alltägliche Leben der jungen Frau, die als Findelkind aufwächst, von der Gesellschaft ausgegrenzt wird und sich schließlich sich gegen die vermeintlich gottgewollte Ordnung auflehnt, indem sie diese hinterfragt und Lesen lernt.


    Danke für das liebe Willkommen :winken:


    Ja, ich habe gerade nochmal nachgeschaut und da steht Nachname, ich war einfach zu doof die Schrift von Weiß auf schwarz zu ändern und habe dann falsch abgetippt. Die Liste ändere ich, sobald ich noch Bücher hinzufüge.

    Dass meine gelesenen Bücher diesen Monat in die Kategorien passen ist tatsächlich Zufall und hat mich selbst gewundert.

    Dann mache ich mich mal ans Nachtragen aller anderen passenden Bücher ich habe da aus diesem Jahr noch ein paar mehr, allerdings nicht in der Reihenfolge und nicht aus dem April.