Beiträge von Schnappschildkroete

    Wie ist das denn eigentlich bei den Tollern? Laut Wikipedia (wie verlässlich das auch sein mag) wurde da 2011 vom VDH zugestimmt, dass ein Einkreuzungsprojekt unternommen werden darf - was kreuzt man denn da ein? AL Goldens oder Kooikerhondje oder so? Findet das überhaupt statt?

    Es gab kein Einkreuzungsprojekt. Kurz gesagt gab es zu der Zeit in Deutschland zwei Tollerzuchtvereine, den Deutschen Retriever Club und den Toller Club Deutschland. Letzterer war deutlich kleiner, ich meine 8 Züchter oder so, und hat das Einkreuzungsprojekt angeleiert, ohne dass die Mehrheit der anderen Züchter dahinter stand.

    Es war angedacht amerikanische Golden Arbeitslinien zu nutzen, was sich dann aber auf Grund ihrer Neigung zu Krebs und Epilepsie oder Hautproblemen zerschlagen hat. Bei den letzten beiden bin ich mir nicht ganz sicher. Die TCD Mitglieder waren ziemlich unzufrieden mit den gestellten Bedingungen für das Projekt, der TCD hat sich aufgelöst, und jetzt kochen sie zum Teil in der Dissidenz ihr eigenes Süppchen und kommen natürlich nicht an richtig gute Zuchthunde ran. Stattdessen vermehren sie, soweit ich das beurteilen kann, weitestgehend ohne Sinn und Verstand. Gesundheitsergebnisse und ein nachvollziehbares Procedere zur ZZL findet man auf ihren Internetseiten nicht, einige Videos zeigen, dass die Hunde absolut untauglich für ihren eigentlichen Verwendungszweck sind. Einer dieser Züchter, der seine Tollermixe unter einem eigenen Markennamen anpreist, lehnt Jagd- und Dummyarbeit ab, auch Hundesport empfindet er nach eigener Aussage als sinnlos.


    Zum Toller: Der Inzuchtkoeffizient ist hoch, nicht nur in Deutschland, sondern allgemein. Da der Toller eine sehr junge Rasse ist, konnte man gut mittels Ahnentafelanalyse zu den Gründertieren zurück rechnen. Geht das wie bei anderen Rassen nicht mehr nicht mehr, fällt der

    IZK, der aus der Ahnentafel ermittelt wurde, natürlich deutlich geringer aus.


    Darauf folgte dann eine Studie von Mäki, die den genomischen Inzuchtkoeffizienten des Tollers untersucht hat. Auch der ist hoch, aber: Für andere Rassen gibt es Solche Untersuchungen in der Regel nicht, es gibt meines Wissens nach kein Vergleichsmaterial mit dem Großteil der anderen Hunderassen. Ob der Toller ein größeres Problem hat als andere Rassen, sei also dahingestellt.


    Ich fände die Idee über Leistung zum Typ super. Was arbeitet wie ein Toller, oder die tollertypischen Eigenschaften in hohem Maße mitbringt, empfände ich als gute Wahl für eine Einkreuzung. Problem bei der Beurteilung: Der Toller ist eine sehr heterogene Rasse, die Unterschiede in den Linien sind riesig. Was tollertypisch ist, ist immer auch linienabhängig. Beim Kooiker bin ich skeptisch, da steckt mir ganz persönlich zu wenig Arbeitsleistung und zu viel Unsicherheit drin. Ohne da jetzt groß drüber nachgedacht zu haben, würde ich eher Richtung Labrador, Golden, Spaniels, Pudel schauen, vielleicht auch in Richtung einiger gemäßigter französischer Laufhunde. Je nachdem, ob man jetzt den Toller als Jagdhund, als allgemeinen Sporthund, oder Dummyhund fördern möchte.

    Ob man ein solches Projekt braucht, oder nicht, kann ich nicht beurteilen und will mir das auch nicht anmaßen. Dafür bin ich zu wenig im Thema.

    Gut dann hat sich das mit dem ZHS ja erledigt. Dann hört endlich auf mir das zu empfehlen. Canicross mache ich bestimmt nicht und wenn Scooter nicht geht sehe ich keinen Sinn in einer weiteren Diskussion.


    Und bevor ihr jetzt empfehlt dass ich doch einfach abnehmen soll, lasst es.

    Kannst du dir nicht vorstellen mit dem Hund im Zug zu joggen, oder gilt das gleiche auch für Wanderungen? Letzteres könnte ein toller Einstieg für euch sein und bergauf ist es mit Hund deutlich weniger anstrengend als ohne.

    Ich muss jetzt ehrlich Partei für die TE ergreifen. Dass sie sich vor der Hundeanschaffung offenbar wenig mit den Bedürfnissen der von ihr favorisierten Rasse auseinandergesetzt hat ist eine Sache. Die heiße ich nicht gut und würde mir mehr Initiative ihrerseits für den Hund wünschen.


    Allerdings finde ich es absolut übergriffig und beschämend, wie sich in Gesundheit von @Anna02 eingemischt und bewertet wird. Fast jedem Menschen ist bewusst, dass Mehrgewicht schädlich sein kann. Aber glauben die Schreiber hier ernsthaft es ist mit "halt mal den Arsch hochkriegen" getan?

    Niemand von uns weiß, was hinter dem Gewicht der TE steht, die Gründe dafür gehen und schlicht nichts an. Ob sie mit ihrer Situation glücklich ist, oder nicht, geht uns auch nichts an. Darüber zu urteilen steht uns nicht zu. Wir können lediglich anregen die Situation des Hundes zu verbessern und sei es der TE zu empfehlen einen Sportpartner für den Hund zu suchen. Übrigens habe ich nirgends gelesen, dass die TE sich nicht vorstellen kann längere Gassistrecken mit dem Hund zu gehen.


    Die eigene, internalisierte Fettfeindlichkeit an der TE auszulassen und ihr vermeintliche Abnehmtipps zu geben, die nur das Klischee bedienen, dass Mehrgewichte faul und maßlos seien, ist unterste Schublade. Diskriminierung und Stigmatisierung machen krank und sorgen im Zweifelsfall nur für ein schlechteres Verhältnis zum eigenen Körper.

    der schäfer muß nicht verkaufen und nach 40 jahren hunde,schäferei und zucht,denke ich wird er ein gutes urteilsvermögen haben wem er seine schützlinge anvertraut und wem lieber nicht.

    Ich mag da sehr vorurteilsbehaftet sein, aber wäre ich Schäfer und hätte einen untauglichen Junghund da sitzen, würde ich versuchen ihn möglichst schnell loszuwerden. Den mit durch zu füttern schmälert den ohnehin nicht gerade üppigen Ertrag einer Schäferei. Vielleicht liege ich da vollkommen falsch, aber ich würde bei 40 Jahren Zucht von Arbeitshunden, die zum Ziel hat den eigenen Lebensunterhalt zu sichern, nicht von einem besonders sentimentalen Hundehalter ausgehen.

    Wie lange dauern die Kundentermine? Wäre es möglich sie so lange in einem leeren Büro, oder im Kofferraum unter zu bringen, sofern du ein Auto hast? Es wird ja jetzt langsam aber sicher kühler, du hättest mit einem Auto eventuell die Möglichkeit zu managen und zu trainieren, bis es Frühsommer wird.

    Wenn du nicht zwingend Hundesport machen und ernsthaft mit dem Hund arbeiten willst würde ich vom Toller abraten. Oft sind sie Bordern im Bezug auf die Baustellen, die man hat, gar nicht mal unähnlich, nur mit meiner Erfahrung nach weniger Hang zu Zwangsverhalten. Der „Anschalter“ ist beim Toller vorinstalliert, den „Ausschalter“ und die Entspannung im Alltag müssen sich viele Tollerbesitzer härter erarbeiten, als es von außen aussieht. Oben drauf gibt es ganz massive Unterschiede zwischen den Linien, entsprechend müsstest du dir jemanden suchen, der ungeschönt berichten kann und viele Toller kennt.


    Toller sind keine leisen Hunde, wobei man ihnen gut beibringen kann nicht sinnlos zu kläffen. Du musst damit rechnen, dass sie beim Arbeiten fiepen. Wenn dich das gesprächige von Sheltie abhält, würde ich mir vorher möglichst viele Toller live und in Arbeit angucken.


    Die für mich großen Pluspunkte sind eine sehr hohe Motivation dem Halter alles recht zu machen und die riesige Freude bei der gemeinsamen Arbeit. Wenn du den Toller noch etwas apportieren lässt, wird der sowohl mit Mantrailing als auch Dog Dancing und RO sehr glücklich.


    Ich würde mich fragen: Will ich einen Hund, der im Alltag ganz entspannt mitläuft und im Sport etwas mehr angeschoben werden muss? Oder will ich einen Hund, der im Alltag anspruchsvoller ist und dafür im Sport oft deutlich besser abliefern kann? Alltag sind 95% der Zeit mit dem Hund, Sport etwa 5%.


    Edit: Wenn du dich für einen Toller entscheidest,

    oder dir gut einen vorstellen kannst, solltest du jetzt für 2023 auf Züchtersuche gehen.

    Mein Toller neigt zum Bellen, wenn sowohl er als auch ich in bestimmten Situationen unsicher sind. Da eh kaum ein Mensch die Körpersprache von Hunden richtig einschätzen kann, wirkt das kleine, süße Rote durchaus abschreckend auf die meisten Menschen. Dafür braucht es also keinen wehrhaften Hund, sondern einfach einen der Krach macht. Wer schlechte Absichten hat, will möglichst unauffällig sein. Machen das potenzielle Opfer, oder der Hund des Opfers Krach, klappt das nicht.

    Wenn es nur um die Wirkung geht, würde ich mir einen schwarzen Labrador zulegen und dem beibringen auf Kommando Laut zu geben. Kettenhalsband und Maulkorb drauf und alle haben Schiss vor dem „gefährlichen Hund“.

    Ich schreibe einfach mal meine Gedanken auf und was für MICH persönlich wichtig wäre, würde ich in deinen Schuhen stecken RafiLe1985


    Du kannst dir einen Drahthaar sehr gut vorstellen. Die Anzahl an DD, die ich gut kenne ist deutlich beschränkt (n=4). Alle sind sehr ernsthafte und wehrhafte Hunde, die im Erwachsenenalter unproblematisch mit Hunden im selben Haushalt sind, aber in der Pubertät aus Gründen viel Zeit im Einzelzwinger verbracht haben. Schlicht weil sie mal gucken wollten, was in Sachen Ressourcenverteidigung so geht. Das sind keine Hunde, die einem Streit aus dem Weg gehen, oder nachgeben. Ist auch züchterisch nicht gewünscht. Ich würde mich darauf einstellen viel trennen und managen zu müssen, gerade wenn der Drahthaar-

    Teenie feststellt, dass deine beiden sehr netten Hunde ihm nicht so gewachsen sind.

    Einen Hund mit Wach- und Schutztrieb muss man schon wollen.

    Wenn es dir um einen ernsthaften, humorlosen Einfrauhund geht, würde ich mir neben dem Drahthaar auch den Chessie angucken. Die wurden mir von Jägern bisher als deutlich führigerer als DD beschrieben, bringen aber (je nach Linie) eine ähnliche Härte mit und oft auch das an Wach- und Schutztrieb, was du beim Drahthaar erwarten kannst.


    Falls du dir einen Working Cocker vorstellen kannst, würde ich den Toller nicht grundsätzlich ausschließen. Mich persönlich würde am Working Cocker abschrecken, dass die im Prinzip permanent stöbern. Das mag für die Rettungshundearbeit toll sein, entspanntes Gassi wird da aber sehr, sehr harte Arbeit werden. Schlicht weil du grundsätzlich gegen die Genetik des Hundes arbeiten musst.

    Viele Toller, die ich kenne sind im Haus nicht lauter als jeder andere Hund auch. Das scheint für dich wichtiger zu sein als einen Hund, der leise arbeitet. Klar kann man aus einem Toller auch einen Kläffer machen, aber meine größere Sorge wäre den Wachtrieb eines DD/Chessies nicht in den Griff zu bekommen. Gerade wenn ich in dem Bereich noch wenig Erfahrung habe und vielleicht die Anfänge von kritischem Verhalten erst im Nachhinein erkenne.

    Einen Wachtelhund würde ich persönlich weniger sehen, schlicht weil ich einige Wachteln kenne, die nach Drückjagden eingesammelt werden müssen, sofern sie nicht völlig im Eimer wieder bei ihrem Führer ankommen. Da ist kein Bestreben irgendwas für den Halter zu tun, die Idee ist Spuren zu verfolgen und entweder sie dürfen das, oder sie machen halt gar nichts. Ob das Auffinden der VP wirklich selbstbelohnender werden kann, als das Stöbern an sich, würde ich in Frage stellen.


    Wenn dir die Spaniel vom Typ liegen, würde ich mich nach einem Springer/Cocker aus jagdlicher Zucht umsehen. Das sind Hunde, die gut und gerne arbeiten und häufig sehr nett und eher weich sind. Du wüsstest, was du hast, einen Spaniel bekommst du besser ins vorhandene Auto als einen Vorsteher und er passt vermutlich sehr gut zu deinen Hunden. Was ich vorher auch noch checken würde ist der Radius in dem Working Cocker arbeiten. Ich habe bis dato nur mitbekommen, dass die hauptsächlich unter der Flinte arbeiten. Das ist aber vermutlich nicht die Entfernung, die in der Rettungshundearbeit erwünscht ist? Bin da völlig ahnungslos, lasse mich also auch gerne eines Besseren belehren. Bei den in Deutschland gezogenen Spaniels, die auch auf Bewegungsjagden geführt werden, schien mir da die weiträumige Lösung vom Führer weniger ein Problem zu sein.


    Wäre ich du, würde ich wohl einen Labrador oder Golden aus Arbeitslinie suchen. Umgängliche Hunde mit tollem Suchmuster und großem Finderwillen, die darüber hinaus ihrem Führer gefallen wollen.


    Was ich noch bedenken würde ist die erste Zeit mit einem Welpen/Junghund. Da möchtest du viel Zeit reinstecken, viel getrennt Gassi gehen um das Tierchen aus Linie zu bekommen. Umso „assiger“ der Hund, umso mehr wirst du Einzelzeit brauchen. Da würde ich persönlich überlegen, ob ich meinen Wunsch nach einem kniffelig auszubildenen Hund nicht für meinen entspannten Alltag zurückstelle. Denn wenn der Alltag eh stressig ist, die Ausbildung auch nicht so läuft, dann kommt schnell Frust auf.