ANZEIGE

Schäfer in Döberitzer Heide

  • Hallo,
    ich war heute dort mit meiner hündin unterwegs.
    am ende des weges schien sie immer aufgeregter zu sein, als ich dann viele weisse graue und braune hügelchen vor uns entdeckte.
    es war die schaf + ziegenhrde, die die heide sozusagen betreut.


    wir sind dann einen recht grossen bogen gelaufen, um meine hündin nicht hochzudrehen, und vorallem die schafe nicht in panik zu versetzen.
    zurück nach dem bogen auf dem weg haben wir dann den schäfer, mit ich glaube mindestens drei bordern gesehn. er hat uns entdeckt, gesehn dass wir warten und begann mit den hunden uns den weg "freizuräumen".
    :cuinlove:


    es war ein toller anblick, die borders bei ihrer eigentlichen arbeit beobachten zu dürfen, er gab befehle durch pfiffe und worte, und die hundis waren top. man merkt wircklich dafür sind sie geboren :D


    Es muss toll sein die tage mit hunden und schafen so verbringen zu können, davon kann man aber sicherlich nicht gänzlich leben oder?


    Ist die Ausbildung eigentlich ohne zwang, die hunde müssen ja im entfernten sinn "funktionieren". oder gibt es wieder solche und solche???
    nicht böse sein falls ich als totaler laie dumme fragen stelle, aber mich hats irgendwie schon fasziniert.


    ich weiss dass man den hund richtungen vorgibt, wird er sozusagen nur über rechts links etc. "ferngesteuert", oder fällt er auch entscheidungen selber, muss man alle hunde gleichzeitig in jeder bewegung steuern, oder koordinieren sie auch selbst untereinander?


    mich interessiert einfach wieweit der mensch dies lenken muss...
    ich hoffe ihr versteht ungefähr meine fragen =)


    lg annia

  • Zitat

    Es muss toll sein die tage mit hunden und schafen so verbringen zu können, davon kann man aber sicherlich nicht gänzlich leben oder?


    Ist die Ausbildung eigentlich ohne zwang, die hunde müssen ja im entfernten sinn "funktionieren". oder gibt es wieder solche und solche???


    Ja...insbesondere wenn es nasskalt bei 2-3 Grad ist und man zwölf Stunden und mehr draußen unterwegs ist... ;)
    Ich glaube der Beruf des Schäfers ist nicht im entferntesten so "romantisch" wie man sich das gemeinhin vorstellt...wobei die Vorstellung an sich natürlich schon sehr reizvoll ist.
    Ab einer bestimmten Herdengröße kann man durchaus von der Schäferei leben, das muss dann aber schon eine Herde mit mehreren Hundert Tieren sein. Schäfer ist auch ein ganz "normaler" Lehrberuf...ist glaub ich Tierwirt/Schwerpunkt Schafe.
    Zum Zwang in der Hütehundausbildung: Ist wohl wie du schon angenommen hast...es gibt solche und solche Methoden, wobei ich fest davon ausgehe, dass die meisten Schäfer durchaus mit Zwang arbeiten, denn im Zweifelsfall z.B. beim Überqueren von Straßen hängt viel davon ab, dass der HUnd einwandfrei funktioniert.


    Bist du dir eigentlich sicher, dass es Border Collies waren? Die werden nämlich eigentlich eher in der Koppelschafhaltung eingesetzt... :???:

    Liebe Grüße,
    Björn und seine Gassimeute

  • mir ist schon klar, dass das wetter nicht immer chic ist.
    dieser schäfer hatte sicher so 500 viecher, diese herde nahm kein ende.


    ich weiss wie gesagt gar nichts von den methoden, deswegen frage ich ja auch, es ist aber glaub ich schon so, dass nicht alle schäfer im winter arbeiten oder, dawerden die schafe in nem stall untergebracht oder so?


    klar der beruf ist sicher sehr hart, aber es die vorstellung reizt einen schon mal, wie gesagt als vorstellung. mich würden halt meine fragen zur führung der hunde interessieren...


    ich bineigentlich so versiert, dass ich sehr sicher bin dass es borders waren, sie hatten sowohl die färbung, auch besonders die kopf und ohrform, war so wie sie bei bordern halt ist. es waren keine aussies deren köpfe wie soll ichs ausdrücken etwas runder sind. wie gesagt bin mir daziemlich sicher.


    die arbeit sah halt wie in den meisten videos die man zur borderarbeit sieht, also die hunde haben dieses typische anpirschen und treiben gezeigt, nur ohnezäune halt.


    allerdings gibts dort scheinbar auch ab und zu laut meins vaters einen grossen abgetrennten bereich wo die schafe eingepfercht werden.


    annia

  • Hallo Annia,
    ich hab ja nur eine handvoll Schäfchens und habe sie fast ausschließlich gekoppelt, also auf einer Weide in Netzen stehen. Meine Hunde helfen mir beim Umtreiben von Weide zu Weide, oder beim Füttern (Zurückhalten), oder einpferchen (Klauen schneiden, Wurmkur spritzen, sonstiges) Leider hab ich nur wenig Zeit, auch einfach mal eine Stück einer Weide ohne Netze abzuhüten. Selten, ganz selten kommts halt mal vor....
    Die Hunde brauchen schon eine fundierte Ausbildung, ich persönlich halte aber nichts davon die Hunde allzu jung schon zu hochleistungsfähigen "Maschinen" abzurichten, wie das sicher manche tun. Bei meinen Beiden hab ich festgestellt, daß sie erstmal richtig erwachsen werden mussten- und beide arbeiten inzwischen höchst zuverlässig und mit viel Geist und Mitdenken für mich. Sie sind jetzt fast 4 und fast 5.
    Der gut gezogene Border (gute Hüteleistungszucht zum Beispiel) bringt schon die Anlagen mit, die Du sicher bei diesen Hunden sahst. Man feilt dann noch an entsprechenden Kommandos, die man für die Arbeit am Vieh braucht und durchaus auch an Dingen, die dem Hund vom eigentlichen Instinkt her nicht so ganz auf den Leib geschrieben sind- zum Beispiel das Wegtreiben macht der Hund oft nicht so gerne wie das Nachtreiben. Sollte aber für nen guten Hund kein Problem sein es schnell zu lernen und umzusetzen.


    Ich lege Wert auf selbständiges Arbeiten, oftmals sieht der Hund was, was Mensch gar nicht wahrnimmt. Beim letzten Umtreiben musste ich einige lange Straßenzüge quer durch den Ort treiben und kam dann aus dem Ort raus, direkt an einer Wiese vorbei und dachte noch, daß ich wohl den Hund mal raus schicke, damit die Schafe nicht ein Päuschen auf dieser Wiese einlegen, die uns nicht gehört. Die Schafe blieben aber wie von Geisterhand auf dem Asphaltweg :???:
    Ein Blick nach meinem Hund- und ich hatte es DANN auch endlich verstanden- viel später als mein Hund! Denn der war schon rausgelaufen und hielt die Wiese frei von den Schafen. DAS ist das, was ich an meinen Hunden schätze- eben nicht immer abzuwarten bis Mensch was sagt, sondern mitdenken und handeln.


    Oder ein Beispiel von meinem "Rinderhund"
    Die letzten Tage ist die Mutterkuhherde auf der Weide, es ist spät und stockenfinster. Ich höre Kälber plärren und mach mich auf 3,5 ha mit Taschenlampe auf die Suche aus Richtung des Geplärrs. Zwei Kälber waren durch den Zaun gestiegen, eins stand im Graben, eins auf der Nachbarweide, die auch uns gehört und nochmal knappe 5 ha groß ist.
    Das ist guter Rat teuer, denn Kühe sehen Nachts nicht gut.
    Also muss mein Hund- den ICH ja auch im Dunkeln kaum sehen eben alleine ran. Das einzige Hilfmittel war meine Taschenlampe, mit der ich den Hund anleuchtete, damit die Kälber ihn so einigermaßen sehen konnten. Ganz ohne Kommandos, nur an meiner Stellung wo die Kälber den Ausgang zu finden haben, hat dann Forest die Beiden ganz souverän wieder zurückgeholt. Für mich allein wär das nahezu unmöglich gewesen.


    Für mich also ist das mitdenken und selberhandeln sehr wichtig und so lass ich meine Hunde auch oft allein machen und schau, daß weder Vieh noch Hund allzu großen Blödsinn anstellen- beim Umtreiben der Rinder und Kühe allerdings muss der Hund schon präzise den Treibwagen treffen, aber auch da weiß Hund inzwischen, daß Kuh in dieses metallne Ding rein muss.... son Hund ist echt ein kluger Kopf und weiß schnell, woraufs ankommt.


    LG Sanny

    fides esperantia caritas
    1 Kor 13 13

  • Zitat von "annia"

    Es muss toll sein die tage mit hunden und schafen so verbringen zu können, davon kann man aber sicherlich nicht gänzlich leben oder?


    Wenn Du ausreichend Schäfchen Dein Eigen nennst, dann schonn.


    Zitat

    Ist die Ausbildung eigentlich ohne zwang, die hunde müssen ja im entfernten sinn "funktionieren". oder gibt es wieder solche und solche???
    nicht böse sein falls ich als totaler laie dumme fragen stelle, aber mich hats irgendwie schon fasziniert.


    Wenn Du mit Zwang Strafe meinst, dann ist es tatsächlich so, dass man ohne nicht ausbilden kann. Ist aber eben auch die Frage wie man sie anbringt und was man tut, um zu strafen... In der Hütewelt wird das gerne mit "Druck" betitelt.


    Zitat

    ich weiss dass man den hund richtungen vorgibt, wird er sozusagen nur über rechts links etc. "ferngesteuert", oder fällt er auch entscheidungen selber, muss man alle hunde gleichzeitig in jeder bewegung steuern, oder koordinieren sie auch selbst untereinander?


    Normalerweise beides. Du kannst sie einzeln steuern, sie ganz selbständig arbeiten lassen oder/und beides. Normalerweise haben die ein gutes Gespür dafür, wann was angesagt ist und wenn der Border mal "ungehorsam" ist, dann hatte er meistens recht... Denn er kann die Schafe viel besser lesen als wir Menschen. Außerdem ist man ja weit weg, man sieht also manchmal gar nicht was vor sich geht und muss auf den Hund vertrauen.


    Bei Hütewettbewerben zum Beispiel wird der Hund fast ausschließlich dirigiert. Es sei denn Du schickst ihm zum Schafe holen außer Sicht. Da kannste nur warten und hoffen :D Meist erfüllt sich Erwartung und Hoffnung, wenn Hund mit Schafen am Horizont erscheint. Im Alltag kommt es einfach häufiger vor, dass der Hund mal ohne Kommando was tut. Wenn ich z.B. gerade an einer Klaue was mache, kann ich nicht noch dauernd nach dem Hund schauen, wenn er mir z.B. die anderen Schafe halten soll...


    Viele Grüße
    Croinna

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen kostenlosen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den kostenlosen Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • hi,
    danke für die super antworten, kein wunder dass man hütearbeit nicht so einfach ausgleichen kann, scheint eine richtig komplexe arbeitsweise zu sein. :schockiert: da ist agility u co. ja dagegen langweilig....


    was heisst eigentlich strafe???, wenn der hund die schafe angeht, oder wenn er di bfehle verweigert?? ich weiss gerade nicht genau, was ein böser fehler ist und wie man da eingreift, oder geht es eher darum, unabdingbaren gehorsam einzutrichtern?


    ich find es faszinierend, das die hunde wissen, auf welche weide man gehen soll usw. bringt man denen bei, man soll die schafe immer zusammenhalten,


    wie beginnt man eigentlich eine ausbildung, mit trockenübungen?


    sorry, dass ich euch so quäle, viellleict muss ich mir ein buch besorgen bin grad neugierig geworden :ops:


    annia

  • Das meiste lernt der Hund, indem man auf sein instinktives Verhalten Kommandos dazusetzt... Denn das ist ja das enorm praktische an einem gut veranlagten Border Collie. Er hält die Schafe zusammen ohne, dass man ihm das erklären muss. Auch das Schafe holen ist für ihn keine Aufgabe, die er lernern muss. Lernen muss er dabei z.B. nur, wann er das tun soll und in welche Richtung er loslaufen soll um das zu tun.


    Die ganze Ausbildung beruht auf die Instinkte des Hundes - hier, in einem anderen Thread habe ich mal geschrieben aus was der Hüteinstinkt alles besteht:



    Im Grunde muss der Mensch ersteinmal lernen diese zu erkennen und selbst an der "Jagd" teilzuhaben. Denn ein Jagdleiter, der total planlos ist, ist nicht besonders überzeugend in seiner Rolle ;)


    Richtig böse Strafe gibt es bei mir nur, wenn der Hund Schafe aus Spaß an der Freude hetzt oder einfach so beißt. Oft haben aber auch diese Dinge einen Grund - z.B. weil der Hund überfordert ist.


    Das Thema ist sehr komplex. Ich habe, obwohl ich vorher schon sehr aktiv im Hundesport war, Jahre gebraucht einigermaßen zu verstehen, dass man mit all dem Wissen vorher gar nichts anfangen kann und ich in eine ganz andere Welt eingetaucht bin. Und das verrückte: Nirgends anders habe ich es bisher erlebt "so nah" mit einem Hund sein zu dürfen...


    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo,
    danke nochmal flying paws, du erklärst es sehr einleuchtend :D


    Es sah für mich auch so aus dass die zusammenarbeit sehr eng ist zum hundeführer, und ich habe überraschenderweise entdeckt, dass es was ganz anderes ist vom eindruck, wenn man es live sieht und nicht im fernsehn.


    was die anlagen angeht, das kann ich mir vorstellen, wenn ich dran denke wie viel meine jagdhündin, eigenständig an dem zeigt, wasfür einen jäger wünschenswert wäre, da müsste man eigentlich nur anfangen die dinge zu bestätigen...


    da machens einem die hunde ja schon leichter :lachtot:


    jetzt bin ich etwas klüger geworden.
    lasst ihr einen jungen hund gleich an schafe? so zB 5?


    annia

ANZEIGE