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ich weiß nicht mehr weiter

  • Hi,
    bin zum ersten Mal hier. Habe beim Lesen der Beiträge gesehen, dass viele ähnliche Probleme wie ich haben. Aber das hilft letztlich doch nicht weiter. Ich muss mir aber einfach mal Luft verschaffen.
    Mein Max (Tierarzt schätzt sein Alter auf 21/2 bis 3 Jahre) ist ein absolut toller Mischling, der aus dem spanischen Tierschutz kommt. Er ist seit gut fünf Monaten bei uns, er liebt meine drei Kinder und ich denke auch mich. :love: Was für ihn aber kein Grund ist, mir zu folgen. Er ist schmusig..., aber nutzt auch jede Glegenheit, aus der Küche zu klauen, er bringt sogar den Müllereimer auf! Echt Klasse. Der Albtraum ereilte mich recht schnell, als er nach drei Tagen bei uns das erste Mal gazellenartig über den Gartenzaun hüpfte, weil ein Minihündchen vorbei ist. Dessen Besitzer hat seinen Hund gleich in die Westentasche vor meinem geretten. Ich natürlich hinterher, MAx geschimpft, mich artig entschuldigt. Gartenzaun erhöht, nun nimmt er als Absprung den Blumenkübel und überwindet damit locker 1,50 cm. (Vielleicht ist er ja ein Pferd?) :licht:
    Schlimm ist Spazierengehen, er zieht mal mehr mal weniger, je nachdem wie er drauf ist. Ich mache mit ihm täglich Übungen, stehenbleiben, Richtungswechsel, dann kommt er auch brav her, geht ein paar SChritte bei mir, denkt sich dann (le..mich) und trabt munter weiter wie bisher. Er natürlich strammen Schrittes voraus. Von hinten sieht er aus wie John Wayne, breitbeinigen Schrittes schreitet er voran. Er ist dabei aufmerksam, unruhig (?), angespannt (?) sein Kopf geht hin und her. Und wehe es kommt ein Hund, :!: der wird angebellt, angejault, er zieht hin, absoluter Theater vom Feinsten. Nur noch penlich. Auch wenn der andere Hund vorbei ist, macht er weiter, dreht sich immer zu ihm um. Dabei umkreist er mich, furchtbar. Ich ziehe ihn weiter, mache Leinenrucks, bleibe ganz ruhig, schimpfe ihn, egal was ich mache, er läßt sich nicht beruhigen. Es ist ein graus. Besitzer kleinerer Hunde "retten" ihre meist auf den Arm, andere sagen, lassen Sie ihn doch laufen, die spielen nur. Da bin ich mir aber nicht sicher, denn seine Kieferchen schnappen schon auch auf und zu, so dass ich mir denke, wenn ich Max zu dem anderen hinlasse, bin ich mir nicht sicher, ob er nicht beißt.
    Wir sind auch in einer Hundeschule (Rettungshundestaffel). Schon das Reingehen aufs Gelände ist ein Fiasko. Die meisten sitzen brav neben Herrchen, meiner bellt, blökt, führt sich auf. Beim Ableinen rast er auf einen zu, blökt diesen an, und dann läuft er mit den anderen rum. Gebissen hat er noch keinen, ich habe mich an das Rüdengerangel auch schon gewöhnt. Gehts ans anleinen, wieder Theater, Übungen (sitz, Platz, Fuß gehen) sind manchmal gar nicht möglich. (Daheim im Garten gehts natürlich ohne Probleme) Da kann ich mit Stinkekäse, Leberleckerlie locken soviel ich will.
    Freilaufenlassen kann ich ihn beim Spazierengehen nicht, da er so unberechenbar ist. Ich kann ihn nicht 100%ig abrufen.
    Jetzt war ich bei einem "mobilen" Hundetrainer, der hat -in Konfrontation mit einem anderen Hund - zwei "Leinenrucks" angewendet. Max war ruhig. Ich dachte super, das kann ich auch, von wegen. Bei mir ist ihm das scheißegal. Ich bin wahrscheinlich nicht sein Rudelführer. :?: ´´
    Jetzt bin ich drauf und dran ihm einen Maulkorb zu kaufen und ihn dann auch mal abzuleinen beim Spazierengehen. Alle (Hundeschule und Hundetrainer) meinen, dass er ein "Schisser" ist, der nicht von Haus aus agressiv ist, sondern zum einen mich verteidigt, zum anderen - als jahrelanger Straßenhund- in anderen Hunden durchaus Feinde sieht, die ihm sein Frauchen, (Fressen) wegnehmen könnten. Wenn ich ihm also einen Maulkorb anziehe, kann er anderen Hunden nichts tun, er sieht aber auch, dass die anderen ihm auch nichts tun. Wie denkt ihr darüber? :help:
    Es ist grausam, aber ab Freitag fahre ich zwei Wochen in Urlaub, da ist Max bei einer Freundin. Ich freue mich schon fast drauf, denn meine Hände sind voller Schwielen (so eine fetzende Feldleine ist ja auch was Feines), meine Fingermuskeln voll des Muskelkaters.
    Sabina

  • Hallo, :hallo:


    kann ich mir vorstellen, das dich das nervt.
    Ab und an scheint es ja mit dem Leinengang zu funktionieren, also scheinst du doch auf dem Besten Weg zu sein. Er kannte ja schließlich gar nichts. Du musst halt etwas länger Geduld aufbringen er ist ja kein Welpe und da dauert es ja immer etwas länger, bis die das kapiert haben, wer der Boss am anderen Ende ist.
    Ich hab bei unserem Aussie-Border-Collie-Mix letztes Jahr auch jeden einzelnen Stein auf dem Weg zur Hundewiese ausgemessen. Es sah wohl ziemlich lustig aus, da mehrere Leute mich darauf hin angesprochen hatten. Das war mir aber ganz egal.
    Es hat gedauert bis er kapiert hat wer die Richtung vorgibt. Ich hab ihm wirklich keinen Raum gelassen die Richtung anzugeben. Es war eine tierische Arbeit, aber er hatte es nach ein paar Monaten kapiert. Je intensiver du mit ihm übst desto eher wird er kapieren was du willst. Ich ging auch ab und an mit meiner Freundin und ihrem Border-Collie,der ist 3 Jahre alt, spazieren, der macht auch bei ihr was er will, bellt andere Hunde an, gebärdet sich total wild und beißt in die Leine. Wir haben auch dann die Hunde gewechselt unser Aussie-Border-Collie Mix 1 Jahr alt, hatte ganz lieb bei ihr an der Leine gestanden und ihrer hat sich ein paar Minuten wie wild gebärdet. Ist dann aber komischerweise etwas ruhiger zu führen gewesen. Ich habe ihn einfach ignoriert und bin einfach weitergegangen.
    Das in die Leine beißen haben wir auch durch ignorieren weg bekommen. Das hat sie dann weiter gemacht und ihn mit Leckerchen und Lob bestärkt. Aber es dauert halt alles etwas, bis man zufrieden ist.
    Vielleicht merkt er deine eigene Unruhe beim spazieren gehen, unsere kleine hat sich auch die Woche gegenüber anderen Hunden etwas sehr scheu und ängstlich verhalten, bin aber dann einfach weiter gegangen und hab sie nicht beruhigt oder großartig angesprochen und mittlerweile weiß sie das andere Hunde keine Gefahr darstellen. Klar sind wir auch noch nicht mit dem Thema durch, aber wir sind auf dem besten Weg, ohne Streß spazieren gehen zu können.



    Da wir jetzt auch so eine kleine wieder haben fang ich auch wieder bei null an. Bei der müssen wir noch etwas konsequenter sein als bei unserem ersten Hund. Aber sie ist ja erst 11 Wochen alt. Aber diese Spaziergänge mach ich lieber auch ohne meine lieben. Da kann man sich besser auf den Hund konzentrieren. Zum anderen haben wir über das Futter fast alles erreichen können.
    Vielleicht ist dein Hund ja auf dem Hundeplatz mit all den anderen Hunden noch überfordert. Lass vielleicht etwas ruhiger angehen.
    Das mit dem Abrufen hat selbst bei unserem einjährigem gedauert, aber vielleicht benutzt du eine lange Leine und jedes Mal wenn er zu dir kommt begrüßt du ihn total überschwenglich. Wir haben ihm kein anderes Leckerchen als sein Trockenfutter gegeben.
    Das mit dem Mülleimer kennen wir von unserem 6 Jahren alten Kater, der kann auch alle Türen aufmachen. Vielleicht machst du dir eine Klapperdose mit Nägeln und falls du ihn dabei erwischt , klapperst du ganz laut damit. Vielleicht hilft es dir ja.


    Ich weiss auch nicht alles über Hunde, aber ich hoffe ich konnte dir ein bischen helfen!!!
    :teddy:

    Ein Aussie wird immer mit viel Potenzial geboren!
    Nur um dieses richtig anzuwenden
    liegt in deiner Verantwortung! ( von T.K.)


    LG
    Claudia & Sky & Icy

  • Hallo Sabina,


    um es mal aus Max's Sicht zu sehen, er war ja als Spanier sicher 2 Jahre seines Lebens ein Straßenhund, d.h. auf sich selbst gestellt in allen Lebenslagen und Selbstversorger (siehe klauen und Mülleimer ausräumen) und eine Leine, war für ihn bestimmt bisher ein absolutes Fremdwort. Daß das nicht innerhalb so kurzer Zeit in den Griff zu kriegen ist, ist absolut klar. Hundeerziehung ist im Normalfall schon harte Arbeit, bei einem Hund mit solcher Vergangenheit erst recht.


    Sky hat ja schon einige Tipps gegeben, was mir noch dazu einfallen würde, wäre füttere ihn nicht mehr aus der Schüssel, sondern nur noch Futter gegen Taten. D.h. beim Gassi ein paar Übungen machen (Sitz, Platz etc.) und dafür Futter. Ordentlich an der Leine gehen Futter. Ich denke, daß ist besser als Leckerli, denn wenn Max Hunger hat, ist er auch eher bereit zu kooperieren. Ein anderer Hund kommt, dann lenk ihn mit einem Kommando ab und Futter. Es kann natürlich sein, daß er am Anfang etwas braucht, bis er kapiert hat, daß es nur für Gehorsam was zu fressen gibt (ich mache das bei meinem Hund auch und er hat am Anfang 3 Tage gehungert, bis es Klick gemacht hat und seitdem funktioniert dieses System einwandfrei). Aber keine Angst, Silky hat die 3 Tage besser überstanden als ich, also ich meine, das war für ihn leichter als für mich. Hunde ticken da ein bißchen anders als wir Menschen.


    Das Prinzip Futter für was machen, macht ihm auch klar, wer die Ressource Futter verwaltet, nämlich Du und somit wird es für ihn auch schneller klar, wer die Bezugsperson und der Boss ist. Ich würde ähnlich auch mit den Ressourcen Spielen, Schmusen, auf der Couch/Bett liegen umgehen. Die ersten beiden nur wenn Du oder jemand aus Deiner Familie das will und nicht wenn der Hund will, also ihr fangt Schmusen oder Spiel an und beendet es auch. Den 3. Punkt mit Couch/Bett würde ich am Anfang ganz lassen, falls er da drauf darf. Dieses Privileg könnt ihr im später vielleicht mal gewähren.


    Was auch gut ist um den Hund zu Füttern und gleichzeitig etwas dafür tun zu lassen ist der Futterball oder auch der Wobbel. Dann gibt es noch die Küchenrollenhülse, Trockenfutter rein, vorn und hinten mit Zeitungspapier verstopft, mit dem Messer ein paar Löscher reinritzen, daß Max weiß, worum es geht und dann viel Spaß. Meiner liebt solche Spiele. Noch mehr davon findest Du auf der HP http://www.spass-mit-Hund.de unter Home Entertainment. Solche Spiele bringen die grauen Zellen der Hunde auf Trab, der Hund muß Problemlösungen erarbeiten und das sträkt das Selbstbewußtsein. Ach ja, und wenn der Hund so was zum ersten Mal macht, Fotoapparat bereit halten, die Denkerminen und Lösungsversuche sind besser als jedes TV-Programm.


    Ansonsten kann man nur sagen bleibt konsequent, aber liebevoll. Loben wo immer eine Stelle zum Loben ist und ihre werdet merken, mit der Zeit bekommt ihr Max in den Griff.


    Ach ja, noch was, gegen Schwielen und Brandblasen an den Händen von der Schleppleine, ziehe ich immer Fahrradhandschuhe an. Sieht zwar lustig aus, aber wem das nicht paßt, der kann ja wegschauen.

    Viele Grüße
    Daniela und die Cockergang.


    Nicht jeder, der einen Hund hochheben kann, kann auch einen Hund vernünftig halten.

  • Hallo,
    danke für die aufmunternden Worte. Ich weiß, ich werde es schaffen, aber es gibt manchmal so Tage, da würd ich Max am liebsten (würg). Leider habe ich es noch nicht geschafft, ein Bild von ihm einzustellen, die Datenmenge ist angeblich zu groß, wenn Ihr seine Augen sehen könntet, dann wäre auch Euer Herz dahin. Laut Tierarzt hatte er es ja auch schwer, er kommt aus einer spanischen Tötung, hat mindestens zwei Rippenbrüche hinter sich und einen Schatten im Auge (Katzenkampf, verprügelt mit Stock, Auto? wer weiß es schon). Ich denk mir halt immer, mensch wieso merkt die Töle denn nicht, dass wir ihn unbeschreiblich lieb haben und ihm alles geben (außer Bettliegen). Was gibt es schöneres, wenn er sich am Abend an meine Beine schmeißt, sich auf den Rücken schmeißt, und genüßlich zu Schnarchen anfängt. Ich wünschte mir einen Hund, mit dem ich gemeinsam mit vielen anderen Hundlern spazieren gehen kann, einfach nur so, weil wir Spaß haben. Aber das dauert halt noch ein bißchen. Zumal in meiner Familie keiner mehr mit ihm spazieren gehen will, denen geht das gekläffe einfach zu sehr auf den Nerv, so daß es dann heißt, geht doch mit "Deinem" Hund.


    Wir schaffen`s
    Sabina :gut::gut:

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