Ziegen halten

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    Hallo!
    Seit Jahren trage ich mich mit dem Gedanken Ziegen zu halten.
    Bisher zwar noch nicht in die Tat umgesetzt, lässt mich dieser Gedanke in den letzten Monaten nicht mehr los.
    Zwar habe ich schon einige Bücher gelesen, aber einige Fragen blieben trotzdem unbeantwortet.
    Ich weiß, ist nicht ganz das passende Forum dafür, aber da ich weiß, dass es hier Ziegenhalter gibt, bzw. Leute die sich mit der Materie auskennen, stell ich meine Fragen einfach mal hier:
    Welcher Formalitäten bedarf es, um Ziegen zu halten?
    Wie kommt man an Weideland, ich hab echt keine Ahnung, wo man da nachfragt!
    Was wird mich der Spass ungefähr kosten, klar hängt von der Anzahl der Ziegen ab, vielleicht pro Ziege?
    Wie regelt ihr die Versorgung, wenn ihr mal ein Wochenende weg seid?

    Liebe Grüße,
    Björn und seine Gassimeute

  • Dr. SAM - dein online Tierarzt
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  • Hallo!
    Wir haben vier Ziegen und soweit ich weiß mussten wir keine Formalitäten klären :???:
    Vielleicht kennst du ja irgendeinen Bauern bei dir in der Nähe den könntest du doch nach Weideland fragen. Er weiß bestimmt an wen du dich wenden musst oder er hat selber Weideland, dass er dir vielleicht verpachten würde.


    Du solltest dir, wenn es dann wirklich ernst wird, unbedingt einen Tierarzt suchen der sich mit Ziegen auskennt. Hier gibt es leider so gut wie keinen Tierarzt auf den das zutrifft :/

    LG die Himbeere und der Fleckenteufel

  • Ich versuchs mal nach besten Wissen und Gewissen (ich hab zwar eigendlich Schafe, aber zumindest die bürokratische Seite ist dieselbe):


    1. Formularitäten: Du mußt Deine Ziegenhaltung sowohl beim zuständigen Veterinäramt als auch bei der Tiersuchenkasse melden (Vorteil Ziege gegenüber Schaf in Hessen: man braucht keine Beiträge zu zahlen, sondern muß nur einmal jährlich den Bestand melden). Wenn Du Nachwuchs haben möchtest, brauchst Du noch Ohrmarken für die Lämmer (ebenfalls Kostenlos). Die bekommt man beim HVL, braucht aber erstmal eine Anmeldung bei der Seuchenkassen (sitzen im selben Haus, teilweise dieselben Sachbearbeiter ;) ), bzw eine Betriebsnummer. Wie genau das allerdings von statten geht, weiß ich auch nicht, unsere Bestände sind ja schon seit Einführung der Kasse registriert.


    2. Weideland, tja, da wirds nun eng, dank neuer EU- Subventionsregelung. Die wird nämlich nun pro ha Land bezahlt und somit rückt kaum noch ein Vollerwerbler auch nur einen m² raus. Wenn Pferde in der Nähe sind, wirds eh eng, weil dann Pachtpreise auch noch durch die Decke gehen :kopfwand: . Also größere Wiesenstücke kannst Du ws erstmal vergessen.


    Aber nicht verzagen, es gibt da ja noch Trick 17. Guckt einfach wo kleinere, verwilderte Gärten, Streuobstwiesen, ehemalige Obstplantagen usw sind, die für Bauern und Schäfer zu klein sind. Finde heraus, wem die Flächen sind und frage nach, ob Du sie abweiden darfst. Meistens sind die Leute froh, dass sich wer drum kümmert und man bekommt die Wiesen für umsonst. Was Heu angeht, dass kauft man sich bis zu einer bestimmten Größe besser zu (ist billiger). Du kannst übrigens auch den zuständigen Ortslandwirt (erfährt man auf dem LDW- Amt, wers im betreffenden Ortsteil ist) fragen, ob er was weiß, wer Land abzugeben hat.


    Und versuch gleich, eine wiese mit Stall/unterstand für den winter zu finden. Das Bauen für Hobbytierhalter im Aussenbereich ist in einigen Gegenden auch nicht mehr so einfach wie früher.


    3. Kosten, naja, da dürfts wohl ähnlich wie bei den Schafen schwanken. Man braucht je nach Fläche und Empfindlichkeit 2-3 Wurmkuren pro Jahr, halt Heu, evtl. Pacht, auf jeden Fall ne Haftpflicht für die Tiere und halt nochmal evtl noch etwas Kraftfutter. Berufsgenossenschaft fällt bis zu einer gewissen Größe weg (vorsicht, ist von der Flächengröße abhängig). Und dann halt noch die einmaligen Anfangskosten für die Tiere, Zaun und Stromgerät. Im ersten Jahr denke ich mal kannst Du mit 500- 1000€ rechnen. Danach schätze ich jetzt mal zwischen 100- 200€ je Tier (je mehr Tiere, desto kleiner die Kosten).


    4. Auch auf die Gefahr nieder gemacht zu werden, zur Not (und wenn ausreichend Wasser sicher gestellt ist) lasse ich meine Schäfchen auch mal ein zwei Tage ohne Aufsicht. Länger auf keinen Fall. Aber im Normalfall ist immer wer da, der mal nach danach schauen kann. wenn nicht gerade Lammzeit ist, kann man das auch von Freunden erledigen lassen.


    Gruß Christian


    PS: Kleiner Tipp noch von mir: Du wohnst ja relativ Großstadt nah und da laufen halt auch etwas hypersensible Menschen rum. Kauf Dir noch nen billigen Viehhänger als Weideunterstand. Erspart Dir (und dem Vet- Amt) ne Menge nerven, ausserdem gestaltet sich dann das Umtreiben besser.

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  • @ Fassi:
    Vielen Dank für deine ausführlichen Auskünfte.
    Gerade an verwilderte Gärten und verbuschte Streuobstwiesen hatte ich auch gedacht, ist ja eigentlich perfektes Ziegenweideland und das gibt es hier wirklich zuhauf!
    Aber dein letzter Absatz:


    Zitat von "Fassi"

    PS: Kleiner Tipp noch von mir: Du wohnst ja relativ Großstadt nah und da laufen halt auch etwas hypersensible Menschen rum. Kauf Dir noch nen billigen Viehhänger als Weideunterstand. Erspart Dir (und dem Vet- Amt) ne Menge nerven, ausserdem gestaltet sich dann das Umtreiben besser.


    ...den versteh ich irgendwie nicht. Stehe etwas auf dem Schlauch, warum ich mir, wegen Kaufungens Nähe zur Großstadt, einen billigen Viehhänger als Weideunterstand zulegen soll?

    Liebe Grüße,
    Björn und seine Gassimeute

  • Zitat von "Fassi"


    2. Weideland, tja, da wirds nun eng, dank neuer EU- Subventionsregelung. Die wird nämlich nun pro ha Land bezahlt und somit rückt kaum noch ein Vollerwerbler auch nur einen m² raus. Wenn Pferde in der Nähe sind, wirds eh eng, weil dann Pachtpreise auch noch durch die Decke gehen :kopfwand: . Also größere Wiesenstücke kannst Du ws erstmal vergessen.


    Aber nicht verzagen, es gibt da ja noch Trick 17. Guckt einfach wo kleinere, verwilderte Gärten, Streuobstwiesen, ehemalige Obstplantagen usw sind, die für Bauern und Schäfer zu klein sind. Finde heraus, wem die Flächen sind und frage nach, ob Du sie abweiden darfst. Meistens sind die Leute froh, dass sich wer drum kümmert und man bekommt die Wiesen für umsonst. Was Heu angeht, dass kauft man sich bis zu einer bestimmten Größe besser zu (ist billiger). Du kannst übrigens auch den zuständigen Ortslandwirt (erfährt man auf dem LDW- Amt, wers im betreffenden Ortsteil ist) fragen, ob er was weiß, wer Land abzugeben hat.


    Und versuch gleich, eine wiese mit Stall/unterstand für den winter zu finden. Das Bauen für Hobbytierhalter im Aussenbereich ist in einigen Gegenden auch nicht mehr so einfach wie früher.


    Die Aussage kann ich nur bestätigen. Ich versuche seit mehreren Jahren hier im Dorf ein Fleckchen Land zur Ziegenhaltung zu bekommen! Absolute Fehlanzeige. Aber ich geb die Hoffnung nicht auf :roll:


    Sleipnir,
    mir haben Nachbarn auf Gegenseitigkeit meine Ziegen versorgt. Für mein Fahrrad hatte ich einen Anhänger mit Gestängeaufbau. Damit hab ich täglich das gemähte Gras von Wegrändern und Obstwiesen, die ich abmähen durfte, transportiert. So brauchte ich weniger Stellwiesen und zusätzliche Zäune. Hafer, getrocknete Rübenschnitzel und Heu hab ich zugekauft.
    Melken hat mir eine alte Bäuerin gelernt und das Käsemachen hab ich in einem Molkereiseminar gelernt.
    Meine Ziegen waren damals nirgendwo angemeldet, aber ob das jetzt noch so geht, weiß ich nicht.
    Für den Transport hatten wir einen gebrauchten Pferdeanhänger.


    lg mocabe

    lg mocabe


    Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:
    Sterne, Blumen und Kinderaugen.


    Dante Alighieri

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  • Zitat von "Sleipnir"


    ...den versteh ich irgendwie nicht. Stehe etwas auf dem Schlauch, warum ich mir, wegen Kaufungens Nähe zur Großstadt, einen billigen Viehhänger als Weideunterstand zulegen soll?


    Nu, ich als seit-fünf-Jahren-Grossstadtmensch interpretiere das mal so, dass in einer Stadt eben oft Tierliebe anders verstanden wird, als auf dem Land.
    Und dass es vorkommen soll, dass es für Stadtmensch-Seelchen unerträglich ist, ein paar Ziegen ohne Unterstand (frierend) auf einer Wiese stehen zu sehen, und die Dich dann beim Vet.Amt anzeigen könnten. Kommt sicherlich öfter vor.
    Sonntagsspaziergänger eben.......
    Zur Not kannst Du deinen Ziegen ja noch Regenmäntelchen kaufen :D


    LG
    Chrissi

    Positive reinforcement works when you find something that is positively reinforcing to the dog. That you have not found what it is, does not negate the method.
    (Debbie Jacobs)


    Duran und der Flitzeflummi Dixie
    http://www.dogforum.de/dixie-chick-t157648.html

  • Zitat von "Floydie+Duran"

    Und dass es vorkommen soll, dass es für Stadtmensch-Seelchen unerträglich ist, ein paar Ziegen ohne Unterstand (frierend) auf einer Wiese stehen zu sehen, und die Dich dann beim Vet.Amt anzeigen könnten. Kommt sicherlich öfter vor.
    Sonntagsspaziergänger eben.......

    Das wird nicht ausbleiben und ist ja auch das geringere Übel. Schlimmer sind die lieben Tierfreunde, die meinen die Tiere frei lassen zu müssen weil die armem Tiere ja eingesperrt sind.

    Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.
    (Friedrich II. der Große)


    ......................lllllll.....................
    -...................(@ @)..................-
    -----------oOO--(_)--OOo----------

  • Moin,


    Schafe sind wesentlich wetterfester als Ziegen, da denen die Unterwolle fehlt. Die frieren tatsächlich und sind bei Regen bis auf die Haut naß. Unangenehm wird es, wenn die tierlieben Städter (kommt aber auch auf dem Dorf vor) ihre Abfälle über den Zaun tun und keinerlei Verständnis haben für den Wunsch des Halters, die Tiere nicht als Mülltonnen zu gebrauchen.


    Die Kosten kann man schlecht einschätzen. Wurmkuren sind klar, kannst aber eher 4-6 pro Jahr rechnen, da man im Abstand von zwei Wochen entwurmt, um wirklich alle Würmer zu erwischen, d.h. auch die Larven, die bei der ersten Kur noch Eier waren. Außerdem empfiehlt sich vorher immer eine Kotprobe, damit man überhaupt weiß, was man da tut. Kostet auch ein paar Euro.


    Ziegen sind im Allgemeinen in der Privathaftpflicht mit abgedeckt, sollte man beim Versicherer erfragen und mit aufnehmen lassen.


    Jetzt könnte ich Romane schreiben, aber das haben schon andere vor mir getan, nämlich hier:


    http://www.ziegen-treff.de , und da ins Forum!


    Vielleicht trifft man sich dort mal ;)


    Liebe Grüße,
    Claudia

  • Zitat

    Fassi hat Folgendes geschrieben:
    PS: Kleiner Tipp noch von mir: Du wohnst ja relativ Großstadt nah und da laufen halt auch etwas hypersensible Menschen rum. Kauf Dir noch nen billigen Viehhänger als Weideunterstand. Erspart Dir (und dem Vet- Amt) ne Menge nerven, ausserdem gestaltet sich dann das Umtreiben besser.



    ...den versteh ich irgendwie nicht. Stehe etwas auf dem Schlauch, warum ich mir, wegen Kaufungens Nähe zur Großstadt, einen billigen Viehhänger als Weideunterstand zulegen soll?


    Ich meinte genau das, was meine Vorschreiber erwähnt (kommt auch auf dem Land vor[hatte ich selbst schon, bei Schafen, die 11 Monate vorher geschoren wurden und angeblich frieren würden :kopfwand: , weil auf der wolle ja der Schnee liegen bleibt] , ist aber je dichter man an der Stadt wohnt, häufiger). Und mit Hänger geben zumindest ein Großteil der Leute frieden. Das Vet- Amt weiß eh spätstens nach der dritten Anzeige, um wen es geht, und reagiert entsprechend. Die von Hund und Claudia sind auch nicht zu verachten, vorallem Garten- und Baumschnitt (gerne auch mal giftig, wie zB Eibe oder Thuja) ladet gerne mal in Weide (meine liegen zu weit weg vom Schuß, da hab ich das Problem GsD nicht).


    Allerdings fällt mir auch gerade wieder ein, schon mehrfach gehört zu haben, dass Ziegen wohl so Wasserscheu sind, dass ab einer gewissen Regenstärke durch alle Zäune gehen, um ins Trockene zu gelangen. Allgein ist ein Unterstand auch bei Routinearbeiten sehr Zeitersparend (vor allem beim Einfangen).


    Mit der Privathaftpflicht sollte man vorher abklären, nicht alle sehen Ziegen als Haustiere, bzw. als automatisch mitversichert. Und man sollte sich, wenn sie mitversichert sind, dass auch schriftlich geben lassen. Früher oder später braucht man sie garantiert ;) .


    Was die wurmkuren angeht, naja, da herrschen unterschiedliche Meinung zu, zum einem über die Mittel, die Häufigket der Anwendung und damit verbunden, die Resistenzen (ich zB entwurme daher so wenig wie nötig, und selten die ganze Herde, und würde es mit Ziegen genauso halten). Aber bei dem Thema bist im Ziegenforum ws besser aufgehoben (das ganze drum und dran würde hier den Rahmen sprengen).


    Gruß Christian

  • http://www.ziegen-treff.de ist wirklich die beste Anlaufstelle, wenn man mit Ziegen anfangen will. Da findest Du fast alles ueber die unterscheidlichen Rassen, Weidehaltung, Stallaufbau, Vorschriften in den verschiedenen Bundeslaendern, Gesundheit Etc, etc...
    Du solltest eine Entscheidung treffen, ob es lieber in Richtung Milchziege oder Fleischziege gehen soll.
    Eine gute Anlaufstelle ist Brigitte vom Holzweilerhof. http://www.holzweilerhof.de/cms/front_content.php?idcat=80 Die hat ein enormes Wissen und hat Fleisch sowie Milchziegen. Ich denke ein Besuch bei Ihr kann sicher vereinbart werden. Das wird garantiert hochinteressant. Sie ist eine der Leute, die ich vom Ziegentreff als eine der am kompetentesten Person mit einem riesigen Wissen wirklich respektiere und in gueter Erinnerung habe. Bei einem Besuch koenntest du die Unterschiede zwischen Fleisch und Milchziege fuer Dich abchecken. Die Charaktere sind ganz verschieden. Ich finde die Fleischziegen ruhiger. Wenn du eigene Milch haben willst und Kaese machen willst (was nicht sehr schwer ist) dann solltest Du Dich fuer Milchziegen entscheiden.

    Viele liebe Gruesse


    oldsfarm

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