Hund erbricht seit über einer Woche... Tierarzt weiß nicht wirklich weiter.

  • Es gibt Neuigkeiten, leider nicht wirklich gute, bin neben der Spur und muss das erstmal verarbeiten:


    Nun bei einem anderen Doc gewesen, ich wurde von dem ersten dorthin verwiesen. Es wurde ein weiteres Röntgenbild vom Brustbereich und der Vollständigkeit halber ein Ultraschall gemacht:


    Das Röntgenbild war die Lösung: es handelt sich um das, was Bonadea eingeworfen hat, eine Mega-Ösophagus - Speiseröhrenerweiterung.


    Nach der sehr kurzen Freude den Grund zu wissen, bin ich nun in trauriger Abschiedsstimmung, bzw. ich muss schauen, wie sich das die nächsten Tage entwickelt.


    Kennt das wer näher? Man soll also den Hund mit den Vorderpfoten in eine erhöhte Position bringen, ihm dann seine Mahlzeit verabreichen und am besten noch eine Weile in dieser Position verharren lassen, damit die Nahrung wirklich in den Magen runter gelangt, denn sonst bleibt sie in der Röhre hängen und wird wieder ausgeworfen.


    Falls, dass ganz gut klappen sollte, habe ich nur das Problem, dass es schwer wird, den Hund mal ein paar Tage bei Freunden abzugeben, nicht jeder will sich da auf so ein Sonderprogramm (und auch das Risiko, dass dann was passiert wenn ich nicht da bin) einlassen. Klingt zwar nicht nach Wunschkonzert, aber letztendlich würde ich das für das geliebte Wesen vermutlich machen, das wird durchaus Verzicht bedeuten.


    Der zweite Fall erscheint mir schlimmer: Wenn ich merke, dass ich das nicht oder nur sehr schwer schaffe, muss ich mich entscheiden, ein Tier einschläfern zu lassen, was "eigentlich" noch lebensfroh ist, wenn sie das Futter im Magen hat, ist sie ja soweit gut drauf und hat Freude am Leben, es fühlt sich falsch an dann zu sagen, "komm, einschläfern jetzt..."


    Nun, erstmal verdauen und schauen wie sich das nun entwickelt.


    Das einzig gute daran wird wohl sein, dass ich das jetzt recht schnell sehen werde, ob es einigermaßen geht mit der speziellen Füttertechnik, oder ob es das war und ich den Doc anrufen muss für den letzten Termin.


    Vermutlich kennt jeder von euch diesen Moment mit einem geliebten Tier bereits. Passend dazu ist im Wartezimmer heute eine Frau weinend raus gelaufen, sie hat ihre Katze nicht mehr mit nach Hause nehmen können, mir kamen die Tränen dabei ebenfalls...



    Danke nochmals für euren Beistand. Wenn ihr noch Tipps habt zu diese Diagnose oder so, ich lese weiter mit. Anonsten, alles Gute euch ;-)

  • Schau mal da

    Dein Hund ist zwar schon älter aber, wie Du schreibst noch total lebenslustig und eigentlich fit, also war um nicht?

    So was zu basteln dürfte nicht so schwer sein, ich würde es probieren und da es sicher mobil ist, könntest Du den Hund samt dem Teil bei Deinen Freunden lassen, falls es einmal nötig ist.

  • Hallo nikoo erstmal tief durchatmen!


    Die Ursache ist klar und tatsächlich gut behandelbar. Bedeutet einfach nur Gewöhnung für dich und deinen Hund. Wenn du selbst handwerklich ein klein wenig begabt bist oder jemand in Verwandtschaft/Freundeskreis hast, lass dir einen "Hochstuhl" für deinen Hund bauen. Ein einfaches Gestell, in dem der Hund aufrecht sitzt und die Pfoten oben ablegen kann - also quasi im Sitzen Männchen machen kann.


    Schau mal hier, da ist ein kleines Foto von dem, was ich meine: https://vcahospitals.com/know-your-pet/megaesophagus


    Ich hoffe, das hilft euch.

  • ach Schiet. Ich hatte eine kleine Hündin aus dem Tierschutz vor 25 Jahren. Sie hatte aber zusätzlich eine riesige Aussackung in der Speiseröhre. Bei ihr hat das aufrechte Füttern leider nichts gebracht. Alles was sie bekam, landete in dieser Aussackung und dann viel es ihr wieder aus dem Gesicht. Wir mussten sie letztendlich gehen lassen aber so wie du es beschreibst ist es bei euch gar nicht ganz so übel. Setz sie hochkann in einen Stuhl, ein umgebauter Babyhochstuhl geht wohl ganz gut als Basis und dann kann sie da natürlich auch von anderen gefüttert werden. ich kenne mittlerweile 2 Hunde, die gut und unauffällig damit leben. So einen alten Hund läßt man ja aber ausser im Notfall eh nur sehr ungern bei anderen zur Betreuung. geht zumindest mir so.

  • Hallo nikoo ,


    tatsächlich haben wir bei unserem Golden Retriever diese Diagnose mit nur 4,5 Jahren gestellt bekommen.


    Er hatte damals viel gehustet, ist erst auf Husten/Erkältung, dann auf Mandelentzündung behandelt worden. Es wurde immer schlimmer.

    Er hat zeitweise sein Futter geschluckt, hochgewürgt und wieder gefressen. Beim Trinken immer gehustet.

    Dann waren wir in der Tierklinik und es wurde eine Endoskopie gemacht. Dabei eine Aussackung der Speiseröhre festgestellt.

    Die Essensreste, die dort verblieben sind, sind teilweise in die Lunge gewandert und er hatte schon eine leichte Lungenentzündung.


    Die Ärztin hat uns damals wenig Hoffnung gemacht, dass er alt wird, wenn wir es nicht schaffen, dass er nach jedem Fressen ca 30 Minuten sitzt und somit das Futter in den Magen rutschen kann.


    Aber er ist damit problemlos älter geworden!! Er hatte, entgegen der Prognose der Ärztin, nie wieder eine Lungenentzündung.

    Er ist letztes Jahr im Januar mit knapp elf Jahren gegangen. Aber er ist an Tumoren im Bauchraum gestorben. Was die Speiseröhre angeht, das haben wir super im Griff gehabt.


    Ich möchte Dir gern Mut machen.

    Natürlich weiß ich nicht, wie schwer es bei Deiner Hündin ist.

    Aber bei unserem Rüden waren die Ärzte bis zum Ende erstaunt, dass er damit so gut leben konnte.


    Bei uns war es damals wie bei Dir. Einerseits Erleichterung, dass es endlich eine Diagnose gab. Andererseits die schlechte Prognose und die Angst, wie es weitergeht.


    Unser Yoshi hat es uns auch sehr leicht gemacht, ihm zu helfen. Er war unglaublich sanft, lieb, anhänglich und verschmust. Wir haben 2x täglich nach dem Fressen mit ihm zusammen 30 Minuten auf dem Boden gesessen. Er hat sich schnell dran gewöhnt und für uns hat sich diese Zeit als richtig intensive Kuschelzeit entwickelt.

    Meinst Du, Deine Hündin wird das mitmachen?

    Bei meinem jetzigen Hibbelhund wäre sowas eher undenkbar.


    Wenn Du Fragen hast, die ich beantworten kann, mach ich das sehr gern!


    Alles Gute!!!

  • Achso, noch was.

    Unser Yoshi hat die Zeit über im normalen Sitz verbracht. Wir hatten/brauchten keinen solchen Stuhl für ihn.

    Wir haben die Zeit bis zu 30 Minuten langsam aufgebaut.

    Später ist er immer von selbst nach dem Fressen ins Wohnzimmer gegangen und hat sich hingesetzt. Er wusste, dann kommt jemand zum Kuscheln hinterher. Das war einfach so süß. :smiling_face_with_hearts:


    Achso, was Du versuchen kannst: Deine Hündin sitzen zu lassen und ihre Vorderpfoten auf Deine Schultern legen, während Du selbst vor ihr kniest. Sodass der Oberkörper Deiner Hündin gerade ist.

    (Kann es nicht besser erklären grad.)

  • Joanie hat einen Megaösophagus und zudem liegt der Magenmund auch noch etwas im Mediastinum. Ich habe das so gelöst, das Joanie als größerer Hund alles an Futter nur noch püriert und verdünnt mit Wasser bekommt und in kleineren Portionen maximal 200 g . Wenn sie überhungert ist, was gerne mal zum morgen hin passiert muss ich ihr die erste Portion nach dem Frühgassi mit einer Spritze geben. Wir haben vor knapp 2 Jahren die Diagnose bekommen und kommen so gut klar. Der CT - Arzt sagte jetzt haben sie den Hund groß bekommen, jetzt wird der auch alt.

    Joanie hatte aber das Problem schon von Welpenbeinen an, mit häufigen erbrechen und noch häufigerem Durchfall. Es war ein langer Kreislauf, bis wir einen Weg gefunden haben den langanhaltend zu unterbrechen.

  • Ich will Dir auch Mut machen. Gib Dir und Deinem Hund eine Chance.

    Kleinere leichtverdauliche Mahlzeiten in breiiger Form und nach dem Fressen eine Ruhephase.

    Das wird.

    Und Freunde, wirkliche Freunde sind in einer Notlage für Dich und Deinen Hund da. Sie wissen wie wichtig Dir Dein Hund ist!

  • Danke für eure Erfahrungen dazu.


    Leider sind die ersten Versuche gestern nicht als erfolgreich zu bewerten:


    Was das Füttern mit Hund im Sitzen angeht, das hab ich sogar ganz gut hinbekommen, habe wegen der passenden Höhe das Sofa zur Hilfe genommen:


    1. Sofa abgedeckt, weil sie ja doch ganz schön sabbert nun, erstrecht wenn sie Nahrung sieht.

    2. ich habe mich aufs Sofa gesetzt, und den Hund dann mir gegenüber aufgerichtet und an mich ran gezogen, Hinterläufe waren ein Stück unterm Sofa. So war der Hund halbwegs stabil, es soll ja keine Zappelpartie werden.

    3. Ich habe den Hund dann mit meinen Beinen fixiert und angefangen, Trockenfutter (mit Hafermilch benetzt) Stück für Stück einzeln zu füttern.


    Soweit so gut, leider habe ich es nicht geschafft, sie noch allzu lange so zu halten, das ist ja auch nicht gerade eine Position, die Hunde als besonders bequem erachten.


    Ergo: Es dauerte nicht besonders lange, eine halbe Stunde ca., bis alles wieder ausgeworfen wurde. Das war gestern, heute morgen hat sie erstmal unmengen getrunken, ich hoffe, dass wenigstens das Wasser einwandfrei runter läuft und starte heute einen weiteren Versuch. So wie es aussieht, wird eine Entscheidung also wirklich nicht mehr lange dauern, ich versuche mal heute das Tier nach dem Fressen nochmal länger zu halten, habe leider aber das Gefühl, dass das nichts wird.

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