Wachverhalten abgewöhnen / damit umgehen

  • Vielen Dank für die Aufnahme im Forum. Ich habe direkt eine Frage und würde mich über Hilfe sehr freuen.


    Ich habe einen einjährigen Grosspudel Rüden. Er ist von klein auf bei mir, mein erster Hund und wir haben schon sehr viel zusammen gelernt.

    Ein Thema, bei dem ich aber nicht richtig weiß, wo ich ansetzen soll, ist das Wachverhalten. Die meiste Zeit zuhause verbringt er eigentlich mit schlafen. Allerdings meldet er Geräusche um das Haus herum, sei es der Postbote, Nachbarn, die die Mülltonne rausstellen, jemand, der über den Hof geht etc. Das passiert manchmal alle paar Minuten, sodass er dann gar nicht zur Ruhe kommt, sondern immer wieder aufspringt und bellt.


    Ich kann ihn dann ansprechen und er kommt zu mir und setzt sich neben mich. Da beruhigt er sich dann auch wieder. Wenn ich das Verhalten ignoriere, bellt er immer lauter und steigert sich in die Sache rein.

    Was ich außerdem versucht habe, ist das Verhalten zu unterbrechen mit seinem Abbruch Signal. Das hat den gleichen Effekt wie freundliches Ansprechen, er hört auf zu bellen und kommt zu mir. Er lernt dadurch aber nicht, dass er gar nichts zu bewachen braucht und entspannt sein kann.


    Habt ihr Empfehlungen, wie ich ihm das beibringen kann? Ich möchte gerne, dass er richtig zur Ruhe kommt, ich habe das Gefühl, dass die aktuelle Situation für ihn unnötigen Stress bedeutet.


    Falls das relevant ist: in Situationen, wenn er das ganze schon 5 Mal in 20 Minuten gemacht hat und kein Ende in Sicht ist, schicke ich ihn in seine Box und mache die zu. Die haben wir positiv aufgebaut und mit einem Ritual verknüpft (Geräusche und Duft), und dort kann er dann fast sofort einschlafen.

  • Vergessen: wir haben in 3 Wochen einen Termin bei einem Hundetrainer, ihn werde ich dann natürlich auch dazu fragen. Wenn ich aber schon vorher etwas tun könnte, wäre mir das lieber :-)

  • Wenn er nicht zur Ruhe kommt und immer wieder bellt, ist es dann, weil gerade besonders viel passiert?

    Oder sind das auch Geräusche, die er an anderen Tagen/ zu anderen Zeiten verschlafen würde?


    Habt ihr zuhause (mehr oder weniger) feste Zeiten, zu denen einfach nichts passiert, du auch keine Zeit für den Hund hast und er "abgemeldet" ist?

  • Schwierig zu sagen… Manchmal sind es wirklich besonders ereignisreiche Situationen, z.B. eine Baustelle vor dem Haus, der dritte Paketdienst in Folge, Nachbar der die Landmaschinen durch den Hof fährt etc. Manchmal ist sein Stresslevel aber sowieso schon erhöht, dann reagiert er empfindlicher auf Geräusche, die ihn sonst vielleicht kalt lassen würden.


    Er ist zu Hause außerhalb seiner Spaziergänge eigentlich die meiste Zeit abgemeldet. Ich arbeite im Home Office und er bekommt während der Zeit keine Aufmerksamkeit. Auch wenn ich abends auf dem Sofa sitze und z.B. ein Buch lese spreche ich ihn selten an und bin mit meiner Aufmerksamkeit bei mir. Ich hab das am Anfang mit ihm erst lernen müssen, aber mittlerweile klappt das gut. Bevor das jetzt jemand anmerkt: er bekommt natürlich Streicheleinheiten, Zeit zum Spielen usw., nur nicht rund um die Uhr und nicht immer wenn es ihm passt.


    Jetzt kann man fragen, warum ist sein Stresslevel überhaupt hoch… er ist vom Typ her sehr leicht erregbar (war z.B. in jeder Welpengruppe der aufgedrehteste Hund). Ich bin aber sehr bemüht mit ihm Ruhe, Impulskontrolle und Frustrationstoleranz zu üben und er ist da auch schon ganz gut drin. Nur kommt er trotz möglichst stressfreier Umgebung zu Hause manchmal trotzdem nicht 100% runter und ich weiß nicht, woran es liegt. Er kann dann nicht einschlafen sondern steht immer wieder auf und geht umher, oder bellt eben draußen Dinge an. Ich habe das dann auf Hormone oder das heisse Wetter geschoben bisher.

  • Was passiert denn, wenn Du kurz sagst: "ui, hast Du was gehört? - ist alles ok!". Oder kurz zum Fenster gehst, rausschaust und sagst "alles ok" und ruhig weiter arbeitest.

    Den Tipp habe ich schon oft gehört. Klingt etwas albern, aber wenn unser Pudel mal was meldet, lässt er es sein, wenn man das sagt und meldet dasselbe Geräusch dann eigentlich auch nie wieder.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Mein Großpudel wird bald 3 Jahre alt, ist auch ein nervöser Typ und steigert sich gerne rein.

    Ich mache es auch wie oben schon beschrieben. Hund bellt, ich sage "lass mich mal schauen", mache mich groß und sage dann "war nur der Nachbar".

    Meiner schlägt kaum noch an. Nichtmal wenn es klingelt und unser Ersthund (natürlich 😔) laut bellt und zur Tür rennt. Der Große lässt mich vor die Situation prüfen.

    Was ich auch gerne mache ist, wenn er zB generell angespannt und aufmerksam ist, die Umgebung abgehen und quasi überprüfen. Manchmal kommt er mit oder beobachtet mich neugierig. Wenn ich dann keine Probleme finden konnte entspannt er sofort.

  • Was ich auch gerne mache ist, wenn er zB generell angespannt und aufmerksam ist, die Umgebung abgehen und quasi überprüfen. Manchmal kommt er mit oder beobachtet mich neugierig. Wenn ich dann keine Probleme finden konnte entspannt er sofort.

    Voll witzig, das muss ich auch mal machen!


    (Unser Ersthund bellt zwar nicht, aber bei einsetzender Dämmerung geht er immer einmal komplett ums Haus und checkt. Voll lustig, macht er tagsüber nie. Jetzt patrouillieren die beiden zusammen :rolling_on_the_floor_laughing:)

  • Das ist komisch, bei der Situationsbeschreibung hab ich angefangen zu grübeln, ob "Wachen" da überhaupt eine Rolle spielt oder das reines Stress- und Frustverhalten sein könnte.

    Wenn es wirklich wachen ist, würde ich auch den Trick mit dem demonstrativen "ich geh selber gucken, hundi lässt ma stecken" versuchen.

    Falls das Bellen nur eine Reaktion auf äußere Reize ist, die der Hund gerade nicht verarbeiten/aushalten kann, dann würde sich das Bellen als Nebeneffekt mitkurieren, wenn man den Hund insgesamt entspannt.


    Wie reagiert der Hund denn, wenn er die Ursache des Geräuschs auch sieht, gibt es dann Abstufungen? Und seid ihr mal irgendwo anders zu Besuch und bellt er da auch?

    Reagiert er umso stärker, je lauter das Geräusch?

  • Achso, das hatte ich vergessen:

    Wenn es Wachverhalten ist und man auf ein Melden des Hundes hin dann selber nach dem Rechten sieht, um zu verkünden "is nich gefährlich", dann lernt der Hund strenggenommen nicht, sich das Melden abzugewöhnen.

    Sondern er lernt "ok, speziell dieses Dings brauch ich nicht mehr melden, das ist offenbar nix Schlimmes".

    Außerdem freut er sich darüber, dass ihr beide so gut zusammengearbeitet habt, um die Burg zu verteidigen :D

    Zumindest bei meiner Dusselnase hab ich den Eindruck, dass die sich in ihrer Rolle als Schurken-Frühwarnsystem sogar bestätigt fühlt, weil ich gucken gehe.

    Finde ich in unserem Fall trotzdem gut.

    Wir hatten ganz am Anfang mal in die Richtung probiert, ob man das Melden einfach verbieten kann. Bei manchen Hunden funktioniert das über Gehorsam, "hier herrscht Ruhe, wenn ich sage, hier herrscht Ruhe". Bei Dusselnase war das ziemlich hoffnungslos :D

    Die Idee ist stattdessen "ja nu, dann pass halt auf, aber nerv mich doch nicht wegen jedem Kleinscheiß". Daran arbeiten wir mit gaaanz flacher Lernkurve (die findet alles voll verdächtig und hat einen etwas anderen Blick auf die Welt als ich, z. B. vermutet sie hinter Igeln eine schwer bewaffnete Alien-Invasion, mindestens).


    Die Sichtweise auf das Melden würde ich da unbedingt an den Hund anpassen.


    Leni1234 in welchem Alter hat deine Pudelei das Bellen/Melden angefangen?

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