Trainingsziele priorisieren

  • Mir ist gerade kein besserer Titel eingefallen.

    Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass ich in verschiedene Threads reingrätsche und gerade Sorge habe mich zu verzetteln.


    Mal kurz zu uns: Hier leben mein Mann und ich und unsere 19 jährige Tochter.

    Und Baku, ein Labrador Rüde mit 18 Monaten, der seit Welpe bei uns ist.

    Eigentlich gibt es keine gravierenden Probleme, er ist ziemlich ausgeglichen, schläft ausreichend und ist immer freundlich.


    Dadurch habe ich aber auch schon das erste Problem: er findet alle Hunde interessant und würde am liebsten alle begrüßen. Typisch Labbi eben. Ich habe dazu ja auch schon in einem anderen Thread dazu geschrieben und ein Tip war „zeigen und benennen“.


    So, wir haben aber noch eine andere Baustelle und das ist Leinenführigkeit.

    Das hab ich einfach nicht richtig aufgebaut, was mich jetzt ärgert. Aber ärgern ändert ja nichts, da muss ich nochmal ran.

    Das Hauptproblem ist (glaube ich), dass ich nicht die Führung übernehme, sondern er.Er kann wunderbar neben mir herlaufen, aber wenn er was riecht, zieht er da hin. Und mich mit.


    Jetzt meine Frage:

    Wäre es besser, erstmal die Leinenführigkeit sauber aufzubauen, bevor ich mich dem Thema Hundebegegnungen widme?

    Oder kann man da ein Stück weit parallel arbeiten?

  • Hi, da ich mal davon ausgehe, dass die Hundebegegnungen auch an der Leine sind, ist Leinenführigkeit dafür Grundvoraussetzung. Denn wie soll er denn lernen, dass er nicht zu anderen Hunden hinziehen soll, wenn das schon mit weitaus weniger Ablenkung nicht klappt? Ich würde Leinenführigkeit trainieren und danach eine Begegnungsgruppe in der Hundeschule besuchen, wenn es bei euch sowas gibt.

  • Beides parallel.


    Bei „haushaltsüblichen“ Aufgabe wie Leinenführigkeit, Hundebegegnungen etc. macht eine Priorisierung keinen Sinn. Beides braucht ihr täglich und die Trainingssituation ist nicht steuerbar.

    Außerdem haben beide Themen große Überschneidungspunkte. Ein sicher leinenführiger Hund bleibt das auch bei Hundebegegnungen.

  • In der Regel kann man Hundebegegnungen ja nicht komplett aus dem Weg gehen und trifft andere Hunde zwangsläufig beim Spazierengehen.

    Deswegen würd ich das schon parallel in Angriff nehmen. Das eine gehört zum anderen. Außerdem ist er ja kein Baby mehr und darf das Köpfchen schon ein wenig anstrengen.

    Aber - Du hast jetzt nicht geschrieben ob das nötig wäre - jemand mit Erfahrung kann Dir da sehr nützlich sein. Es kommt auf Timing und Konsequenz an.

    Ich würd das mit den Gruppen in der HuSchu gleich mit einbauen. Da solltest Du auch gleich die passende Anleitung erhalten und kannst durch Übungen innerhalb und mit der Gruppe Aufmerksamkeit auf Dich trainieren.

  • ich würde meinen Schwerpunkt erst mal nicht drauf legen, was der Hund nicht kann, sondern was er kann, und darauf aufbauen. Ich persönlich finde es immer schwierig, nur die Spitze im Auge zu haben, wenn keine Basis da ist, wo man beginnen kann.


    Mangelnde Leinenführigkeit ist ja nicht unbedingt nur ein Trainingsproblem, sondern ein Problem mit Aufregung. Hund will unbedingt wohin und zieht. Warum zieht er? Was kann man am Gassi, an den Routinen ändern, um es dem Hund leichter zu machen.

    Zieht er immer? Oder nur gelegentlich?


    Für den Abruf von Hunden - und die Begegnung mit Hunden scheint ihn ja mehr aufzuregen als gut zu tun - zeige ihm, daß es gut ist, bei Dir zu bleiben. Belohnung ist ja nicht nur Futter. Belohnung kann die gemeinsame Suche nach dem Dummy sein, es kann Futtersuche sein etc.


    Ich würde Ruhe üben in der relativen Nähe von anderen Hunden. Irgendwo hinsetzen, wo ihr Hunde seht, Hund an der Leine, er lernt, einfach bei Dir zu bleiben. Und das lohnt sich. Entweder, in dem man eben einfach auch mal entspannen kann, an einem Kong kauen etc.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Ich bin in einem Junghundekurs mit insgesamt 3 Hunden. Vorher hatte ich über ein halbes Jahr Einzeltraining bei dieser Trainerin.

    Würde es denn Sinn machen, erst nochmal Einzeltraining zu machen? Also zusammen Gassigehen, um da nochmal die Knackpunkte rauszufinden?

    Und dann in der Gruppe gezielt mit den anderen Hunden üben?

    Das „Problem“ ist, die beiden anderen Hunde haben kein Problem mit Leinenführigkeit. Aber ich denke, sie sind bestimmt trotzdem bereit, eine Übung dahingehend zu machen.

  • Das sind bei uns auch Parallelbaustellen, die sich gleichzeitig bearbeiten lassen bzw. Fortschritte bei dem einen Thema führen (bei uns) zu Fortschritten beim anderen.

    Haben eine gute Hundeschule und Emmi (9 Monate) hat es inzwischen verinnerlicht: anderer Hund = sitzen (ruhig glotzen ist im Rahmen erlaubt, solange sie keine Bürste macht, nicht jault usw.) Dann muss sie aber wieder weiter mit mir, wir klickern, ich finde das sehr hilfreich, da meine Stimme einfach nicht immer "monoton gut gelaunt" klingt und sie auf zu überschwängliches Lob in der direkten Situation manchmal hochdreht. (Wenn wir dann ein paar Schritte weiter sind, kann ich sie "anflöten" und explizit loben.)

    Weil sie das immer besser automatisiert abspulen kann, ist auch die Leinenführigkeit viel besser geworden, jetzt wirft sie sich nur noch in die Leine, wenn irgendwas gut riecht, aber eben nicht mehr, wenn sie einen Hund sieht. (Sie erwidert auch kein Gebell mehr, das war eine Nebenwirkung, die zwar nicht trainiert wurde, mich natürlich dennoch freut.)

  • Hund will unbedingt wohin und zieht. Warum zieht er? Was kann man am Gassi, an den Routinen ändern, um es dem Hund leichter zu machen.

    Zieht er immer? Oder nur gelegentlich?

    Er zieht, wenn er etwas interessantes riecht. Er schnüffelt sowieso sehr viel und gerne.

    Und er zieht, wenn er einen anderen Hund sieht.

  • Er kann wunderbar neben mir herlaufen, aber wenn er was riecht, zieht er da hin. Und mich mit.

    Woran liegt das? Hast du nicht genug Kraft, um dich nicht ziehen zu lassen?

    Solange Ziehen Erfolg hat, lernt der Hund einfach das völlig falsche.


    Wichtig ist, nicht "Gegengewicht" zu spielen. Also nicht irgendwie hinterherziehen lassen. Bremse spielen. Entweder der Hund darf dahin, wo er hinwill (Freigabe) oder eben nicht. Schwarz/Weiß.


    Das klingt jetzt superbanal, aber ist tatsächlich die Grundlage. Denn wenn der Hund dich hinter sich herziehen kann (und wenn es nur ein Meter ist), dann lernt er dadurch, immer stärker und stärker zu ziehen.


    Mein erster Tipp bei sowas: Die Hand mit der Leine am Gürtel oder Hosenbund einhaken, so dass du nicht "unbemerkt" immer hier und da ein bisschen nachgibst, und dann einfach mal gehen. Geradeaus, vorwärts, flott. Kein Gucken nach dem Hund, kein Stehenbleiben, kein Nachgeben. Für ein paar Meter. Dann gerne mal freigeben, schnuppern lassen. Dann wieder "Weiter!" gezielt gehen. Die Leine dabei nicht zu kurz nehmen!


    Damit der Hund erkennt: Aha, wenn sie geht, geh ich mit. Du entscheidest, wann und wie lange getrödelt und geschnuppert wird. Das ist erst mal die Grundlage.

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