Einschläfern- wie habt ihr die Entscheidung getroffen?

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    Wenn der Zustand eines Tieres sich ganz langsam, wie in Zeitlupe verschlechtert, ist es sehr schwierig, die letzte Entscheidung zu treffen. Denn man gewöhnt sich ja auch unbewußt mit der Zeit an die Verschlechterung und nimmt sie dann anders wahr als wenn ein Hund sich von jetzt auf gleich drastisch verändert.


    Dein Hund hat mehrere Krankheiten und Alterserscheinungen, unter denen er leidet. Er hat bei jedem Schritt Schmerzen. Daß er im Liegen keine hat, wage ich zu bezweifeln und du zweifelst ja offenbar auch daran. Du schließt es lediglich daraus, daß er sie nicht äußert, was aber Tiere bei chronischen Schmerzen kaum tun.

    Er ist teilnahmslos und frißt nicht mehr gern. Er kotet sich ein. Er spielt nicht mehr. Mit der einzigen Ausnahme, daß er ab und an noch das Streicheln genießt, sehe ich hier keine Lebensqualität mehr. Es tut ja schon jeder notwendige Gassigang weh.


    Sprich doch noch einmal bei deinem Tierarzt eingehend das Thema Schmerzmittel an. Wenn dein Hund durch mehr/wirksamere/andere Schmerzmittel noch einmal deutlich Lebensfreude zurückgewinnt, dann könnt ihr hoffentlich noch eine gemeinsame Zeit haben.

    Wenn aber die medizinischen Möglichkeiten ausgereizt sind, dann ist es wohl doch Zeit für den Abschied.


    Ich dachte mir am Ende nur, dass ich ihn besser als Sonnenschein gehen lasse, bevor er es nicht mehr ist…

    Ich teile diese Einstellung vollkommen!

    und nun frag dich selber, ob Nico noch ein Sonnenschein in diesem Sinne ist?


    Dagmar & Cara

  • Qualität über Quantität- ich glaube das würde auf Nico auch Zutreffen!


    Mein Freund hat heute zu mir gesagt, dass er Nico wahrscheinlich schon einschläfern hätte lassen, wenn es sein Hund wäre.


    Und ich will auch nicht zu lange warten, bzw will ich nicht, dass es noch schlimmer wird.


    Andererseits ist es schwer so eine Entscheidung zu treffen, wenn ich auch noch Wochen oder Monate warten könnte.


    Ich denke mir manchmal, dass ich warte bis er mal gar nicht mehr spazieren oder aufstehen will. Oder bis er seinen Harn nicht mehr kontrollieren kann. Irgendein Ereignis, was mir in meiner Entscheidung helfen könnte. Aber dann denk ich mir wieder- soll ich wirklich warten, bis es so schlimm ist?

  • Wenn es keine Chance gibt die Schmerzmittel zu erhöhen (man kann ja auch vieles kombinieren!) würde ich häufige Schmerzen wirklich als Einschläferungsgrund sehen.


    Meine Hündin habe ich im "letzten Moment" eingeschläfert. Sie hatte Krebs und plötzlich brauch alles zusammen, davor hatte mich die Klinik lange im Voraus gewarnt. Allerdings bekam sie mehrere Schmerzmittel kombiniert. Die letzten 3 Wochen vorher wurde ihre Welt immer kleiner, das ist im Nachhinein tatsächlich tröstlich, man hatte eine Phase, wo man es kommen sah... Dennoch war dieser Zusammenbruch dramatisch, aber da sie bis dahin schmerzfrei war und ich sie dann sehr schnell gehen lassen konnte, empfinde ich es doch als den perfekten Zeitpunkt.


    Wenn es diesen "eindeutigen Punkt" nicht gibt, ist es natürlich schwerer. Aber starke Schmerzen ohne Chance auf Besserung sehe ich als Grund an.

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  • Danke Dagmar!


    Das stimmt, ein Sonnenschein ist er nicht mehr… Er bekommt schon zwei verschiedene sehr starke Schmerzmittel in der höchsten Dosis und ohne die würde es gar nicht mehr gehen.


    Du hast absolut recht damit, dass es so schwierig ist, wenn es sich schleichend verschlimmert. Ich hab mich auch schon gefragt wie es wäre, wenn er von einen auf den anderen Tag so wäre wie jetzt. Dann hätte ich mich wahrscheinlich auch schon verabschiedet…

  • Ich musste schon zwei Hunde einschläfern lassen, Timmy und Basko.


    Bei Timmy war es so, dass er zwar noch nicht so alt war (es sei denn, die Tierschutzorganisation hat sich um ein paar Jahre verschätzt), aber er hatte so ziemlich alle Gelenkerkrankungen, die ein Schäferhund(Mix) bekommen kann. Hochgradige Hüftgelenksarthrose, Spondylose und Cauda Equina Syndrom im Endstadium und eventuell auch noch Degenerative Myelopathie. Er ist mit geschätzten 8 Jahren hier eingezogen, ist ein paar Monate richtig munter durch die Gegend gelaufen und hat dann immer mehr abgebaut. Das erste Jahr war viel Wassertreten im See, Physiotherapie und Tierheilprakterin angesagt, und es ging ihm noch recht gut. Dann hatten wir einen extrem harten Winter mit viel Schnee und Eis. Danach ist er nicht mehr so richtig auf die Beine gekommen, im wahrsten Sinne des Wortes. Gassigehen ging nur noch mit Tragehilfe, und er war die letzten 9 Monate seines Lebens komplett inkontinent. Trotzdem hatte dieser kleine Kerl einen unglaublichen Lebenswillen und bis kurz vor seinem Tod immer noch ein Strahlen in den Augen, so dass ich ihn einfach nicht einschläfern lassen konnte. Als dieses Strahlen dann erloschen war und er auch nicht mehr so richtig fressen wollte, habe ich ihn gehen lassen. Da war er geschätzte 10 Jahre alt.


    Basko ist mit geschätzten 6 Jahren hier eingezogen und stolze 16 Jahre alt geworden. Er war ebenfalls ein großer Schäferhund-Mix, ist mit Arthrose in der linken Vorderpfote hier eingezogen und hatte eine Schilddrüsenunterfunktion. Die typischen Gelenkerkrankungen sind bei ihm erst sehr spät aufgetreten und waren nie so massiv wie bei Timmy. Dennoch sind unsere Runden im Alter natürlich immer kleiner geworden und haben immer länger gedauert, bis wir zuletzt nur noch um den Block gelaufen sind. Aber auch Basko hat nicht den Eindruck gemacht, als ob er mit dem Leben schon abgeschlossen hätte. Im Garten war er immer noch sehr präsent. Die Entscheidung für seine Einschläferung fiel dann allerdings sehr schnell, als er einen schnell wachsenen Bauchtumor bekommen hat.


    Beide Hunde sind zu Hause ganz ruhig eingeschlafen und es war gut so. Für mich war es natürlich sehr schwer, zumal ich auch alleine lebe, aber für die beiden war ihre Zeit gekommen.


    Du wirst sich die richtige Entscheidung treffen, wenn die Zeit für deinen Hund gekommen ist.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Wenn neue User mit genau dieser Frage hier ins Forum kommen, dann ist das in meinen Augen ein Zeichen dafür, daß die Entscheidung eigentlich schon gefallen ist, man sich aber noch innerlich dagegen wehrt. Es hilft dann oft sehr, sich mit anderen Hundehaltern über ihre Erfahrungen auszutauschen. Durch den Vergleich mit anderen wird manches klarer.


    Wenn Tierhalter im Nachhinein etwas bereuen, dann so gut wie immer immer, daß sie zu lang gewartet haben. Nicht, daß es zu früh war.


    Für mich stellte sich die Frage noch nicht bei einem Hund. Aber bei einem meiner Vögel habe ich zu lange gewartet und brauchte einen Anstoß von einer unbeteiligten Person, die das Tier eine Weile nicht gesehen hatte und die Verschlechterung des Zustandes anders und objektiver wahrnahm als ich das zu der Zeit konnte.

    Ich freue mich für dich, daß du auch jemanden in deinem privaten Umfeld hast, mit dem du das besprechen kannst.


    Dagmar & Cara

  • Danke euch allen für eure Gedanken, es tut gut mit jemandem darüber zu schreiben, der Ähnliches durchgemacht hat. ♥️ und es hilft mir, die Situation auch mit anderen Augen zu sehen bzw. etwas mehr Abstand dazu zu bekommen.

    Wie jeder bin ich auch davon beeinflusst, dass ich an Nico hänge und das natürlich ein emotionales Thema ist. Ist schwierig, das beiseite zu lassen und sich nur auf die Frage zu konzentrieren, was das beste für ihn wäre.

  • Aber dann denk ich mir wieder- soll ich wirklich warten, bis es so schlimm ist?

    Nein.

    In diesem Forum wird für meinen Geschmack immer zu lange gewartet.

    Das geht immer zu Lasten des Tieres.


    Du hast die Schmerzmittelgabe ausgereizt, andere Leute haben dir wohl schon gesagt, dass es an der Zeit ist, der Tierarzt auch.

    Dem Hund geht es nicht gut, auf was wartest du noch?


    Wenn ich heute Bilder und Videos von meinem alten Schäferhund (eingeschläfert vor zwei Jahren) in seinen letzten Monaten sehe, bin ich jedesmal erschrocken, wie klapperig er zum Schluss war. Damals ist mir das gar nicht bewusst gewesen, ich habe das einfach nicht wahrgenommen.

  • Dadurch dass es eben nichts akut bedrohliches ist, fühlt es sich so an als würde ich ihm das Leben nehmen. Das ist das, was mich innerlich aufhält. 😔

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