Übungen für Aufmerksamkeit beim Gassi-Gehen

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    Hallo allerseits,

    meine Mini Aussiedoodle Hündin Luna ist jetzt 13 Wochen und seit 3 Wochen bei uns. Wir haben uns schon recht gut aufeinander eingestellt würde ich sagen. Sie hört im Haus auf ihren Namen, kommt beim Hier auch wenn sie gerade wo anders beschäftigt ist und setzt sich bei einem Aus mittlerweile vor den Gegenstand den sie gerade angeknabbert hat und hört auf.

    Draußen jedoch bin ich wie Luft für sie. Ich kann rufen, mit der fröhlichsten stimme sprechen die besten Leckerlis oder Spielsachen dabei haben sobald etwas interessanter ist (vor allem andere Hunde und Menschen) schaltet sie auf Durchzug. Wenn wir mit Schleppleine auf der Wiese sind und sie gerade kaum abgelenkt ist funktioniert der Rückruf recht gut.

    Die Dame von der Hundeschule meint ich soll nicht so oft rufen sondern näher kommen oder meine Position wechseln aber wenn sie wirklich nicht hören will hilft es auch nichts ihr das Leckerli direkt unter die Nase zu halten.

    Kennt ihr hierfür spezielle Übungen oder muss ich einfach durchbeißen und weiter üben und einfach eine Zeit lang drüber stehen dass andere Sachen nun mal interessanter sind als ich? Sie ist mein zweiter Welpe, vom ersten kenne ich das so nicht, der war draußen viel ängstlicher und ich war quasi sein Safe Space weswegen der Rückruf immer gut funktioniert hat.

  • Meine Idee: laß das arme Welpi erstmal bei Dir ankommen, bevor Du anfängst, Dinge zu trainieren. Für ihr Alter kann die schon ganz schön viel! Ich glaube, Du verlangst zu viel, weil das beim vorherigen Hund ziemlich automatisch ging durch die Ängstlichkeit. ;-) Laß Ihr Zeit. Viel Zeit. Du hast den Schulabschluß auch net direkt nachm Abstillen hingelegt, oder? ;-)


    Wenn Du rufst, und sie kommt nicht, gib Dir selbst nen Tritt. Dann hast Du nämlich zu viel gefordert, und in einer Situation mit zu hoher Ablenkung gerufen. Da mußt Du also besser einschätzen, ob sie grad in der Lage ist, den tatsächlich zu befolgen.


    Um den Rückruf einzuüben, wendet man ihn anfangs AUSSCHLIEßLICH dann an, wenn der Hund zu 99,9 % zu Dir kommen wird, also eigentlich nur dann, wenn er eh schon aufm Weg zu Dir ist. Weil der das erst verknüpfen muß. Erst, wenn das richtig verknüpft ist durch hunderte Wiederholungen (!), wird er automatisiert herkommen, wenn Du ihn zurückrufst. So, wie Du das machst, lernt er nur eines: daß Dein Rückruf eine unverbindliche Handlungsempfehlung ist.


    Sollte Dir das wieder passieren, daß Du bei zu großer Ablenkung abrufst (wir sind ja auch nur Menschen, und manchmal muß man das auch gezielt testen, um zu wissen, obs schon mit dieser oder jener Ablenkung funktioniert!): geh hin und hol sie (wortlos und keineswegs ärgerlich!) ab und nimm sie an die Stelle mit, von der aus Du sie gerufen hattest. Das zeigt ihr, daß Du bereit bist, den Rückruf auch durchzusetzen. Sprich, daß es wenig Sinn hat, erst zu überlegen, ob sie nu kommen möchte oder net, weil wenn net, holst sie eh. *gg


    Kleiner Tip am Rande: was bedeutet AUS für Dich? Das muß für den Hund eindeutig sein. Also: AUS für etwas sein lassen? Oder AUS für etwas hergeben? Ich trenn das strikt, weil das kein Hund verstehen kann, wenn man das Kommando für verschiedene Dinge nutzt. AUS heißt ausschließlich: "etwas auslassen, hergeben". Und SCHLUß heißt, "Ende des Spiels/der Aufgabe oder was auch immer", finito halt.


    So - viel Spaß und Freude noch mit dem Zwerg. Und hab ich schon gesagt: laßt Euch Zeit? :rolling_on_the_floor_laughing: Genieß die Welpenzeit, sie ist sooo kurz.....

  • Erst Mal vielen Dank für die ausführliche Antwort! Das mit dem Hier auch wirklich einfordern war mir gar nicht so bewusst, da sie es wie gesagt in der Wohnung super umsetzt deswegen dachte ich es geht draußen auch schon aber ich werde ab jetzt darauf achten sie nur zu rufen wenn ich weiß sie hört oder sie mir sonst wie du sagst zu holen!


    Das Aus verwenden wir wenn sie etwas hergeben soll beispielsweise etwas im Mund hat und ausspucken soll (auch Türstöcke) was in der Wohnung wie gesagt gut funktioniert und draußen teilweise auch schon aber manchmal schmeckt das angerotzte Taschentuch am Boden wohl noch zu gut…


    Danke auf alle Fälle für die Hinweise ich werde mich wieder ein wenig beruhigen was Erziehung angeht und mehr Zeit fürs Schnüffeln geben bzw. fürs herausfinden was denn jetzt wirklich schmeckt 😋

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  • Kann da BieBoss nur zustimmen. Das Timing ist beim Welpen-Rückruf entscheidend - man macht das nur, wenn der eh bereit ist zu kommen! Und dazu gehört auch, dass man dem Welpen Zeit gibt, sich mit der faszinierenden Umwelt zu beschäftigen - der muss nicht pausenlos auf mich fokussiert sein. Ich interessiere mich für seine Entdeckungen, lobe ihn für seine Sicherheitschecks bei mir. Der Welpe braucht beides: die Freiheit zur Umwelterkundung und den sicheren Rückhalt durch seine erwachsenen Sozialpartner - in diesem Fall seine Menschen. Wenn du Angst hast ihn erkunden zu lassen, mach eine dünne leichte Schnur ans Geschirr, aber nutze die nur als Sicherheitsnotnagel, nicht als Leine!

  • Servus,


    zum Thema "Draußen Luft sein": Wir markern / clickern das Anschauen draußen bei unseren beiden Hunden (5 Monate und 9 Jahre).


    Wenn der Kleine z.B. draußen rumschnüffelt, dann stehen bleibt und zu uns schaut, wird geclickert und er bekommt dann natürlich die Belohnung.

    Wir haben das ziemlich von Anfang an gemacht, also ab dem Zeitpunkt, an dem wir mit ihm richtig an der Leine (oder im Freilauf) raus konnten. Das war so, als er ca. 12 Wochen alt war.


    Oder wenn er bis fast ans Ende der Schleppleine rennt, dann inne hält (ohne dass sie sich spannt) und zu uns schaut. Dann wird auch geklickert.

    In weniger schwierigen Situationen für ihn loben wir es meist verbal (ohne Clicker und mit seltener Belohnung), also wenn er z.B. in reizarmer Umgebung eh schon neben uns läuft und uns hin und wieder anschaut. Anfangs haben wir auch das immer belohnt, aber das haben wir jetzt etwas reduziert.


    Zusätzlich haben wir das Kommando "schau" nebenbei aufgebaut, indem wir immer laut und deutlich "schau!" gesagt haben, wenn wir ihm etwas gegeben oder gezeigt haben. Das haben wir einfach im Alltag ab Tag 1 gemacht, und da für ihn damals alles neu und spannend war, hört er bis heute reflexartig auf das "schau!". Sprich: Das wurde gar nicht trainiert, sondern einfach nebenbei gemacht.

    Dadurch hat er verinnerlicht, zu uns zu schauen (ja, ich weiß, meist wird gelehrt, dass der Hund einem so und so lange in die Augen schauen soll, aber uns war es wichtiger, dass er einfach zu uns schaut).


    Das Kommando "schau" setzen wir draußen natürlich jetzt auch ein, versuchen es aber nicht abzustumpfen, indem wir es wirklich nur in "Notfällen" verwenden und den Blick zu uns dann natürlich auch belohnen.


    Er ist mittlerweile ein Junghund, also langsam in der Pubertät, aber durch dieses Vorgehen bislang wirklich ausnahmslos immer ansprechbar und sehr aufmerksam. Selbst wenn andere Hunde entgegen kommen, hört er auf das "schau!" und lässt sich anschließend ablenken, wenn wir den Kontakt mit den fremden Hunden vermeiden wollen / müssen.


    Selbst beim Großen haben wir das in gehobenem Alter jetzt erst angefangen, weil er draußen immer angespannt und meist nicht ansprechbar sind. Bei ihm hat es ein wenig länger gedauert, aber nach ca. zwei Tagen hat er es gerafft und schaut jetzt viel öfter zu uns, selbst bei Sichtung von Eichhörnchen, Katzen oder anderen Hunden.

    Hier haben wir anfangs auch jeden Blick gemarkert und belohnt, jetzt loben wir verbal und geben ab und zu noch ein Leckerli.


    Ja: Man kann jetzt sagen, die Hunde sind ja nur aufmerksam, weil es ggf. was gibt. Aber das ist uns schnurz, solange dadurch eben alles besser klappt! Das Training draußen ist dadurch viel einfacher (der Kleine war quasi sofort recht gut leinenführig, weil er eben aufmerksam war) und Hundebegegnungen sind kaum ein Problem.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • Mit dem Klicker arbeiten wir eh auch und die Idee mit dem Schau finde ich toll danke fürs Teilen!! 🥰

    oh, dass ist toll, dass Ihr mit dem Clicker arbeitet! Wir sind auch ganz begeistert davon und haben ihn z.B. auch eingesetzt, um das "stopp" und "weiter" beim Gassigehen zu trainieren. Bei bestimmten Hunden muss man allerdings aufpassen, dass sie das dann nicht extra machen, um die Belohnung zu erzwingen. Also dass der Hund z.B. extra stehen bleibt, damit man "weiter" sagt, clickert und eine Belohnung gibt. In solchen Situationen bringen wir es lediglich mit dem Clicker bei, clickern dann aber recht schnell nicht mehr, sobald der Hund das Kommando verstanden hat.

  • Kennt ihr hierfür spezielle Übungen oder muss ich einfach durchbeißen und weiter üben und einfach eine Zeit lang drüber stehen dass andere Sachen nun mal interessanter sind als ich?

    Ja, dafür gibt es Übungen. Wichtig ist, dass Du nicht in den Druck verfällst, dass Du mit einem Außenreiz konkurrieren musst. Versuch lieber zu üben was Dein Hund bei Sichtung eines Außenreizes für ein Verhalten zeigen soll - also, dass er lernt es sich anzuschauen und nicht durchzustarten zum Beispiel. Das wirst Du bei diesem Mischling für später ganz unbedingt brauchen, wenn der Pudel und der Aussie im Kopf Kämpfe austragen, ob man den Außenreize nun bekämpft oder nett findet.

  • Beim Thema Rückruf kann man sich auch körpersprachlich interessant machen. Wenn dein Hund gelernt hat, auf seinen Namen hin zu dir zu gucken, weil dann immer was Tolles kommt (bedeutet aber auch, dass man den Namen wirklich auch nur dann sagt, wenn man vom Hund was will und ansonsten nicht), dann kann man das nutzen, um den Hund anzusprechen, wenn er eh schon in deine Richtung schaut.

    Dann kann man den Namen rufen, sich etwas bücken, rückwärts gehen, und wenn der Hund einen Schritt auf einen zumacht, das Rückrufsignal sagen. Macht der Hund einen weiteren Schritt auf mich zu, fange ich an, leicht in die Hände zu klatschen, manchmal sag ich auch "schnell, schnell, schnell" und feuere ihn weiter an, drehe mit vielleicht leicht um und gehe einen Schritt weg vom Hund... für einen verspielten Welpen wird der Rückruf so zu einer tollen Spielaufforderung, an deren Ende vielleicht sogar ein Leckerli steht - also kommt er gerne.


    Das übe ich natürlich erst daheim, dann im Garten, dann unter wenig Reizen... bis es irgendwann sitzt und ich weniger körpersprachliche Signale einsetzen muss.



    Stell dir mal vor, du stehst stramm da und rufst "hier", und dann die andere Variante. Bei der "Spiel-Rückruf-Variante" kommt eine ganz andere Energie rüber und gerade ein Welpe wird sich da gern mitreißen lassen.


    Und, ja, man ruft anfangs nur, wenn man sich zu 99% sicher ist dass es jetzt passt und der Hund aufnahmebereit ist und hören kann. Und belohnt hochwertig. Ruft man wiederholt und der Hund hört nicht, lernt er leider nur das Gegenteil, nämlich dass es keine Konsequenzen hat, wenn er nicht hört, und damit machst du dir das Kommando kaputt.

    Deshalb auch nicht 100mal rufen, besonders wenn sich herausstellt, dass dein Hund vielleicht recht intelligent ist und schnell versteht, was du von ihm willst. Dann langweilen permanente Wiederholungen und man stumpft den Hund ab. Lieber ein, zweimal erfolgreich abrufen und gut is für den jeweiligen Tag.

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