Menschliche Schwächen im Hundetraining... kennt ihr das?

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    Hallo,


    Kennt ihr das, dass es manchmal viel zu lange dauert bis ihr eure eigne Schwächen erkennt? Das aber von Nöten wäre um im Training weiterzukommen 😂

    Bin selber Jemand der unnötige Geräusche, Lärm und Dauerberieselung absolut nicht gebrauchen kann. Werbung z.B. beim Autofahren empfinde ich schon als Belästigung, ebenso unnötiges Gefasel von den Radiosprechern 🙃 . Nervt ... braucht ab und an bis ich’s merke, bin dann aber schon leicht genervt und krätzig.


    Hatte im Hundetraining eine Trainerin die über Abbruch gearbeitet hat, z.B beim Leinentraining wenn der Hund an mir vorbei ist, Kam der Abbruchlaut, im Sekundentakt. Zudem war sie sehr laut in ihrer Art... Konnte ihr aber nie sagen, dass es mir auf den Geist ging, habe mich lange angestrengt. Mein Hund lief immer aufgeregter in den Trainingsstunden, witzigerweise lief er dann immer weiter weg ( hätte ich eigentlich machen wollen) . Klingt doch doof, oder?


    Sie hat’s gut gemeint, war soweit ich das einschätzen kann auch nett, Ich hätte es gern abgeschaltet, ging nicht. Ab und an steht man sich schon doof selber im Weg 🙈.

  • Klar kenne ich das. Viele Fehler macht der Hund aufgrund falscher Signale, falschem Lob etc.


    Uns hat es mal richtig das Mantrailing vergurkt. Obwohl wir bewusst nur Blind-Trails trainiert haben (also dass nicht mal ich wusste wo das Opfer ist), hat ein neuer Trainer irgendwann festgestellt und beobachtet, wie sehr der Hund auf mich achtet statt auf seine Nase zu vertrauen. Ein unbedachter Schritt meinerseits in eine Abbiegung, die er wohl nur abchecken wollte, hat er gleich als Bestätigung gewertet und den Weg eingeschlagen. Eine falsche Geste, Körpersprache...Und er war sofort verunsichert wo er hin soll und hat sich zu sehr an mir orientiert, statt stur der Spur zu folgen.

    Als Hintergrund hat der Trainer gewertet, dass der Hund zu gut erzogen und sensibel auf mich getrimmt ist mit mir zusammen zu arbeiten und es nicht wagt eigene Wege zu gehen. Und das für einen Terrier.... :rolling_on_the_floor_laughing:

  • Natürlich, ich bin der festen Überzeugung, wenn ich selbst im Hundetraining besser und konzentrierter wäre, schneller und richtiger reagiere und im richtigen Moment abbreche oder bestätige, dann wären wir heute zB im Sport auch viel weiter.

    Da hilft nur sich immer wieder selbst reflektieren, von anderen reflektieren lassen, filmen lassen und zusammen mit anderen Leuten fachsimpeln... Irgendwann findet man dann seinen Weg und seinen Rhythmus, der zu einem selbst und zum Hund passt.

    Man muss immer nur offen für Kritik sein und gewillt, an ein paar vorher besprochenen Punkten zu arbeiten.

    Man lernt ja jeden Tag mit jeder Situation und jeder Trainingsstunde dazu und wächst daran. Das ist ja das Schöne an Hundehaltung, man lernt mehr über sich selbst als Halter und Hundeführer.

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  • Oh ja, es hat Monate gedauert, bis mir klar geworden ist, dass ich nicht nur auf den Hund achten muss bei Hundebegegnungen, sondern auch auf mich. Ich war jedesmal innerlich so aufgeregt, dass das garnicht klappen konnte. Erst als mir klar wurde, dass ich auch meinen Wohlfühlabstand einhalten muss, wurde es besser...

    :ugly:

  • oh ja!

    wenn ich nicht so eine Bangbüx (norddeutsch für Angsthase) wäre, wäre sicher vieles leichter.

    Aber ich rechne bei jeder Hundesichtung schon damit, dass der unangeleinte Tutnix zu uns rennt und Mia ihn dann verhauen will weil er direkt an sie rangeht. Dadurch bin ich einfach oft schon zu sehr in der Anspannung, um einfach mal locker abzuwarten.

    (sie würde ihn allerdings auch wirklich verhauen, wenn er ihr zu nah kommt und an ihrem Hintern schnüffelt. Sie hasst das. Entspannt aneinander vorbeilaufen oder nebeneinander laufen ist überhaupt kein Problem)

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ich weiß theoretisch gaaanz viel über menschliche Körpersprache, wie sie sein müsste, um dieses oder jenes für das Tier zu bedeuten. Und ich setze konsequent absolut nix davon um :D

    Meine unbewusste Körperhaltung sagt Hunden und Pferden fast immer das Gegenteil von dem, was ich will. Ganz klassisch: Wenn ich will, das tier zu mir kommt, lehne ich mich tier gerne entgegen (beuge mich vor). Bis mir der Mist auffällt, vergeht oft eine gewisse Zeit.

  • Natürlich.



    Wir waren auch mal bei einer Hundetrainerin, sie arbeitet ausschließlich über positive Bestärkung. Wir haben ein paar Social Walks mit ihr gemacht und hatten auch Einzelstunden. Die Ansätze an sich fand ich richtig gut, setzen wir auch noch immer um - aber in einer ganz anderen Geschwindigkeit.


    Bei der Trainerin sollte ich Anju alle paar Sekunden beklickern und Leckerlis in sie rein stopfen. Das geklicke ging mir irgendwann so auf den Senkel und ich konnte mich gar nicht auf meine Umwelt konzentrieren, weil ich ja permanent den Hund bestätigen musste. Hat uns eigentlich nur dahin gebracht, dass mein Hund völlig drüber war und ich Kopfschmerzen hatte.

    Ich mag die Trainerin total, empfehle sie auch heute noch und würde bei Problemen auch immer noch zu ihr gehen, aber ICH hätte halt auch mal anmerken müssen, dass es für mich und Anju viel zu hektisch und viel zu viel war.

    Denn alleine, in einem deutlich langsamerem und ruhigerem Tempo, lief das dann richtig, richtig gut.

  • Mir haben Videos viel geholfen. Auch übrigens beim Reiten. Man sieht plötzlich Gesten und Fehler an sich, die einem sonst nie auffallen.

    Nicht umsonst weiß "der Profi von der Bande" meistens alles besser.

  • Ich war mit meinem Hund in 3 verschiedenen Hundeschulen. Speziell in den ersten beiden wurde der Hund totgequatscht. Da ich zu dem Zeitpunkt Anfänger war, habe ich alles 1:1 übernommen. Erst mit der Zeit sammelte ich (besonders neben der Hundeschule im Alltag) eigene Erfahrungen, las Bücher, sah Videos.


    Inzwischen bin ich weit vom Totquatschen entfernt. Jetzt am vergangenen Freitag waren mein Hund und ich ca. 2 1/2 Stunden im Wald unterwegs. Neben seinem Namen, den ich aber höchstens 5x gesagt habe, habe ich eigentlich nur noch Priiiiiima benutzt, wenn er etwas richtig gemacht hat. Und EY, wenn er Mist baut. Prima kam vielleicht 100 mal, EY vielleicht 2 - 3 mal. Ansonsten setze ich sehr viel auf Blickkontakt und Körpersprache. Natürlich auch auf Handzeichen, aber die gar nicht mal sooo viel. Für den Rückruf nutze ich den Pfiff auf den Fingern, um auf mich aufmerksam zu machen, wenn er mich nicht sowieso gerade ansieht, ein leises Psst oder ein Zungeschnalzen.


    Ich sehe es als menschliche Schwäche, dass wir dem Hund mit unserem Lieblingskommunikationsorgan, der Stimme, versuchen zu begegnen. Hunde untereinander kommunizieren aber hauptsächlich über den Körper. Da wir uns selber als das intelligentere Lebewesen betrachten, sollte das mehr Berücksichtigung finden.


    Letztens musste ich beobachten, wie ein Hundehalter einem anderen sagte, dass sein Hund Angst vor dem Kontakt zu fremden Menschen hat. Und was macht dieser Mensch? Geht auf den Hund zu, beugt sich vor, versucht ihn zu streicheln und sagt: "Ooooch, Du brauchst doch keine Angst haben. Ich tue Dir doch nix." Schade, dass der Hund nicht angst-aggressiv war und den Typen gebissen hat.


    Wenn ich in eine solche Situation komme, hocke ich mich seitlich in der Entfernung hin, die der Hund noch akzeptieren kann, schaue ihn nicht an und warte. Es kommt dann auf den Hund an. Bei dem ein oder anderen hat's erst beim 10ten Treffen funktioniert, einige trauen sich schon nach wenigen Sekunden. Gerade bei denen, die bereits nach wenigen Sekunden den Kontaktversuch wagen, ist nicht selten das Erstaunen bei den Haltern groß. Letztens war eine Angsthündin so zutraulich, dass sie mir das Gesicht leckte und ihren ganzen Körper an mich drückte. Mir kam es fast so vor, als wäre sie dankbar, dass sie endlich mal nicht bedrängt wurde. Die Halterin war völlig aus dem Häuschen: "Das hat sie noch nie gemacht!"


    Wichtig ist, dass unsere Körpersprache mit dem, was wir ausdrücken wollen, übereinstimmt. Ich kenne jemanden, der unterhält sich gerne mit viel Ironie und Sarkasmus. Das spiegelt sich auch in seinem Verhalten gegenüber dem Hund wieder. Kein Wunder, dass sein Hund Schwierigkeiten hat, ihn zu verstehen.

  • Klar. Aktuell gerade bei Picard. Weil er es mit dem Scharren nach dem Markieren übertreibt, darf er das jetzt an der Leine gar nicht mehr. Leider weiß er das noch nicht, weil

    1. Spuk es darf - der macht's nebenbei und geht weiter

    2. Picard es im Freilauf weiterhin darf

    3. ich morgens so müde vor mich hin schlurfe, dass ich meist gar nicht regiere, wenn er scharrt und ich

    4. durch 1. und 2. so sehr an den Anblick scharrender Hunde gewöhnt bin, dass ich den Zwerg oft erst abbreche, wenn Erdbrocken gegen meine Hose prallen.


    Wir haben noch einen langen Weg vor uns bis zu scharrfreien Leinengängen. :headbash:

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