Überforderung im Welpenalltag

Es gibt 92 Antworten in diesem Thema, welches 12.402 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Mehrhund.

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    Hallo Liebes Forum,

    Vor 5 Tagen haben wir unsere kleine Border Collie Hündin Finni zu uns geholt. Sie ist nun fast 12 Wochen alt und ich habe mich so wahnsinnig auf sie gefreut und so ziemlich jeden Artikel / jedes Video zu jedem erdenklichen Thema gelesen / geschaut - mit anderen Worten: ich fühlte mich sehr gut vorbereitet und war total optimistisch, alles zeitnah zu trainieren oder in den Griff zu bekommen.


    Nun hat mich aber der Welpenblues komplett gepackt, ich bin nervlich total am Ende und am weinen, denn es gelingt mir nicht so richtig einen Rythmus zu finden, der für uns beide - Mensch und Tier - passt. Ich sehe nur Baustellen (klar ist ja auch ein Baby) und weiß gar nicht welche ich davon zuerst angehen soll.


    Es fängt an bei Boxentraining: Sie hasst ihre Faltbox. Dort liegt eine Decke von Mama drinnen, ein Beißring (den findet sie aber auch doof und spielt nicht damit) und ich schmeiße ihr auch über den ganzen Tag verteilt Leckerlis oder anderes Spielzeug rein. Sie frisst die dann auch oder holt das Spielzeug raus, aber sonst geht sie nie in die Box. Nachts gelegentlich mal, aber auch über den Tag liegt sie lieber irgendwo auf dem Boden rum.

    Deshalb bin ich auch kein Fan davon, sie dazu zu zwingen in die Box zu gehen. Nachts keil ich die Box dann so ein, dass sie sich aussuchen kann ob sie da rein will oder davor liegen will.

    Das klappt dann auch super und ich muss auch nicht raus.

    Über den Tag habe ich so aber irgendwie keine Möglichkeit "sie ruhig zu stellen".


    Denn es ist so:

    Wenn wir aufstehen, gehen wir sofort eine kleine Pipi Runde. Dann gibts Fresschen. Danach nochmal Pipi Runde. (Also echt im 10 Minuten Takt).

    Dann schläft sie meist bis Mittags und wir gehen nochmal raus. In den ersten Beiden Tagen konnte ihr alles gar nicht schnell genug gehen und wir sind schon relativ weit gegangen (30min - 1h) . Da war sie aber gefühlt allgemein auch viel ruhiger, sodass ich unsere Runden jetzt wirklich auf 10-15min gedrosselt habe.


    Ab Mittags ist dann quasi derselbe Terror-Ablauf: Sie wacht auf, wir gehen raus, wir kommen rein, sie dreht KOMPLETT auf, mit alles anbellen, durch die Wohnung heizen, alles anfressen was grad geht, dann gehen wir nochmal raus, denn sonst unterbricht sie ihr Spiel nur um schnell ein kleines Geschäft drinnen zu machen (das passiert über den Tag dennoch meist 2-3x weil ich nicht schnell genug bin, 4 Stock ohne Aufzug und so :unamused_face: ) Das wiederholt sich dann quasi von 13 - 18 Uhr fast halbstündig. Eben war ich innerhalb einer halben Stunde 3x Pipi machen draußen und sie hat dennoch rein gemacht (obwohl sie draußen auch jedes mal macht).


    Ich schaffe es kaum sie zu beruhigen obwohl sie sicher komplett drüber ist.

    Einkesseln und ruhig atmen klappt nicht, alles stachelt sie noch mehr an.

    Auf Ihren Namen hört sie noch nicht, Nein ist auch ein Anstacheler und weiß einfach gar nicht mehr was ich noch tun soll, denn zwischen dem ganzen Schlafen, Spielen und Raus gehen komme ich gar nicht dazu sie vielleicht auch mal zu trainieren.


    Allgemein renne ich gefühlt den ganzen Tag in der Wohnung rum und schaue, dass sie keinen Blödsinn macht (ich weiß, dass ist nicht so super, weiß aber auch nicht was ich tun soll, wenn ich in einen anderen Raum will, denn sie folgt mir nicht und kennt ja auch quasi nicht ihren Platz). Räumlich beschränken können wir sie auch nicht wirklich, da wir eine komplett offene Wohnung haben (bis auf Schlafzimmer, Bad, Büro). Vielleicht müssen wir uns da mal was überlegen, aber ich möchte ja auch vielleicht mal 1h am Tag etwas am Laptop arbeiten bzw. sie allgemein mal aus den Augen lassen können und das geht aktuell einfach gar nicht, weil ich ständig auf Hab Acht Stellung bin um ggf. jederzeit mit ihr raus zu können.


    Der ganze Spaß fehlt irgendwie und ich weiß auch nicht was ihr Freude bringt, bis auf hemmungsloses toben. Draußen schnüffelt sie die ganze Zeit, Leckerli-Bäumchen fand sie auch nur eine Sekunde interessant und mich schaut sie dann allgemein mit dem Po an.

    Auf Lob reagiert sie kaum, Leckerlis sind zwar ganz okay aber auch nicht besonders hoch im Kurs und Spielzeug ist nur bedingt ein Lob.

    Ich versuche eigentlich alles gute Verhalten zu Loben, aktuell eben durch Bestärkungswort, aber jetzt grade bin ich so traurig und hab das Gefühl wir verstehen uns überhaupt nicht.


    Abends bis Mittags ist sie ein Schatz, aber über den Tag kommt dann echt die Schattenseite durch.


    Puh, tut mir leid für den Roman, ich schätze ich musste mir das mal von der Seele schreiben. Ich könnte wirklich heulen, wenn man überall hört und liest "meine war nach 2 Tagen Stubenrein, konnte Sitz, Platz, Bleib, Bei Fuß, Pfötchen, Rolle und was noch für tolle Kunststücke, ist 100% abrufbar und natürlich perfekt Leinenführig"


    Um es mal auf den Punkt zu bringen: Welche Baustelle ist denn überhaupt die wichtigste? Für mich eigentlich natürlich Stubenrein, aber auch dass sie nicht den ganzen Tag so dermaßen überdreht und die ganze Bude auf den Kopf stellt.

  • Hmm, ich bin mir natürlich nicht sicher (Ersthundehalter), aber von den Symptomen würde ich sagen nein.

    Sie trinkt über den Tag einfach viel, ist dann durch ihr eigenes Durchdrehen natürlich nochmal on top aufgeregt...


    Auf den langen Spaziergängen hat sie auch meist 2x Pipi gemacht, nun da wir nicht mehr so lang gehen, macht sie meist nur noch 1x.


    Bei der Züchterin hat sie im Rudel quasi draußen gelebt, daher denke ich auch, dass sie allgemein etwas Menschenunabhängiger ist. Das würde auch erklären, wieso sie mich (noch) nicht interessant findet oder auf Lob nicht so richtig reagiert. Würde auch gern trainieren, dass sie versteht, dass SUUUUPER ein Lob ist, aber ich weiß gar nicht so richtig wann, weil der Tag einfach aus schlafen, spielen und raus gehen besteht. Also wortwörtlich..


    Wenn ich regelmäßig raus gehe klappt es ja auch mit dem einigermaßen Stubenrein sein, nur durch dieses hochfahren und toben zwischendurch, habe ich das Gefühl, dass das alles aus dem Rhythmus kommt.

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  • Überdrehen ist die wichtigste und eigentlich einzige Baustelle. Denn das ständige Urinieren kommt von der Aufregung.

    Ein Welpenauslauf (keine geschlossene Box!) kann euch eine Hilfe sein.


    Ich rufe mal flying-paws .


    Laß dich aber auf keinen Fall von den Welpen-Wunderkindern im Internet und sonstwo beeindrucken. Wessen Hund wirklich nach 2 Tagen schon stubenrein ist, der wohnt zB mit Sicherheit nicht im 4. Stock, sondern im Eigenheim mit offener Terassentür.


    Dagmar & Cara

  • Das kann natürlich sein, dass das vermehrte Saufen stressbedingt ist und was reingeht muss natürlich auch raus.

    Die vorherige Haltung ist natürlich auch nicht so optimal gewesen im Hinblick wie sie anscheinend bei dir leben soll.

    Und 5 Tage sind natürlich auch noch gar keine Zeit.

    Hast du neben der Box noch einen Welpenauslauf, wo du sie parken könntest?

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  • Darf ich mal fragen, was du von einem so jungen Hund erwartest? Noch dazu, wenn sie quasi eher abgetrennt vom Menschen gelebt hat? Es klingt sehr danach, als solle sie staendig ruhig sein. Das tun junge Hunde aber nicht..denn: Es sind junge Hunde! Die hat vor einer Woche noch ganz anders gelebt! Konnte spielen wann sie wollte, hat gepennt wenn sie dann eben muede war. Konnte rumduesen und (in unseren Augen) Bloedsinn machen wie sie lustig war.

    Und jetzt zack alles auf 0. Hinlegen, Ruhe halten, sich wie ein erwachsener/alter Hund benehmen. Natuerlich stresst das und zwar nicht nur dich, sondern auch sie!

    Wir sind zusammen an Grenzen gegangen nur um diese um ein unendliches zu erweitern. (©Lockenwolf)


    Die Malis und der Pan

  • Danke schonmal für die Zusprüche!

    Einen Auslauf o.ä. haben wir nicht, da wir dachten es würde schon reichen einfach alles außer Gefahr zu bringen. Obwohl hier ja alles offen ist (auf 120qm - 1 Etage, haben wir nur 3 Türen) hat sie die ersten beiden Tage quasi komplett auf dem Flur verbracht, das Büro und Bad kennt sie noch gar nicht und auch das Schlafzimmer quasi nur die Ecke, wo sie immer schläft. Sie hat also knapp 60qm zum toben, das ist sicher zu viel.


    Ich frage mich nur ob es im Welpenauslauf für sie dann nicht ähnlich wie in der Box ist, ein Gefängnis.

    Und wie man das dann Stück für Stück ausbauen kann/soll.

    Ich meine Samstag ist sie 12 Wochen alt - also kein ganz mini baby wie vielleicht ein 8 Wochen Welpe.

    Macht das mit dem Auslauf daher noch Sinn? Wenn ja wie lange denn ca.?


    Erwartet habe ich eigentlich genau das, was ich bekommen habe. Sie soll und kann ja auch ruhig toben! Ich spiele ja auch mit ihr, nur fällt es mir dann einfach schwer sie auch wieder zu beruhigen, damit es keine Abwärtsspirale aus Spielen - Raus müssen - Doch wieder spielen statt schlafen - raus- wird.

  • Kopf hoch, ein Welpe ist anstrengend und viele haben nach ein paar Tagen erstmal einen Tiefpunkt, gerade wenn man hohe Ziele hat und es eben so gut wie möglich machen möchte. Was andere sagen oder was ihr Hund schon kann, hat in diesem Fall keine Bedeutung. Jeder Hund/Welpe ist anders.


    Die wichtigste Baustelle ist Ruhe/Vertrauen in den Hund zu bekommen, alles andere kann man später auch noch beibringen.


    Am besten alles in Sicherheit bringen, vielleicht wäre ein Welpenauslauf etwas für euch. Da drin kann sie nichts kaputt machen und du hast nicht ständig den Fokus auf ihr.


    Ich hab auch so ein Reizoffenes kleines Ding zuhause. Sie wird nun 5 Monate und seit der 8 Woche bei mir.


    Unser Hauptthema ist immer noch Ruhe, wobei das langsam besser wird. Sie schläft mittlerweile deutlich mehr, als vor 2 Wochen noch. Können tut sie noch nicht viel, mein Augenmerk liegt wirklich darauf sich nicht über jeden Reiz aufzuregen, oder Hochzupuschen und sobald sie sich an mir orientiert wird belohnt.


    Biete ihr doch zum kauen mal ein Kauholz an, vielleicht fühlt sich der Beißring komisch für sie an. Meine steht voll auf Kuscheltiere, gibt es auch nur dosiert, weil sie völlig hochfährt, aber am liebsten lutscht sie auf einem Kaffeeholz rum.

  • Das sind noch alles ganz normale Dinge die sich bei guter Führung einpendeln werden. Sie ist ein Welpe und entsprechend drauf. Ich würde hier auch eher das Überdrehen im Fokus haben, wobei die Kleinen ja auch das erstmal lernen müssen. Also Geduld mit dem Hüpfer, Struktur, Konsequenz und angepasste Beschäftigung, dann wird das sicher. Und die Ruhe auch selber innerlich haben, die man vom Hund erwartet.


    Stubenreinheit kommt von allein, ob man will oder nicht. 😉

    Einfach sehr regelmäßig rausgehen, mindestens nach dem schlafen/füttern/spielen etc.


    Es gibt Hunde die mögen Boxen und welche, die tun das nicht. Das ist auch eine individuelle Geschichte.


    Das wird schon! Kopf hoch. ☺️

  • Für den Welpen bist du halt auch einfach erst mal ein Mensch, den er nicht kennt. Warum sollte er nach 5 Tagen schon voll auf dich anspringen und auf ein Lob von dir reagieren?

    Ihr habt jetzt erst mal Kennenlernphase. Der Hund versucht dich zu ergründen, weil er auf dich angewiesen ist, und du solltest auch herausfinden, wie dein Baby so tickt. Da es noch ein Baby/Kleinkind ist, solltest du auch noch nicht so viel erwarten. Ankommen, Hausregeln lernen, dich gut finden lernen, dich ernst nehmen lernen, Geborgenheit, Ruhe, Sauberkeitserziehung und Spielen. Mehr brauchts doch noch gar nicht.

    Was ich les, da befürchte ich bei dir, dass du in die Perfektionismusfalle tappst.

    Mach dich locker und geniess due Zeit mit dem Baby. (Und lass dir wegen ein paar Pfützchen keine grauen Haare wachsen. Ein Problem wird das erst, wenn sie nach 5 Monaten noch reinmacht.) Hundeerziehung ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

    LG

    KayaFlat


    Kaya (Flatcoated Retriever *20.4.2017)

    Remus (Wolf im Katzenpelz *14.7.2014)


    Schauen von oben zu und winken: Asta (Dsh- Mix), Jacky (LZ- Dsh) und Hundeidol Derby (HZ- Dsh)

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