Überfordert mit Viszla Rüden

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    Hallo Zusammen,


    ich habe sehr lange überlegt, ob ich mich an dieses Forum wende aber meine Not wird von Tag zu Tag größer. Ich lebe alleine und habe einen 11 Monate jungen Viszla Rüden, den ich mit 8 Wochen aufgenommen habe. Die Entscheidung, einen Hund aufzunehmen habe ich sehr überlegt und ohne Pandemiehintergrund getroffen. Sie wurde weit vor Ausbruch der Pandemie getroffen und ich habe fast 1 Jahr auf meinen Viszla gewartet.


    Mir war sehr wohl klar, dass ich vor allem zu Beginn sehr viel Zeit in die Erziehung investieren muss. Der Plan war auch, dass ich ihn dann irgendwann mit ins Büro nehme. Die ersten Male haben im Büro nicht gut funktioniert, da er sehr anhänglich und verspielt ist, und ein Arbeiten in Ruhe bzw. Termine wahrnehmen nicht möglich war. Jetzt geht er seit März in die Huta, was mich schon einmal sehr entlastet. Dennoch stelle ich seit 2-3 Monaten fest, dass ich immer unausgeglichener bin durch die durchgehend hohe Taktung. Dazu muss ich sagen, dass ich verantwortungsvoller Position im Management arbeite und in meinen Vorstellungen mein Hund dann regelmßig mit ins Büro kommen sollte. Wir gehen regelmäßig Samstags in die Hundeschule und ab und zu kommen Einzelstunden mit dem Hundetrainer dazu. Ich habe dennoch das Gefühl, dass ich nicht weiterkomme. Die Leinenführigkeit ist trotz regelmäßigen Übens beim Gassi gehen grauenhaft, Auto fahren findet er sch......und motzt und heult die ganze Zeit und Alleine bleiben geht schon mal garnicht. Letztlich mündete das alles in einem Hörsturz, den ich vor ein paar Wochen hatte und der immer noch besteht. Bitte versteht mich nicht falsch, den Hund trifft keine Schuld, es liegt einzig an mir. Ich weiß nur gerade nicht weiter und in mir keimen Gedankengänge auf, ob diese Entscheidung einen Hund zu halten die richtige war. Mir ist klar, dass ich jetzt sicher mit Vorwürfen "das überlegt man sich vorher..." etc. konfrontiert werde. Aber glaubt mir, dass habe ich sehr intensiv, die Realität hat mich nur gerade eines bessern belehrt. Und ich denke gerade darüber nach, was ist besser für meine Hund. Oder ist das alles nur eine Phase, die vorübergeht, wie ich schon so oft gehört habe. Aber dann merke ich, wie gereizt ich bin, wenn der Hund mal nicht hört und damit tue ich ihm ja auch keinen Gefallen. Und ich habe ihn wirklich sehr in mein Herz geschlossen und liebe es, Unsinn mit ihm zu machen oder auf der Couch mit ihm zu schmusen. Aber das allein wird dem Hund ja nicht gerecht. Alles in allem möchte ich nur ausdrücken, dass ich gerade am Ende meiner Kräfte bin und keinen Ausweg mehr sehe.


    Was meint ihr. Stelle ich mich an, ist das irgendwie nachvollziehbar was ich schreibe oder kennt ihr solche Situationen? Ich würde mich sehr über Feedback freuen.


    Viele Grüße

  • Also wenn trotz einem Jahr Training die wichtigen Punkte nicht laufen, würde ich denken, dass das Training für euch als Mensch-Hund-Team nicht stimmt. Habt ihr denn mal verschiedene Trainer*innen durchprobiert?

  • Ich finde es gut, dass Du Hilfe suchst und in erster Linie an das Wohl des Hundes denkst. Top!!


    Dass Du aber schon einen Hörsturz hattest... Au weiha! Da läuft etwas ganz gewaltig schief, da hast Du recht. Auf dem Stress-Niveau wird Dir aber auch kein Hund folgen (wollen).


    Was ich mich zu Beginn direkt gefragt habe: warum einen Vizsla? Eine Bekannte hat einen, die ihn jagdlich führt und ich kenne mehrere andere. Hui, die haben alle Pfeffer im Arsch. "Die Ruhe selbst" beschreibt diese Hunderasse nach meinen Erfahrungen nicht. Die jagdlich geführte Hündin kann zwar am Hochsitz stundenlang ruhig liegen und warten - aber zu Hause und auf einfachen Spaziergängen... Puh!


    Jetzt ist Deiner knapp ein Jahr. Das Welpenalter hat es schon in sich, jetzt kommt die Pubertät. Jipieh! Das sind natürlich Phasen, auf die Du in Deinem Startpost hoffst, aber wenn ihr so viele Baustellen habt (Leinenführigkeit, Autofahren, alleine bleiben), dann kann ich Dir jetzt nichts anbieten, womit Du in 4 Wochen all Deine Probleme gelöst kriegst. Zumal Du ja auch schon schreibst, dass die Hundeschule regelmäßig besucht wird und obendrein Privatstunden genommen werden. Wie sind denn die Rückmeldungen von dieser Seite?!


    LG
    Matthias

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  • Erschwerend kommt hinzu, dass der Jungspund mitten in der Pubertät ist, also sowas von mitten drin :lepra: . Ich ziehe meinen Hut vor allen Vollzeit arbeitenden Hundehaltern, die ihren Hund alleine halten, also ohne unterstützende Partner oder Familie im Hintergrund. Eine gute Hundepension ist sicherlich eine gute Lösung zur Entlastung um zumindest frei arbeiten zu können, aber die private Zeit ist man - so wie Du es auch beschreibst - durchgetaktet, insbesondere mit einem so jungen Hund der meines Erachtens hormonell in der Hochphase der Anstrengenheit (äh.. gibt es dieses Wort :???:.. aber Du weisst bestimmt was ich meine ) ist.


    Das hilft dir ad hoc nicht, aber vielleicht gibt es Dir Zuversicht! Es wird in der Regel einfacher wenn der Hund seine Hormone sortiert hat, ansprechbarer ist, sich besser fokussieren kann, mehr funktionalle Gehirnzellen zur Verfügung hat. Du klingst reflektiert, bemüht, verantwortungsbewusst.. Du hast auch alle Hilfe in Anspruch genommen die man Dir raten könnte. So bleibt nur ein gut gemeinter Rat von mir, nämlich bei einem anderen Hundetrainer vorstellig zu werden.


    Wenn das Training das hinter euch liegt nicht fruchtet, dann habt ihr u.U. noch nicht den richtigen Trainer* gefunden der euch einen gangbaren Weg aufzeigt. Es ist völlig normal, dass der erste Trainer* nicht sofort zu einem passt, vielleicht auch der zweite oder dritte nicht - das hängt ganz von der Qualität der Trainer* in eurer Umgebung ab. Ich würde jemanden suchen der sich auch mit der Rasse auskennt, wenn das nicht schon längst passiert ist. Vizslas kenne ich als Ein-Mann/Frau Hunde und sensibel. Evtl. ist die Hundepension kontraproduktiv, oder oder oder. Und ich denke rassespezifische Auslastung wird ein Thema sein. Ich kenne einige Vizslas die nicht jagdlich geführt werden, aber die bekommen adäquaten (wenn es sowas überhaupt gibt) Ersatz. Macht ihr so etwas in der Richtung, angeleitet von einem Trainer*?


    Euch alles Gute!

  • Also wenn trotz einem Jahr Training die wichtigen Punkte nicht laufen, würde ich denken, dass das Training für euch als Mensch-Hund-Team nicht stimmt. Habt ihr denn mal verschiedene Trainer*innen durchprobiert?

    Genau das war auch mein erster Gedanke, auch wenn es "erst" 9 Monate Zusammenleben sind.

    Dass da noch nicht alles perfekt funktioniert ist ja klar und auch die Pubertät spielt sicher auch eine größere Rolle, trotzdem sollten die "Basics" nach der Zeit schon recht gut klappen.

    Was und wie wurde denn bisher trainiert? Und wie sieht euer Tagesablauf aus? Und was meinen denn die von der Huta zu deinem Problem?


    Ob nun ein Viszla so der geeignete Bürohund ist kann ich nicht beurteilen, habe aber da so meine Zweifel, denn die Viszlas, die ich kennenlernen durfte waren hoch motivierte, arbeitsintensive und äußerst bewegungsfreudige Hunde ( ob das generell so ist weiß ich nicht), wovon 2 auch jagdlich geführt werden.


    Ich würde an deiner Stelle evtl auch mal einen Trainerwechsel überlegen oder zumindest vielleicht noch einen anderen Trainer, der sich mit der Rasse gut auskennt draufschauen lassen.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face


  • den Hund trifft keine Schuld, es liegt einzig an mir

    Mir fiel gerade noch ein/auf: ich weiß zwar, wie dieser Post gemeint ist und es ist ja auch etwas Wahres dran, aber in meiner Wahrnehmung führt diese Einstellung oft zu einer Blockade. Weil man sich dann "schuldig" dem Hund gegenüber fühlt und noch weniger gut und klar kommuniziert, was man will, als vorher. Weil das damit einhergehende schlechte Gewissen einem im Weg steht.


    Wenn man sich mal klarmacht: Ja, ich kommuniziere nicht deutlich genug, Ja, ich habe eventuell Fehler XY gemacht, aber mein Hund kann schon auch eine kleine Kackbratze sein und ist kein Unschuldsengel, dann ist das für mein Empfinden eine konstruktivere Ausgangslage, die einen nicht so selber blockiert.

  • Hallo,


    erstmal eine Rückfrage:

    Dennoch stelle ich seit 2-3 Monaten fest, dass ich immer unausgeglichener bin durch die durchgehend hohe Taktung.

    Was meinst du damit?



    Generell finde ich es jetzt nicht ungewöhnlich, dass man als Ersthundehalter mit einem Jungrüden einer aktiven Jagdhundrasse überfordert sein kann. Wie beschäftigst du ihn denn? Eventuell fehlt einfach eine strukturierte Beschäftigung?


    Allgemein werden Rüden mit drei oder vier Jahren deutlich ruhiger. Das merke ich jetzt schon bei meinem 3-jährigen Springer Spaniel Rüden. Bei meinem Labrador-Rüden war es auch so.


    Worüber ich mir eher Gedanken machen würde... Wenn du dauerhaft auf die HuTa angewiesen bist... Erscheint es dir dann "sinnvoll" einen Hund zu halten? Nicht falsch verstehen, ich habe jetzt nichts gegen HuTa. Meine gehen auch einmal die Woche in die HuTa und ich gehe auch mal hundelos in den Urlaub. Aber wenn der Hund wirklich jeden Tag von 7 bis 17 Uhr da drinnen hockt... Ich weiß nicht. Dann passt Hundehaltung vielleicht einfach nicht so in die Lebensgestaltung?

  • Die ersten Male haben im Büro nicht gut funktioniert, da er sehr anhänglich und verspielt ist, und ein Arbeiten in Ruhe bzw. Termine wahrnehmen nicht möglich war.

    Dazu muss ich sagen, dass ich verantwortungsvoller Position im Management arbeite und in meinen Vorstellungen mein Hund dann regelmßig mit ins Büro kommen sollte.

    Dein Beitrag klingt so, als sei es eine große Erleichterung wenn der Hund mit ins Büro kommt und als hättest Du andererseits aber auch recht schnell die Flinte ins Korn geworfen bei der Bürogewöhnung.


    Da würde ich nochmal ansetzen, eventuell mit Trainerbegleitung. Ruhe im Büro kann ein Hund - auch ein verspielter Jungrüde - definitiv gut lernen.

  • Was ich meinte, dass ich das Gefühl habe, keine Energie mehr zu haben und dadurch auch immer dünnhäutiger werde. Ich mache in der Woche außer Spaziergängen und ein paar Spielen zuhause nicht viel mit ihm, am Wochenende sind wir schon sehr oft lange unterwegs in Parks und Wäldern und da nutze ich auch die Reizangel und Dummy fürs Suchspiel. In der Huta wird er übrigens auch gut gefordert, dass war für mich entscheidend.

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