Fremdeinkreuzungen/Outcrossing in der Hundezucht

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    Nachtrag zu meinem Geschriebenen :


    Einen Denkfehler gibt's natürlich noch : Die Tests Beim Schnauzer sind sicherlich auch deshalb recht aussagekräftig, weil sie die juvenile Form ausbilden, was bedeutet dass die betroffenen Hunde bis zum 3. Lebensjahr erkranken würden.

    Während ein Dobermann auch in deutlich höherem Alter, trotz voriger regelmäßiger EKG's mit 24 Stunden Holter, plötzlich erkranken kann.

    Nun werden denke ich allerdings die wenigsten Hunde vor dem 3. Lebensjahr in die Zucht gehen, während bei 7 aufwärts eigentlich schon wieder Sense ist.


    Please korrigiert mich, wenn ich falsch liege :)

  • Nur weil der Laie keine Symptome erkennt, bedeutet es nicht, dass es keine gibt und nur weil man (noch) keine Symptome sieht, bedeutet es nicht, dass noch kein Schaden vorliegt

    Das ist die Definition für jeden Screenings/Früherkennungstest: Er testet auf Vor- und Frühstufen einer Erkrankung in einem Stadium, in dem noch keine Symptome auftreten.

    Ja, solche Test kenne ich und habe einige davon wiss. auf ihren Nutzen hin bewertet. Einige davon werden heute von der Krankenkasse bezahlt, die meisten nicht. Ist der Test positiv, macht er einen gesunden Menschen zu einem Kranken, teilweise ohne dass der jemals etwas davon hat. Das ist ein Teil des Schadenspotentials dieser Tests, auch in der Hundezucht. Das ist aber auch bekannt, jedenfalls finde ich in Sommerfeld-Sur (2016) Rasse HundeZucht ein ganzes Kapitel dazu - mit der gleichen kritischen Haltung, die ich auch im Humanbereich kenne


    Aber mit fehlerhaften Tests kann man sich die Mischlingsvermehrung herrlich schönreden und weil man selber beim Kauf von seinem Mix einfach Glück hatte, glaubt man jetzt der Mär vom gesunden Mischling und dass da alles besser ist. Das ist jetzt nicht dein Ernst bitte oder


    Derzeit habe ich einen 10,5 Jahre alten Rassehund. Weder er noch seine Eltern sind je auf DCM, HD oder ED getestet worden. Er ist gesund, weil er eben auf einem zweistündigen Spaziergang (Mondschein und Dämmerung - schön!) herumgeflitzt ist, ohne Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Atemnot. Weil seine Sinne funktionieren und er mit Spannung und Spaß auf seine Umwelt reagiert. Weil er gefressen und verdaut hat und jetzt gemütlich auf einem Handtuch im Bett pennt. Natürlich kann in seinem Körper schon ein Krebs wachsen, er kann die ein oder andere genetische Fehlbildung habe und auch sonst noch allerlei - aber heute ist er gesund. Habe ich da jetzt auch einfach Glück gehabt und rede mir die Rassehunde schön?


    Meine Frage war auch nicht, ob Mischlinge gesünder sind, sondern warum die Aufnahme eines Mischlings aus seiner Geburtsstätte hier häufig als moralisch verwerflich dargestellt wird, die Aufnahme eine Rassehundes teilweise sogar als Tierschutz. Also eine Einteilung in Böse und Gut, immer wieder mit gesundheitlichen Argumenten, obwohl die Studienlage so deutlich dagegen spricht. Das fände ich auch dann schon komisch, wenn beide gleich gesund wären.

  • Im Prinzip liegt doch der Hauptgrund, Hundeanfängern/-käufern zu VDH-Welpen zu raten darin, dass die Zucht dort einen gewissen Schutz der Elterntiere bietet. Nämlich, dass diese adäquat gehalten und gesundheitlich versorgt werden sowie, dass die Mutterhündin ausreichend Pausen zwischen ihren Würfen hat und weder zu jung noch zu alt belegt wird.

    Natürlich gibt es auch im VDH schwarze Schafe. Aber die Wahrscheinlichkeit hier auf einen Vermehrer oder gar einen Welpenhändler reinzufallen ist ungleich geringer als bei einem Verkäufer ohne vernünftigen Verein im Hintergrund.

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  • Diesen Aufwand wird aber niemand betreiben, der sich nen Mischling als Begleithund holen will. Und da bei den Begleithunden zu 99,9 % ohne Sinn und Verstand gemixt wird, ist's immer immer immer eine Wundertüte.

    Ich finde das Argument für einen Rassehund, dass man weiß, was man bekommt, zumindest von Aussehen, Größe und grob vom Verhalten her, absolut nachvollziehbar. Das war auch für mich wichtig, bei der Auswahl meines zweiten Hundes. Wobei man das ja auch bei Mixen steuern kann, bei meinem Papillon-Pinscher-Mix war das Überraschungspotential auch nicht größer als bei meinem Rassehund.


    Mir geht es aber darum, dass moralische Vorwürfe gegen Mischlingszucht mit Gesundheitsargumenten begründet werden. Und das frage ich hier, weil in den Beiträgen und verlinkten Studien die Probleme der Rassenhundzucht im Gesundheitsbereich so deutlich geschildert werden. Rassenwelpen, die genetisch aus Inzestverpaarungen stammen (auch wenn ihre Eltern nicht verwandt waren) werden Anfängern empfohlen, Mischlinge, die an der Stelle die besten Vorraussetzungen haben, sollte es besser nicht geben. So richtig überzeugend finde ich "Sinn und Verstand" dieses Vorgehens nicht.

  • Das man Leuten zu Rassetieren rät, läuft nicht nur im Hundebereich so. Ich schaffe mir gerade Hühner an und auch dort wird mir zu Rassehühnern geraten, weil man damit einfach weiß was man bekommt. Dabei geht es nicht (nur) um Optik (welche auch Vorteile hat!!!), sondern um zugesicherte Eigenschaften wie Wesen und Leistung. Leider verliert sich die Tierzucht allgemein zunehmend in Äußerlichkeiten und wird immer Extremer.


    Da liegt aber nicht an der Rassezucht, sondern an den Menschen die dahinterstehen. Züchter, genauso wie Käufer. Da krankt das System, und das sieht auch in der Mischlingsvermehrung nicht anders aus. Das ist ebenso kein Treffpunkt der Heiligen.


    Warum man Leuten aber nun dazu raten sollte einfach mal auf ebay die überteuerten Designerhunde zu kaufen, das erschließt sich mir nun wirklich nicht. Vor allem bei den aktuellen Mischungen ala BC-HSH-Mali-Mix.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Vor allem bei den aktuellen Mischungen ala BC-HSH-Mali-Mix.

    Wenn man so was daheim hat, dann wünscht man sich evtl. auch gar keine lange Lebenserwartung mehr ... :mute: :lol:

  • Mir geht es aber darum, dass moralische Vorwürfe gegen Mischlingszucht mit Gesundheitsargumenten begründet werden. Und das frage ich hier, weil in den Beiträgen und verlinkten Studien die Probleme der Rassenhundzucht im Gesundheitsbereich so deutlich geschildert werden. Rassenwelpen, die genetisch aus Inzestverpaarungen stammen (auch wenn ihre Eltern nicht verwandt waren) werden Anfängern empfohlen, Mischlinge, die an der Stelle die besten Vorraussetzungen haben, sollte es besser nicht geben. So richtig überzeugend finde ich "Sinn und Verstand" dieses Vorgehens nicht.

    Die verlinkten Studien zeigen aber keine Gesundheitsprobleme! Das tun sie schlicht nicht. Nur weil die Tiere eng gezogen sind, sind sie eben nicht automatisch krank. Und genauso andersrum. Alles steht und fällt mit den Menschen hinter der jeweiligen Rasse.


    Weder "der FCI", noch "der VDH", "alle Züchter", "alle Rassehunde" - das ist eine völlige Grauzone mit 100 Schattierungen.

    Und bei den belasteteten Rassen wird das meiner Beobachtung nach eigentlich immer dazu gesagt, dass die Rasse belastet ist und man sich vielleicht woanders umschauen sollte.

  • Und dann sind da die zitierten Studien, die doch sehr deutlich für die Mischlinge sprechen.

    Welche Studien? Denn die meisten die ich kenne, zählen alles als Rassehund, was irgendwann mal jemand als solchen bezeichnet hat. Das unterscheidet dann ja gar nicht zwischen Verbandszucht (mit ggf geschlossenen Zuchtbüchern) und Vermehrern (ohne irgendwelche Zuchtbücher, geschweige denn etwas geschlossenes), sondern wertet das alles zusammen aus.

  • Die moralischen Vorwürfe rühren daher, dass zum Großteil einfach nur sinnbefreit vermehrt wird. In einer durchschnittlichen VDH-Zucht wird die Hündin garantiert nicht noch mit 9 Jahren belegt. Da werden Hunde und Rassen verpaart, die schon auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. Da sterben Welpen, weil zu groß für die Hündin. Und mei, wozu ein Seminar zum Thema Notfall beim Wurfvorgang belegen, läuft ja auch so, ist ja Natur. Und das ist der Großteil der Vermehrer die mir bekannt sind, vielleicht auch biased da ich in der Großstadt wohne.


    Und was passiert, wenn der Vermehrer seine Welpen über Kleinanzeigen und Co nicht loswird? Beim Züchter können sie bleiben, bzw werden innerhalb des Vereins weitervermittelt (wenn nicht sogar nur auf "Bestellung" gezüchtet wird, was bei uns die Norm ist).


    Der Großteil der Rassen die im VDH gezüchtet werden ist gesund, das wird nur gerne mal vergessen. Stattdessen werden immer wieder die Paradebeispiele rausgeholt, wenn argumentiert wird dass Mischlinge so viel gesünder sind.


    Das wird jetzt aber wirklich extrem OT - die Diskussion Rassehund vs Mischling wurde hier schon so oft geführt, und hat wirklich nichts mit dem Thema Outcrossing zu tun.

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