Fremdeinkreuzungen/Outcrossing in der Hundezucht

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    Jein. Aber die Vereine, die Richter, Ausstellung wie Sport, alle heften sich ja FCI an die Fahnen. Und DIE FCI ist letztlich ja auch keine statische Größe, sondern Summe vieler Teile.


    Schwammige Kann-Bestimmungen bei wenig Einigkeit oder Einsehen macht de facto, dass eher nix passiert. Ab wann ist Einkreuzung denn legitim, wenn ne genetische Diversität von 25% noch als völlig unproblematisch gesehen wird und Inzuchtkoeffizienten von 25% (die mutmaßlich über die nicht berücksichtigten Generationen sowieso höher liegen) eher auch?

  • Das ist halt das übliche Problem an Vereinen. Hast 50 Mitglieder, hast 75 Meinungen - träger sind nur Behörden. Zumal die moderne Hundezucht unter der FCI ja nicht als "wir wollen möglichst gesunde, langlebige und einsatztaugliche Hunde unter den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen züchten" entstanden ist, sondern daraus resultiert, dass man nach Rassestandard einen möglichst typvollen Rassevertreter erzüchten will und sich damit wettbewerbsmäßig auf Ausstellungen misst. "Typvoll" sollen die Hunde sein, Idealvorstellungen gleichen. Leistung fiel über die Jahre immer mehr weg bzw. konzentriert sich auf immer weniger Rassen. Was in den letzten Jahrzehnten an Genmaterial verloren ging und was für eine Inzucht betrieben wurde um teilweise völlig nutzlose Merkmale (eine Maske zum Beispiel) zu festigen ist zum heulen.


    Genetische Erkenntnisse, Gesundheit und sowas sind doch eher neue Strömungen, die sich leider erstmal etablieren müssen. Und sowas dauert bei Vereinen eben. Vor allem, wenn "die Guten" nicht mehr mitmachen (wollen)..


    Da muss mMn sowieso ein ziemliches Umdenken stattfinden, weil man auch irgendwie einfach Zielkonflikte hat. Und ich vertrete da die Meinung, dass man lieber optische Kompromisse eingehen sollte, als Gesundheitliche, Leistungstechnische oder beim Wesen.


    Das Zulassen von Einkreuzungen werden mMn dazugehören.

  • So, dann muss ich wie gesagt mal eine Lanze für FCI und Co brechen.

    Wie bereits erwähnt, war ich ja an der Planung eines Outcross Projekts beteiligt. Man möge mir verzeihen, wenn ich nicht mehr alles 100% zusammenkrieg, ist jetzt auch schon +10 Jahre her.

    Geplant war eine Einkreuzung beim Dobermann. Beteiligt waren 5 Züchter aus vier europäischen Ländern, von denen sich jeder bereit erklärt hatte, eine seiner Hündinnen zu belegen und/oder eine Hündin aus der Versuchsanpaarung aufzuziehen und zur Zucht einzusetzen. Dazu ein halbes dutzend weiterer Personen, die einen Welpen aufnehmen und auf die Zuchttauglichkeit vornereiten wollen.

    Von Seiten der Verbände/Vereine wurde die Erlaubnis für drei Würfe in Aussicht gestellt. Die Hündinnen mussten normal zuchttauglich sein und es gab eine Auflage zur genetischen Diversität, dass die Hündinnen nur entfernt verwandt sein dürfen (an die Details erinnere ich mich nach all der Zeit nicht mehr, haben mich da auch nichr so interessiert, da ich ja keine Zuchthündin gestellt hätte). Dazu Gesundheitsuntersuchungen, die sich aber aber nach der gewählten Rasse für die Einkreuzung gerichtet hätten. Nur kurz zum Einblick, wieso es dazu keine Angabe gab, es wurden u.a. diskutiert: Mali, Beauceron, DJT, RR, Pointer, Kopov, div Pinscher, Schnauzer und noch einige Mehr.


    Die Welpen hätten Papiere bekommen und wären eingeschränkt zuchttauglich gewesen. Vorraussetzung war eine Phänotypbeurteilung (wobei hier nur Gebäudemängel und nicht Phänotypabweichungen zum Ausschluss geführt hätten) Gesundheitsuntersuchungen und die ZTP. Dann hätte es die Erlaubnis für einen Wurf gegeben. Nach Auswertung von mindestens 50% des Wurfes stand die Option auf einen weiteren Wurf im Raum. Ab der vierten (oder nach der vierten) wären die Hunde uneingeschränkt zufähig gewesen.


    Ja, es gab Auflagen und Einschränkungen und das nicht wenig, es wäre nicht einfach gewesen, aber es wäre von Seiten der Vereine aus machbar gewesen.

    LG Raphaela


    The problem is not the problem, the problem is your attitude about the problem - Cpt. Jack Sparrow

    She was not looking for a knight, she was looking for a sword. - atticus

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  • Ich selbst hab ja so ein outcross Projekt daheim. Mit frischem englischen Blut und aus einer Lua Verpaarung.

    In den Dalmatiner wurde vor vielen Jahren aus 1 Verpaarung mit einem Pointer das Lua Gen geboren. Diese Dalmatiner haben keine Probleme mit ihrem Harnsäurespiegel.

    Meine ist keine Trägerin von dem Gen, soll aber evtl. mal Lua Nachkommen haben. Wobei ich mir da noch nicht sicher bin, ob ich die Linie so eng haben möchte. Wir befinden uns mittlerweile in der 16 Generation.


    Ich finde solche Projekte gut, wenn der Zuchtgedanke nicht vor der nächsten Haustüre endet.


    Was ich bisher mitbekommen habe werden Luas innerhalb der einzelnen Vereine immer noch nicht gerne gesehen. Das finde ich persönlich dämlich. Optisch gibt es kaum mehr Unterschied. Charakterlich gibt es alles bunt durchgemischt.


    Wenn man das konsequent weiter verfolg gibt es in 10 Jahren vielleicht nicht mehr ganz so viele Dalmis die mit Harnsteinen Probleme haben. Wichtig ist das man aber auch die anderen Gesundheitsmerkmale nicht außen vor lässt. Nicht das man ein Problem versucht zu beheben und dann 4 neue auftauchen.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Wichtig ist das man aber auch die anderen Gesundheitsmerkmale nicht außen vor lässt. Nicht das man ein Problem versucht zu beheben und dann 4 neue auftauchen.

    genau. Bei den Kreuzungsprojekten ist es noch wichtiger als schon in der "normalen" Hundezucht das große Ganze im Auge zu behalten (was leider einige Züchter auch so nicht machen).

  • Bei den schwarzen Grosspizzen gab es vor einiger Zeit eine Outcrossverpaarung mit (ich glaube ) finnischem Lapphund.


    Generell finde ich sowas sehr gut. Allerdings finde ich wäre so mancher Rasse schon geholfen wenn man die Varriäteten und Farben kreuzen dürfte.

    LG Tamara und die Shelties und Spitze

  • Wie ist das denn eigentlich bei den Tollern? Laut Wikipedia (wie verlässlich das auch sein mag) wurde da 2011 vom VDH zugestimmt, dass ein Einkreuzungsprojekt unternommen werden darf - was kreuzt man denn da ein? AL Goldens oder Kooikerhondje oder so? Findet das überhaupt statt?

  • Allerdings finde ich wäre so mancher Rasse schon geholfen wenn man die Varriäteten und Farben kreuzen dürfte.

    überhaupt sollte man heutzutage, wo man so viel mehr über Vererbung, Genpool usw. weiß, die Farbreinzucht deutlich aufweichen und ggf. verbotene Farben - sofern sie keine gesundheitlichen Nachteile mitsich bringen - erlauben.

  • Wie ist das denn eigentlich bei den Tollern? Laut Wikipedia (wie verlässlich das auch sein mag) wurde da 2011 vom VDH zugestimmt, dass ein Einkreuzungsprojekt unternommen werden darf - was kreuzt man denn da ein? AL Goldens oder Kooikerhondje oder so? Findet das überhaupt statt?

    Nö das hat nie stattgefunden.

    Der Typ, der es angeleiert hat, wollte die Auflagen nicht erfüllen (damals war wenn ich es recht erinnere der Golden geplant und auch genehmigt) und hat dann lieber in der Diss Mischlinge produziert, mit Aussies.

    LG Raphaela


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