Sind manche Hunde(rassen) nur mit "Leistungssport" zu halten?

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    Anlässlich eines etwas ausufernden Threads, in dem es um die Anschaffung eines AL- Labradors ging, möchte ich mal folgende Frage in den Raum stellen: Gibt es tatsächlich Rassen, die man nicht halten kann, wenn man nicht vorhat, auf höherem Level Hundesport oder eine ähnliche Art der Auslastung zu betreiben?

    Dabei geht es mir nicht darum, ob der Hund die Anlagen dazu mitbringt und ob er bei entsprechendem Training sehr gut darin ist. Mir geht es darum, ob es tatsächlich unmöglich ist, den Hund zufrieden, unauffällig und händelbar durch den Alltag zu führen, wenn man nicht ernsthaft Hundesport betreibt.

    Meine reichlich naive Meinung war ja bisher, dass kein Hund unbedingt "Leistungssport" braucht (wobei ich AL- BC und "Sport-Malinois" vielleicht ausschließen würde.) Ich gehe dabei von einem interessierten und durchaus engagierten HH aus, der halt keine Sportambitionen hat. Darf der sich dann bestimmte Rassen einfach nicht holen, wie z.B. einen AL- Labrador, einen DK oder einen LZ- Dsh?

    Was sind eure Meinungen dazu?

  • Ja, diese Rassen gibt es unter den Spezialisten. Ob es nun "Leistungsport" sein muß, sei dahingestellt. Aber die rassegerechte Auslastung (auch Jagd, Hüten, Wachen usw.) ist für die Zufriedenheit der Hunde notwendig und kann nicht einfach umter den Tisch fallen oder mit "Liebe" oder gänzlich anderer Beschäftigung kompensiert werden.

  • Mein Lieblings-Gassihund ist ja ein Englischer Setter aus jagdlicher Zucht.

    Super netter Kerl, immer gut gelaunt, für alles zu haben und hört inzwischen sehr gut (bei seiner Besitzerin und Leuten, denen er sehr nahe steht).


    Aber er wird echt unausstehlich und anstrengend, wenn in den Sommerferien 6 Wochen alles zu hat und die nur privat ein bisschen arbeiten können. Das geht schon ne Weile ganz gut, da merkt man wie er zwei Wochen lang immer etwas unzufriedener wird, aber irgendwann wird er einfach richtig anstrengend. Und der kann durchaus sehr gut mal einen Tag chillen, ist im Alltag entspannt wenn er halt seine 3x pro Woche echte Arbeit bekommt. Er kann also Ruhe, aber ohne die Arbeit ist er nicht glücklich und das merkt man deutlich.


    Und die machen das schon auf Wettkampfniveau, würde natürlich alles langsam und sauber aufgebaut aber auch als er 1,5 Jahre alt war musste er regelmäßig was tun, natürlich weniger und altersgemäß aber eben mehr als Gassi gehen um zufrieden und gut handlebar zu sein.

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  • Meine reichlich naive Meinung war ja bisher, dass kein Hund unbedingt "Leistungssport" braucht (wobei ich AL- BC und "Sport-Malinois" vielleicht ausschließen würde.) Ich gehe dabei von einem interessierten und durchaus engagierten HH aus, der halt keine Sportambitionen hat. Darf der sich dann bestimmte Rassen einfach nicht holen, wie z.B. einen AL- Labrador, einen DK oder einen LZ- Dsh?

    Und was ist an einem AL-Border (was ist das??) oder Sportmali (auch hier: was ist das?) nun anders im Vergleich zu DSH/Labrador/DK aus Leistungs-/Arbeitszucht?


    Holen darf sich jeder jeden Hund. Ob man sich damit einen Gefallen tut und ob der Hund damit gluecklich wird steht auf einem anderen Blatt.

  • Ich hab ja meine Meinung kund getan. Bei meiner Hündin merke ich einen deutlichen Unterschied, ob ich regelmäßig Dummytraining machen oder eben nicht.


    Ob das jetzt Sport auf Spitzenniveau sein muss - ich denke nicht. Aber regelmäßig, mit steigendem Schwierigkeitsgrad und abwechslungsreich. Da ich mir den Weg zu Prüfungen nicht verbauen will, auch entsprechend sauber aufgebaut.


    Und das mach ich halt bei Wind und Wetter zu jeder Jahreszeit. Klar kann ich mir ein paar Wochen Auszeit nehmen, ohne das Hund Löcher durch die Wände frisst. Aber sie ist wesentlich zufriedener, ausgeglichener und händelbarer - einfach angenehmer und glücklich - wenn sie ihrer Rasse gemäß ausgelastet ist.


    Wie definierst du denn "ernsthaft" trainieren?

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  • Ich gehe dabei von einem interessierten und durchaus engagierten HH aus, der halt keine Sportambitionen hat. Darf der sich dann bestimmte Rassen einfach nicht holen, wie z.B. einen AL- Labrador, einen DK oder einen LZ- Dsh?

    Was ich dabei immer nicht verstehe:


    Wieso das Risiko eingehen, dass Mensch und Hund 10-15 Jahre miteinander unglücklich sind, wenn es aller Voraussicht nach auch ein "gemäßigteres" Modell tut?

  • Ich gehe dabei von einem interessierten und durchaus engagierten HH aus, der halt keine Sportambitionen hat. Darf der sich dann bestimmte Rassen einfach nicht holen, wie z.B. einen AL- Labrador, einen DK oder einen LZ- Dsh?

    Was ich dabei immer nicht verstehe:


    Wieso das Risiko eingehen, dass Mensch und Hund 10-15 Jahre miteinander unglücklich sind, wenn es aller Voraussicht nach auch ein "gemäßigteres" Modell tut?

    Ich glaube, weil man als Nichthundehalter sich das nicht so richtig vorstellen kann. Wie soll man ein Gefühl dafür entwickeln, wenn man es nicht erlebt hat?

    Ich habe zB keine Ahnung ob ein Terrier zu mir passen würde, weil ich einfach keine kenne. Wenn man nie einen triebigen Hund geführt hat weiß man nicht wie sich das anfühlt, und ich hab auch ca ein Jahr gebraucht um die Unterschiede zwischen "Hund hat bock und ist schon drüber" zu "Hund ist nur drüber" oder "Hund hat nur bock ist aber noch nicht drüber" beim Setterchen zu lernen.

    Beim Labbimix wusste ich das sofort, aber da kannte ich ja den Setter auch schon länger und der Labbi zeigt es viel offensichtlicher an, da gibt es "Hund chillig und gemütlich" und "Hund aufgedreht", nix dazwischen. Und wenn der genug hat zeigt er das eben, das Setterchen sagt dann "Und was machen wir jetzt?" und dann muss man erstmal lernen zu sagen "nix, das reicht jetzt", und dann schläft er auch innerhalb von 2 Minuten seelig. Aber wenn ich an dem Punkt sage "cool, du hast noch Lust, machen wir jetzt XY" macht er das freudestrahlend mit. Muss man als Mensch erstmal lernen.


    Und wenn man im Alltag nur dicke Labratonnen getroffen hat weil das nun mal die sind die hier im Park rumlaufen, mit ganz viel Hüftgold und sehr trantütig (ist hier leider wirklich so, hier wohnen recht viele ältere Leute mit sehr dickem Labbi) dann denke ich auch "nö, das will ich nicht, ich will einen Hund der sich auch gern bewegt". Und dann kommt man halt zur AL, wenn man keine Ahnung hat dass eine SL auch so aktiv sein und schlank aussehen kann.

  • „Rassen“ per se: Nein. Individuen der entsprechenden Rasse: Ja. Und je mehr auf Leistung selektiert, desto höher die Möglichkeit, dass es passiert. Und es dann schief geht und Hund und Halter leiden. Auch wenns natürlich gut gehen kann und Hund und Halter ein tolles Team werden. Aber ich erhöhe die Chancen, dass es nicht klappt. Warum sollte ich das tun? :ka:


    Einen wirklichen Arbeitshund würde ich mir holen, wenn ich Erfahrung in genau der Art Arbeit habe, für die der Hund selektiert ist und die auch tatsächlich gezielt ausüben will. Als festes Vorhaben. Da ich sowas nicht plane, lasse ich es auch.


    Mal zum Vergleich angeführt: Mit meiner alten Promenadenmischung bin ich mehrere Jahre lang (habe nur 3 Tage die Woche gearbeitet) Donnerstags zusammen mit Kettenhund hier aus dem Ort wandern gewesen oder war Gassi und habe Dummytraining gemacht. Freitags zu Fuß ins Tierheim und dort Gassi (gute achteinhalb Kilometer einfach + Gassi mit Tierheimhunden). Samstags anfangs Hundeplatz, später Dummytraining, am Nachmittag eine gemütliche Runde mit Mann oder wandern mit ihr und Kettenhund. Sonntags Wandern mit ihr, Mann und Kettenhund. Mo-Mi ist der Mann morgens eine halbe Stunde und ich Abends eine Stunde gelaufen. Wir hatten als Wochenpensum öfter mehr als 100 KM.


    Hat sie gut weggesteckt. Aber das ist kein Programm für einen Arbeitshund, sondern einen nervenstarken Allrounder. Und das ist vielen Leuten halt nicht klar.

  • Meine reichlich naive Meinung war ja bisher, dass kein Hund unbedingt "Leistungssport" braucht (wobei ich AL- BC und "Sport-Malinois" vielleicht ausschließen würde.) Ich gehe dabei von einem interessierten und durchaus engagierten HH aus, der halt keine Sportambitionen hat. Darf der sich dann bestimmte Rassen einfach nicht holen, wie z.B. einen AL- Labrador, einen DK oder einen LZ- Dsh?

    Und was ist an einem AL-Border (was ist das??) oder Sportmali (auch hier: was ist das?) nun anders im Vergleich zu DSH/Labrador/DK aus Leistungs-/Arbeitszucht?


    Holen darf sich jeder jeden Hund. Ob man sich damit einen Gefallen tut und ob der Hund damit gluecklich wird steht auf einem anderen Blatt.

    AL- Border, wie ich ihn verstehe (bin absolut kein Borderspezialist) ist ein Border aus Hütelinie, dem das Hüten so im Blut liegt, dass er entweder am Vieh gearbeitet wird oder eben alles hütet, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Den stelle ich mir dann im Alltag eher nicht lustig vor. Ein "Sport- Mali" (und ich hab auch null Erfahrung mit Malis) ist m. A. n. ein Mali aus speziellen Linien, die extra für den Hundesport gezüchtet werden, der so reizoffen und reaktionsschnell ist, dass er ohne entsprechende Erfahrung und Aulastung und Handling im Alltag nicht zu führen ist. Hab davon gehört, dass es die geben soll. Würde von beidem sofort die Finger lassen.

    Auch die anderen Rassen sind Hunde, die für spezielle Aufgaben gezüchtet sind. Auch den DK sehe ich im Normalfall eher beim Jäger, kann mir aber vorstellen, dass der auch vom erfahren, ambitionierten HH ohne Jagdausbildung gehandelt werden kann. Wenn sich nun jemand in den DK verliebt, muss er dann auf die Rasse verzichten? Dsh sehe ich nicht zwingend im Hundesport, v.a. da es ja in jedem Wurf Granaten und gemäßigtere Vertreter gibt. Ich sehe die Vorteile beim LZ- Dsh im Körperbau und im Wesen ( im Vergleich zur HZ). Meine Hündin wurde nicht im Sport geführt und war ein souveräner, gelassener und ausgeglichener Hund.

  • Leistungssport braucht kein Hund. Kein Hund muss sich in Prüfungen messen, um glücklich zu sein.


    Was aber viele brauchen, ist eine rassegerechte Aufgabe und Auslastung und wenn der Hundehalter nicht gewillt oder fähig ist, dem Hund diese zu bieten, wird es sehr schnell spannend, denn dann sucht Hund sich eben selber eine Aufgabe, die ihm nach der Nase steht und in der Regel ist das etwas, was unkontrolliert im Halterumfeld nicht so gut ankommt.

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