Welpe und Katze: Eskalation

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    Hallo ihr Lieben.

    Ich habe seit etwa zwei Monaten eine kleine Junghündin aus dem Tierschutz. Sie wurde auf der Website beschrieben als "Sie kennt auch Katzen", was wir unvorsichtigerweise als "Katzenverträglich" interpretierten. Da der Tierschutz Organisation auch bekannt war, dass wir eine Katze haben (bzw. Wir wohnen in einer WG, die Katze gehört unserer Mitbewohnerin) und wir keine weiteren Informationen bekommen haben, dachten wir auch das würde alles gut funktionieren. Die Katze hat auch schon mit Hunden zusammengelebt, von daher dachten wir da gäbe es keine Probleme.


    Als Ginny dann bei uns ankam, schien auch zuerst alles in Ordnung. Sie ist natürlich super wild und verspielt, was ja auch in dem Alter völlig normal ist. Dann ist es natürlich auch passiert, dass sie zu der Katze gerannt ist, um mit der zu spielen, die hat sich dann natürlich gewehrt und ihr eine gewischt. Ginny ist ihr dann mit Gebell hinterhergerannt. Nachdem das zweimal passiert ist, haben wir unsere Hundetrainerin angesprochen, die hat uns dann zu einer Hausleine geraten, sodass wir Ginny immer mit einem strengen "Nein!" und Leine festhalten daran hindern können, auf die Katze zuzustürmen. Allerdings haben sich die Probleme damit eher noch verschlimmert. Sobald die Katze in Sicht ist und wir die Leine festhalten, rastet Ginny richtig aus, wirft sich in die Leine, knurrt und bellt. Wir haben es jetzt mit viel Geduld und Leberwurst soweit geschafft, dass sie solange sich die Katze nicht bewegt, ansprechbar ist und auch mal Sitz oder Platz macht und nicht knurrt. Sobald sich die Katze aber im Raum bewegt, geht das Theater wieder los. Das gleiche passiert auch wenn sich jemand mit der Katze beschäftigt und sie nicht hindarf. Das ganze ist mittlerweile so stressig für die Katze, dass sie regelmäßig ihr Essen auskotzt und schon zusammenzuckt, wenn sie Ginny nur im Treppenhaus hört.

    Ich habe jetzt auch schon der Hundetrainerin geschrieben, ob sie mal einen Hausbesuch machen kann, aber ich hatte gehofft, dass mir hier jemand sagen kann, was das Problem ist, weil ich es nicht wirklich verstehe. Ich tippe auf eine sehr schlechte Frustrationstoleranz ("ich darf da nicht hin, alle anderen schon, das ist kacke und ich muss jetzt krach machen") und vielleicht auch ein bisschen Angst oder Eifersucht.


    Ich weiß gerade echt nicht mehr weiter, weil wir die beiden so irgendwie nicht aneinander gewöhnen können wenn es immer so schnell eskaliert. Ich will sie aber auch nicht komplett voneinander trennen, da sie ja sonst nie richtig lernt, dass die Katze tabu ist und sie sich daran halten muss.


    Vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee und kann mir weiterhelfen.

    Danke schonmal im voraus!

  • Puhhh... erstmal möchte ich dir sagen, dass du mir gerade wirklich leid tust.


    Und jetzt das aber:


    Ich kann absolut nicht nachvollziehen wie man sich so unüberlegt einen Hund in's Haus zu einer dort lebenden Katze holen kann.

    Ein Hund ist in erster Linie ein Beutegreifer, eine Katze sein Feind.

    Mir fehlt mittlerweile jegliches Verständnis für sogenannte "Tierschutz"-Organisationen, die Hunde als "katzentauglich" vermitteln, nur weil der Hund schon an Katzen vorbeigelaufen ist ohne diese zu töten.


    Ihr hättet euch vor der Anschaffung des Hundes genauestens informieren sollen wie man Hunde mit Katzen zusammenführt. Das muss alles ruhig und vor allem kontrolliert ablaufen und definitiv nicht so, dass der Hund hinter der Katze herrennen kann.

    Im schlimmsten Fall habt ihr euch dadurch nämlich alles komplett verbaut :verzweifelt:


    Dann ist es natürlich auch passiert, dass sie zu der Katze gerannt ist, um mit der zu spielen, die hat sich dann natürlich gewehrt und ihr eine gewischt.

    Das war kein Spiel so wie du es einschätzt. Das und auch das spätere hinterher rennen mit Gebell ist "Jagd". Viele wollen das nicht wahr haben, weil es doch viel romantischer klingt zu sagen, dass der Hund nur "spielen" wollte.


    Das ganze ist mittlerweile so stressig für die Katze, dass sie regelmäßig ihr Essen auskotzt und schon zusammenzuckt, wenn sie Ginny nur im Treppenhaus hört.

    Und genau das macht mir persönlich richtige Bauchschmerzen. Die Katze ist so gestresst, dass sie Magenprobleme bekommt und ihr belastet sie immer wieder damit die Anwesenheit des Hundes ertragen zu müssen.



    Meine ehrliche Meinung dazu: Ich glaube, dass es entweder niemals funktionieren wird oder aber sehr, sehr, sehr lange dauert und das finde ich beiden Tieren gegenüber extrem unfair.


    Bis zum Trainertermin würde ich strikt trennen, keinen Sichtkontakt und hoffen, dass die Katze wieder etwas zur Ruhe kommen kann. Hat sie erhöhte Plätze, einen Raum nur für sich in dem sie ohne Störung ruhen kann?

    Ihr müsste da ganz dringend Ruhe reinbringen, besser gestern als heute.


    Alles Gute!

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  • Die Sache mit der Leberwurst ist nicht ganz durchschaubar. Wann bekommt der Hund die Leberwurst? Kannst du die Situation mal bitte ganz genau beschreiben?


    Wenn der Hund mit der Leberwurst gelockt wird, hat er null Lernerfolg bei der Toleranz gegenüber der Katze. Er lernt nur, wie er dich dazu bringt, ihm Leberwurst zu geben.


    Mit dem falschen Timing belohnt du den Hund womöglich unbewusst dafür, dass er den Fokus auf der Katze hat und erste (unscheinbare) Jagdsequenzen zeigt usw. Das ist für Neulinge unglaublich schwierig zu lesen, in dem Zusammenhang kann es dann aber sehr kontraproduktiv sein, den Hund in seinem Verhalten genau in der falschen Sekunde zu berstärken.

  • Schaefchen2310 wir wohnen in einem 4-Stöckigen Haus zusammen und die beiden werden schon so gut es geht getrennt. Das heißt die Türen sind meistens zu und keiner begegnet dem anderen. Das heißt die Katze hat teilweise sogar mehr Rückzugsorte an denen sie sicher ist, da sie sich meist im Haus frei bewegt und der Hund sich in dem Raum befindet, in dem wir dann gerade sind und die Tür zu ist.

    Ich gebe dir recht, dass wir da von Anfang an etwas falsch gemacht haben. Allerdings ist es unser erster Hund und da die erste Zusammenführung mit nur anschauen und schnuppern gut geklappt hat sind wir dann unvorsichtig geworden. Zusammen mit der Info "Katzenverträglich". Außerdem bin ich auch einfach davon ausgegangen, dass die Fronten geklärt sind, sobald die Katze mal ihre Krallen ausfährt und der Hund dann von alleine lernt dass sie ihm wehtun kann. Alles in allem haben wir jetzt einfach die Riesensch*** und müssen uns irgendwie arrangieren (oder ausziehen). Ich denke du hast auf jeden Fall recht damit, dass wir sie die nächsten Tage überhaupt nicht zusammenführen, damit die Katze sich etwas beruhigen kann.

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  • @Whiskymara also sie wird nicht mit der Leberwurst gelockt. Wir gehen an der leine in den Raum zu der Katze (so 2 Meter entfernt). Wenn sie dann losrennen will sage ich "Nein", was dann auch meist gut klappt, wenn sie mich anschaut lasse ich sie "Platz" machen. Dann packe ich erst die Leberwurst aus und sie bekommt was. Und jedes Mal, wenn sie nur kurz die Katze anschaut und sich dann wieder zu mir dreht gibt es auch Leberwurst. Nach ein paar Minuten gehen wir dann wieder und ich geh alleine zu der Katze und geb ihr auch was.


    Problematisch wird es halt nur wenn die Katze rumläuft oder von jemandem beachtet oder gestreichelt wird. Dann kann man nichtmal eine Sekunde abwarten um irgendetwas zu belohnen, sondern dann geht gleicht der Krach los und wir gehen direkt wieder.

  • Ich denke du hast auf jeden Fall recht damit, dass wir sie die nächsten Tage überhaupt nicht zusammenführen, damit die Katze sich etwas beruhigen kann.

    Ich möchte dir nicht den Mut nehmen aber dabei wird es nicht mit den "nächsten Tagen" getan sein.


    Katzen sind da leider ziemlich extrem wenn sie negative Erfahrungen gemacht haben und, wie ich finde, auch deutlich schwerer zu beeinflussen.


    Ich habe selbst zwei Katzen und einen großen Jagdhund ;) und mir war von Anfang an am wichtigsten, dass die Tiere nie schlechte Erfahrungen miteinander machen.


    Hunde und Katzen kann man in dieser Hinsicht einfach überhaupt nicht vergleichen. Beim Hund kann man viel über Training und Management erreichen, bei der Katze ist das meiner Ansicht nach nur bedingt möglich.


    Letzten Endes muss euer Hund lernen, dass die Katze ihn überhaupt gar nicht zu interessieren hat. Da gehe ich so weit zu sagen, dass der Hund die Katze auch nicht interessiert anschauen darf, denn eure Katze ist bereits traumatisiert (da reicht leider ein schlimmes Erlebnis aus :( :).


    Aber wenn ihr bereits einen Trainer an der Hand habt möchte ich da auch gar nicht so viel zu sagen, weil ich weder euch, noch Hund und Katze kenne.

    Nur bitte, bitte tut der Katze diesen Stress nicht an. Eine Konfrontation der beiden sehe ich als ungefähr 100sten Schritt auf eurer langen "To Do"-Liste.

    Ich glaube ihr müsst da an ganz anderer Stelle anfangen und erstmal reine Basics aufbauen um daraus später den Hund in solchen Situationen managen zu können.


    Habt ihr schon einen Termin?

  • Schaefchen2310

    Danke für deine Antwort! Natürlich ist das klar, dass das Problem sich nicht in Tagen oder Wochen lösen lässt. Wir sehen ja wie es sich in den zwei Monaten entwickelt hat. Die Trainerin hat sich jetzt noch nicht gemeldet, aber wir sind sowieso morgen in der Hundeschule und dann spreche ich sie nochmal persönlich an.

  • Mit dem "an der Leine zur Katze gehen" präsentierst du dem Hund die Katze quasi auf dem Silbertablett. Je nach Veranlagung wird er so lernen, dass die Katze "seins" ist und er für sie verantwortlich ist (und dementsprechend über sie bestimmen kann).


    Grundsätzlich müsstest du agieren, also den Hund gar nicht so weit kommen lassen, dass er versucht loszurennen. Du musst für ihn interessanter sein als die Katze (und alles andere rundherum).


    Klappt bei einem gerade angekommenen Welpen nur natürlich nur spärlich, da muss viel Beziehung aufgebaut werden vorher usw. Wenn der Hund losrennt und du dann erst reagieren musst, bringst du dich selbst in die Defensive und macht die Sache ungleich schwieriger.


    Ein Welpe versteht ein "Nein" noch nicht wirklich, das muss erst richtig verknüpft werden. Der Hund reagiert bestenfalls auf den Tonfall in dem Alter. Besser wäre ohnehin ein anderes Abbruchsignal, weil nein im Alltag viel zu oft verwendet wird.


    Wenn der Hund intrinsisch handeln und die Katze ignorieren soll, muss er einen Vorteil für sich sehen. Dieser Vorteil muss wesentlich höher sein, als das selbstbelohnende Adrenalinfeuerwerk durch das Jagderlebnis.


    Leberwurst ist schon Mal nicht schlecht, wenn er drauf anspricht. Die Belohnung darf aber erst dann erfolgen, wenn du ganz sicher das Gefühl hast, die Katze ist ihm wirklich egal (und er tut nicht nur im Moment so als ob, weil er auf die Belohnung lauert).


    Strickt trennen, Hausleine zur Vorsicht trotzdem dran lassen, absolut keinen Jagderfolg, nicht Mal Blickkontakt zwischen den beiden und ein oder fünf oder besser 10 sichere, erhöhte Plätze für die Katze wäre jetzt meine Vorgehensweise bis zum Eintreffen des Trainers, der dir alle weiteren Schritte erklären und dich hoffentlich dabei begleiten wird.


    Ich halt euch ganz fest die Daumen! Wird nicht einfach werden!

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