Beobachtung gewaltvoller Hunde"erziehung" - wie verhalten?

  • Hallo, liebe Alle,


    im Vorfeld, da ich mir vorstellen kann, dass es Menschen gibt, die das nicht lesen wollen: Ich beschreibe im Folgenden die Beobachtung einer gewaltvollen Handlung an einem Hund. Falls das hier im Forum nichts zu suchen hat, was ich sehr gut verstehen könnte, kann der Beitrag natürlich sofort gelöscht werden.


    Mir liegt nur seit dem Abendgassi etwas ziemlich schwer auf dem Herzen und ich mache mir große Vorwürfe, nicht gehandelt zu haben, daher wäre ich sehr dankbar für ein paar Aussagen von euch dazu, was ich tun kann (ohne meinen Hund zu gefährden), wenn das wieder passiert und ob es notfalls rechtliche Handhabe dagegen gibt.


    Suki und ich waren kurz vor dem Ende einer schönen Runde, einige Meter vor uns gingen zwei Personen mit einem großen Hund, die Rasse war im Dunklen für mich schwer erkennbar. Ich hatte das Gespann im Auge, weil Suki den Hund auch bemerkt und ich deshalb meinen Schritt verlangsamt hatte. Der Hund blieb an einem Grünstreifen dann stehen, der Grund war für mich nicht ersichtlich. Der Halter, der den Hund an der Leine führte, brüllte diesen darauf hin direkt sehr scharf und sehr laut an, gleichzeitig zog er eine Wasserflasche und spritze dem Hund ziemlich heftig aus sehr kurzer Distanz ins Gesicht. Dieser duckte sich leicht nach unten weg und war am dem Zeitpunkt komplett erstarrt, woraufhin der Halter noch zwei weitere Male nachspritze und schließlich den restlichen Inhalt der Flasche über dem regungslosen Hund entleerte (wir haben grade deutliche Minustemperaturen).


    Suki und ich waren auf die Straße ausgewichen und hatten dort überholt, meine Hündin wirkte extrem angespannt und nervös, auch ich war ganz schön beeindruckt von der Heftigkeit dieses plötzlichen Ausbruchs.


    Der Halter brüllte den immernoch bewegungslosen Hund an, packte ihn am Nacken, schüttelte ihn, versuchte ihn erst zur Seite zu werfen, drückte ihn dann aber gerade von oben Richtung Boden, der Hund war zunächst wie versteinert und legte sich dann langsam ab, der Halter beugte sich weiter brüllen über ihn. Die Begleitperson ging ein paar Schritte weiter und wandte sich ab. Ich blieb einige Meter davor stehen und war so perplex, dass ich einfach nur auf den Hund und den Halter starrte.


    Ich schäme mich unheimlich, dass ich nicht hingegangen bin und etwas gesagt habe, gleichzeitig war ich total überfordert und wollte weder mich und schon gar nicht Suki der Aggression dieses Menschen aussetzen. Als er vom Hund abließ ging ich weiter, mich hat es richtig geschüttelt und ich bin immernoch schwer damit beschäftigt. Zuhause habe ich meinem Mitbewohner davon erzählte und er berichtete, dass er vor kurzem eine ähnliche Beobachtung (nicht ganz so heftig) gemacht hat, es könnte die selbe Person gewesen sein.


    Meine Fragen dazu habe ich oben ja schon formuliert. Ich habe die Situation als extrem gewaltvoll erlebt. Der Hund ist sehr groß und abgesehen davon, dass ich es unglaublich schrecklich fand, zu sehen, wie so mit einem Lebewesen umgegangen wird, kann ich mir vorstellen, dass es sehr gefährlich werden könnte, sollte der Hund irgendwann herausfinden, dass er dem Menschen körperlich massiv überlegen ist. Ich kann mir vorstellen, dass ich der Person irgendwann nochmal begegne, vielleicht ja auch einfach in einer entspannten Situation, in der ich die Möglichkeit habe, ihn drauf anzusprechen. Haltet ihr das für eine gute Idee? Habe ich andere Möglichkeiten?


    Ich hoffe sehr, ich überschreite mit diesem Beitrag keine Grenze!

  • Direkt ansprechen würd ich lassen.

    Guck wo der wohnt und meld das eurem VetAmt/OA.

    Das ist einfach nur Machtgehabe und Gewalt ausleben auf Kosten des Hundes.

  • Beim nächsten Mal würde ich den Halter freundlich ansprechen. Die Wasserflaschen-Methode wird oft so eingesetzt, dass der Halter für den Hund absichtlich aggressiv wirken soll. Kann also durchaus sein, dass das ein ganz umgänglicher Zeitgenosse ist, der nur tut, was ihm ein schlechter Trainer geraten hat.

  • Zitat

    Direkt ansprechen würd ich lassen.

    Guck wo der wohnt und meld das eurem VetAmt/OA.

    Das ist einfach nur Machtgehabe und Gewalt ausleben auf Kosten des Hundes.

    Vielen Dank für die Rückmeldung! Also würdest du meine Einschätzung teilen, dass das tierschutzrelevant ist? Wie wahrscheinlich ist es, dass da wirklich was passiert, wenn ich das melde?

  • Beim nächsten Mal würde ich den Halter freundlich ansprechen. Die Wasserflaschen-Methode wird oft so eingesetzt, dass der Halter für den Hund absichtlich aggressiv wirken soll. Kann also durchaus sein, dass das ein ganz umgänglicher Zeitgenosse ist, der nur tut, was ihm ein schlechter Trainer geraten hat.

    Am Anfang als es "nur" die Flasche war hatte ich auch den Gedanken, danach habe ich ihn, wie gesagt als extrem aggressiv und gewaltvoll dem Tier gegenüber erlebt, deshalb hatte ich auch so große Hemmungen in der Situation hin zu gehen.

  • Vielen Dank für die Rückmeldung! Also würdest du meine Einschätzung teilen, dass das tierschutzrelevant ist? Passiert da irgendwas, wenn ich das melde?


    Beim nächsten Mal würde ich den Halter freundlich ansprechen. Die Wasserflaschen-Methode wird oft so eingesetzt, dass der Halter für den Hund absichtlich aggressiv wirken soll. Kann also durchaus sein, dass das ein ganz umgänglicher Zeitgenosse ist, der nur tut, was ihm ein schlechter Trainer geraten hat.

    Am Anfang als es "nur" die Flasche war hatte ich auch den Gedanken, danach habe ich ihn, wie gesagt als extrem aggressiv und gewaltvoll dem Tier gegenüber erlebt, deshalb hatte ich auch so große Hemmungen in der Situation hin zu gehen.

    Das kann ich gut verstehen. Aber das Ordnungsamt wird in dem Fall gar nichts tun, zumal du ja keinen Namen oder eine Anschrift hast. Ich würde es deshalb einmal freundlich mit dem Halter versuchen, eventuell auch gar nicht über die Hundeschiene, sondern nach dem Weg fragen, der Uhrzeit, weil Handy vergessen o.ä. und dann ganz unschuldig fragen, was das mit der Wasserflasche sollte, das hast du ja noch nie gesehen.


    Dann weißt du mehr und kannst in Ruhe überlegen, was du machen willst bzw. kannst.

  • Irgendwie musste ich bei Deiner Beschreibung auch an "den Trainertipp nicht richtig verstanden" denken. Abgesehen davon, dass ich mit Wasserflaschen schütten und den Hund auf die Seite kippen als Erziehungsmethoden für Murks halte, ist diese Schreckreizidee bei Hundetrainern durchaus in Umlauf. Bei nem Typen, der ohne jeden Trainerquatsch schlicht drauf aus ist, seinen Hund zu quälen, würde ich eher vermuten, hättest Du blanke Prügel für den Hund gesehen, ohne dass der Kerl umständlich mit ner Wasserflasche rummacht.


    Will sagen: Da ist vielleicht noch was drin, wenn Du ihn bei der nächsten Begegnung ansprichst und nach dem Ding mit der Wasserflasche fragst; im besten Fall kommt ihr in ein Gespräch, das bei ihm was dreht. Je nach Reaktion kannst Du dann sehen, was Dir als weiterer Schritt sinnvoll scheint.



    Edit:

    Shrewd war schneller. :-)

  • Das was da gesehen wurde ist einfach nichts was nach fairem Training klingt.

    Und auch über Strafe kann man fair arbeiten.

    Wenn jemand gegenüber einem Hund schon ein gewisses Maß an übermäßiger Aggressivität zeigt sprech ich aus Erfahrung die Leute nicht an.

    Was die Male, wo ich das freundlich tat, passierte hat mich davon kuriert. Maximal wenn man zu 2t o.Ä unterwegs ist, sonst nein.

  • Das was da gesehen wurde ist einfach nichts was nach fairem Training klingt.


    Ist doch völlig unstrittig. Die Frage ist, ob ein Gespräch noch Sinn ergibt, weil es für den Hund irgendetwas ändern könnte. Ich habe damit schonmal gute Erfahrung gemacht. Naja, was heißt gut, das Gespräch verlief überraschend verständig. Was daraus dann - nachhaltig im Interesse des Hundes - wurde, weiß ich freilich nicht.

  • Ich würde da auch nicht drauf eingehen weil man nie weiß wie das umschlagen kann. Ich würde auch schauen wo er wohnt, evtl auch mit anderen Gassigängern sprechen ( wenn das mehrfach auftritt spricht sich das sicher rum), und dann dem zuständigen Amt einen Tipp geben.


    Es klingt so als ob sein Hund vielleicht ein Problem mit anderen Hunden haben könnte, und er Maßregelt sobald er guckt. Zumindest kann ich mir das als Grund dahinter vorstellen. Vor allem bei Haltern großer, kräftiger Hunde sehe ich öfter einen Schroffen Umgangston ( wenn sie auch bspw direkt ihren Hund anschreien sobald er schief guckt oder ein Fünkchen Zug auf die Leine kommt), aber absolut NICHTS rechtfertigt eine derartige Art und Weise einem Hund gegenüber ( außer evtl zur Abwehr, aber da dürfte niemand auf die Idee kommen den Hund weiter anzugreifen wenn es eindeutig angekommen ist, geschweige ihn auf die Seite werfen, das macht einfach keinen Sinn).

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