Hund hat Probleme, allein zu bleiben

  • ANZEIGE

    Ich habe 2 Hündinnen, eine davon seit Mitte Dezember.

    Seitdem war ich im Homeoffice und darum die meiste Zeit zuhause. Natürlich bin ich zwischendurch auch zB mal einkaufen gegangen und die neue Hündin hatte da nie Probleme, allein zu bleiben.

    Seit letzter Woche hat sie das aber nun. Ich habe eine Kamera, über die ich sie sehen kann. Manchmal springt sie nach 10 Sekunden auf und läuft zur Tür, manchmal erst nach 30 Minuten. Aber dann steht sie an der Tür, winselt und bellt.

    Ich verlasse nun schon immer wieder mal die Wohnung oder das Zimmer, beobachte sie durch die Kamera und sobald sie überhaupt beginnt, unruhig zu werden, komme ich ganz ohne großen Zirkus wieder in den Raum.

    Das Problem ist nur, dass ich ab Montag einen neuen Job habe und darum nicht mehr im Homeoffice bin.

    Normalerweise würde ich die beiden Hunde alleine lassen und in der Mittagspause nach Hause kommen. Geht aber im aktuellen Zustand ja nicht.

    Die andere Möglichkeit ist, sie während der Arbeitszeit zu meiner Familie zu bringen. Ich habe meiner Familie schon gesagt, dass sie sich dann nicht mit ihr beschäftigen sollen. Sie soll ja lernen, dass sie allein klar kommen soll.

    Macht das so Sinn? Tagsüber zu meiner Familie und abends/am Wochenende weiter üben, dass sie zuhause länger allein bleiben kann?

  • Es bleibt Dir ja nichts anderes übrig, wenn sie nicht allein bleiben kann. Ob man das dann hinbekommt, wenn man nur am Wochenende übt, weis ich nicht, aber probieren kannst Du es natürlich.

    Ich habe meiner Familie schon gesagt, dass sie sich dann nicht mit ihr beschäftigen sollen. Sie soll ja lernen, dass sie allein klar kommen soll.

    Das finde ich Quatsch um ehrlich zu sein. Hunde sind ja nicht doof, die merken doch, wenn jemand da ist. Das fände ich dem Hund gegenüber unfair, wenn er den ganzen Tag bei der Familie ist und keine Beschäftigung bekommt. Das wird sie nicht verstehen.

  • Die Hündin ist jetzt knapp 1.5 Monate bei dir.

    Eigentlich also immer noch in der Eingewöhnungsphase.


    Vielleicht fühlt sie sich jetzt langsam "zugehörig" und entwickelt daher Verlustängste.

    (man kann ja erst Angst haben von einer Person verlassen zu werden, wenn einem die Person wichtig geworden ist.)


    Mein Ansatz wäre Folgender:

    Ihr viele Male die Erfahrung geben, dass ich immer wieder zurück komme.

    Also dies auch unter der Woche (Feierabend) üben.

    Ich mache mich fertig, sage den Hunden tschüss, verlasse das Haus - und komme wieder.

    Dise Situation sollte sie ohne negative Gefühle verbinden. Also sobald sie Anzeichen von Stress zeigt, wieder einen Schritt zurück gehen.

    Lieber einmal zu kurz geübt, als Stress ausgelöst. (das machst du ja schon).


    So ist es bei uns:

    Rituale helfen den meisten Hunde. Wir haben einen immer gleichen Ablauf wenn wir Arek alleine lassen. Das hilft ihm.

    Auch ein von uns getragenes Stück Wäsche hilft ihm. Und bei Arek hilft (und ist notwendig) räumliche Begrenzung.

    Ist er im Flur alleine, fängt er an die Wohnung zu bewachen - lauscht an der Haustüre die ganze Zeit und ist nicht entspannt.

    Das Ziel ist aber Entspannung. Also ist er im Schlafzimmer alleine (riecht am intensivsten nach Familie, ist am weitesten entfernt von der Wohnungstür)

    Arek hat deutlich mehr Unsicherheit, wenn er im Dunkeln alleine ist - also lassen wir Licht an wenn es Dunkel ist/wird.

    Wenn er mal alleine ist, gehen wir eine große Runde (mind. 1h) vorher - wenn er beim alleine bleiben die Langeweile bekommt, fängt er das jaulen an und steigert sich rein.


    Bei uns war die "Verlassen-werden-Situation" die Schwierigste.

    Also das "Gleich gehen sie weg, komm ich mit?? Kommen sie wieder?? ojejejejeje!!"

    Also haben wir genau diese Situation immer und immer wieder kleinstschrittig geübt. Hat er die ersten 2 Minuten stressfrei gemeistert (aufgrund von viel positiver Erfahrung) waren die restlichen Minuten/Stunden kaum noch ein Problem.


    Das alles ist sehr spezifisch und auf unseren Hund abgestimmt.

    Was deiner Hündin hilft, kann ja ganz anders aussehen.

    Das bringt einfach die Beobachtung, das Zusammenleben mit sich.

    Da habt ihr nach 1.5 Monaten einfach noch nicht mal richtig einen "Grundstein" gelegt.


    Von daher empfehle ich dir:

    Negative Erfahrungen mit dem alleine sein möglichst vermeiden. (Super dass deine Eltern aufpassen) und die Hündin viele viele positive Erfahrungen sammeln lassen.

    Und keine Wunder erwarten - das wird einfach eine Weile dauern.

  • ANZEIGE

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!