Jagdhund auslasten und zu wenig Freiheit?

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    Ich habe zwei Fragen, die mir seit längerer Zeit Bauchschmerzen bereiten.

    Mein Hund ist ja ein Schäfer-irgendwas spanischer Jagdhund (höchstwahrscheinlich Podenco)- Mix.

    Entsprechend ausgeprägt ist sein Jagtrieb; zudem ist er Sicht- und Nasenjäger. Ich kann ihn also draussen nie von der Leine lassen, da er, wenn er in den "Jagdmodus" kippt, nicht mehr ansprechbar, geschweige denn abrufbar ist (und dann einfach weg wäre).

    Er jagt auch nicht so "ein bisschen" oder nur wenn ihm die Rehe vor der Nase durchtrennen, sondern er jagt so richtig, auch wenn für das Menschliche Auge kein "Jagdgrund" sicht-oder hörbar ist.


    Nun meine vielleicht etwas dumme erste Frage:

    Wie kann/muss/soll ich ihn am besten auslasten, damit auch der Jagdhund in ihm glücklich ist? Soll/kann/muss ich ihn diesen Trieb irgendwie ausleben lassen?

    Aktuell machen wir 1x die Woche Mantrailing und starten bald mit einem weiteren Training, haben uns aber noch gerade nicht entschieden welches.

    Ich habe mir schon überlegt, Coursing mit ihm zu machen, weiss aber nicht, ob das möglich und sinnvoll wäre.


    Meine zweite Sorge ist der mangelnde Freilauf.

    Wie gesagt, darf er draussen nie von der Leine. Deshalb sind wir immer mit 10-15 Meter Schleppleine unterwegs.

    Hat er allerdings die Gelegenheit zum frei laufen und rumflitzen, tut ers nicht... Wir fahren regelmässig zu eingezäunten Grundstücken, damit er frei laufen kann... Nix. Er latscht gemütlich vor sich hin und schnüffelt (wie eben bei unseren normalen Spaziergängen.) Haben wir Hundefreunde dabei, rennt er mit diesen nicht rum, sondern will nur eines: Aufreiten.

    Ball oder Stöcken werfen zum "auspowern" soll man ja nicht.

    Früher, als er noch öfter frei laufen durfte, hatte er 1-2 Mal pro Spaziergang die knappen 30 Sekunden und ist dann rumgeflitzt.

    Meine Sorge ist einfach, dass ihm was fehlt und er nicht wirklich glücklich ist/sein kann mit dieser "Haltungsform"?! Mache ich mir zu viele Gedanken?

    Wie kann ich ihn animieren, sich im kostbaren Freilauf auch wirklich mal auszutoben und auszupowern?

    Sonstige Tipps oder Anmerkungen!


    Merci!!

  • Zum Punkt sinnlos rumflitzen: vielleicht braucht er das gar nicht. Wenn er so gechillt unterwegs ist: was spricht gegen eine Leine von 20, 30 m?

  • Beim Coursing besteht einerseits das Problem, dass es meist nur von Windhundclubs betrieben wird und nur Windhundrassen offen steht, manchmal sind es auch Ridgebackclubs, zum anderen existiert leider der Irrglaube Coursing oder Bahn wäre sowas wie Freilaufersatz. Es ist Jagdersatz, das ja, aber es ist Hochleistung fürs System und nix für untrainierte Hunde, wozu halt oft solche zählen, die nicht frei laufen können oder die nicht anderweitig konditionell aufgebaut werden, sei es am Rad oder gar am Laufband.


    (Dass nicht alle Hunde, die Coursings laufen, konditionell gut aufgestellt sind, steht auf einem anderen, unrühmlichen Blatt. Man kann seinem eigenen Hund schon auch bewusst schaden. Sobald der Hetztrieb ausgelöst ist, werden die allermeisten Hunde alles geben, egal, ob sie es können, oder nicht. Sie können in diesem Zustand gar nicht anders. Das ist kein "willentliches" hetzen, sondern "triebgesteuertes". Die Rechnung kommt dann nach nem Lauf oder auch mal später im Alter)

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  • Haben wir Hundefreunde dabei, rennt er mit diesen nicht rum, sondern will nur eines: Aufreiten.

    Ball oder Stöcken werfen zum "auspowern" soll man ja nicht.

    Früher, als er noch öfter frei laufen durfte, hatte er 1-2 Mal pro Spaziergang die knappen 30 Sekunden und ist dann rumgeflitzt.

    Meine Sorge ist einfach, dass ihm was fehlt und er nicht wirklich glücklich ist/sein kann mit dieser "Haltungsform"?! Mache ich mir zu viele Gedanken?

    Dass er bei Fremdhunden einfach nur wahllos aufreiten will zeigt nur, dass er Stress mit Fremshunden hat, und nicht weiss, wie er sich verhalten soll. Hatte er denn früher Gelegenheit, ein angemessenes Sozialverhalten mit Artgenossen zu erlernen, oder war das schon immer stressig?


    Bezüglich jagdlicher Auslastung: Mantrailing bedeutet ja "Spur". Schau mal, ob ihm evt. die Freisuche besser liegt. Kann, wenn nicht ableinbar, auch über ZOS oder Sniffer Dog Aufgaben in gesicherten Räumen geschehen.


    Zur Befriedigung des Bewegungsbedürfnisses würde ich eher kontrolliert Radfaheren, Scootern oder Canicross machen als Coursing.

  • Kauf Dir doch mal "Wege zu Freundschaft" und geh mit Deinem Hund gemeinsam jagen. Muss ja nicht jeden Tag sein, aber ab und an mal kann es der Beziehung helfen.


    Ansonsten ist das hier auch so. Leni (Schäfi/Bracke) ist hauptsächlich an der Flexi und selbst wenn ich sie mal frei laufen lasse, ist sie genauso am Wegrand unterwegs wie mit Leine. Wir machen auch Mantrailing (findet sie super).


    Du könntest auch die Verlorensuche aufbauen und das in die Spaziergänge integrieren. Oder was ihm halt an Nasenarbeit Spaß macht. Gegen den Jagdtrieb arbeiten kann man eh nicht, nur damit. Und da gibt es einige Möglichkeiten.


    Ansonsten könntest Du auch mit ihm Fahrrad fahren oder canicross/Zughundesport machen, wenn Du das Gefühl hast, das rennen fehlt ihm (hört sich jetzt zwar nicht so an, aber kann ja sein). Da hat er auch mal die Möglichkeit sich körperlich auszupowern.


    Ich finde es gibt total viele Dinge, die man manchen kann um auch Hunde ohne Freilauf auszulasten. Da muss man kein schlechtes Gewissen haben. Safety first. :nicken:

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Wir haben hier ich so nen Kandidaten. Einen Ridgeback. Er ist im Prinzip echt nicht ableinbar. Spaziergänge finden bei ihm an der Flexi statt. Wir gehen mehrmals die Woche Rad fahren, allerdings keine riesen Strecken, sondern nur einige km. Wenn ich merke, er will rennen, dann trete ich eben mal schneller. Aber eigentlich will er das nur, wenn wir mal einige Tage nicht gefahren sind. Momentan versuche ich das für den Winter ein wenig runterzuschrauben. Im Sommer waren wir fast täglich ne Runde radeln, jetzt wird es aber langsam wieder früh dunkel und da kann ich das unter der Woche nicht leisten. Jetzt kommt dafür wieder die Jahreszeit für den Dogscooter. Ich habe das Gefühl an körperlicher Auslastung reicht ihm das. Wir gehen ab und zu auch auf die Rennbahn. Dank Corona hat es dieses Jahr allerdings auch nur dreimal geklappt. Klar, der Hund hat hinterher ein fettes Grinsen im Gesicht, aber alles im allen habe ich das Gefühl, es war auch nicht schlimm für ihn, dass wir dieses Jahr eben nicht so oft konnten. Zwischen dem, was wir denken, was der Hund braucht und dem, was er wirklich braucht ist oft ein Unterschied. Beobachte deinen Hund. Hast du das Gefühl, ihm fehlt etwas? Ich habe dieses Jahr festgestellt, unserem fehlt eigentlich nichts. Ich war nur der Meinung, es müsste ihm fehlen weil Jagdhund und Laufhund und so. Dabei ist der eigentliche die meiste Zeit echt gechillt.

  • Ball oder Stöcken werfen zum "auspowern" soll man ja nicht.

    Stöckchen sollte man wegen der Verletzungsgefahr niemals werfen.


    Ball/Spielzeug werfen ist in Maßen und ggf. zusammen mit Impulskontrollübungen oftmals kein Problem.

    Jin werfe ich oft zum Flitzen die Frisbee (gut geworfen wird sie im Flug gefangen und es gibt keine harten Stopps). Manchmal kombiniere ich das mit Impulskontrollübungen und Jin hat auch riesigen Spaß daran, wenn sie ein verstecktes (oder verworfenes) Spielzeug suchen muss.



    Im Winter, wenn unter der Woche kein Freilauf möglich ist (weil es nach der Arbeit schon dunkel ist) befriedige ich Jins Laufbedürfnis mit Laufen/Canicross. Das ist zwar nicht ganz das gleiche wie die Sprints im Freilauf, aber Jin findet es in Ordnung.



    Beim Coursing besteht einerseits das Problem, dass es meist nur von Windhundclubs betrieben wird und nur Windhundrassen offen steht, manchmal sind es auch Ridgebackclubs

    Ist das in Österreich so anders als in Deutschland? Bei uns dürfen alle Rassen zum Coursing-Training kommen, laufen halt ggf. eine kürzere Strecke als die "Profis".


    Allerdings ist Coursing wirklich kein Ersatz für Freilauf, dafür aber die Möglichkeit für den Hund, seinen Neigungen nachzugehen. Jedenfalls, wenn der Hund den "Hasen" annimmt - gibt durchaus auch Hunde, die nicht Hasenscharf sind, aber bei echtem Wild direkt weg sind.

  • Fahrad fahren? Für die Kondition. Ansonsten hat er doch alles.


    PS: sorry, ich denke immer jeder hat einen grossen Garten.


    Aber du schreibst, ihr ermöglicht freilauf, den er aber anders nutzt, als ihr meint. Ich finde das sollte dem Hund überlassen sein. Wie oft kann er denn dort rumlaufen?

  • Pumuckl bekommt zwar Freilauf, aber bei ihm wirken Bällchen wahre Wunder.

    Also jetzt nicht sinnlos werfen und bringen lassen, das macht er eh nicht, er ist kein begeisterter Apportierer.

    Aber ich kann ihm den Ball zeigen und dann zeigt er mir wiederum, ob er Interesse dran hat. Wenn er kein Interesse hat, könnte ich werfen und selbst apportieren... wenn er aber Lust drauf hat, zeigt er mir das und wenn ich dann den Ball werfe oder kullere, rast er los, schnappt ihn sich im Lauf und galoppiert wild schlenkernd (Ball mit Schnur) und hüpfend ein paar Runden.

    Das mache ich mir an manchen Tagen zunutze, wenn die Spaziergänge kürzer ausfallen müssen, einfach weil ich damit in Bewegung bringe.


    Meine Aussi-Hündin spielt Frisbee, da gibt es auch keine harten Stopps. Die fängt im Laufen ohne anzuhalten und kommt im großen Bogen zurück. Auf Kommando lässt sie im Laufen fallen und ich kann die nächste werfen.

    Es gibt gute Anleitungen, wie man aufbauen kann.


    Und zum Thema Gesundheit... meine alte Dame Jessie, die ich beim Frisbee genauso aufgebaut habe wie jetzt Silver wurde 16 1/2 und war (bis auf den letzten Monat, in dem sie wirklich krank war,) fit wie ein Turnschuh. Ich denke, dank Dogdance und lebenslang angepasster sportlicher Bewegung.

  • Ich kann ihn also draussen nie von der Leine lassen, da er, wenn er in den "Jagdmodus" kippt, nicht mehr ansprechbar, geschweige denn abrufbar ist (und dann einfach weg wäre).

    Wenn dein Hund nicht ansprechbar ist kannst du daran arbeiten. Mit Hilfe von Impulskontrolle. Z. B. vernünftiges (!) Reizangeltraining.

    Damit ermöglichst du ihm mehr Freiraum.

    Der fehlt mir ein bisschen bei euch (ohne das jetzt überdramatisieren zu wollen!). Freilauf bedeutet ja nicht nur, dass der Hund rumflitzt und die Beine lang macht, sondern es geht ja auch um selbstbestimmtes Agieren. Das finde ich für die mentale Gesundheit sehr wichtig.


    Hast du mal geschaut ob es bei euch in der Nähe eingezäunte Auslaufgebiete gibt? Bin ich jetzt zwar kein riesen Fan von, aber wäre zu wenig besuchten Zeiten ja eine Option um auch die Kommunikation im Freilauf zu trainieren.

    Tierheime und Hundeschulen bieten solche Plätze auch manchmal gegen kleines Geld an.

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