Ignoranz draußen, Futter erarbeiten?

  • Hättet ihr denn eine andere Idee, wir wir Lumi draußen an uns binden bzw. auf uns aufmerksam machen können? Wir wollen so gern mit unserem Hund arbeiten und sie draußen optimal und ihrer Rasse entsprechend beschäftigen.

    Und wenn sie draußen zu viel Stress hat, wie können wir ihr den nehmen?

  • Wenn ich ehrlich bin, versteh ich das Problem nicht so wirklich.

    Wenn drinne solche Sachen, die ihr mit dem Hund tun wollt, finktionieren, dann macht es doch weiter drinnen. Draussen lasst ihr sie einfach Hundedinge tun. Dabei kann man doch auch zusammen Spaß haben. Die Gegend erkunden, über Stock und Stein klettern, joggen, Fahradfahren oder was weiß ich.

    Dabei gehe ich jetzt einfach mal von einem mitlaufendem Familienhund aus.

  • Mögliche Gründe und Probleme haben die anderen ja schon erklärt. Also natürlich kann es auch sein, dass Schnüffeln gerade einfach das schönste für sie ist. Ich sehe aber auch dann keinen Grund, ihr dafür Lebensgrundlagen zu nehmen (Futtersicherheit und Sozialkontakt zu euch.) Das ist einfach viel zu heftig. Ist ein Rückruf und etwas Apportieren dir das wirklich wert? Sie tut ja niemandem was, sie möchte eben schnüffeln und braucht aktuell noch eine Leine.

  • Klar gibt es andere Möglichkeiten, Verhalten zu verändern. Die funktionieren aber alle nicht von heute auf morgen. Hunde reagieren bei fremden Menschen immer erst mal anders, mit diesem kleinen Zaubertrick hat die Trainerin gearbeitet und euch das anscheinend nicht verraten.

  • Wenn der Hund fast ein Jahr alt ist, kann es dann nicht auch einfachs ein, dass sie mitten in der Pubertät steckt und deswegen draußen alles super spannend ist und sie ihr Hirn einfach nicht frei hat für euch? Wenn sie die Leckerlies etc nicht annimmt, ist es vielleicht auch einfach nicht die richtige Belohnung für sie.

    Ich würde ihr auf jeden Fall wieder Futter aus dem Napf geben, komplett erarbeiten halte ich dem Hund gegenüber für nicht fair.

    Auch komplettes Ignorieren im Haus wird sie eher verunsichern als sie an euch zu binden.

  • Hättet ihr denn eine andere Idee, wir wir Lumi draußen an uns binden bzw. auf uns aufmerksam machen können? Wir wollen so gern mit unserem Hund arbeiten und sie draußen optimal und ihrer Rasse entsprechend beschäftigen.

    Und wenn sie draußen zu viel Stress hat, wie können wir ihr den nehmen?

    Ich kann dazu nur sagen, wenn sie draussen so sehr etwas anderes machen will und die Interaktion mit euch nur widerwillig stattfindet, dann lasst sie (erstmal) das machen was sie will. Ihr habt noch das ganze Hundeleben Zeit ihr Tausend Sachen beizubringen :nicken: Du schreibst sie läuft super Fuß bevor sie an die Schleppleine kommt, das ist viel verlangt von einem einjährigen Hundehirn. Vielleicht ist es ihr auch einfach gesamthaft zuviel was ihr von ihr wollt PLUS die bereits gemachten Erfahrungen, dass es (draussen) alles ein K(r)ampf mit euch zu sein scheint. Ein Hund lernt schneller wenn er Spaß hat und die Übungen kurz, knackig und vor allem erfolgreich sind. Gebt ihr den Freiraum und verlangt draussen auch mal gar nichts von ihr, lobt sie wenn sie von allein nach dem Schnüffeln weiterläuft. Wenn Sie lernt, dass sie draussen öfter nun auch ihre Ruhe hat und dem nachgehen kann was sie wirklich interessiert nimmt sie euch evtl. immer weniger als Spielverderber wahr und kann nach und nach entspannter mit dem "aufregenden draussen" umgehen. Wir als Hundehalter konkurrieren immer mit allen Reizen, die auf den Hund drinnen und draussen wirken. Es ist ein stetiges Geben und Nehmen.

  • Erstmal vielen Dank für eure Antworten!

    Unser Tag sieht zur Zeit so aus:


    Gegen 7 Uhr Aufstehen, Lumi wartet entspannt bis wir uns fertig gemacht haben, Geschirr und Halsband dran, ins Auto, 5 Minuten Fahrt zu großem Park (früh fast menschenleer). Wir gehen meistens zu zweit mit ihr raus (mein Freund und ich)


    Im Park gehen wir dann erstmal ein paar Minuten am Halsband und normaler Leine, Lumi läuft lieb mit und wir suchen uns eine große Wiese (immer mal eine andere), sie macht Sitz, wir wechseln auf Schleppleine an Geschirr. Kommando "Schau" (Lumi guckt hoch) und "ok" (Lumi geht los). Dann lassen wir sie erstmal schnüffeln und Geschäfte erledigen. Mein Freund und ich lassen sie dann erstmal machen, quatschen bisschen und holen dann irgendwann den Dummy raus oder rufen sie zu uns. Meistens kommt sie dann auch, will aber nichts fressen und zieht wieder ab. Dann versuchen wir wieder ihre Aufmerksamkeit zu kriegen, werfen uns den Dummy hin und her oder laufen bisschen schneller. Oft kommt sie dann auch, aber wenn wir dann den Dummy werfen (kurze Distanz, ganz leichte Aufgaben) macht sie mal mit, mal nicht und wirkt halt eher gelangweilt von unseren Sachen und Futter nimmt sie wenn überhaupt nur ein bisschen. So geht das dann weiter. Wir probieren es immer wieder, wollen ja auch, dass sie frisst, bis wir irgendwann frustriert sind und sie machen lassen und dann wieder nach Hause fahren. Meistens sind wir ca. 45 Minuten draußen. Zu Hause trinkt sie und legt sich in ihr Körbchen und pennt eigentlich den ganzen Vormittag. Zwischendurch wird mal der Platz gewechselt oder geguckt, was wir machen. Wenn wir nach Corona wieder arbeiten bzw. zur Uni gehen ist sie zu der Zeit auch mal ein paar Stunden alleine, in denen Sie aber immer schläft. Im Moment sind wir aber da.


    Gegen 14 Uhr erwacht sie dann und läuft etwas in der Wohnung hin und her, da geht dann meistens einer mit ihr eine kleine Runde um den Block zur Wiese vor dem Haus, es wird gepullert und der erneute Versuch gestartet, sie draußen zu füttern, zu spielen und auf uns aufmerksam zu machen. Wieder rein, Lumi legt sich wieder hin und döst so vor sich hin oder beobachtet vom Balkon den Innenhof.


    Gegen Abend 18/19 Uhr fahren wir nochmal mit ihr irgendwo hin und ähnliches Prozedere wie Morgens. Danach liegt sie vor der Couch und guckt mit Fernsehen oder schläft. Vorm Schlafen gehen gehen wir manchmal nochmal kurz zum Lösen raus aber meist schläft sie da schon tief und fest und lässt sich nicht nochmal zum rausgehen bewegen.

  • Für mich sieht es so aus:


    Ihr habt dem Hund vermittelt, dass


    Halsband und Leine "arbeiten/Gehorsam" bedeutet.


    Geschirr und Schleppleine "Freizeit".


    Vielleicht auch in dieser Kombi mehr üben als nur Rückruf.


    Training soll Spass machen, da finde ich komplettes Futter erarbeiten nicht richtig.

  • Ich würde auch das Alter nicht ignorieren. Fast 1 Jahr bedeutet mitten in der Pubertät. Ganz viele Hunde sind in dieser Zeit schnell mal drüber und überfordert mit zu viel bzw können sich auf wenige Dinge gleichzeitig konzentrieren.


    Mein Großer ist da kein richtig gutes Beispiel, denn der war wirklich extrem und in den ganz schlimmen Phasen gingen nur halbstündige Spaziergänge auf immer der exakt selben Strecke, aber auch mein entspannter Collie war in diesem Alter weniger ansprechbar und schneller abgelenkt.


    Das Gehirn ist 8m Moment mitten in der Umbauphase. Ich stelle mir das immer ein bisschen vor wie eine baufällige Villa - ständig stürzen andere Flure/Zimmer ein und werden restauriert und sind bis sie fertig umgebaut sind sie halt nicht oder nur kaum zugänglich.

    In diesem Phasen versuche ich dann entsprechend dem Hund reizarm zu spazieren, bestimmte Dinge zu vermeiden und nur das zu machen was gut geht. Oft reich es schon, wenn man zB ein paar Wochen bestimmte Übungen etc einfach nicht macht und dann später wieder anfängt. Oft geht es danach besser als vorher. Natürlich geht das nicht immer, aber in den meisten Fällen finde ich Vermeidung die angenehmste und stressfreieste Art durch solche Phasen zu kommen.


    Ich würde entsprechend einfach mal ein paar Wochen nur drinnen wirklich aktiv was fordern. Natürlich auch nicht den Hund draußen amok laufen lassen, aber halt nur das Nötigste fordern und schauen, dass sich nicht irgendwelche furchtbar katastrophalen Verhaltensweisen einschleichen, aber ansonsten einfach mal ein Auge zu drücken.

    Und alles Positive massiv belohnen. Jedes noch so kleine gewünschte Schnipselchen. Wenn es von ihr selbst kommt sowieso.


    Versuchen irgendwas gezwungen mit dem Hund zu tun, während er grad einfach nicht kann, die machen das ja nicht zum Spaß oder um konträr zu sein, bringt nur Frust auf beiden Seiten.

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