Schnappen nach Fremden

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    Hallo,

    Ich habe da ein Problemchen mit meinem Hund. Sie ist eine 3,5 Jährige Labrador-Sheppert-Mix Hündin namens Frida und ich habe sie erst seit ein paar Wochen.

    Zu ihrer Vorgeschichte: sie kommt aus einer kleinen Familie, die der Meinung waren sie zu unterfordern. (Tatsächlich steckt in ihr viel Potential. Sie lernt innerhalb von Minuten neue Tricks und ist gerne viel draußen.) Dabei haben sie nie großartig Probleme mit ihr gehabt, außer dass sie wohl ab und an mal der Meinung war den Kinderwagen vor anderen Hunden zu verteidigen.

    Nun lebt sie seit März bei mir und meinem Freund. Sie kann zwar ihre Grundkommandos sehr gut, schaltet aber beim Gassi gehen und mit Enten in Sichtweite gerne auf Durchzug. Daher ist sie draußen immer mit Schleppleine. Trainieren tun wir sie grade mit Futterdummy und Abruftraining. Futter gibt's nur noch wenn sie was dafür gemacht hat. Und es zeigt schon viel Erfolg. Sie hört besser und auf Durchzug schaltet sie nur noch in Extremsituationen (weglaufendes Reh in Sichtweite zum Beispiel). Anderen Hunden gegenüber ist sie meistens sehr freundlich und eher unterwürfig, nur bei ganz wenigen Ausnahmen lässt sie deutlich erkennen dass sie die nicht mag.


    So, nun zu unserem Problem:

    Kennengelernt haben wir sie als unfassbar freundlich zu jedem. Sie hat sich gerne von jedem streicheln lassen und alles.

    Nun hat sie vor zwei Wochen nach einem Freund geschnappt und fand es gar nicht witzig wenn er ihr zu nahe kam. Dabei hat sie nicht geknurrt, sonder ganz hell gebellt und dann direkt zugeschnappt. Wir waren bei denen Zuhause, also in fremder Umgebung für sie. Nach einigen Leckerchen von ihm war es dann aber bald wieder gut.

    Die nächste Situation war ein paar Tage später. Da sagte ich zu ihr sie soll bleiben und bin drei Schritte von ihr weg. In der Zeit ist eine andere Person zu ihr hin, nach dem sie dann auch geschnappt hat.

    Die dritte Situation war dann heute. Mein Freund liegt im Bett und sie auf der anderen Seite des Zimmers. Seine Mutter kam rein und hat ihm etwas gegeben. Da ist Frida direkt los gelaufen und hat sich aufs Bett zwischen die beiden gesetzt. Niemand von uns hat die Situation da erkannt, alle haben gelacht und seine Mutter hat die Hand nach Frida ausgestreckt, die dann tatsächlich wieder geschnappt hat. Im Nachhinein natürlich blöd von uns, sie hat da deutlich verteidigt, aber uns ist das nicht aufgefallen. Dabei kennt sie seine Mutter schon ziemlich gut eigentlich.


    Dazu ist noch zu sagen dass Frida in keiner Situation getroffen hat, also sie hat niemanden verletzt oder gar nur gekratzt.

    Bevor es hier zu einem verankerten Verhalten kommt wollte ich mal fragen ob da jemand eine Idee hätte woher es kommt, oder wie man es ihr abtrainieren kann.


    Liebe Grüße :)

  • Es wird wahrscheinlich daher kommen, das es ein Aussi Mix ist, wenn ich es richtig verstanden habe.


    Höchstwahrscheinlich kann man da nix trainieren, außer das man am Manahement arbeitet. Der Hund wird sowas sicherlich wieder tun,wenn sich ihm die Gelegenheit bietet...

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  • Ich hab auch einen Shepherd - Mix (gescheppert hats hier auch manchmal, aber das ist ein anderes Thema ;)). Mit Terrier noch dazu, und Labrador, also gleich eine multiple Persönlichkeit. Und auch da ging das ohne Schnappen oder Fiddeln.


    Mit „Futter gibts nur gegen Leistung“ und über Frust und Druck auszubilden wäre hier Dauerfrust geworden. Geholfen hat gemeinsame Beschäftigung, die dem Hund von seiner Veranlagung her entgegenkam. Und dem ist vorausgegangen, dass wir uns erstmal kennengelernt haben.


    Und das Kennenlernen und herausfinden, wer der Hund so ist und wie er tickt - das vermisse ich ein bisschen bei Eurer Beschreibung. Sie ist ja noch nicht allzu lange bei Euch - warum wurde sie eigentlich abgegeben - und da muss sich Teamwork erst zusammenfinden.


    Hattet Ihr schon Hunde und kennt Euch mit Hundeverhalten und Körpersprache aus?

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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  • Ich hab auch einen Shepherd - Mix (gescheppert hats hier auch manchmal, aber das ist ein anderes Thema ;)). Mit Terrier noch dazu, und Labrador, also gleich eine multiple Persönlichkeit. Und auch da ging das ohne Schnappen oder Fiddeln.


    Mit „Futter gibts nur gegen Leistung“ und über Frust und Druck auszubilden wäre hier Dauerfrust geworden. Geholfen hat gemeinsame Beschäftigung, die dem Hund von seiner Veranlagung her entgegenkam. Und dem ist vorausgegangen, dass wir uns erstmal kennengelernt haben.


    Und das Kennenlernen und herausfinden, wer der Hund so ist und wie er tickt - das vermisse ich ein bisschen bei Eurer Beschreibung. Sie ist ja noch nicht allzu lange bei Euch - warum wurde sie eigentlich abgegeben - und da muss sich Teamwork erst zusammenfinden.


    Hattet Ihr schon Hunde und kennt Euch mit Hundeverhalten und Körpersprache aus?

    okay, das hat sich vielleicht jetzt ein wenig hart angehört mit Futter nur bei Arbeit. Ich achte da schon drauf dass kein Frust entsteht, es wird auch mal Futter versteckt, oder auf die Wiese geworfen damit sie es erschnüffelt und und und. Sie wirkte bisher nie frustriert oder überfordert und ist immer mit Freude dabei.


    Wir kennen sie auch nicht erst seit so kurzen, sondern hatte sie schon eine Weile vorher als "Pflegehund" mal übers Wochenende oder zum Gassi gehen.

    Die Familie hat sie wie gesagt nur abgegeben weil die Frau immer mit kleinem Kind und Hund alleine war und sie meinte dem Hund einfach nicht genug Aufmerksamkeitzu geben.

    Einen eigenen Hund hatte ich noch nicht, aber hab ganz ganz viele Hunde immer Gassi geführt und so einiges an Hundepersönlichkeiten kennen gelernt. Natürlich hab ich da nicht die krassesten vorerfahrungen, aber ganz unwissend hätte ich mich jetzt nicht betitelt :D


    Mit Frida hat sich mein Jahrelanger Traum erfüllt. Sie ist auch einfach großartig, mag alles entdecken und kennenlernen, lernt super gerne wenn man ihr was beibringen möchte (wir haben schön Pfötchen, dreh dich, Männchen und einparken gelernt, vorher kannte sie nur das gängige Sitz und platz). Drinnen ist sie total umgänglich, kuschelt super gerne und auch wenn wir im Park sitzen zum Picknick oder Plaudern legt sie sich immer mit Körperkontakt zu irgendwem hin. Im Baumarkt liebt sie es auf den großen Einkaufswägen geschoben zu werden und ist im Wald wie auch in der Stadt einfach gerne dabei. Wenn wir ohne sie weg müssen, dann bleibt sie aber auch komplett ohne Probleme alleine. Sie legt sich dann einfach hin und schläft.

    Dieses Schnappen passt einfach gar nixht ins Bild und das wundert mich so sehr. Die Familie aus der sie kommt kennt das gar nicht von ihr und wundert sich auch.


    Ich hab zwei Theorien woher es kommt.


    Zum einen war sie grade erst Läufig, ist nun wieder soweit da raus. Spielen einfach grade ihre Hormone verrückt durch eine Scheinwangerschaft und sie mag uns beide dann vermehrt für sich haben, bzw uns vor anderen Verteidigen? Oder ist das auch einfach eine doofe Ausrede von meiner Seite...


    Zum anderen ist sie vielleicht mit der Eingewöhnungsphase noch nicht durch und hat vielleicht keine Lust auf andere Menschen, nicht das sie wieder zu anderen kommt oder so...

    Wobei ich das ein wenig bezweifle, sie hat früher wohl oft mal einfach woanders geschlafen, bei Freunden oder so und hat da nie Probleme mit gehabt. Andere Hunde haben dann Heimweh und wollen nach hause, ihr ist es relativ gleich. Da wo ihre Decke liegt da legt sie sich eben hin.


    Unsere Bindung würde ich schon als recht stark für diese kurze Zeit sehen. Ein Beispiel: wir haben vor ein paar Tagen die alte Besitzein beim Spazieren getroffen. Frida hat sich natürlich sehr gefreut. Nach ein paar Worten und kuscheleinheiten ist sie dann allerdings ohne sich auch nur nochmal umzugucken mit mir weiter gelaufen.


    Nunja, ich weiß gar nicht was ich schreiben soll, und was wichtig ist. Ich bin einfach so froh sie zu haben und hoffe dafür eine Lösung zu finden.

  • Für mich hört es sich sehr stark danach an, als wenn der Hund total reiz überfordert ist. Zusätzlich dann noch Futter nicht normal zu bekommen, löst ebenfalls Stress aus.

    Da man aber auf Entfernung die Situation nicht wirklich einschätzen kann, bleibt euch wohl nur die Möglichkeit euch einen vernünftigen Trainer zu suchen, der es sich in eurem Umfeld anschaut. Und bis dahin bitte den Hund so sichern, dass es nicht noch zu einem wirklichen Beißvorfall kommt.

  • Andere Hündinnen sind auch läufig und schnappen dann nicht nach Menschen. Das Argument, dass sie aus Angst, wieder zu anderen zu kommen, schnappt, ist extrem vermenschlicht und läuft ebenfalls unter Schönreden/Ausrede.


    Eigentlich ist es ganz einfach: Sie schnappt, weil ihr ihr fremde Menschen nicht fern haltet und weil sie immer wieder in Situationen kommt, wo sie glaubt, selbst regeln zu müssen. Hier ist jetzt in erster Linie Management gefragt: Führt sie engmaschig, haltet Fremde von ihr fern und gewöhnt sie an einen Maulkorb für Situationen, die unübersichtlich sein könnten.

  • Ein Hund mit so viel Potential braucht Menschen, die ihn führen. Und damit meine ich auf gar keinen Fall den veralteten Rudelführer-Quatsch sondern einfach jemand, der vorausschauend mit dem Hund durchs Leben geht und dafür sorgt, dass der Hund gar nicht erst in Situationen kommt, die ihn überfordern.


    Holt euch einen positiv arbeitenden, kompetenten Hundetrainer ins Haus und lasst euch Strategien für den Alltag zeigen.


    Insgesamt scheint ihr eurem neuen Hund gerade sehr viel abzuverlangen. Wenn ein Hund bei mir einzieht (alle kamen aus dem Tierschutz) mache ich die erste Zeit erst mal "nichts" mit ihm. Entspannte Spaziergänge an der langen Leine, die grundlegenden Hausregeln einhalten lassen und dann wird erst mal nur Alleinebleiben (kleinschrittig) und Rückruf trainiert. Irgendwann kommt dann Leinenführigkeit, wenn der Hund dafür entspannt genug ist. Und dann iiiirgendwann kann man über weitere Grundkommandos und noch viel später über Beschäftigung reden.


    Aber an Tricks und Futter erarbeiten lassen würde ich da noch nicht denken, der Hund hat genug mit Einleben zu tun... Es wurde schon einige Male gesagt: Die "nichts im Leben ist umsonst" Trainingsstrategie (= Futter nur für Arbeit) ist zu Recht umstritten und sorgt bei euch sicherlich für noch mehr Stress. Füttert den Hund normal und besorgt euch wertige Leckereien, für die er bereit ist zu arbeiten.

    L'enfer n'existe pas pour les animaux, ils y sont déjà - Victor Hugo

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