Pubertät, Husky, draußen überdrehter Hund

  • Du liest dich wirklich extrem reflektiert und bemüht :gut:,

    und ich meine das auch gar nicht böse oder will dich damit angreifen:verzweifelt:, aber:


    Hast du schon mal dran gedacht, dass die Art von Hund vielleicht einfach nie ein lässiger Alltags Begleiter wird?
    Und das dein Hund sich vllt bei einem professionellen Musher o.ä. wohler fühlen würde? Da würde er wahrscheinlich ein komplett anderes, reizärmeres leben führen können.


    Ich würde auf jeden Fall professionelle Meinungen von Mushern einholen. Die kennen sich doch mit solchen Hunden aus.


    Das normale Jungehunde Kurs Programm funktioniert da einfach nicht. Zeigt er ja deutlich. :( :

  • leine dran, regulieren üben, schön weiter das ziehen trainieren (er zieht, du lenkst, NICHT mittreten.) Vielleicht. Mal andere finden, die auch zughundspoet machen. Undcwenn es euch gefällt natürlich auch hindeplatz. Machen meine auch gern. Aussengeleitet und selbstbestimmt wird der hund bleiben. Aber regulieren kamnst du lernen.

  • mmmh wir sind mit Sicherheit kein Maßstab …. aber ich habe auch einen Husky-Podimix sitzen, so vermutet. Mit Umweltreizen ist er oft überfordert, kann viele Reize auf einmal überhaupt nicht filtern, das hängt aber sicher mit seinen Ängsten zusammen. Insgesamt empfinde ich ihn als ruhigen Hund, gut im Vergleich zu meiner Border-Samojedenhündin xD.

    Er läuft natürlich gerne, geht auch mit seinen 10 Jahren gerne auf lange Touren. Dabei möchte er aber eher sein Ding machen - bis mal Beschäftigung beim Gassi möglich war hat es Jahre gedauert. Und dann bitte nur 2 Minuten, fertig. Er ist halt kein Hund der 10 x Sitz macht, der ständig gerufen werden möchte und er hat eine lange Leitung bis in seinem Gehirn etwas ankommt. Ich denke schon das ist der Rassemix, ein sehr autarker Hund. Seit ich das verstanden habe und ihn nicht zu sehr belabbere ist er plötzlich ziemlich gehorsam. Er braucht einfach einen Sinn in allem was er tut. Z.B beim hoopern - während meine Hündin früher auch 20 x durch den Parcour gelaufen ist, macht der Hund das max 3 x und verlangt dann eine Umstellung der Hindernisse :ka:.

    Klassisches Hundetraining wäre nichts für ihn, wir waren viel in abwechslungsreichen Beschäftigungsgruppen - da hat er gelernt sich in Anwesenheit anderer Hund zu konzentrieren.


    Das Einzigste wo er wirklich aufdreht ist das Mantrailing - dafür hat er natürliches Talent.


    Inzwischen muss ich sagen das er auf Spaziergängen von all meinen Hund der angenehmste und ruhigste Begleiter ist. Man darf nur nicht zu viel verlangen.

  • Rappelina

    Da hast du einen wunden Punkt getroffen. Ich habe schon sehr oft daran gedacht, wie es wäre, wenn er bei einem Musher leben würde. Und dass das möglicherweise für ihn eher das wäre, was er braucht und ihm gefallen würde... ? Andererseits habe ich schon das Ziel, dass, wenn wir mal ein Haus haben mit einem großen Garten, der auf jeden Fall huskysicher gemacht wird, ein weiterer Husky einzieht. Es gefällt mir überhaupt nicht, dass er als Einzelhund leben muss. Und dann können sie draußen sein, wann immer sie wollen und wir machen regelmäßig Bikejöring oder Canicross. Das wäre mein Traum. Kann bzw wird allerdings schon noch ein paar Jahre dauern, fürchte ich..


    Ninma

    Mantrailing möchte ich auf jeden Fall gerne noch ausprobieren. Könnte mir sehr gut vorstellen, dass das etwas für ihn wäre.

    Und ja, das mit dem zu oft genau dasselbe machen - da erkenne ich Kenji genau wieder. Viel Abwechslung, wenn man etwas trainiert, sonst langweilt er sich schnell und die Aufmerksamkeit ist futsch. Und auch, dass er einen Sinn darin sehen muss, was er tut.


    @Lurchers

    Das Ziehen machen wir genau so. Ich sitze annähernd reglos als Eiszapfen hinten drauf und Hund arbeitet.

    Regulieren lernen.. Ich glaube, wir haben noch ein Stück Arbeit vor uns.


    Es tut gut, hier zu schreiben.

  • MimiUndKenji

    Ich finde deine Einstellung gegenüber deinem Hund WIRKLICH toll. Respekt. :bindafür:


    Ich habe keine persönliche Erfahrungen mit Mushern, aber vielleicht findet du ja jemanden, der den Hund für ein paar Tage/Wochen/Monate "erdet" - und dann könnt ihr vielleicht auch nochmal mit der Hilfe des Mushers von vorne beginnen.


    Klar, "meine" Rasse ist was komplett anderes, aber:

    Zu meiner Züchterin kommen auch Leute, die Probleme mit ihrem Tierschutz/Bauernhof Spitz o.ä. haben, die nimmt sie gerne für eine begrenzt Zeit ins "Bootcamp" = Die Spitze leben dann in ihrer Hundegruppe, müssen sich in der Gruppe "einfügen", haben wieder einen Job und so weiter. Das erdet die Hunde.

    Und dann wird mit dem Besitzer zusammen trainiert. Klappt hervorragend.


    Nur mal als Denkanstoß. =)


    Ich wünsche euch auf jeden Fall das alles Beste. :bussi:

  • wenn du an der Leinenführigkeit gerade nicht ohne Stress deinerseits üben kannst, mach eine Pause.


    Kannst du ihn einfach in den Garten lassen oder am Bauchgurt (da weiß er, er darf ziehen?) gehen lassen.

    Leinenführigkeit würde ich dann nochmal komplett zurückschrauben auf reizarm Umgebung und an lockerer Leine stehen.


    Ist mal die Schilddrüse gecheckt worden?

    Kastrachip wirkt ja stark genug. Wie lange sitzt der bei ihm jetzt?

  • man muss einfach einrechnen, dass der hundetyp eher über fun und vorteil für sich selbst zu motivieren sind,vals über druck. Das vertragen sie gar nichtvund machen dicht. Anders als ein schäferhund z.b.

    Daher bleibt einem oft nur training von gewohnheiten. Bei “besserer“ Alternative, entscheiden sie halt geen immer wieder anders. Performace durch Gehorsam im klassischen Sinn ist ihnen schlicht nicht gegeben. Auf konditionieren reagieren sie aber super. und ruhe lernen sollte mittelfristig gut funktionieren (entspannen auf kommando, einfach googlen). Weil das eben total logisch ist für den hund. Energie sparen ist nämlich durchaus auch hardwired im husky. Such dir am besten mal musher, guck dir rennen oder Workshop s life an. Die Voraussetzungen klingen erst mal ha ganz gut. Und ein ganz hübscher.

  • Rappelina

    Das ist eine interessante Idee und interessant, dass das funktioniert. Ich hätte da die "Sorge", dass ihm dann hier das Leben im Rudel usw. fehlen würde. Wundert mich, dass das wohl nicht der Fall ist. Ich höre mich mal um, ob es sowas für Huskies irgendwo in der Nähe gibt. Gehört habe ich noch nie davon.


    Pueppi.Schlappohr

    Ja, so mache ich das jetzt auch. Denn am Ende schaukeln wir uns sonst nur gegenseitig hoch.


    Schilddrüse habe ich im Hinterkopf - das kam hier jetzt schon öfter. Werde ich checken lassen.

    Der Chip wurde am 4. Oktober `19 gesetzt. Hat so 6 Wochen gedauert, bis die Kornjuwelen geschrumpft sind. Aber vom Verhalten hat er sich kaum verändert. Er hatte im Dezember zwar eine eher ruhige Phase, gebe ich zu, aber das gab es vorher auch schon. Ein Auf und Ab, wie jetzt auch. Pubertät eben.


    @Lurchers

    Du hast vollkommen Recht. Und ich weiß das auch eigentlich alles. :doh:

    Danke für den Tipp mit dem Entspannungssignal, das mache ich!


    Habt ihr Meinungen zur Hundeteamschule? Pro, kontra? Bin mehr zufällig drauf gestoßen und das meiste scheint recht sinnvoll und plausibel... Irgendwie brauche ich einfach ein System, an dem ich mich orientieren kann... Sonst mache ich zu viel hin und her, zweifel usw...


    Aber insgesamt sehe ich alles schon wieder etwas lockerer, wenn etwas nicht funktioniert und kann besser einfach emotionslos beharrlich bleiben. Ganz nach dem Motto "Sei sturer, als dein Husky" :rollsmile: und es funktioniert gleich wieder etwas besser mit der Leinenführigkeit :gut: Das tut wirklich gut, sich hier auszutauschen und sich das alles mal von der Seele zu schreiben.

  • Ganz nach dem Motto "Sei sturer, als dein Husky"

    Das war ich,zB, beim Thema Leine. Immer, wenn Ben gezogen oder gehampelt hat, habe ich "Stop" gesagt und bin stehen geblieben. Das ist wirklich so mit das einzige wo ich wirklich drauf bestehe, dass, wenn ich es sage, bzw stehen bleibe, er auch stehen bleibt, zB, an der Strasse.

    Ansonsten machen wir viel über anbieten, richtige Tipps habe ich da leider nicht, weil ich echt viel aus dem Bauch her raus mache oder Dinge für mich abwandel.

    Mein Mann hockt sich, wenn Ben hampelt, hin und kann ihn beruhigen. Das kann ich nicht, erstens würde er mich umreißen, zweitens würde ich mit meinem Knie zwar eventuell runter kommen aber ob ich dann wieder hochkomme ist fraglich, also lenke ich ihn ab. Dieses Hampeln ist aber zu 95% schon weg und wird nur noch durch bestimmte Hunde ausgelöst.

  • HTS.... frag 5 Leute, haste 5 Meinungen. Meiner Meinung nach brauchst du etwas, was zu dir und deinem Hund passt.

    HTS ist ja letztlich auch ein Leitfaden, aber Vieles musst du dem Hund entsprechend anpassen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!