Ernährung (Nassfutter) bei Struvit-Kristallen

  • Hallo,


    wir haben folgendes "Ausgangsproblem": Unsere Hündin Anka, 7 Jahre alt, hat jetzt zum zweiten Mal eine hartnäckige Blasenentzündung (Straphylokokkus inermedius und Struvit-Kristalle). Nachdem das erste Antibiotikum (Gabe 10 Tage) nicht gewirkt hat, haben wir jetzt ein anderes bekommen (Xeden 150 mg), das sie laut TÄ Nr. 1 21 Tage lang nehmen soll. Das bekommt sie jetzt seit 5 Tagen. Zur Sicherheit haben wir einen Ultraschall durchführen lassen. Ergebnis: ein kleiner Polyp (unklar, woher der kommt, laut TA Nr. 2 evtl. eine Folge der Blasenentzündung), KEINE Blasensteine. TA Nr. 2 meint, die Gabe des "neuen" Antibiotikums sei 10 Tage lang ausreichend.


    Nun stellen sich uns folgende Fragen:

    1. Welchem Ratschlag folgen? Antibiotikum 10 Tage oder 21 Tage lang geben?

    2. Welches Futter füttern?

    3. Paste zur Ansäuerung des Urins geben?


    Zu 2.): Bisher bekam sie unterschiedliche Nassfutter-Dosen (v. a. Lottis Häppchen, Canagan, Real Nature Wilderness).

    Ich habe gelesen, dass bei Struvit-Kristallen der Anteil an Phosphor, Magnesium und Protein im Futter möglichst niedrig sein soll. Dauerhaft möchten wir eigentlich kein Diätfutter, z. B. von Royal Canin, geben. Mir wäre es lieber, ein "normales" Nassfutter zu finden, das einen geringeren Gehalt der o. g. Mineralien besitzt. Da sie nicht unser einziger Hund ist, ist auch der Kostenaspekt nicht zu vernachlässigen.


    Ich habe mich drangesetzt und angefangen, Tabellen anzulegen, um unterschiedliche Futtersorten zu vergleichen. Das ist irgendwie ein aussichtsloses Unterfangen.

    Daher frage ich mich, ob von euch vielleicht jemand einen Tipp hat, welches Futter geeignet wäre? Was füttert ihr euren Struvit-Kristall-geplagten Hunden?

    Ich bin froh, dass sie noch keine Steine hat, möchte jetzt jedoch vorbeugen, da es nicht ihre erste Blasenentzündung war. Ich achte nun darauf, dass sie mehr trinkt (kann sie auch ZU VIEL trinken?). Außerdem füttere ich Cranberries dazu (wie viele Beeren soll ich wie oft einer ca. 19 kg schweren Hündin geben). Auch Hagebuttenpulver von Lunderland bekommt sie gemäß der Fütterungsempfehlung.


    Zu 3): TÄ Nr. 1 meint, dass dadurch oft das Problem entsteht, dass der Urin dann zu sauer wird und wiederum alle Kristalle statt der Struvit-Kristalle gebildet werden. Da bin ich unsicher, wie ich es machen soll – geben oder nicht geben?


    So, das war jetzt ziemlich viel.

    Meine Fragen nochmals zusammengefasst:


    1. Antibiotikum (Xeden 150 mg 1x täglich): 10 Tage oder 21 Tage? Oder evtl. ein Kompromiss, z. B. 15 Tage?

    2. Empfehlung für ein "normales" Nassfutter bei Struvit-Kristallen unter 4,00 Euro/800-Gramm-Dose?

    3. Urinansäuernde Paste geben – ja oder nein?

    4. Wie viele Cranberry-Beeren bei 19kg?

    5. Sonstigen Tipps? Hüttenkäse/Joghurt/Kefir geben? Wenn ja, wie oft/wie viel?


    Ich danke euch schon mal für eure Antworten/Anregungen! Mir ist bewusst, dass das ein komplexes Thema ist, aber vielleicht war ja jemand schon in einer ähnlichen Situation.


    Viele liebe Grüße

    Ayyda

  • Aika neigt auch zu Kristallen im Urin.Wir füttern das Nierendiät Futter von Animonda.Trofu das Sano von Happy Dog.Sie bekommt keine Paste!

    Urin wird regelmäßig beim TA gecheckt!

  • Danke für deine Antwort!


    Ich möchte eigentlichen gerne ein "normales" Futter weiterfüttern, weil ich bisher noch kein "Diät"-Futter gefunden habe, das qualitativ vergleichbar mit anderem Nassfutter ist. Außerdem sind sie immer so schlecht deklariert; ich mag irgendwie nichts füttern, wo "tierische Nebenerzeugnisse" und "pflanzliche Nebenerzeugnisse" drin sind (so ja auch im Animonda), ohne zu wissen, welche ...

    Irgendwie denke ich, dass es dann "besser" ist, gutes Nassfutter zu füttern und zusätzlich eben die Trinkmenge zu erhöhen und urinansäuernde Zusätze (Hagebutte, Crannberry etc.) zu geben. Dann wäre sie ehrnährungstechnisch gut versorgt und hätte zudem einige "Hilfsmittel" gegen das Wiederauftreten von Struvitkristallen. Oder lieg ich da irgendwie falsch? Ich möchte es ja auf jeden Fall so machen, dass es meinem Hund so gut wie möglich hilft. Was ich also eigentlich suche, ist ein "normales" Nassfutter, das weniger Phosphor/Magnesium/Proteine hat als anderes ... Falls es das gibt ;)

  • Rhian hatte als Junghund auch Struvite, später nochmal noch mal nur als Griess, nicht Kristalle. Ich habe nach einem Trofu mit eher knapp Ca und Mg geschaut, und habe anfangs auch den Urin mit Vitamin C angesäuert. Die Struvite sind jedenfalls weg (für die speziellen Blasendiäten war sie zu jung). Mein regulärer TA hat nicht viel vom Ansäuern gehalten, und es war auch nie mehr ein Thema.


    Wichtig war immer genügend Flüssigkeit zum durchspülen. Cranberries habe ich eine Kapsel täglich gegeben (die käuflichen getrockneten Beeren enthalten sehr viel Zucker), sollen nach neueren Daten aber nicht soo hilfreich sein. Meine Hündin ist wegen einer sehr kleinen und weit hinten im Becken liegenden Blase sehr anfällig für Harnwegsinfektionen; sie erhält nun zur Vorbeugung Glucosamin/Chondroitintabletten (wie Hunde mit Gelenkproblemen), die das Anheften der Bakterien an die Blasenwand effizienter verhindern als die Cranberries.


    Zur Antibiotikum-Gabe: wenn der Blaseninfekt wiederholt und hartnäckig ist, keinenfalls nur die Minimalzeit geben! Wurde denn das 2. AG aufgrund eines Antibiogramms bestimmt, oder auf gut Glück verschrieben? Ich hab's grad mal wieder durch mit Rhian, knapp 4 Wochen Antibiose weil bei der vorherigen Infektion zu knapp behandelt wurde - Folge chronische BE, verdickte Blasenwand, in der Bakterien sich gut verstecken können....

  • Danke für deine Antwort!


    Zum Antibiotikum: Es war so, dass das erste AB, das nicht geholfen hat, zunächst auf "gut Glück" verschrieben wurde, da das Antibiogramm noch nicht fertig war. Als es dann vorlag, hieß es, das AB sei in Ordnung und könne weitergegeben werden. Das haben wir dann für 10 Tage gemacht. Bei der Nachkontrolle war das Ergebnis dann dasselbe wie vor der Gabe: Gleiche Bakterienanzahl, gleicher Erreger ... Daraufhin wurde das AB dann gewechselt. Laut Antibiogramm ist es sensitiv, daher meinte der TA 2, bei dem wir wg. Ultraschall waren, dass 10 Tage reichen ... Meine "eigentliche" TÄ hatte 21 Tage angegeben, kannte da aber auch das Ergebnis des US noch nicht ...

    Das aktuelle AB ist Xeden 150 mg, das wir 1 Mal täglich geben. Der Erreger ist Staphylokokkus intermedius. Du würdest also 21 Tage lang geben?


    Bzgl. Futter muss ich dann wohl doch mal noch weiterschauen. Ich hatte gehofft, jemand ruft: "Jap, wir füttern xy" ;)

  • Das aktuelle AB ist Xeden 150 mg, das wir 1 Mal täglich geben. Der Erreger ist Staphylokokkus intermedius. Du würdest also 21 Tage lang geben?

    Ich bin kein TA und kenne das AB nicht, aber bei wiederholten Infektionen würde ich lieber länger als zu kurz AB geben, sonst züchtet man sich nur Resistenzen heran. Sage ich vielleicht auch, weil ich mit einer auf Blaseninfekte sehr anfälligen Hündin gesegnet bin, und mit Kurzkuren entsprechend oft Rückfälle erlebt habe....

  • Danke für deine Nachricht. Ich habe mich nach Rücksprache mit meiner Haustierärztin entschieden, das AB 21 Tage lang zu geben. Meine Hündin verträgt es gut, dann bin ich auf der sicheren Seite. Wenn du das alles schon so oft durch hast: Hast du noch irgendwelche Tipps für die Darmsanierung danach?

  • Wenn du das alles schon so oft durch hast: Hast du noch irgendwelche Tipps für die Darmsanierung danach?

    Ich gebe regelmässig eine Löffel Naturejoghurt ins Futter, aber sanieren muss man da eigentlich nicht gross, wenn der Hund das Futter verträgt. Je nach AB kann man den Joghurt auch schon während der Theroie geben, das sollte man aber abklären - manche AB vertragen sich nicht mit Milchprodukten.


    Für mich neu war die Gabe von Glucosamin/Chondroitintabletten, um das Anheften der Bakterien an die Blasenwand zu erschweren. Scheint aber gut dokumentiert, und schaden wird es meiner Omi bestimmt nicht, also kriegt sie es.

  • Vielen Dank für deine Antwort.

    Ich habe jetzt immer mal wieder den pH-Wert gemessen und er war eigentlich immer okay. Bisher nicht zu basisch.

  • Nun stellen sich uns folgende Fragen:

    1. Welchem Ratschlag folgen? Antibiotikum 10 Tage oder 21 Tage lang geben?

    2. Welches Futter füttern?

    3. Paste zur Ansäuerung des Urins geben?

    1. AB hast Du ja jetzt mit dem Tierarzt abgeklärt. Viel zum Trinken anbieten; evtl. Leberwurstbrühe, oder Brühe mit Dosenfleisch etc.


    2. Ich würde genau so weiter füttern, jedoch auf viel Flüssigkeit achten.


    3. Paste zum Ansäuren kann eine zeitlang weiter gegeben werden. Auf Dauer und Zeit jedoch nicht. Ich würde Dir Vitamin-C-Pulver empfehlen, weil das viel günstiger ist als die Paste und hat den gleichen Effekt.

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